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sprach der Vortrag des Gedichtes:Eine alte Geschichte" durch einen kleinen Quartaner an, der in recht lobenswerther Weise und mit vielem Geschick seiner Ausgabe gerecht wurde. Noch lange tönte es in den Herzen der Zuhörer wieder: Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu, Von der Welschen Trug und Tücke, von der Deutschen

Kraft und Treu." Nachdem sodann Herr Oberlehrer Dr. Klippert die Festrede gehalten, entliefe Herr Gymnasialdirektor vr. Duden mit bewegten Worten die Abiturienten zu den akademischen Studien. Mittags fand auf dem Marktplatz die Parade der Garnison statt. Herr Major Berger richtete eine der Be­deutung des Tages entsprechende kurze Ansprache an die Truppen und brächte mit weithintönender Stimme ein dreimaligestzurrah" aus auf den obersten Kriegsherrn, das ein brausendesEcho fand. Mit dem Parademarsch schloß diese Feier. In der S t a d t s chule und der höheren Töchter­schule fanden ebenfalls angemessene Feierlichkeiten mit Ansprachen, Deklamations - und Gesangsvor- trägen statt. Bei dem F e st e s s e n im Vereins­saale, das sich einer großen Theilnahme zu erfreuen hatte, brächte Herr Major Berger nach zündender Rede das Hoch auf den Kaiser aus. Abends wurde in hergebrachter Weise für das Militär in verschiedenen Wirthschaften Tanzmusik abge­halten. Möge es unserem allverehrten Kaiser vergönnt sein, noch längere Jahre in ungeschwächter Krast und Geistesfrische seines schwierigen Amtes zu walten, als wahrer Friedenssürst, zu unser Aller Wohl und Heil.

Hersfeld, 24. März. (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Berleburg, Magistrat, Wege-, Wiesen- 2c. Wärter bezw. Arbeiter und Flurschütz, auf vierteljährliche Kündigung, 450 M.; daselbst Flurschütz, aus viertel- jährl. Kündigung, 240 M. Langenschwalbach, Kreis- ausschuß, Kreisausschuß-Secretär, aus vierteljährl. Kündigung, 1500 M. Ort der Stationirung wird bei der Einberufung bestimmt, Bezirk des Königl. Eisenbahnbetriebsamts Wiesbaden, Tele­graphenaspiranten, ansänglich je 75 M. pro Monat, als etatsmäßiger Telegraphist von 10501500 M. jährl. nebst Wohnungsgeldzuschuß.

Hersfeld, 24. März. Seitens eines Patrioten ist dem Kriegsministerium eine Summe von 600 Mk. zur Verfügung gestellt, um solche zum Ge­burtstage Sr. Majestät des K a i s e r s und K ö n i g s unter 12 aus dem vormaligen Kursürstenthum Hessen gebürtige, besonders bedürftige und würdige ehemalige Militärpersonen vom Feldwebel abwärts zur Vertheilung zu bringen. Demgemäß ist nach einem soeben veröffentlichten Erlaß des Kriegs- ministertums die Königliche Militär-Pensionscaffe in Berlin angewiesen, den nachbenannten Personen, nämlich: Invalide Heinrich Franz Wiegand in Wetzlar, Invalide Johannes Andreas Runte in Volkmarsen, Kreis Wolshagen, Invalide Conrad Schmidt in Frankenberg, ehemaliger Füsilier Heinrich Hausmann in Heckershausen, Landkreis Cassel, Invalide Philipp Haberl in tzanau, Invalide Blasius Nuppel in tzanau, Invalide Heinrich Kalb in Wernswig, Kreis Homberg, Invalide Georg Heinrich Carl Wiegand in Stolzenbach, Kreis Homberg, Invalide Johann Heinrich Vesper in Rotenburg, Invalide Johannes Burkhardt in Wölsershausen, Kreis Hersfeld, Invalide Johann Heide in Ellnrode, Kreis Fritzlar, Invalide Conrad Sinning in Ellenberg, Kreis Metsungen, Unter­stützungen von je 50 M. zum 22. März d. J. portofrei zu übersenden.

+ Hersfeld, 24. März. Dem heutigen V i e h m a r k t waren 597 Rinder und 328 Schweine zugetrieben. Handel recht lebhaft. Preise angemessen.

* Hersfeld, 24. März. Endlich scheint der Frühling seinen Einzug zu halten. Nach langer Winterkälte erfreuen und erwärmen uns seit gestern die milden Strahlen der Sonne und der hohe Schnee ist in voller Auflösung begriffen. Das Haun- und Fuldathal ist seit einigen Tagen überschwemmt.

x Mecklar, 24. März. Hier und da hört man von den Landwirthen die Klage, daß unter ihrer Schafheerde wieder ein drehkrankes Thier

I ist. Dieses kranke Schaf hat nämlich durch un­gesunde Blutsäfte oder durch die heftige Sonnen­hitze eine Blase im Kopf erhalten, in der sich weiße kleine Würmer befinden, davon muß das Thier, wenn ihm nicht geholfen wird, sterben. Mancher Schafhalter hat dadurch gerade eines seiner besten jungen Schafe verloren oder schlach­ten müssen. Es ist ohne Zweifel die Heilung drehkranker Schafe sehr wichtig für die Land­wirthschaft. Es dürfte daher für den Schafhalter von Interesse sein, zu hören, daß der Schäfer Johannes Dennert dahier vortreffliche Operatio­nen ausgeführt hat. So hat 2C. Dennert mit Hülfe eines Trokar in Gerterode, Friedlos, Meckbach und Mecklar achtzehn Schafe in der letzten Zeit operirt, zwölf dieser drehkranken Thiere sind laut der beglaubigten Bescheinigun­gen geheilt, so daß die Thiere vollständig gesund, ohne das geringste Kennzeichen, mit in den Handel gehen konnten. Diese Operation ist ja an und für sich nichts neues; aber das günstige Resultat des Dennert hat auch darin seinen Grund, daß er nicht nur das Wasser, sondern auch die Blase mit seinem Munde aus dem Kopse entfernen kann.

t Asbach, 24. März. Von einem bedauer­lichen Unfall wurde am 20. d. M. der in Diensten des Herrn G. H. Braun zu Eichmühle stehende Knecht George S t r ü b e r betroffen. Während­dem der Unglückliche einen mit Pferden bespannten Wagen besteigen wollte, setzten sich die Thiere in Bewegung und stürzte 2C. Strüber bei dieser Gele­genheit so unglücklich von dem Wagen herunter, daß er sich eine Quetschung des rechten Unterarmes zuzog.

Cassel, 22. März. Der vorhinnige hiesige Polizeipräsident Albrecht, Ehrenbürger der Stadt Cassel, ist gestern in tzofgeismar gestorben.

Marburg, 20. März. Die landwirthschaftliche Winterschule beschloß heute ihren diesjährigen Cursus mit einer öffentlichen Prüfung im Raths­saale. Zu dieser Schlußprüfung waren sehr viele Zuhörer aus landwirthschaftlichen Kreisen erschienen. Von Cassel wohnten der Feier bei außer dem Herrn Regierungspräsidenten die Herren Geh. Regierungsrath Wend elstadt und Regierungs­rath Metz, als Vertreter des Landesdirectors der Herr Landesrath von Dehn-Rothfelser und Herr Gutsbesitzer H e r r l e i n von Margarethenhaun als Vertreter des ständischen Ausschusses. Das Gesammtergebniß der Prüfung war ein im höchsten Grade anerkennenswerthes und legte ein glänzen­des Zeugniß ab von dem Fleiß der Schüler sowohl, als auch von der unendlichen Mühe, welche sich die Lehrer auch in diesem Winter wiederum ge­geben haben.

Vermischtes.

Berlin, 22. März. Im Kaiserlichen Palais erschien am Sonntag Nachmittag ein hübscher junger wettergebräunter Mann und ver­langte den Kaiser zu sprechen. Da er sich nicht abweisen lassen wollte, wurde er zur Wache ge­führt. Dort gab er an, und bewies dies auch durch ein Billet, gestern aus Amerika zurückgekehrt zu sein. Er sei mehrere Jahre dort gewesen, Mitglied einer religiösen Seele geworden und habe als Apostel seiner Gemeinde dem Kaiser ein Schreiben zu überbringen. Auf der Polizeiwache wurde der Mann ärztlich untersucht. Hier stellte es sich heraus, daß er geistesgestört sei, so daß er zur Charitee befördert wurde. In seinem Besitz befanden sich circa 100 Mark, außerdem hatte er eine Militärmütze und einen Offizier - Degen bei sich.

Berlin, 22. März. Die Malzdarre und das Siedehaus der Happold'schen Brauerei in der Hasenhaide wurden in den Mittagsstunden durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt. Den An­strengungen der Feuerwehr gelang es, die Ver­breitung des Feuers nach den anstoßenden Gebäuden der Unionsbrauerei zn verhindern.

Triefter Blätter wollen wissen, Fürst Bismarck beabsichtige, M Erholung einen Aufenthalt im Süden, speciell in Trieft zu nehmen, und der Kaiser von Oefterreich habe ihm das Schloß Mtramare zur Verfügung gestellt.

(Eine moderne Ehe.) Neulich stand ein Ehepaar vor der Ctvilkammer des Landgerichts in Hamburg, um sich scheiden zu lassen. Davon ist die Frau I6V2, der Mann 22 Jahre alt, und hat die junge Ehe genau ein halbes Jahr gewährt.

Versprechen macht Schulden", das mußte ein reicher Herr erfahren, welcher einem armen Bahnwärter bei seiner zehnten Kindtaufe in Frank­furt a. M. für das zwölfte Kind ein Häuschen zu schenken versprach. Im October v. I. kam dieses Kind zur Welt, aber der Rentner erklärte sein mündliches Versprechen für Scherz. Jetzt hat das Landgericht ihn nach römischem Recht zu 42661/, M. verurtheilt.

Es scheint keine Aussicht auf die Hebung des O r e g o n" vorhanden zu sein; man glaubt, daß das Schiff entzweigebrochen sei. Einige Packete der Ladung sind an die Oberfläche gekommen und von Wrackbooten aufgefischt worden. Die Regierung hat die Unglücksstelle durch Bojen gekennzeichnet. Der Postmeister in Newyork meldet, daß sich 598 Postsäcke an Bord desOregon" befanden und daß 66 Säcke 2400 eingeschriebene Briefe enthielten. Nur ein kleiner Theil der französischen, italienischen, schwedischen und russischen Post, bestehend aus 94 Stücken, ist geborgen worden. Die eingeschriebenen britischen und deutschen Briefe sind fast sämmtlich verloren gegangen; ebenso die meisten Listen über die Postanweisungen. Von dem Schooner, mit welchem der am 14. d. Mts. untergegangene Cunard-Dampfer, Oregon" zusammengestoßen sein soll, ist noch immer keine Spur entdeckt worden. Es sind in Folge dessen in Newyork allerlei Muth­maßungen im Umlauf, und es wird stark behauptet, daß der Untergang desOregon" überhaupt nicht in Folge eines Zusammenstoßes erfolgt sei, daß vielmehr eine Explosion, eine grobe Fahrlässigkeit oder gar ein verbrecherischer Plan den Untergang herbeigeführt habe. Diese letzteren Annahmen scheinen indessen durchaus unbegründet zu sein. Es ist von einer so großen Anzahl der Schiffsbe­mannung der Zusammenstoß mit dem Schooner übereinstimmend constatirt worden, daß daran nicht zu zweifeln ist.

S o r a u. Die hiesigen Bäcker haben eine Unsitte abgeschafft, die- in vielen Orten noch ganz und gäbe ist. Sie haben nämlich beschlossen, von jetzt ab nicht mehr zu dulden, daß die Backwaaren von den Käufern ausgesucht und durchwühlt werden, vielmehr werden sie die Waaren selbst verabreichen.

Paris. Auf dem Maskenfeste im Hause einer Prinzessin machte sich ein Vermummter in der Maske eines Jnquisitionsknechts durch sein aufdringliches Wesen sehr bemerkbar. Eine junge Schauspielerin schlich sich endlich an ihn heran, und löste das Bündchen seiner Maske. Diese fiel zu Boden und man erkannte die wohlbekannten Gesichtszüge des Pariser Scharfrichters Deibler. Dieser verließ selbstverständlich, als er sich erkannt sah, sofort den Saal; er war im Besitze einer gültigen Einladungskarte, die ihm, wie es scheint, eine der Hausfrau feindliche hohe Dame verschafft hatte.

Carrolton (Mississippi). Während am 17. d. dreißig Neger in dem Gerichtshöfe auf eine Verhandlung warteten, zu welcher sie wegen angeb­licher Betheiligung an einem Angriffe auf einen Weißen vorgeladen waren, drangen 50 berittene Männer in Carrolton ein, umringten das Gerichts­gebäude, und schössen zwanzig Neger todt und ver­wundeten 3 tödtlich. Die übrigen Neger entflohen durch ein Fenster.________________________

Freiburger 15 Frcs. -Loose. Die nächste Ziehung findet am 15. April statt. Gegen den Coursverlust von ca. 10 Mark pro Stück bei der Ausloosung Übernimmt das Bank­haus Carl Neuburger, Berlin, Franzö­sische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 30 Ps. pro Stück.

Schiffs-Bewegung der Postdampsschiffe der Hamvurg-Amerikanischen

Packetfahrt-Actien-Gesellschaft.

Bohemia", 7. März von Newyork nach Hamburg, 21. März Dover passirt;Gelleri", 19. März von Hamburg nach Newyork, 21. März von Havre weitergegangen; Westphalia", 10. März von Hamburg, 21, März in New­york angekommen.

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Sehr günstige Lotterie-Offerte. SS Casseler St. Martin: Hptgw. 100000 M-, Z. 13./4., Voll-L. 10 M., Lst. 50 Pf. Marienburger: Hauptgew. 900001)1., Zieh. 19./4., Loos 31/2 M., Lst. 20 Pf. Hinter Dombau: Hptgew. 75000 M., Zieh.27./4.,Loos3'/2M., Lst. 20 Pf.

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Kircheme ch nuna en empfiehlt L. Funks Buchdruckerei.

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