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gersselilcr ürwMitt.

Wit wöchentticher Kratis-AeilageIllustrirtes Anterhaktungsölatt".

Nr. 53. Donnerstag den 6. Mai 1886.

Amtliches.

Ministerium des Innern.

Berlin, den 7. April 1886.

Nach einem dem Herrn Minister der auswär­tigen Angelegenheiten erstatteten Berichte des Kaiserlichen General-Konsulats zu Sofia ist es zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei der Beglau­bigung von Schriftstücken, welche vor BuIga­rt scheu Behörden gebraucht werden, wünschens- werth, daß die Unterschriften an letzter Stelle den Beglaubigungsvermerk des Auswär­tigen Amts tragen. Das Bulgarische Ministe­rium hat sich bereit erklärt, Schriftstücke, welche ihm mit diesem Beglaubigungsvermerk versehen durch das Kaiserliche (Generalkonsulat in Sofia zugehen, als ordnungsmäßig beglaubigt den zu­ständigen Behörden zu übermitteln.

Es empfiehlt sich daher, wenn künftighin aus­nahmslos die zum Gebrauch vor Bulgarischen Be­hörden bestimmten Schriftstücke dem Auswärtigen Amt zur Beglaubigung vorgelegt und von den Betheiligteu alsdann dem Kaiserlichen General- Konsulat in Sofia übersandt werden. Gleichzeitig macht das Kaiserliche General-Konsulat daraus aufmerksam, daß die Deutschen Interessenten im Interesse der Beschleunigung gut thun würden, sich von ihren Geschäftsfreunden in Bulgarien, denen die beglaubigten Schriftstücke ausgehändigt werden sollen, sofort einen Bulgarischen Text zu verschaffen, so daß gleich unter diesen die erforderlichen Be­glaubigungsvermerke gesetzt werden können, re.

Der Minister des Innern.

Im Aufträge. gez.: v. Zastrow.

An die Königliche Regierung zu Cassel. IA. 2838.

> * * *

Cassel, den 28. April 1886.

Abschrift zur Kenntnißnahme und Nachachtung, L............ '^aiM.1.'?".! "". ."

(Nachdruck verboten.)

Der Gröe von Aotlingsried.

Erzählung aus den bayerischen Vorbergen.

Von Maximilian Schmidt.

(Fortsetzung.)

Neben der wunderbaren Rundschau von jener Höhe aus ist es die berühmte Wallfahrtskirche, welche viele bedrängte Seelen dort hinauf zieht, um vor der Gottesmutter vertrauensvoll ihr Herz auszugießen. Viele andere auch machen die Berg­fahrt, um dort den Untergang und Aufgang der Sonne in seiner vollen Pracht bewundern zu können, ein Schauspiel, dessen Pracht unbeschreiblich schön und jedem unvergeßlich fein wird.

Aus diese hehre Höhe nun strebten heute alt und jung auf den verschiedensten mehr oder min­der beschwerlichen Steigen. Der Filzlersepp fuhr das kranke Mädchen in der That den Berg h'nauf. Der Schweiß rann ihm in schweren Tropfen von der Stirne, aber er lachte vergnügt, denn feine ält­liche Braut schritt neben ihm her und die Kranke war seelenfroh und athmete leichter, je höher sie den Berg hinauf kamen.

Auf einen anderen Wege stieg Laurenz, der bis zum Bade Sulz mit dem Fuhrwerke des Hohen- berges gefahren, gen Berg und ohne daß er es ahnte, schritten auf einem dritten Steige, in ge­ringer Entfernung von ihm, Frau von Welling und ihre Nichte. Sie kamen mit der Eisenbahn bis zu der am Fuße des Berges gelegenen Station, po« wo aus sie sofort freudig den Anstieg begannen.

sowie zur geeigneten weiteren Verbreitung durch die Kreisblätter.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Kühne.

An den Königlichen Polizei-Director hier und an sämmtliche Königl. Landräthe des Bezirks. A13870.

* *

Hersfeld, den 4. Mai 1886.

Vorstehender Erlaß wird hierdurch veröffentlicht. 5082. Der Königliche Landrath

_________________Freiherr von Schl einitz.

Hersfeld, den 3. Mai 1886.

Nach einer Mittheilung des ständischen Bau­amts dahier sind die Herren Ortsvorstände zu Biedebach, Biengartes, Hersfeld, Obergeis, Reilos, Rohrbach, Tann, Kerspenhausen, Oberhaun, Sieglos, Gersdorf, Kirchheim, Kleba, Niederaula, Petersberg, Wilhelmshof, Oberrode, Sorga, Kathus, Wippershain, Hillartshausen, Kleinensee, Oberlengsfeld, Bengendorf, Gethsemane, Herfa, Lengers und Unterneurode noch mit Einreichung der Verzeichnisse über die in ihren Gemeinden rc. vorhandenen Hand- und Spanndienstpflichtigen im Rückstände.

Die betreffenden Herren Ortsvorstände werden an die Erledigung der Sache mit Frist bis zum 15. d. M t s. erinnert.

5028, Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.

Gesunden: ein Regenschirm und eine Peitsche. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvor­stand zu Asbach.

Aus dem Landtage.

Berlin, 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus begann heute die erste Lesung der tirchenpolitischen Vorlage, zu der sich aus den Tribünen ein zahlreiches Publikum einge­sunden halte. Auch die Plätze im Hause waren äußerst zahlreich besetzt; am Ministertische hatten außer dem Mi­

Emma hatte es nicht gewagt, die Tante um die Art ihres Gelöbnisses auszusorschen. Sie selbst hatte ja auch im Herzen ein solches gethan, und die Freude und Heiterkeit, die sie heute erfüllte, zeugte, daß sie ihren Wunsch der Verwirklichung nahe hielt.

Derselbe Wunsch beseelte heute auch ausschließ­lich den Ingenieur. Er hatte am gestrigen Tage die unangenehmsten geschäftlichen Dinge mit dem Wucherer abzumachen gehabt, hatte Aerger, Zorn und Verdruß, aber endlich mit Hilfe des Schreck- bi des vom Staatsanwalt doch seinen Willen durch- gesetzt. Dem Geldverleiher blieb, um der sicheren gesetzlichen Strafe zu entgehen, so viel er sich auch dagegen sträubte, nichts anderes übrig, als dem Pollingsrieder allen Schaden zu vergüten, welchen er ihm durch den Verkauf des Hofes zugefügt. Laurenz ließ ihm nur das Recht, die wirklich ver­abfolgte Summe nebst Zinsen zurückzubehalten, alles andere mußte er zurückerstatten. Martin Meier that es unter Thränen und Flüchen, aber er that es.

Nun das Geschäft vorüber, wollte Laurenz heute nur seinem Herzen leben, von welchem, seit tzannt es freiwillig verlassen, die Tochter seines tapferen Majors vollständig Besitz genommen hatte. In seiner Bescheidenheit glaubte er sich freilich dem Fräulein nicht ebenbürtig und selbst im Falle der Erhörung war es noch fraglich, ob ihm das Mäd­chen auch nach Amerika folgen würde, wohin ihn ja der eingegangene Contract wieder rief und wo­bei er Gelegenheit hatte, sein Vermögen in jedem Falle zu vergrößern.

nisterpräsidenten, Reichskanzler Fürsten v. Bismarck, die Minister v. Puttkamer, Dr. v. Goßler, Lucius, Platz ge­nommen. In der Generaldiskussion, die übrigens heute noch nicht zu Ende geführt wurde, nahmen von national- liberaler Seite gegen die Vorlage die Abgg. Dr. Gneist, Seysfardt und von Cuny, und von freikonservativer Seite der Abg. Frhr. von Zedlitz-Reukirch das Wort, während für die Vorlage Abg. Dr. Windthorst (Centr.), von Rauch- Haupt (kons.) und Richter (deutschsreis.) sprachen. Die Aussührungen der nationalliberalen Redner gaben dem Herrn Ministerpräsidenten, Reichskanzler v. Bismarck, Ver­anlassung, wiederholt in die Debatte einzugreifen und namentlich der Auffassung entgegenzutreten, als ob die Gesetzgebung sür sich allein im Stande fei, den Frieden zwischen Kirche und Staat dauernd herzustellen, man müsse vielmehr durch gegenseitiges Vertrauen ein friedliches Verhältniß herzustellen suchen. Er seinerseits habe das Vertrauen, daß ihm dieser Versuch unter dem gegenwär­tigen Träger der päpstlichen Gewalt gelingen, und daß er auch bei feinen katholischen Mitbürgern dabei Unterstützung finden werde. Um 4/4 Uhr wurde die weitere Debatte auf Mittwoch 11 Uhr vertagt.

Uotttischr Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser hatte am Maritim Nachmittag eine längere Kon­ferenz mit dem Reichskanzler.

Die deutsche Kronprinzessin ist zum Besuche ihrer Mutter, der Königin Victoria, in Windsor eingetroffen.

Der Papst sandte einen in den herzlichsten Ausdrücken abgefaßten Brief an Kaiser Wilhelm, worin er für das neuliche Geschenk eines Pekto- ralkreuzes dankt, welches ihm zum Andenken an seine Vermittelung zwischen Deutschland und Spanien in der Karolinenfrage verehrt wurde.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ab­machungen, betr. die Abgrenzung der deutschen und der englischen Machtsphäre im westlichen Theil des Stillen Ozeans.

Der Eingangszoll für Branntwein, welcher jetzt 80 Mk. pro 100 Kilo beträgt, soll nach Einführung der Konsumsteuer auf 200 Mk. er-

Anderseits lebte er sich wieder in die Verwirk­lichung seines Wunsches der Art da hinein, daß er gar nichts anderes mehr denken konnte, als daß Emma das ihm vom Schicksal bestimmte Wesen sei, und er träumte von goldener Zukunft. Daß dieser Traum sich wirklich erfüllte, und um über­haupt für die glückliche Lösung so vieler und ge­wichtiger Ereignisse der letzten Tage zu danken, unternahm heute der junge Mann seinen Gang zum berühmten Wallfahrtskirchlein, das manch schöne Erinnerung aus seiner Jugendzeit heiligte.

Als er jetzt am Ziele seiner Wanderung ange­langt war, umspannte sein Blick vor allem das wunderbare Panorama, die gezackte Alpenkette, die in mannigfaltigsten Formen voll Größe und Majestät vom Watzmann bis zum Hochvogel den Süden umgrenzt, und die im Westen, Norden und Osten sich eröffnende, unermeßliche Aussicht in die Ebene und das Hügelland, in welcher an vierhun­dert Ortschaften, unzählige, silberglitzernde Flüsse und Bäche und viele gleich Edelsteinen leuchtende «seen in grüner Umrahmung sich dem entzückten Auge darbieten. Dazu der helle warme Sonnen­schein, die glänzende Lust und die prächtigen, weißen Wolkengebilde im blauen Himmelsäther. Solch ein Anblick begeistert jedes Menschenherz, keiner kann sich des feierlichen Eindrucks erwehren, schweigend staunt jeder diese Herrlichkeit an. Wo­her sollten auch dem Menschen die richtigen Worte kommen, wenn die Natur in stummer und doch so überwältigender Weise redet!

Die Glocken läuteten jetzt zum Hochamte infam*