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Mit wöchentlicher Kratis-Aeikage „Illustrirtes NnLerhattungsSlatt".
Nr. 48, Donnerstag den 22. April 1886,
Amtliches.
Hersfeld, den 10. April 1886.
Es wird hierdurch veröffentlicht, daß der Kreis- ausschuß des hiesigen Kreises in seiner Sitzung am heutigen Tage gemäß §. 18 des Gesetzes vom 12. März 1881 betreffend die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Kreises für das Jahr 1886 folgende als Schiedsmänner zu den SchätzungsCommissionen heranzuziehende Personen gewählt hat:
1) Oekonom Peter Heil zu Hersfeld,
2) Oekonom Friedrich Friedrich zu Hersfeld,
3) Oekonom Friedrich Heil zu Hersield,
4) Gutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode,
5) Domainenpachter Freise zu Biengartes,
6) Domainenpachter Oldenburg zu Wilhelmshof,
7) Domainenpachter Suntheim zu Eichhof,
8) Gutsbesitzer Schwarz zu Unterhaun,
----- 9) Laudwirly Wilhelm Jacob daselbst,
10) Gutsbesitzer Franz Roll zu Meisebach,
11) Gutsbesitzer Ferdinand Roll zu Obergeis,
12) Landwirth Johannes Claus zu Mecklar,
13) Landwirth Johannes Wetzel II, zu Meckbach,
14) Landwirth Andreas Strüber zu Friedlos,
15) Gastwirth Peter Grebe zu Friedlos,
16) Landwirth Heinrich Schaub zu Tann,
17) Landwirth Heinrich Fey zu Tann,
18) Landwirth Conrad Hiidebrand zu Rohrbach, 19) Bürgermeister Glebe zu Kohlhausen, 20) Gutsbesitzer Eschstruth I. zu Frielingen, 21) Gutsbesitzer Baron von Lepet zu Hattenbach, 22) Oekonom Philipp Schäfer zu Mengshausen, 23) Landwirth Jacob Grenzebach zu Niederaula, 24) Oekonom Bezzenberger zu Kirchheim, 25) Oekonom Conrad Schüler zu Reckerode, 26) Oekonom Johannes Jacob Schenk zu Kers- penhausen,
27) Bürgermeister Ruhn zu Asbach,
28) Landwirth Philipp Thiel zu Kruspis,
29) Landwirth George Waitz zu Harnrode,
30) Gutsbesitzer Gerlach zu Nippe,
31) Gutsbesitzer Sandrock jr. zu Lautenhausen, 32) Gutsbesitzer Hoßbach zu Hof Weißenborn, 33) Gutsbesitzer Ernst Bippart zu Hermannshof, 34) Gutsbesitzer Gliemeroth zu Wölfershausen, 35) Gastwirth Schimmelpfeng zu Widdershausen, 36) Vicebürgermeister Grau zu Heringen, 37) Gutsbesitzer Schlosser zu Kleinensee,
38) Ackermann Johs. Volkenand zu Bengendorf, 39) Gutspächter Otto zu Oberlengsfeld,
40) Landwirth Burghard Rüger zu Unterweisenborn, 41) Oekonom Adolf Reinhard zu Unterweisenborn, 42) Ackermann Heinrich Burghardt zu Ransbach, 43) Gutsbesitzer August Aulepp zu Philippsthal. 44) Schmied Scheer zu Schenklengsfeld,
45) Ackermann George Deisenroth I. zu Hilmes, 46) Ackermann Rudolph zu Ausbach,
47) Ackermann Peter Bock zu Conrode,
48) Ackermann Oswald S/Anhauer zu Wüstfeld.
Aus der Zahl dieser Personen hat die Ortspoltzeibehörde die Schiedsmänner für jeden einzelnen Schätzungsfall zu ernennen. Die Schätzung erfolgt durch die aus dem beamteten Thierarzt und zwei Schiedsmännern gebildete Kommission, und sind die Schiedsmänner von der Ortspolizeibehörde eidlich zu verpflichten. Dasselbe gilt, wenn an Stelle des beamteten Thierarztes ein nicht beamteter Thierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern derselbe nicht im Allgemeinen als Sachverständiger beeidigt ist.
Die den Schiedsmännern als Ersatz für Reisekosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Verwaltungswege festgesetzt und aus der Staatskasse bestritten.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die vorstehend genannten Personen alsbald von der auf sie gefallenen Wahl in Kenntniß zu setzen und
denselben zugleich zu eröffnen, daß sie verpflichtet seien, auf amtliche Requisition ersorderlichen Falls an allen Orten des Kreises Abschätzungen vor- zunehmen.
A. Nr. 4. Der Königliche Landrath Freiherr v rui-LLti^nLtz.
Hersfeld, den 20. April 1886.
Am Montag den 3. Mai d. J. Vormittags 9 Uhr findet im hiesigen Rathhaussaale eine Sitzung des Kreistages statt.
Tagesordnung.
1) Feststellung der Geschäftsordnung des Kreistages. (§. 82 der Kreisordnung.)
2) Wahl von je 7 Vertrauensmännern für den Ausschuß bei den Amtsgerichten Friedewald, Hersfeld, Niederaula und Schenklengsfeld zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen.
3) Wahl eines Ausschusses für die Unterverthei- lung der nach §. 16 des Reichsgesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 aus- zuschreidenden Landlieferungen.
4) Wahl von Sachverständigen und deren Stellvertretern zur Abschätzung derKriegsleistun- gen im Falle einer MobilmekEung gemäß §. 33 des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1873.
5) Wahl der bürgerlichen Mitglieder der Ersatz- ^Commission (§, 2 xv8,6 der Ersatz-Ordnung).
, 6) Wahl des Vorstandes der Elementarlehrer- Witwen- und Waisenkasse (§. 7 des Gesetzes vom 22. December 1869),
7) Wahl von zwei Mitgliedern der Commission zur Vertheilung der Einquartierung (§. 7 des Quartierleistungsgesetzes vom 25. Juni 1868).
8) Wahl der Körungs-Commission (Polizei-Verordnung vom 17. Januar 1879).
9) Wahl der Mitglieder der Einkommensteuer- Einschätzungs-Commission.
10) Wahl der Mitglieder der Klassensteuer-Rekla- mations-Commission.
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(Nachdruck verboten.)
Der ßröe von Follingsrieö.
Erzählung aus den bayerischen Vorbergen.
Von Maximilian Schmidt.
(Fortsetzung.)
Und was das kranke Mädchen ganz besonders mit neuer Hoffnung erfüllte, war das Versprechen Sepps, daß er ihr den heißesten und innigsten Herzenswunsch erfüllen wolle, der darin bestand, sie nach der Wallfahrtskirche aus dem hohen Peissen- berge zu bringen, wo sie wieder ganz gesund zu werden hoffte.
„Aber du bist doch nicht im Stande, den über dreitausend Fuß hohen Berg zu ersteigen," meinte der Ingenieur. „Wie kommst du denn hinaus
„Dös ts mei gringste Sorg," antwortete sie lächelnd. „Bis Unterpeissenberg geht ja d' Eisenbahn und von da fahrt mi der Sepp am Schub- karrn ausfi. Er hat si' ja aa hin verlobt, daß eam dös außi geht, was er im Kopf hat."
„Was hat er denn im Kopf?" Weißt du's?"
„I woaß's scho'", sagte das Mädchen schelmisch lächelnd.
„Nun?"
„Es ts eam halt was versprochen worn von oan, der —"
Sie stockte; sichtlich verlegen warf sie einen prüfenden Blick auf ihr Gegenüber. Sie mochte wohl überlegen, ob sie denn dem nächstbesten Fremden alles anvertrauen dürfe.
„Der aus Amerika kommen ist," ergänzte Lau-
renz.„ der ihre Gedanken errathen hatte.
„Os wißt 's dös ?" fragte das Mädchen überrascht.
„Gewiß," antwortete der Ingenieur. „Ich bin es ja selbst, der ihm versprochen, für ihn zu sorgen. Und deshalb hat er sich verlobt?"
„Deswegn alloa' grad nit." Und wieder glitt das schelmische Lächeln um ihren Mund. „Enk därf i's ja sagn. Mei' Muatta möcht er heirathen. Aber d'Muatta will nit. Sie sagt, sie müaßterst mein Vormund fragn, was der dazua sagt und nacha moants, sie wär scho' z' alt. Und da hat er si' halt da 'nauf verlobt, daß's guat außi geht. Schaugts nur," fuhr sie, nach dem isolirt aus der Ebene aufsteigenden Berge deutend, fort, „wie 's Kircherl awaglanzt von der Höh', d' Sunn scheint in d' Fenster, und grad is's ma halt, als krieget i mei' G'sundheit wieder, wenn i dort beten kunnt zu der Himmelsmuatta."
Ihre Gedanken weilten dort oben, eine frohe Ahnung verkündete ihr die Erfüllung ihres heißesten Wunsches.
Dem Ingenieur machte es innige Freude, hier etwas Vorsehung spielen zu können.
„Dem Sepp soll sein Wunsch ersüllt werden," sagte er zu dem Mädchen, „und der Deine auch. Ihr verdient es, glücklich zu werden."
Salerl streckte dem Ingenieur dankend die magere Hand entgegen und in ihren matten blauen Augen leuchtete es auf.
Laurenz drückte die dargereichte Hand und schaute mit innigem Vergnügen in die feuchten, frommen Augen des ttgnkenHMchens. Erfühlte,
daß ihm im ganzen Leben noch kein herzlicherer Dank zu Theil geworden. Diese blauen Augen erinnerten ihn an ein Paar andere von derselben Farbe und ihnen zu Liebe nahm er sich vor, zum Glück dieser armen Leute nach Kräften betzutragen.
„Dort kimmt d' Muatta", sagte jetzt Salerl; „red's ihr ins Herz. Der Sepp is so guat!"
Die Frau kam direct von der Arbeit. Sie hatte von ihrem Torfstiche aus gesehen, daß sich ein Fremder auffallend lange mit ihrer Tochter unterhalte und wollte erfahren, was dieser Herr wünsche. Aber schon von ferne rief ihr Salerl entgegen:
„Schau nur Muatta, dös ist der Herr aus Amerika, von dem uns der Sepp gestern erzählt hat."
„Ja da muaß i mi ja dengelst schaama, daß i so verlumpt ausschau," versetzte die noch hübsche und gesund aussehende Frau, die mit einem schmutzigen Arbeitskleid und einem schwarzen Kopftuche angethan war. „Aber", suhr sie fort, „was willst di bei dera Arbet sauber verhalten!"
Laurenz sagte ihr, sie möchte sich ihres Anzuges wegen nicht beunruhigen und brächte dann das Gespräch gleich auf den Filzlersepp und dessen Zukunft.
„'s wär ja recht," versetzte die Frau, „aber i kann's halt gar nit recht glauben, daß's an Bstand hat bei dem Burschen. Er is soviel guat, 's Lebn gaab er für oan, aber wenn er halt ins Wirthshaus kimmt, is 's anemal gfett. Und iatz hat er gar an' Platz im Wirthshaus selm z' Hohenberg. Met', i bin ja mit mein kranken Dirndl nit z'