Nr. 133
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Sonnabend den 8. Dezember 1883.
Dat „Kreisblatt" erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstag« und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.
für den
«Kreis ijersfesö
Bekanntmachung»» aller Art werd« ausgenommen und die einspaltige Gar« mondzeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet und wird bei Wiederholung entsprechender Rabatt gewährt.
Amtliches.
Kreis Hersfeld.
Hersfeld, den 7. Dezember 1883, Die Herren Ortsvorstände zu: Biedebach, Eichhof, Frielingen, Goßmanns- rode, Heddersdorf, Kalkobes, Kerspenhausen, Kleba, Meckbach, Mecklar, Mengshausen, fisc. Gutsbezirk der Oberförsterei Niederaula, Oberhaun, Oberrode, Petersberg, Reilos, Sieglos, Sorga, Tann, Unterhaun, Bengen- dorf, Dünkelrode, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Hillarts-
rScT §ci^ni§ der Auswanderungen, welche im Jahre 1883 aus der Gemeinde........... stattgefunden haben, ohne daß den betreffenden
Personen Entlassungsurkunden ertheilt worden sind.
Zahl
Familienzu-
der ausgewanderten
sammengehörig-
Religionsbekenntniß
Gemeinde.
Personen
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Zahl der
Einzelne
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katholisch
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sonstiger u. unbekannter Religion
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Hersfeld, den 5. Dezember 1883. c-j hierdurch, daß durch rechtskräftiges Urtheil der
Die Herren Bürgermeister 2c. des Kreises IV. Strafkammer des Königlichen Landgerichts werden hierdurch angewiesen, mir von dem Weg- I zu Berlin vom 19. December 1882 auf Un- zuge oder Ableben,solcher Personen, welche sich brauchbarmachung der Schrift „der häusliche als Trunkenbolde in dem Verzeichnisse der Ge- Heerd (Pot-Bonille) Roman von Emile Zola, w ohnh eits söffer eingetragen finden, jedesmal ~ ~ ‘ ~ ~ '
sofort Anzeige zu erstatten. Die Königliche Gendarmerie hat mir eventuell dieserhalb zu berichten.
15425.
Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 6. Dezember 1883.
Die Ortspolizeiverwaltungen und die Königliche Gendarmerie des Kreises benachrichtige ich
hausen, Hilmes, Lampertsfeld, Leimbach, Röhrigshof, Schenksolz, Unterneurode, Unterweisenborn, Wehrshausen, Wölfershausen und Wüstfeld werden hiermit an die Erledigung meiner Verfügung vom 19. September d. I. Nr. 11804 im Kreisblatt Nr. 100, betreffend die Einreichung des Verzeichnisses über den Pferde- und Rindviehbestand pro 1883 mit Frist bis zum 15. De> zember er. erinnert.
11804.
Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 4. Dezember 1883, Die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter
Aus dem Französischen übersetzt von Arnim Schwarz Budapest 1882 Gustav Grimm" in allen vorfindlichen Exemplaren, sowie der zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen erkannt worden ist.
Dagegen ist durch rechtskräftiges Urtheil derselben Strafkammer vom 21. September 1883 dahin entschieden, daß der Inhalt der Romane von Emile Zola, nämIid) „Nanalt. uiib „Pot-Bo-
des Kreises haben ein Verzeichniß derjenigen Personen ihrer Gemeinden bezw. Ortsverwaltungsbezirke, welche im Jahre 1883 ohneEntlassung aus dem Unterthanen - Verbände in das Ausland ausgewandert sind, nach dem hierunter abgedruckten Schema aufzustellen und spätestens bis zum 31. d. Mts. anher einzusenden, oder sofern solche Auswanderungen im laufenden Jahre nicht vorgekommen sind, dieses binnen gleicher Frist berichtlich
an,zuzeigen. 15407.
Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
nilie“-, verlegt zu Paris bei C. Charpentler, editeur, für strafbar nicht zu erachten, und demgemäß der Antrag auf Unbrauchbarmachung aller vorfindlichen Exemplare zurückgewiesen.
15445. Der Königliche Landrath
______Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 1. Dezember 1883.
Der Ackermann Heinrich Schwerer II. zu Frielingen ist als Sachverständiger zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für die Gemeinden Frielingen und Heddersdorf widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.
15376. Der Königliche Landrath
Freiherr von Broich.
Verjährt!
Von Ewald Angst König.
(Fortsetzung.)
„Wenn Du im Hotel nachgeforscht hättest —"
„Das habe ich gethan, und meine Nachforschungen hatten nicht das geringste Resultat."
„Du darfst die Möglichkeit, daß ein Anderer das Geld fortgenommen haben kann, nicht unberücksichtigt lassen. Wer anklagt, der muß auch beweisen, und Du kannst hier den Beweis nicht liefern. Mama drohte mir, sie wolle in C. die Sache veröffentlichen, Du darfst das nicht diNden?" Der Commerzienrath zuckte bedauernd mit den Achseln.
„Mama ist, wie Du weißt, gewohnt, ihren eigenen Weg zu gehen", sagte er, es würde vergebliche Mühe sein, wollte ich ihr in irgend einer Weise hindernd entgegentreten. Und im Grunde genommen kann eine Veröffentlichung jenes Vorfalls Dir nur erwünscht sein, sie zwingt den Beschuldigten, sich zu vertheidigen und eine gerichtliche Untersuch-
v ung zu beantragen."
„Und gelingt es ihm nicht, seine Schuldlosigkeit zu beweisen, so bleibt der Verdacht auf ihm ruhen", erwiderte Hedwig vorwurfsvoll. Ich würde es meiner Mama nie verzeihen, wenn sie diese Drohung ausführte —"
„Mein liebes Kind, ich kaun sie nicht daran hindern, und wenn Du einen guten Rath hören willst, so ist es der, halte Frieden mit Deiner Mama und füge Dich ihren Wünschen, Dir bleibt nur die Wahl zwischen ihr und —"
„Nicht ich bin's, die den Frieden stört", unterbrach Hedwig ihn erregt. „Muß es mich nicht,
empören, daß man unter nichtigen Vorwänden mich hierher gelockt hat ?"
„Schlimm genug, daß Deine Mama zu diesem Mittel ihre Zuflucht nehmen mußte!"
Hätte sie ihre Zustimmung zu meiner Verlobung gegeben, so würde es solcher Mittel wahrlich nicht bedurft haben, ich wäre auf den ersten Wink freudig hieher gekommen."
Wieder zuckte ihr Stiefvater mit den Achseln.
„Du mußt das Alles mit Deiner Mama ausmachen", erwiderte er, „ich halte mich aus diesem Streit heraus; mich ärgert's genug, daß ich diese Reise nach C. gemacht habe."
„Besser wär's freilich für uns Alle gewesen, wenn Du es nicht gethan hättest, aber das Geschehene läßt sich nun nicht mehr ändern. Darf ich Dich um ein kleines Darlehn bitten? Ich werde es Dir später mit Dank zurückzahlen."
Ein bedeutsames Lächeln glitt über das rothe Antlitz des Commerzienraths.
„Du möchtest wohl noch heute nach C. zurückreisen?" fragte er in sarkastischem Tone.
„Heute noch nicht, aber wenn Mama nicht nach- giebt, dann kann ich hier nicht bleiben."
„Thut mir leid, liebes Kind, aber ich darf Deinen Wunsch nicht erfüllen. ■ Deine Mama hat diese Bitte vorausgesehen, ich mußte ihr versprechen, Dir kein Geld zu geben, mit den nöthigen Mitteln, Deine kleinen Bedürfnisse zu bestreiten, will sie selbst Dich ausrüsteu."
„Ich hätte auch das voraussehen können!" sagte Hedwig entrüstet, indem sie sich von ihrem Sitze erhob. „Aber so viele Hindernisse man mir auch in den Weg legen mag, ich werde sie alle besiegen."
Der Eintritt Schulte's nöthigte sie, abzubrechen, mit einer flüchtigen Verbeugung eilte sie hinaus. Der junge Mann blickte ihr mit sichtbarem Erstaunen nach, und als die Thüre hinter ihr geschloffen war, näherte er sich langsam dem Schreibtisch seines Chefs.
„Meine Stieftochter, Fräulein Faber!" sagte der Commerzienrath lächelnd. „Sie kennen die junge Dame wohl noch nicht, sie war einige Jahre auswärts und ist erst gestern wieder heimgekehrt."
„Eine blendende Schönheit!" erwiderte Schulte voll Bewunderung. „In Wahrheit, Herr Commer- zienrath, die Absicht, eine Schmeichelei zu sagen, liegt mir fern —"
„Zch glaube es Ihnen gerne, was bringen Sie mir?"
„Die Actien der chemischen Jndustriegesellschaft werden heute wieder steigen, man beschäftigt sich sehr lebhaft mit ihnen."
„Sie haben also Vertrauen zu dieser Gründung r
„Volles Vertrauen." m
„Dann kaufen Sie! Die schlimmen Gerüchte über die Actien-Brauerei treten immer entschiedener auf, ich glaube, wir sind bei diesem Unternehmen stark engagirt —" m
„Bis jetzt ist noch kein Grund zu Besorgnissen vorhanden; ich habe mit dem Director der Brauerei persönlich gesprochen, heute Abend oder morgen früh wird die Zeitung einen ausführlichen Artikel bringen, in dem jene Gerüchte glänzend widerlegt werden."
„Um so besser!" nickte der Commerzleuratii. „Ich werde heute selbst an der Börse erscheinen, um mich von der Sachlage zu überzeugen, wir