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Ziffer 20 ausgefüllt. Die concentrische Randfläche erhält die Umschrift „Deutsches Reich" nebst der Jahreszahl und hierunter je durch einen Stern ge­trennt die Wertbangabe 20 Pfennig.

Hersfeld, 6. Juli. Im Monat Juli sind jagdbar: männl. Roth- und Damm-Wild, Reh- böcke, Enten, Trappen, Schnepfen, wilde Schwäne rc. Alles übrige Wild hat Schonzeit.

Hersfeld, 6. Juli. (Vacante Stellen für Mi­litäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Hanau, Postamt, Packetträger, 750 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Hoof (Reg.- Bez. Cassel), Postagentur, Landbriefträger, 480 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Meiningen, event. Pötzneck, Amtsgericht, Gerichts- schreibergehilse, 1200 Mk. Gehalt.

Hersfeld, 5. Juli. Die Abmachung der Gründer resp, des Borstandes einer Actiengesell- schast mit einem Actienzeichner bei der Actienzelch- nung oder später, nach der Errichtung der Gesell­schaft, daß dieser an Stelle der Boareinzahlung Waaren für die Gesellschaft liefere oder Arbeiten ausführen solle, ist nach einem Urtheil des Reichs­gerichts, I. Civilseuats, vom 29. Mai 1886, wenn sie weder im Zeichnungsschein noch im GesellschaftS- vertrage zum Ausdruck gebracht ist, sowohl nach dem Actiengesetz früherer Fassung als auch nach dem neuen Actiengesetz vom 14. August 1884 un­wirksam. Der Actionär hat in diesem Falle Baar­zahlung zu leisten, und er kann selbst fälligen Forde­rungen aus den von ihm gelieferten Waaren ober Arbeiten der insolvent gewordenen Gesellschaft gegen­über nicht zur Aufrechnung bringen.

Hersfeld, 5. Juli. Falsche Fünsmark-Gold­stücke sind neuerdings an der Casse eines Berliner Bankinstituts wiederholt vorgekommen. Dieselben sind aus Silber angefeltigt und gut vergoldet; die Aussührung derselben ist so täuschend nachge- ahmt, daß sie nur durch das Gewicht von den echten Münzen unterschieden werden können. Sie sind mit dem Bildniß des Kaisers Wilhelm ver­sehen und lauten aus das Jahr 1877.

* Hersfeld, 5. Juli. Die Gartenbesitzer erinnern wir daran, daß vom I.Juli an die Hecken wieder geschnitten werden können und wird jeder Freund der gefiederten Sänger gebeten, die etwa noch vor­handenen Nester thunlichst in Schutz zu nehmen.

* Hersfeld, 5.Juli. Wie man uns von zuver­lässiger Seite mittheilt, wird kommenden Winter die bei allen hiesigen Kunstfreunden wegen ihren vorzüglichen Leistungen noch in gutem Andenken stehende T h e a t e r g e s e l l s ch a f t von I. Herrmann gleich wie im vorigen Winter im Saale des Hotel „zum Stern" einen Cyklus von Borstellungen eröffnen. Die große Sympathie und die warme Anerkennung, die die Gesellschaft im vorigen Jahre in unserer Stadt gefunden, läßt wohl erwarten, daß man ihnen auch in diesem Jahre ein freundliches „Willkommen" entgegen­bringen wird.

* Der Landrath Schreiber zu Marburg ist zum Ober-Regierungs-Rathe ernannt.

Cafsel, 2. Juli. Aus dem gestern zu Ende ge­gangenen W o l l m a r k t wurden folgende Preise gezahlt: für ordinäre Wolle 85—90 Mark, für mittlere Wolle 95 bis 105 Mark, für feinere Sorten 110—120 Mark per Centner. Lammwolle wurde mit 75 Mark per Centner bezahlt.

Hofgeismar, 2. Juli. Die von der „Hosg. Ztg." vor einigen Tagen ausgesprochene Bermu- Ihung, daß unser Dragoner-Regiment sich in diesem Jahr schwerlich an dem Herbstmanöver betyeiltgen werde, gewinnt jetzt immer größere Wahrscheinlich keit, da nun auch Pferde der tn der Stadt emquar- tirten 5. Schwadron von der Rolhlauffeuche er­griffen worden sind. Die neuen Remonten sollen infolge dessen nicht in der Kaserne oder in den städtischen Stallungen, sondern am Gesundbrunnen untergebracht werden.

Grebeustein, 1. Juli. Eine hiesige Wittwe, deren Mann sich vor ungefähr einem Jahre im eigenen Wohnhause erhängte, stürzte sich heute mit ihrem jüngsten Kinde auf dem Arme in den Ketzer Teich, ertrank mit demselben, wie auch der etwas ältere Knabe, den die Mutter, welche zerrüttete Ver- Hältnisse zu diesem grauenhaften Schritt trieben, kurz vorher in das ziemlich tiefe Waffer geworfen. Zwei der betreffenden Leichen sind bereits geländet, während der dritte Körper bis zu diesem Augen­blicke noch nicht gesunden wurde.

Vermischtes.

— Berlin. Die große Jubiläums-Kunstaus- stellung unter dem Protectorate Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und dem Ehrenpräsidium Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen findet vom Mai bis October ds. Js. in Berlin statt. Derselben hat das Ministerium des Innern die Concession zur Veranstaltung einer großen Lotterie ertheilt und den Vertrieb der Loose in den Bereich der Preußischen Monarchie genehmigt. Der Plan

weist 28,662 Gewinne im Gesammtwerthe von 300,000 Mark auf; es sind Hauptgewinne von 30,000, 20,000 und 15,000 Mark nominirt. Das alleinige General-Debit der Loose ä eine Mark, welche Anfang Mai zur Ausgabe gelangen, ist dem bekannten Bankhause Carl Heintze, Ber­lin W., Unter den Linden 3, übertragen.

— Berlin. Herr Walther Bauendahl, ein kürzlich in Wiesbaden verstorbener Berliner Millio­när, der unmittelbare Leibeserben nicht zurückläßt, hat bedeutende Legate ausgesetzt, unter andern 100.000 Mark für die Armen von Berlin und 50,000 Mark für die Berliner Kaufmannschaft. Eine Million Mark hat er für eine Familienstis- tung sestzulegen bestimmt.

— (DasEisenbahnunglück bei Wü rz- b u rg.) Es sind jetzt 15 Todte gemeldet. Der Ort des Zusammenstoßes liegt an einer Curve vor dem Faulverg-Durchstich, so daß die Züge sich erst aus Zuglänge sehen konnten. Die Züge verkehren dort, obwohl zwei Geleise vorhanden, wegen be­sonderer Verhältnisse des Bahnhofs Rottendors zumeist auf einem Geleise; sie müssen für diesen Fall besondern schriftlichen Befehl haben. Dieser Befehl hat dem nach Schweinfurt bestimmten Zuge gemangelt. Er ist ohne denselben auf die Würz­burger Linie gerathen, dort noch über 3 Kilometer über die Anfangsstation gefahren; so entstand vor­aussichtlich das Unglück. Die Gewalt des Zu­sammenstoßes, die durch das starke Gefälle der Bahn erhöht werden mußte, muß eine ungeheuere gewesen sein. Die beiden Locomotiven fuhren vollständig ineinander hinein. Der Courierzug, der im letzten Augenblicke noch gebremst haben soll, ist verhältnißmäßig weniger beschädigt; zerstört ist nur die Locomotive und der Tender. Die übrigen Wagen blieben auf dem Geleise stehen. Vom Post­zug dagegen rannten auch die vorderen Wagen noch über die Locomotive hinauf und bäumten sich zu einem schrecklichen Trümmerhaufen, der die eine Seite des Bahnkörpers vollständig bedeckt. Hier mußten natürlich auch die meisten Menschenleben verloren gehen und die schwersten Verletzungen entstehen.

— Aus Reiuhessen, Ende Juni. Seit einiger Zeit treten in hiesiger Gegend merkwürdige Krankheitserscheinungen auf, die viele Aehnlichkeit mit der jetzt in Oesterreich herrschenden Genickstarre haben. Die ersten Symptome sind stechender Schmerz im Kopfe, besonders im Hinterhaupt, der sich über das Genick nach den Schulterblättern zieht, um sich von da nach vorn über Brustkasten und Lunge zu verbreiten. Alle Gelenkmuskeln erscheinen während der Krankheit wie gelähmt, so daß jede Bewegung Schmerz verursacht. Die ganze Erscheinung währt 8—10 Tage. In einzelnen Ortschaften sind dreißig und mehr Männer in den letzten Tagen fast gleichzeitig von dieser Krankheit befallen worden. Nachkrankheiten, die vereinzelt auftreten, hatten vorzugsweise ihren Sitz in der Lunge. Die Aerzte führen die eigenthümliche Erscheinung auf die regelwidrige Witterung des verflossenen Monats zurück.

— Wilhelms Hafen, 29. Juni. Lei den Schießübungen wurden durch eine beim Einsetzen kreptrende Granate einem Artilleristen die Hand abgeschlagen, einem anderen erhebliche Verletzungen am Unterleib und Oberschenkel beigebracht und ein dritter leicht am Arm verwundet.

— Dirschau, 2. Juli. Ueber eine gräßliche Mordthat entnehmen wir der „Dirsch. Ztg." folgende Mittheilung. In dem etwa eine Meile von hier entfernt gelegenen Dorfe Gr. Malsau lebte der Knecht Schulz in bisher anscheinend glück­licher Ehe mit seiner Frau. Am Dienstag ergriff dieselbe plötzlich ihre beiden Kinder und sprang mit ihnen in den Teich des Dorfes. Leider konnten herbeigeeilte Personen außer der Mutter nur das eine Kind dem nassen Elemente lebend entreißen, während das andere ertrank. Im Laufe der Nacht fand jedoch die noch in ihrer Wohnung weilende Schulz Gelegenheit, unbemerkt auch das zweite, der Catastrophe glücklich entgangene Kind dem Tode zu überliefern, indem sie dem Kinde mit einem Messer die Kehle durchschnitt. Auf das Geschrei seiner Schwiegermutter erwachte Schulz in dem Augenblicke als seine Frau auch ihn mit einem Leite zu ermorden im Begriffe stand. Der Be­drohte sprang auf und eilte seiner flüchtenden Frau in einen Nebenraum nach, wo dieselbe versuchte, sich durch Messerschnitte in die Kehle das Leben zu nehmen. Es gelang schließlich, die zweifache Mörderin zu fesseln, und gestern wurde dieselbe von ihrem eigenen Gatten dem hiesigen Amtsge­richte zugeführt. Aus mancherlei Anzeigen, die in letzter Zeit bei der Frau zu Tage traten, glaubt man mit Bestimmtheit auf geistige Unzurechnungs- sähigkeit der Mörderin bei Ausübung der grauen­haften That schließen zu dürfen.

— Warschau. Das im Kreise Suwalki ge­legene Städtchen Lozdieje ist von einem großen Brandunglück heimgesucht worden. Es sind nicht

weniger als 142 Häuser, sowie 204 Scheunen und Wirthschaftsgebäude ein Raub der Flammen ge- worden, so daß kaum noch ein Viertel der Stadt erhalten ist. Ueber 2500 Einwohner sind obdach­los; zwei Personen, ein Mann und eine Frau, haben in den Flammen ihren Tod gefunden. Der größte Theil der vom Schaden Betroffenen war nicht versichert.

— Pillkallen. Ein Besitzersohn aus der Ortschaft Schilleningken badete in der Szezuppe, als er plötzlich einen Schmerz in der Wade ver- Pürte. Er untersuchte das Bein und fand eine ;anz kleine Wunde, die von einem Biß herzurühren chien. Das Bein schwoll an und späterhin mußte rasfelbe amputirt werden. Der Biß soll von einer Wasserratte herrühren.

— Rastenburg. In einem Torsbruch der Umgegend sind beim Torfstechen eine Menge Silber­münzen aus dem 16. Jahrhundert aufgefunden worden. Die Münzen sollen nach ungefährer Schätzung einen Werth von 100 Mk. repräsen- tiren.

— Wien. Am vergangenen Montag wurden hier im allgemeinen Krankenhause (zum erstenmale außerhalb Paris) Schutzimpfungen gegen Tollwulh vorgenommen. Die Gebissenen, 14 Personen, waren aus Galizien, Siebenbürgen, Böhmen, Mähren, und Steiermark nach Wien gekommen.

— Die Ermordung einer ganzenFa- m i l i e in Bukarest in der Nacht vom Donners­tag auf Freitag hat die gesammte Bevölkerung der Stadt in Aufregung versetzt. Eine aus Vater, Mutter und vier Kindern bestehende Familie ist von verruchter Mörderhand in entsetzlicher Weise förm­lich abgeschlachtet und ihrer Habe beraubt worden, und ist das Aussehen, welches diese Schreckensthat erregt, umso größer, als dieselbe in einem Hause einer der frequenteften Straßen Bukarests, der Calea Moschilor, verübt worden ist.

— (Die C h oler a in Jtalt en.) Von vor­gestern Mittag bis gestern Mittag sind an der Cholera in Codigoro 5 Personen erkrankt und 1 gestorben, in Venedig 2 Personen erkrankt und 2 gestorben, in Brindisi 18 Personen erkrankt und 9 gestorben, in Latiano 105 Personen erkrankt und 32 gestorben, in Oria 3 Personen erkrankt und 3 gestorben, in Francavilla 44 Personen erkrankt und 18 gestorben, in San Vito 26 Personen erkrankt und 7 gestorben.

— Aus der Fabrik Sir William Armstrong's in Elswick (England, Norihumberland) ist wie­derum ein Monstregeschütz hervorgegangen und dieser Tage zum Arsenal in Woolwich transportirt worden. Das Ungethüm wiegt nominell 110 Tonnen, that­sächlich 247,795 Pfd., hat eine Länge von 44 Fuß und ein Kaliber von Iß1^ Zoll Englisch.

— Neue Goldfelder sind auch im Capland ent­deckt worden, die sehr ausgiebig zu sein scheinen. Verschiedene Goldgräber verdienen 15 -20 Schil­linge am Tag bei dem Graben nach angeschwemmtem Gold; von Erz-Riffen ist jedoch bis jetzt nichts gefunden worden.

Finnländtsche 4‘/.2 pCt. sundirte Staats-An leihe von 1862. Die nächste Ziehung findet Anfang Juli statt. Gegen den Coursoeclust von ca. l^pSt bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 6 Pf. pro 100 Mark.

— Braunschweig, 1. Juli. Serienziehung der Braunschweiger 20-Thaler-Loose. 600. 613. 669. 807. 926. 1022 1182. 1312. 1572. 1675. 1731. 2235. 2296. 2535.2953. 3118. 3495 3568. 3649. 3658. 3728. 3747. 3836. 4340. 4520. 4550. 4793. 4861. 4999. 5010 5312 5639. 5666. 5738. 6040, 6139. 6450. 6569. 6740. 6781. 6930. 7314. 7368. 7724, 7945. 8123. 8373. 8475. 8821. 9044. 9505. 9541. 9721. 9724. 9843.

Schiffsbericht der Red Star Line.

Antwerpen, 26. Juni. Der Postdampfer Noordland, Capt. Nickels, ist nach Newyork abgegangen.

Newyork, 26, Juni. Der Postdampfer Westernland, Capt. Rändle, ist nach Antwerpen abgegangen.

Newyork, 80. Juni. Der Postdampfer Rhynland, Capt. Jamison, ist von Antwerpen angekommen.

Antwerpen, 1. Juli, Der Postdampfer Waesland, Capt. Ueberweg, ist von Newyork angekommen.________________

Schiffs-Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfayrt-Actien-Gesellschasl.

„Suevia", 26. Juni von Newyork nach Hamburg; ,Teu> tonia", von Westindien kommend, 27. Juni in Hamburg angekommen ; „Holsatia«, 14. Juni von St. Thomas nach Hamburg, 1. Juli von Havre weitergegangen; „Lessing", 1. Juli von Newyork nach Hamburg; „Moravia", 1. Juli von Stettin nach Newyork; Hammonia", 20. Juni von Hamburg, 1. Juli in Newyork angekommen.____________

Fruchtpreise.

Weizen 100 Kilogr. 15 M. 78 Pf. bis 16 M. 60 Pf. Roggen 100 Kilogr. 14 M. 15 Pf. bis 14M. 50 Pf. Gerste - M. - Pfg. bis — M. — Pf. Hafer 400 Kilogr. 13 M. - Pf. bis 44M.-Pf.