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nicht minder auch die Bauhandwerker einzelner Gewerke leiden sehr unter dem andauernden Winter. Diese haben seit Herbst bis jetzt im Ver­gleich zu früheren Jahren nicht so viel Mark ver­dient, als sonst Thaler in derselben Zeit. Obgleich auf den Staatsforsten schon überall Holzversteige- rungen mit mäßigen Preisen stattgefunden haben, so macht sich doch bei Manchem Holzmangel fühl­bar, weil wegen Ungunst der Witterung das Holz nicht abzufahren ist und die alten Vorräthe mehr und mehr sich mindern. (C. A. Z.)

Cassel, 9. März. Vorgestern Abend um 11 Uhr wurde in der Wolfhager Straße ein vom Urlaub heimkehrender Soldat bewußtlos aufgefun­den. Derselbe hatte seine Reisetasche eine Strecke Wegs weit an seinem über die Schulter gelegten Seitengewehr transportirt. An einer Schneewehe war er unterwegs zu Falle gekommen, dabei war der Säbel aus der Scheide gerathen und der Soldat fiel mit dem Hals in die Spitze der ent­blößten Klinge, so daß er sich eine erhebliche Ver­wundung zuzog, sich aber bis in die Wolfhager Straße noch schleppen konnte, woselbst er in einem Privathause vorläufig Aufnahme fand. Am an­deren Morgen mußte der Patient sofort in das Lazareth geschafft werden.

Caffel, 8. März. (Schwurgericht.) Wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung wurde der frühere Postbote Heinrich Eisel zu Bebra zu 8 Monaten Gefängniß verurtheilt.

Kirchhaitt, 5. März. Der Maurer Ludwig Schild von Schröck begab sich am Dienstag Mor- gen nach Amöneburg, um daselbst eine Zahlung zu leisten. Auf dem Rückwege, den er über Roß­dorf einschlug, wurde er gegen Abend noch nahe vor Schröck gesehen, muß aber statt in dasselbe zu gehen, abseits gerathen sein, da man ihn nach langem Suchen am Freitag Mittag an einem Weidenstamm im Wittelsberger Feld erfroren auf- fand. Derselbe hinterläßt eine Frau und fünf Kinder.

Melsungen, 7. März. Heute Morgen wurde der Tagelöhner Heinrich Landgrebe von Kehren- bach zwischen Kirchhof und Kehrenbach erfroren aufgefunden. Er soll sich am Abend vorher in angetrunkenem Zustand auf den Weg gemacht haben. Landgrebe steht im Alter von 2830 Jahren und hinterläßt Frau und unmündige Kinder.

Harte, 7. März. Am vorigen Freitag, Abends gegen 5 Uhr, ist auf der Landstraße von hier nach Rhünda eine Hausirerin, ein Mädchen von 20 Jahren, von einem Manne angesallen und gewalt­thätig angegriffen worden. Ueber die Persönlich­keit des Thäters hat sich bis jetzt noch nichts be­stimmtes feststellen lassen.

Wächtersbach, 2. März. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr ereignete sich in Leisenwald ein großes Unglück: Der Förster Rupp aus dem benachbarten Waldensberg wollte in der Hosraithe der Jakob Eckert Wittwe dahier einen Marder schießen, wo­bei ihm ein junger Mann Namens Johannes Gaht, nebst seinem 13jährigen Bruder Heinrich, als Treiber behilflich sein wollten. Der Knabe sah, unbekannt aus welchem Grunde, unter dem Dache der Scheune hervor und der Jäger, glaubend, es sei der Marder, schoß aus kurzer Distanz auf ihn und traf so unglücklich den Kopf des Knaben, daß mehrere Posten zur Stirne ein- und am Hinterkops ausgingen. Der Knabe war nach einigen Minuten todt.

Fechenheim (Kreis Hanau), 5. März. Gestern starb dahier ein 20jährtger Arbeiter unter Symptomen der Vergiftung. Derselbe war in der hiesigen chemischen Fabrik beschäftigt und soll durch Einathmung von Gift Mittags 4 Uhr plötzlich erkrankt und nach kurzer Zeit gestorben sein. Er wurde nach dem Leichenhause in unserem Friedhofe gebracht. Heute früh gegen 10 Uhr traf Herr Staatsanwalt Kitz von Hanau hier ein, um den Thatbestand festzustellen, es wird eine Sektion der Leiche angeordnet werden.

Münden, 8. März. Einen schrecklichen Tod erlitt ein Knabe von 5 Jahren. Die Mutter desselben hatte einen Eimer voll kochenden Wassers aus der Fabrik geholt, in die Wohnstube gestellt, und hatte sich nur für Augenblicke entfernt, um etwas herbeizuholen. Diese wenigen Augenblicke benutzte das Kind, mit dem Eimer zu spielen. Es warf denselben um und verbrühte sich derart, daß es nach 10 Stunden qualvollster Schmerzen starb. _______________________________

Vermischtes.

Dortmund, 8. März. Der heute früh kurz nach 7 Uhr von hier nach Düsseldorf abge­lassene Personenzug der Bergisch-Märkischen Eisen­bahn fuhr auf der Station Marien in Folge un­richtiger Weichenstellung auf eine im Anschlußgeleise der ZecheGermania" stehende Rangiermaschine.

Dem Vernehmen nach wurde ein Kaufmann von hier getödtet und vier andere Passagiere schwer verwundet. Auch zwei Bremser erlitten Verletzungen.

Bamberg. Das hiesige Schöffengericht verurtheilte die Bauerstochter Eichhorn aus Dörf- leins wegen Vergehens wider das Nahrungsmittel- gesetz zu 24 Tagen Gefängniß und 30 Mk. Geld­strafe. Sie hatte 9 Liter Milch an einen hiesigen Konditor verkauft, welche nach der chemischen Analyse des Untersuchungsamts in Erlangen 96 Procent Wasser enthielt.

Düsseldorf. Eine Erbschaft aus Amerika, welche einer armen Familie hier und in Ratingen zufallen sollte, ist durch Vermittelung des aus­wärtigen Amtes angekommen. Der Erblasser ist als armer Tagelöhner nach Amerika ausgewandert und hat ein Vermögen von etwa 100,000 Mk. hinterlassen. Eine hiesige arme Familie erhält 39,000 Mk., ein Mädchen in Ratingen 26,000 Mk.

Hamburg. Kolossale Eismassen bereiten auf der Unter-Elbe der Schifffahrt ganz gewaltige Hindernisse. Am Sonnabend mußten acht Dampfer den Hamburger Hafen aussuchen, da sie die Reise nicht sortsetzen konnten.

Hildesheim. In der heutigen Schwur­gerichtssitzung wurde der 25 Jahre alte Kandidat der Philologie Friedrich Stolle aus Sarstedt, bisher noch nicht bestraft, wegen Mordes, begangen am 29. November v. J. an seinem Stiefvater, dem Gastwirth und Musikus Heinrich Prigge zu Sarstedt, zum Tode verurtheilt.

Der heuer so ungewöhnlich strenge Winter ruft natürlich solche Jahre in die Erinnerung zu­rück, in welchen ähnliche abnorme Witterung herrschte. Im Monat März 1865 hatte es täglich mehr oder weniger geschneit bis zum 25. März, von welchem Tage ab der Schnee in solchen Massen fiel, daß der Schneepflug jeden Tag mehrmals in Anwendung kommen mußte. Dies Wetter hielt an bis zum 29. März; dann wurde es hell und die Sonnenstrahlen wirkten derartig, daß täglich Hochwasser eintrat, welches am 5. April seine größte Höhe erreichte. 1865 halten wir eigentlich keinen Frühling, denn der Sommer hielt seinen Einzug mit dem 1. April, In diesem Jahre gab es sehr viele Kartoffeln, Roggen und Wein gab es auch im Ueberfluß.

Kiel, 6. März. Der heute Mittag nach Korsör abgegangene PostdampferHolsatia" ist Nachmittags hierher zurückgekehrt. Derselbe traf in See nicht zu überwindende, unabsehbare Eis­flächen. Es ist daher'bis auf Weiteres auch die deutsche Tagespostfahrt Kiel-Korsör unmöglich.

Pest, 2. März. Sonntag Nacht drang eine Räuberbande in das Directionsgebäude des Vulkojer Goldbergwerkes (Siebenbürgen) und raubte 32 Kilogramm Gold (gegen 90,000 M.), den gesamm- ten Cassavorrath. Den Director Dieterlin schleppten die Verbrecher mit. Derselbe wurde Tags darauf schwer verwundet in hoffnungslosem Zustande aufgefunden. Die Gendarmerie forscht nach den Thätern.

Wien, 4. März. Vor dem Kriegsgerichte hat sich heute Mittag ein erschütternder Vorfall abgespielt. Gegen den Hauptmann Julius Gerstel des 14, Corps-Artillerie-Regiments war eines Ver­gehens wegen die kriegsgerichtliche Untersuchung eingeleitet, bei der er jedoch auf freiem Fuße be­lassen wurde. Heute Mittag war Gerstel zur Ver­kündigung der richterlichen Sentenz vorgeladen worden. Das Urtheil lautete auf eine kleine Frei­heitsstrafe. Gerstel hörte das Urtheil ruhig an, verneigte sich dann vor seinen Richtern und trat in das Vorzimmer hinaus. Nach einer Minute ertönte ein Knall. Hauptmann Gerstel hatte sich aus einem kleinen Revolver, den er in der Hosen­tasche bei sich getragen hatte, eine Kugel gegen die rechte Schläfe gejagt, welche den augenblicklichen Tod herbeiführte.

London. In große Aufregung wurden am 4. d. die Bewohner von High-Noad durch den Zusammenbruch eines Hauses versetzt. Große Volksmassen strömen noch immer nach der Unglücks­stätte. Die Rettungsarbeiten sind im Gange. Die Zahl der verunglückten Personen ist noch nicht festgestellt.

Dublin. Mit einem merkwürdigen Auftrag begab sich der SchleppdampferJntegrity" in See. Er hatte nämlich 24 Tonnen (48,000 Ptd.) Schnupf­tabak an Bord, welche die Zollamts-Behörden in das Meer werfen ließen, weil die Eigenthümer sich geweigert hatten, dafür den Zoll zu entrichten.

London, 2. März. Allen Erwartungen zuwider ist der unweit Holyhead gescheiterte atlan­tische DampferMissouri'" während der Nacht ein gänzliches Wrack geworden. Als die Fluth zurück- trat, begann das Schiff heftig zu rollen und legte sich auf die Seite. Die Officiere und die Matrosen, im Ganzen 62 Personen, die an Bord geblieben waren, mußten sich ans Land begeben, und gegen

Mitternacht kenterte derMissouri". Außer nahezu 400 Stück Rindvieh hatte der Dampfer eine seyr werthvolle Ladung an Bord, aber hiervon find die ans Gestade geschwommenen 130 Ochsen, sowie einige Ballen Baumwolle Alles, was gerettet worden ist.

Man darf sich schon jetzt auf die Früh- jahrsmoden unserer Damen freuen. Zum Ueberschreiten des Rheins liegen in Paris bereits Hunderttausende von Damenhüten, welche Helme aus Goldblech oder Stahl mit Federn auf der Spitze darstellen. Noch toller sehen die Helme aus Baumrinde aus, die über und über von einem Blumendurcheinander überwuchert sind. Die BaretS haben die Form einer Jockeymütze.

New - Iork, 8. März. In den der Mo­narch-Linie gehörenden Docks brach heute früh Feuer aus, welches schnell um sich griff. Die in den Jersey City Docks befindlichen, mit europäischer Fracht beladenen DampferLydian Monarch" und Egyptian Monarch" wurden durch das Feuer be­schädigt, ebenso wurden in den -anstoßenden An­lagen der Erie - Bahn Zerstörungen angerichtet. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.

New-York, 5. März. In Folge eines allgemeinen Strikcs der Angestellten der New- Yorker Pferdebahn ist der Betrieb der Pferdebahnen heute früh eingestellt. Gestern begleitete eine starke Polizeiabtheilung einen Pferdebahnwagen, um demselben Durchgang durch die Menge zu ver­schaffen, die für die Strikenden Partei genommen hatte. Die Menge griff die Polizei an, so daß diese gegen dieselbe mit der Waffe vorgehen mußte.

(Vom Exercier platz.) Feldwebel (zu den Rekruten):Wenn Ihr Euch nicht sofort ruhig verhaltet, so laß ich Euch stehen bis Ihr Wurzeln schlagt.

Pfarrer: Ja, Peter, was ist denn das, Ihr wollt schon wieder heirathen und es sind noch nicht acht Tage her, seit wir Eure Frau begraben haben? Peter: Jo, t man halt, wenn man's im erschten Schmirz thuat, geht's leichter!

An den Winter.

Nun darfst Du Deinen Abschied nehmen, Griesgräm'ger Winter, es ist Zeit!

Ich dächt', müßtest doch Dich schämen, Wenn Du Dich machst noch immer breit, Die Kohlen nahmst Du uns im Keller, Das Holz im Stall verschwindet schnell, Des armen Nachbars letzten Heller l Hast Du verzehrt nun fort Gesell!

Nun darfst Du Deinen Abschied nehmen! Du hast regieret hart und lang, Wir werden uns um Dich nicht grämen, Ziehst Du davon ohn' Sang und Klang. Das Tanzen und das Schlittschuhlaufen 's war ja schön, doch nun halt ein! Ach, laß Dein Drohen und Dein Schnaufen Und glaub', es muß geschieden sein.

Du willst nicht? Willst nicht Abschied nehmen? Du sprichst: nun grade bleib' ich hier? Daß Frühlingswind und Sonne kämen Und würfen Dich aus dem Quartier! Doch wart'! Da winkt am End' der Märzen Ein Frühlingstag, das Kaiserfest.

Da geht der Frühling durch die Herzen, Da, Winter, kriegst Du Deinen Rest.

(Aus derParole.")

Badische 4 pCt. 100 Thaler Loose von 1867. Die nächste Ziehung findet am 1. April statt. Gegen den Coursverlust von ca. 110 Mark pro Stück bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von Mk. 1,60 pro Stück.

Schiffs Bewegung der Postdampfschiffe der Hamdurg-Amerikanischen Dacket- fahrt-Actien-Gesellschaft.

Bavaria", 4. März von St. Thomas nach Hamburg:

, Rhaetia", 5. März von Hamburg nach Newyork;Bohr, mia", 7. März von Newyork nach Hamburg; .Saxonia".

3. März von Hamburg nach Mexiko, 7. März von Havre weitergegangen;Nhenania", 7. März von Hamburg nach Westindien;Geliert", 25. Februar von Newyork nach Hamburg, 7. März Lizard passirt;Lesfing", 24. Februar von Hamburg, 7. März in Newyork angekommen.

Schiffsbericht der Red Star JLine.

Antwerpen, 27. Februar; der Postdampfer Belgenland, Capt. Bcynon, ist nach New-York abgegangen.

New-York, 27. Februar; der Postdampfer Pennland, Cap. Wiyer, ist nach Antwerpen abgegangen.

Antwerpen, 3. März; der Postdampfer Zecland, Capt. Desmet, ist nach Philadelphia abgegangen; der Postdampfer Westernland Capt. Rändle, ist von New-York angekommen.

Antwerpen, 4 März; der Postdampfer Noordland, Capt. Nickels, ist von New York angekommen.

"Weizen 100 Kilogr. 15 M. 90 Pf. bis 16 M. Pf. Roggen 100 Kilogr. 13 M. 75 Ps. bis 14M. -Pf. Gerste Mk. Pf. bis - M. Pf. Hafer 100 Kilogr. 12M.75Pf. bis 13 M- 70 Pf,