Nr. 134.
Kreis
Dienstag den 11. Dezember 1883.
Das .Kreisblatt" erscheint wöchent- lich dreimal, Dienstags, Donnerstag« und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.
für den
Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar« mondzeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet und wird bei Wiederholung entsprechender Rabatt gewährt.
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/InKsidjes.
Kreis Hersfeld
Nr. 8492, Kreisblatt Nr. 67, der- machen zu lassen und darüber zu wachen, daß die öffentliche ich nachstehend die Nachweisung über die Beschlüsse der Körungs-Commissionen zur Aus- >m Herbste des laufenden Jahres stattgehabte führung gelangen. Körung der Zuchtbullen des hiesigen Kreises.
15552.
Hersfeld, den 7. Dezember 1883. _ ,...... uus utt|H14U1
Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom auf ortsübliche Weise in ihrer Gemeinde bekannt, ^ Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen im Kreise Hersfeld für das Jahr 1883. (Herbst-Körung.)
Die Herren Ortsvorstände haben das Resultat
Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
s
Resultate der Uhu n g
Name der Gemeinde rc
der
Namen
Eigenthümer der Bullen.
Datum
der
Körung !
Alter und Race des Bullen.
Nähere Bezeichnung des Bullen nach Farbe und sonstigen Abzeichen
Befund des
Bullen.
^ g
Bemerkungen.
l-Hersfeld
1
Friedrich, Friedrich
A. «örungsbezirk: AmtsgerichtSbezirk Hersfeld
2 Eichhof
3 Kalkobes
4 Mecklar b Reilos KWippershain
l 1
1 1
1
Suntheim
Jütte, Jacob Büttner, George Lehn, Georg Witwe Schneider, Christian
18. October
1’/» Jahr, Simmenthaler 11/4 Jahr, Landrace ll Monate, Landrace 11 / a Jahr, Landrace 1*/» Jahr, Landrace
roth und weiß gefleckt braun ohne Abzeichen do.
hellgelb ohne Abzeichen braun ohne Abzeichen
unbrauchbar einstimmig.
gut. 7 .
unbrauchbar zu jung.
gut.
Bulle des ».Friedrich ist nicht vorgeführt worden.
gut
ausschließlich zur Viehzucht
?; Oberrode
8 Hof Kühnbach .
; I
1
1
Braun, Ortsverwalter Oeconom Mackenroth
[2 Jahr, Franke
2 Jahr, Schweizer
hellbraun ohne Abzeichen
gut.
grau mit weißem Streif gut. über den Rücken
1 Kirchheim
I! ~
1
Schlabach, Oeconom
«orungSbezirk; Stmtsgerichtsbezirk Skiederaula
|| 18. Oktober |2 Jahr Simmenthaler gelb mit Blässe
zur Zucht sehr i tauglich £
t Friedewald 2 Lautenhausen n . ZWölfershausen J 1
1
1
fBurghardt, Jacob Mollmar, George
tv. November 1V^ Jahr, Frankenraee gelb
1 Ausbach
2
Hilmes
1
1
Wliemroth, Bürgermeister
l’/s Jahr, Frankenrace gelbroth 1’7» Jahr, Frankenrace gelbroth
gut. gut. 'gut.
3 Motzfeld 4Odrrl«ngSfeld
5 Philippsthal
1
Rudolph, Hermann Deiseroth, Heinrich
Gutberlet, Heinrich ^Loch, Louis
1 Aulepp, August
1>. AörungSbezirk. Amtsgerichtsbezirk Schenklengsfeld
18. October
l'/» Jahr, Landrace
Die Bullen sind nicht zurBorfüh« rung gelangt.
l'/e Jahr, Ellinger-Fran ken-Race
dunkelroth schwarz
dunkelgelb
gut.
unbrauchbar 'zur Nachzucht nicht ge- I eignet.
gut.
Bekanntmachung. Großherzoglich Hessischen Gebietstheile, sind durch nahmen, die auf Grundstücken oder G^
Im Gebiete des Regierungsbezirks Kassel, aus- das Gesetz vom 23. Juli 1876 (Ges.-Samml. S. noch hastenden destandlgen Abgaben and Ler^ schließlich der zu demselben gehörigen vormals 357), mit den in dessen ,§. 2 angegebenen Aus- (Reallasten) für ablösbar erklärt. Die Provokation
Von Ewald Aug st König. (Fortsetzung.)
Sie werden sich unserer Unterredung erinnern und nun einen Entschluß fassen müssen, ich beabsichtige, den Amerikaner vor seiner Abreise zu besuchen, von Ihnen hängt es ab, ob ich bei diesem Besuche Ihr oder mein eigenes Interesse vertreten werde.
Haben Sie die Güte, mir sofort nach Empfang dieses Briefes zu schreiben, damit ich meine Maßregeln treffen kann; bis dahin verharre ich in Hochachtung als Ihr ergebener
Jacob Lange."
.Der Elende!" sagte sie, mit dem Fuß zornig ausstampfend. .Entsetzlicher Gedanke, von der Gnade eines solchen Menschen abhängig zu fein 1 Und wenn ich nun seine Forderung erfülle, würde er sich damit begnügen? Würde er nicht immer und immer wieder mit neuen Forderungen und Drohungen kommen?"
Sie blieb lange in Nachdenken versunken. Es war schwierig, hier den rechten Weg zu finden. Daß dieser ehr- und charakterlose Mann nun nicht mehr von ihr ablassen und immer neue Forderungen geltend machen würde, unterlag keinem Zweifel und forderte sie durch eine ablehnende Antwort seine Feindschaft heraus, so durfte sie von ihm das Schlimmste erwarten.
War es nicht besser, wenn sie ihrem Gatten sich anvertraute und ihm sagte, sie habe damals um ihrer Eltern und um ihres Kindes wegen in den Betrug eingewilligt?
Mußte er nicht in dem Umstände, daß ihr erster
Gatte seit Jahren verschollen und an seine Rückkehr nicht mehr zu denken war, nicht eine Eut- schuldigung finden?
Sie konnte ihm Aufschlüsse geben, die ihm bewiesen, daß er damals in leidenschaftlicher Ver- blendung ihr Unrecht gethan hatte, daß er in keiner Weise berechtigt gewesen war, sie zu verdammen. Gewiß, nach diesem offenen Geständnisse mußte ihr Verzeihung werden, Faber kehrte dann vielleicht mit Hedwig nach Amerika zurück und wollte er in die Verlobung seiner Tochter ein- willigen, so konnte die Trauung ja drüben statt» finden, wo man nicht so ängstlich die Vorlegung aller Papiere forderte.
Es wäre freilich der einfachste und auch der kürzeste Weg gewesen, aber das Verbrechen der Bigamie wurde dadurch nicht gesühnt.
Sie hatte in den letzten Tagen unablässig darüber nachgedacht, sie hatte sogar vom Zuchthause geträumt und schon der Gedanke an die Möglichkeit, daß sie von ihrer beneidenswerthen Höhe hinuntergestürzt werden könne, war ihr entsetzlich. Ging sie jenen Weg, so mußte sie auf den Haß des Ad- vocatenschreibers sich gefaßt machen, er denuncirte sie ohne Erbarmen und ihr Gatte konnte sie dann nicht mehr schützen.
Freilich konnte in diesem Falle auch gegen ihn die Anklage wegen Erpressung erhoben werden, aber es ließ sich voraussehen, daß er darauf vor- bereitet war und daß ihm Mittel zu Gebote standen, dieser Anklage entgegenzutreten oder ihr vorzu-
beugen.
Die Angst vor einem öffentlichen Eclat, vor der Anklagebank und dem Zuchthause verwirrte! .
sie so sehr, daß es ihr ganz unmöglich war, einen sah sie sich nicht getauscht,
klaren und bestimmten Gedanken zu fassen.
Sie hielt es für das Beste, dem Schreiber noch» mals eine kleine Summe zu schicken und ihm dabei zu erklären, daß er auf keine weitere Zahlung rechnen dürfe. Sie wollte ihn zugleich darauf auf. merksam machen, daß weitere Forderungen sie zwingen würden, sich unter den Schutz ihres Gatten zu stellen, und daß er in diesem Falle auch von der anderen Seite nichts weiter als eine An- klage wegen Erpreffung zu erwarten habe.
Nachdem die Eommerzienräthin zu diesem Entschlüsse gekommen war, setzte sie sich an ihren Schreibtisch, um den Brief in diesem Sinne zu be- antworten, sie gab sich dabei der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß der Schreiber Vernunft am nehmen und sie nicht mehr belästigen werde.
Sie legte einige Banknoten in den Brief und adressirte ihn, und da sie noch einige Besuche machen wollte und der Wagen bereits vorgefahren war, beschloß sie, den Brief mitzunehmen und ihn unterwegs selber auf die Post zu geben.
Sie hatte ihr Boudoir noch nicht lange verlassen, als Hedwig, von ihrem Ausgange zurückkehrend, eintrat.
Auf dem Teppich, vor dem Schreibtisch lag ein Brief, Hedwig hob ihn auf.
Sie that es nicht aus Neugierde, sie wollte ihn auf den Schreibtisch legen, aber als sie euren Blick auf die Adresse warf, erkannte sie, daß er aus C. kam, und es war natürlich, daß ihre Aufmerksamkeit dadurch geweckt wurde.
In der Erwartung, daß der Inhalt dieses oAripffS sieb mit ihrer Person beschäftigen wurde.
endem Er-