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gehen sollten, als auch schon die Zurechtstellung nachkam. Es ist nichts Derartiges beabsichtigt, für jetzt wenigstens nicht. Offenbar will man abwarten, ob der Mahdi Miene macht, nach Nor­den vorzudringen oder nicht; bleibt er im Sudan, so wird man ihn unbehelligt lassen.

t AuS Hessen-Nassau.

A Hersfeld,24.Dezember. (Weihnachten.) k Stille stacht! heilige Nacht! Traute, wohlbe- M^kaunte Klänge, als süße Erinnerungen an die ^Mindheit tönen sie auch heute wieder an unser Mhr; mit ihnen ist die fröhliche seclige Weihnachts- PMt wieder bei uns eingezogen. Das geschäftige wen der letzten Wochen hat einer gewissen Stille ' llatz gemacht, das rege Treiben in den Verkaufs­läden aller Art, hervorgerufen durch das Ein­laufen der Weihnachtsgeschenke ist der Hauptfache nach beendet, alle Vorbereitungen zum Feste sind getroffen, alle Einkäufe gemacht und mit Spannung sieht nun Alt und Jung den Freuden und Ueber- raschungen entgegen, die die nächsten Stunden bringen sollen. Nur der Postbote, der unermüd­liche eilt noch geschäftig umher, um noch hier und da einen Weihnachtsgrnß, eine Weihnachtsüber­raschung aus der Ferne zu überbringen. Lauter glückliche fröhliche Gesichter findet er wo er hin- kommt; möge anch ihm, wenn er endlich seinen mühevollen Gang beendet, im Kreise der Seinen ein freudiger Weihnachts-Heiligcrabend bescheert sein. Ja es ist eine fröhliche seelige Zeit, die Weihnachtszeit, zunächst ihres religiösen Werthes, und der frohen Lotschaft halber: Euch ist heute der Heiland geboren. Und welche Freude, welches Glück, welche Ueberraschungen bringt sie in die Kreise der Familien. Im Palast, wie in der Hütte strahlt der Christbaum in seinem Lichter- glanz, der sich in den glückstrahlenden Augen, in den freudigen Gesichtern der Alten und der Jungen wiederspiegelt. Immer neue Ueberrasch­ungen, immer neue Freude. Und nun erst die Kinder; wie glücklich! wie fröhlich! welch ein Jauchzen und Jubiliren! Trompeten blasen, Trommelwirbel, Säbelrasseln, Kreisel brummen und was der Dinge alle mehr sind. Alte, griesgrämige Hagestolze mögen wohl die Nase rümpfen und sich die Ohren zuhalten ob des höl­lischen Lärms der Kleinen, wie sie es nennen, wir aber die wir selbst deren besitzen, wir freuen uns mit ihnen, wir werden wieder jung, wieder Kinder wie sie selbst und gedenken dabei unserer eigenen schönen Kindheit. Uns vermag der Jubel und das Getöse der Kleinen nicht aus dem glücklichen Traum herauszureißen und uns die Weihnachtsfreude zu verderben. Und durch all' den Jubel, durch all' den Lichterglanz und die Festfreude hindurch tönt es immer wieder: Stille Nacht! heilige Nacht! oder von Kindes­lippen: Ihr Kindelein kommet, o kommet doch all'. Ostern und Pfingsten mögen wohl schöne Feste sein, aber für den Familienkreis, für das Haus ist und bleibt doch Weihnachten das schönste Fest. Nun von dem strahlenden, von herrlichen Geschenken umgebenen Weihnachtsbaum, aus dem Kreise glücklicher Menschen hinweg zu einem andern, minder angenehmen Bild. Seht ihr dort bei dem Schein der Straßenlampe das arme Kind hin­gehen? Durch die dünnen, wenn nicht gar durch­löcherten Kleidchen bläßt der Wind. Zitternd haucht es in seine vor Kälte erstarrten Hände, sehnsüchtigen Blickes betrachtet es die in den Schauläden ausgestellten Gegenstände oder blickt nach den von den Christbaumlichtern erhellten gensteru. Soll es keine Wejhnachtsfreude haben? wer es immer kann, der opfere etwas und wenn es anch nur eine Kleinigkeit ist, um auch den Armen eine Freude zu bereiten, damit auch sie fühlen und merken, daß es Weihnachten ist und wem sich hierzu Gelegenheit bietet und an einer solchen fehlt es in unseren Tagen gewiß nicht der versäume es ja nicht, denn den Armen wohlthun und ihnen eine Freude bereiten, ist auch eine Weihnachtsfreude und keine von den kleinsten. Hersfeld, 24. Dezember. lieber das bereits gemeldete Brandunglück auf Bahnhof Bebra wird derHess. Morgenzeitung" noch folgendes Nähere mitgetheilt: In der etwas abseits vom Bahnhofsgebäude gelegenen Waaren-Umladehalle der Frankfurt-Bebraer Bahn, welche zum Ein­und Ausladen der Frachtgüter dient, brach gegen 4 Uhr Morgens Feuer aus, welches mit furcht­barer Schnelligkeit um sich griff, so daß in wenigen Stunden nicht nur vier Fünftheile der großen Ladehalle nebst sämmtlichen darin befindlichen Gütern abbrannten, sondern auch eine lange Reihe schwer befrachteter Güterwaggons, welche auf einem Nebengleise standen und teilweise mit Wolle, Petroleum, Sprit w., beladen waren, dem verheerenden Feuer zum Opfer fielen. An ein Retten oder Dämpfen der einmal vorn Feuer er- griffenen Gegenstände war bei der heftig ent­

fesselten Wuth des Elementes nicht zu denkeu, obschon die Feuerwehr alle Kräfte aufbot; jedoch wurde das Feuer am Weiterumsichgreifen ver­hindert. Als Ursache bezeichnet man das Zer­springen von Säureballons. An Güterwaggons sind einige zwanzig nebst den Frachtgütern ver­brannt. Der Schaden ist enorm. Die anderen Gebäulichkeiten sind sämmtlich vom Feuer unbe­rührt geblieben, auch wurden glücklicherweise keine Personen verletzt.

Hersfeld, 24. Dezbr. Vaka n te Stelle n für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee­corps. Königliches Eisenbahn-Betriebsamt zu Altena, 22 Stations-Aspiranten, Gehalt zunächst je 75 M. monatlich, steigt bis zu 112,50 Mark monatlich nach zwei Jahren; Bureau-Aspirant, vorläufig monatlich 75 M., steigt innerhalb zwei Jahren auf 112,50 Mark pro Monat. Blanken- hain, Directorium des Carl Friedrich-Hospitals, Hilfswärter bei Geisteskranken und Siechen, 220 Mark und freie Station. Cassel, Königliches Eisenbahn-Betriebsamt (Directionsbezirk Elberfeld) Hilfsburcaudiener, beim Dienstantritt 2 M. pro Tag, bei zufriedenstellender Dienstführung 2,50 Mark pro Tag. Diez a. L., Königliche Strafan- staltsdirection, Hilfsaufseher, je 2,50 M. Diäten pro Tag. Frankfurt a/M., Garnison Bauinspector Meyer, Baubote, 1,50 Mark täglich. Siegen, Amtsgericht, Lohnschreiber, Vergütung für die Seite der gefertigten Schriftstücke 47 Pfennige. Wächtersbach, Postamt, Landbriefträger, 450 M. Gehalt und 60 M. Wohnungsgeldzuschuß. Weil- burg Unterofficier-Vorschule, Casernenwärter, 600 Mark Gehalt neben (freier Wohnung, Feuerungs­und Erleuchtungsdeputat. Wiesbaden, städtische Curdirection, Portier, 1200 Mark pro Jahr und freie Dienstkleidung. Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division: Hess. Strecke der Main-Neckarbahn zu Darmstadt, Ersatzbahnwärter, 780 bis 900 M. Gehalt und freie Dienstkleidung. Näheres bei den Bezirksfeldwebeln.

* Am 22. d. Mts. Nachmittags hat sich auf Bahnhof Guntershausen ein erschütternder Unglücksfall zugetragen. Der Hülfslocomotiv- führer Wieser von Kassel hielt, wie man der Hess. Mrgztg." mittheilt, dort mit seiner Ma- schine, stieg herab und wollte dieselbe einölen. Bei dem Herumgehen um die Maschine kam er in demselben Augenblicke dem Nebengleise zu nahe, als der nach Kassel fahrende Thüringer Personenzug vorübersauste. Wieser wurde von dessen Locomotive erfaßt, ein Stück mitgeschleift, überfahren und war auf der Stelle todt. Der noch im rüstigsten Mannesalter stehende Beamte hinterläßt Frau und Kind.

Cassel, 21. Dezbr. Die hessische Ritterschaft hat gestern im Ständehaus dahier die Neuwahl ihrer Vertreter im Communallandtag vorgenom- lnen. Es schieden aus die Herren Minister a. D. Alexander von Baumbach, Legationssecretär a. D. Otto von der Malsburg und Obervorsteher Bodo von Trott. Die beiden Erstgenannten wurden wiedergewählt und außerdem wählte man Herrn Grasen Berlepsch. Herr Landesdirector von Hundelshausen hat sein Mandat niedergelegt und für ihn wurde Herr von Pappenheim (Liebenau) gewählt.

Cassel, 23. Dezember. Auf dem gestrigen Lebensmittelmarkte wurden von der Marktpolizei nahezu 100 Liter gefälschte bezw. zu leicht befun­dene Milch confiscirt, welche von mehreren Ver­käufern an den Markt gebracht worden war. (Mgz.)

Marburg, 21. Dezember. Nach einer vor­läufigen Untersuchung des Dr. Klingelhöfer zu Kirchhain ist der Förster Becker zu Neustadt durch einen Schuß ins Herz getödtet worden.

Frankfurt, 21. Dezember. Eine hübsche Illustration zu den hohen Gehältern städtischer Beamten liefert folgende Mittheilung, welche der D. Volksfreund" bringt:Der frühere Director des hiesigen Wasser-Amtes, der außeretatsmäßig mit 12 M0^ Mark jährlichem Gehalte angestellt war, diese Stelle jedoch seit dem Frühjahr dieses Jahres niederlegen mußte, weil die Stadtverord­neten die nöthigen Mittel nicht weiter bewilligt haben, ist wieder in den badischen Staatsdienst, in welchem er früher gestanden, zurückgetreten und zwar als Äbtheilungs- Ingenieur mit einem An- sangsgehalt von 1200 Mark."

Deutscher Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke.

In Dresden ist am 28. November ein Bezirksverein be> schlössen worden. Im Namen der Unterzeichner des Aus- russ zu der Versammlung begrüßte Geh. Regierungsrath Dr. Böhmert die Anwesenden, und machte zunächst Mit­theilungen aus Zuschriften von Männern welche am per­sönlichen Erscheinen verhindert waren. Darunter befand sich der Director der Dresdener Krankenanstalt Geh. Mdicinalralh Dr. Fiedler, welcher bezeugte daß er, seit 23 Jahren als Arzt am Krankenhause thätig, reiche Ge­

legenheit gehabt habe, das durch den Alkoholm», über die Bevölkerung kommende Unglück kennen zu le. Ein guter Theil des socialen Elends sei die directe Fv.^ davon; die Sterblichkeitsziffern sür gewisse Krankheiten, be­sonders für Lungenentzündung, Typhus, Blattern u. s. f. würden sich viel günstiger gestalten, wenn man es im Krankenhause nur mit soliden Menschen zu thun hätte, die nicht dem Trunke ergeben. Aber auch von der gebildeten Classe werde viel gesündigt. Das Frühschoppen- oder Stehseidel-Trinken der jungen Leute sei eine miserable Ge­wohnheit, und er behaupte gradezu, daß Leute welche früh schwere Biere tränken, es durch eigene Arbeit und Krast zu nichts bringen könnten; der Nachmittag sei für sie in der Regel verloren und sie schädigten sich an ihrer Gesund­heit. Auch Medicinalrath Dr. Birch-Hirschkeld wendete sich in Worten die (nach der Social-Correspondenz) clnkn^^»»**» Eindruck aus die Versammlung machten, gegen den Bier- Sumpf der mittleren und höheren Stände, in welchem so viele geistige Initiative zu Grunde gehe. Der Genuß schwerer Biere in größeren Mengen sei von den schlimmsten Wirkungen auf Gehirn, Herz und Leber. Der sogenannte Frühschoppen sei die erste Stufe für den Ruin so manches Mannes, der für eine lange schöne Lebenslaufbahn be­stimmt schien. Wer sich dem Kneipenleben ergebe, müsse sehr bald die Lust und Kraft zur Arbeit und die geistige Energie verlieren und bewege sich auf einer schiefen Ebene, auf welcher ein großer Theil unserer deutschen Jugend elendiglich zu Grunde gehe. Herr Carl Roth rieth dem Verein, sich vor allem an die großen Arbeitgeber zu wenden, damit dieselben den Brantweingenuß der Arbeiter nicht etwa erleichtern. Er habe früher als Fabrikant die Er­fahrung gemacht, daß von dem Augenblick an wo er ange­ordnet habe, daß nur einfache Biere aber kein Schnaps in der Fabrik genossen werden dürfe, Streit und frühere schlimme Vorkommnisse aufgehört hätten und auch die Ar­beit mehr gefördert worden sei. Auch die Lehrerschaft müsse herangezogen und dafür gewonnen werden, das nationale Laster des starken Trinkens bei der deutschen Jugend zu bekämpfen, da man auf Ausflügen zuweilen Schulen aus der gebildeten Classe begegne, in denen sich dreizehnjährige Burschen rühmten fünf oder mehr Schnäpse vertilgt zu haben. (Nordwest.)

Augsburg. Eine alte Frau in einem benachbarten Dorfe, die sich anscheinend vom Sammeln von Kräutern, Beeren und Wurzeln er­nährte, hat beim Rentamt ein Capital von 30,000 Mark deponirt. Zu dieser Aufrichtigkeit wurde sie dadurch bewogen, daß ihr vor einiger Zeit 2500 M., die sie in einem Strumpfe geborgen hatte, entwendet wurden.

Eine traurige Jagdgeschichtc wird derN. H. Z." aus Schlawin (Kr. Schlawe) berichtet. Daselbst soll ein Jäger von seiner Jagdbude aus am Sonnabend Morgen gegen 6 Uhr zwei die Chaussee entlang mit Besen zum Rügenwälder Wochenmarkt fahrende Schlawiner Frauen in der Dunkelheit für Rehböcke gehalten und mit Reh­posten angeschossen haben. Die eine der Frauen liegt schwer darnieder.

Guben, 14. Dec. Kleine Ursache zu großem Unglück. Der Lehrling des Böttchermeisters Eber- tin hierselhst sitzt auf dem Boden seines Meisters und fröhnt dem Rauchen. Die Frau Meisterin geht auf den Boden, um das Fenster zu schließen, kommt dem Jungen zu nahe, fühlt, daß ein Mensch da ist, und erschrickt dermaßen, daß sie sich legt und das gastrische Fieber bekommt. Heute nach dreiwöchentlichem Krankenlager ist sie verstorben und hinterläßt den Mann mit 5 Kindern.

(An der Thür.)Gnädige Frau zu Haus Nein!"Oh, das thut mir leid! Sie wissen auch nicht, wann sie wieder heimkehrt?"Nein, mein Herr! Aber wenn Sie wünschen, werde ich sie einmal fragen."

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Die Expedition.

M^^^MW»» Die nächste Nummer d. Blattes erscheint des Weihnachts­festes wegen Sonnabend den 29. Dezember.