vollem Gange, welche während der Anwesenheit des hohen Gastes veranstaltet werden sollen.
Der preußische Landtag wird am nächsten Dienstag eröffnet werden. Derselbe wird sich vornehmlich mit der Fortsetzung der Steuerreform, der Verwaltungsreform und der Verstaatlichung von Eisenbahnen zu beschäftigen haben.
Der Kriegsminister Bronsart v. Schelleu- dorff ist zu Jnspicirungszwecken nach den westlichen Provinzen gereist. Die Besichtigungen werden sich namentlich auf die Festungen in den Reichslanden erstrecken.
Dem Vernehmen nach betragen die veranschlagten Kosten für die Restauration der Schloßkirche von Wittenberg im ganzen ca. 575 000 Mark, von welchen 300 000 Mark als erste Baurate im preußischen Staatshaushaltsetat pro 1884—85
Truppensendungen nothwendig werden. Fi zösische Kaufleute berichten aus Kairo, Chu^ kaufe der egyptischen Regierung massenhaft Kanonen und Gewehre ab. — Die Berathung der Creditvorlage für Tonkitt wird nächsten Donnerstag Nachmittag in der französischen De- putirtenkammer beginnen.
von der Staatsregierung gefordert werden.
Dem Vernehmen nach ist in den Staatshaushaltsetat die Summe von 200 000 M. für Hebung der wirthschaftlichen Verhältnisse und Linderung des Nothstandes in der Eifel eingestellt worden. Diese Summe, welche zwar nicht als erste Rate bezeichnet, wohl aber als solche gedacht ist, soll dem landwirthschaftlichen Minister behufs Erreichung der in einer Denkschrift zum Etat näher begründeten und bezeichneten Ziele zur Disposition gestellt werden. Als solche sind vornehmlich Aufforstungen von Oedländcreien, Unterstützung der Gemeinden für Forstculturen, ferner Wiesen-Meliorationen und Drain-Anlagen, sowie Hebung des Obst-, Flachs- und Korbweiden- baues und Einführung einer hausgewerblichen Thätigkeit, namentlich der Korbflechterei, in Aussicht genommen. Indem dem landwirthschaftlichen Minister jene Summe zur Verfügung. gestellt wird, wird es möglich sein, von der Vorbedingung der Rückzahlung, zu der die verarmten Kreise selten im Stande sind, Abstand zu nehmen, anderseits aber auch die Mitwirkung der Kreis- und Provinzialvertretung, zu der dieselben vollständig bereit find, anzuregen, indem die Gewährung staatlicher Beihilfen von der vor- gängigen Gewährung von Beiträgen jener Verbände abhängig gemacht wird. Für den Ankauf von Oedländereren zur Vergrößerung der Staatsforsten in der Eifel sind bereits durch einen Erlaß des landwirthschaftlichen Ministers im August die ersten Einleitungen getroffen worden; für , , . . . , _________
die Einführung der Korbflechterei sind zwei Necht-t-Wald nach Hause begab, wurde am Ausgange des
lehrer in den Kreisen Bitburg und Daun gewonnen worden. Während alle diese Maßregeln bezwecken, zukünftigen Kalamitäten in rationeller Weise vorzubeugen, kann auch die gegenwärtige Lage in der Eifel insofern als gebessert angesehen werden, als in Folge der ausgezeichneten Kartoffel- und Buchweizenerte die unmittelbare Wiederkehr eines Nothstandes für den kommenden Winter ausgeschlossen erscheint.
Wie wir hören, liegt es in der Absicht der Regierung, dem Reichstage ein neues Gesetz über das Erwerbs- und Wirthschaftsgenofsenschafts- wesen vorzulegen. Die Nothwendigkeit einer Revision des bestehenden Gesetzes ist vom Reichstage in der Sitzung vom 18. Mai 1881 allerkannt und sind mehrere darauf bezügliche Allträge ber Regierung als Material überwiesen worden, nachdem der Staatssekretär des Reichsjustizamtes Dr. vou Schelling die Erklärung abgegeben hatte, daß die verbündeten Regierungen mit einer Revision des Genoffenschaftsgesetzes beschäftigt seien. Gegenwärtig finden Verhandlungen zwischen den betheiliaten Ressorts über die Feststellnilg der Grundzüge des neuen Entwurfs statt.
Frankreich.
Ueber die Trnppenzahl, welche der französischen Heeresführung in Tongking zur Verfügung steht, liegen nunmehr authentische Mittheilungen vor. Nach den officiellen Angaben befinden sich gegenwärtig 8050 Mann auf dem Schauplatze der Expedition, von denen 700 in Huü untergebracht sind. Zu den letzteren kommen dann noch die 600 Mann des von Toulon abgesandten Bataillons Marinefüsiliere und das Bataillon, welches aus Compagnien der Schiffsdivision von Tongking gebildet ist. Letzteres Bataillon wird aus 500 bis 600 Mann geschätzt, da Admiral.Courbet genöthigt war, am Bord seiner Kriegsschiffe eine genügende Anzahl Leute zurückzulassen, damit der Dienst daselbst wahrgenommen werden kann. Man darf also annehmen, daß das gesummte Expeditionscorps gegenwärtig 8500 Mann beträgt. Da nun aber die Orte Hanoi, Hai-Ahong, Onang-Mn, Hai-Dznong, Nam-Dinh und Ninh- Binh bewacht werden müssen, so daß bereit Garnisonen bis auf Weiteres nicht in Bewegung gesetzt werden können, ist die für die militärischen Operationen zur Verfügung stehende Truppen- macht nicht allzu beträchtlich. Sollten daher,!
wie die chinesischen Diplomaten geflissentlich ver-: ihre Glacehandschuhe angezogen und wusch die- breiten, m der That ernsthafte Verwickelungen selben mit Benzin. Sie kam dabei einem brennen- mit China entstehen, io wurden bald weitere den Lichte zu nahe und standen im Nu ihre Hände ^ran- in Flammen. In ihrer Angst riß sie den einen Hma Handschuh ab, dabei aber auch die Haut mit, so so daß gerade an dieser Hand die Brandwunde am schlimmsten ist. Die Aermste hat die schreck- lichsten Schmerzen Tage lang auszuhalten.
Homberg, 12. November. Die zweite Prüfung der provisorisch angestellten Lehrer findet vom 17. d. Mts. an dem hiesigen Lehrer-Seminar statt. Dem Vernehmen nach haben sich vierzig junge Lehrer zu diesem Examen gemeldet.
Frankfurt, 12. November. Kurz vor der Ziehung der Silberlotterie des Zoologischen Gartens erhielt ein Dienstmädchen von ihrer Herrschaft ein Loos zum Geschenk gemacht. Dasselbe gewann darauf einen Preis, für den es nahezu 1500 Mark baar ausbezahlt erhielt. — Wie verlautet, hat ein Ochsenmetzger in Bockenheim bei der jüngsten Hauptziehung einer auswärtigen Lotterie einen Gewinn von ca. M. 100 000 gemacht. Der Gewinner soll ohnehin ein mit Glücksgütern reich gesegneter Mann sein.
Frankfurt, 13. November. In einem Cafe der Zeil spielten gestern zwei Herrn Billard. Durch einen ungeschickten Stoß flog eine Kugel aus dem Spiel und traf den Mund des einen Herrn mit solcher Wucht, daß letzterer fünf Zähne einbüßte.
AuS Heffen-Naffau.
Hersfeld, 16. November. In der Provinz Hessen-Nassau beträgt die Zahl der Standesämter gegenwärtig 707, gegen 689 im Jahre 1875, welche Zunahme im Regierungsbezirk Wiesbaden stattge- funden hat. Im Regierungsbezirk Cassel entfallen auf den einzelnen Standesamtsbezirk im Durchschnitt 2002 Bewohner.
* (Vacante Stellen im Bezirk des 11. Armeecorps). 1) Cassel, kgl. Eisenbahnbe- triebsamt, fünf Bureau-Aspiranten, Gehalt beim Dienstantritt 75 M. monatlich, steigend bis zu 1200 M. jährlich und 150 M. Miethsentschädigung. 2) Darmstadt, Postamt, Packetträger, 750 M. Gehalt und 180 M. Wohnuugsgeldzuschuß. 3) Frankfurt a. M., Nordhausen, Berlin, kgl. Eisenbahn- Direction Frankfurt a. M., 3 Hilfsbureaudiener, Gehalt jährlich 900 bis 1050 M. nebst dem gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß. 4) Friedberg (Hessen) Postamt, Landbriefträger, 600 M. Gehalt und 108 M. Wohnungsgeldzuschuß. 5) Frankhausen, Postamt, Landbriefträger, 450 M. Gehalt und 60 M. Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division: Darmstadt, Provinzial- Arresthaus Darmstadt, Hilfsaufseher, Gehalt 2 M. täglich. Pfeddersheim, Amtsgericht Pfeddersheim, Gefangenwärter am Haftlocal zu Pfeddersheim, Gehalt 300 M. jährlich, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung.
* Der Kaiserliche Ober-Postdirector zur Linde in Cassel ist in Gemäßheit des §. 93 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der Reichsbeamten, zum Mitglied der Disciplinarkammer in Hannover ernannt worden.
Marburg, 10. November. Ein hier als Handlanger beschäftigter junger Mensch aus Cal-
deru, welcher sich mit dem gestern Abend empfangenen Wocheulohn heute früh durch den Görzhäuser
Waldes von einem mit einem Messer bewaffneten Strolch angefallen, welcher das Geld von ihm verlangte. In seiner Angst griff Verjünge Bursche in die Tasche und gab dem Banditen sein Geld,
worqnf jener nach dem Felde zu die Flucht ergriff.
Elchweg-, 6. November. In jüngster Zeit ist, dem „Eschw. Krsbl." zufolge, wiederholt von der Anlage einer Zuckerfabrik in hiesiger Gemarkung die Rede gewesen. Jetzt scheint dies Project schon eine festere Gestalt anzunehmen, denn das Terrain für die Anlage — zwischen der städtischen Gasanstalt und Hotel Bahnhof — 'soll bereits in Aussicht genommen sein.
Simmershanse» a. d. Rhön. 13. November. In der Nacht vom 8. auf den 9. Nov. wurde auf hiesigem Kirchhofe ein Akt unerhörter Brutalität verübt, aus dem man ersehen kann, daß selbst die Heiligkeit des Ortes auf manche gewissenlose Menschen hier keinen Einfluß ausübt. Ein Individuum zertrümmerte das vor 14 Tagen vom hiesigen Steinhauer und Kirchenpfleger K. Dach seinem Bater gesetzte Denkmal von grauem Steiu vollständig. Las über einen Meter hohe Kreuz desselben wurde in der Mitte mittelst einiger Schläge kurz gehauen; ebenso wurde der eigentliche Stein total ruinirt. Der gottlose Thäter ist noch nicht ermittelt.
Wo» der Oberweser, 31. October. In dem Klostergute Bursfelde hat sich gestern solgender
tranrige Unglücksfall zugerragen. Ein im Dienste; waren etwa 20 Personen auf der Ueberfahrt über des Pächters I. stehender Arbeiter, Ernährer einer den Bug begriffen. Als das Fahrzeug etwa die Mitte des Flusses erreicht hatte, wurde es von der starken Strömung fortgerissen, es schlug um und sämmtliche Insassen fielen in das Wasser. In diesem Augenblick gelang es einem derselben, einem kräftigen jungen Bauerburschen, Vicens Krze- pinskij, nach unglaublichen Anstrengungen das Fahrzeug wieder zu erreichen. Rasch entledigte er sich nun seiner Kleider und sprang darauf wieder in das Wasser, um die Ertrinkenden, einen nach dem andern zu retten. 17 Personen, welche ohne seine Dazwischenkuuft dem nahen Tode unbedingt preisgegeben waren, wurden so gerettet. Die 3 übrigen Insassen waren ertrunken. Die Bewohner der Stadt verunstalteten am Ufer sofort eine Kollekte für den edlen Menschenfreund. Dieser aber schlug die ihm dargebotenen 300 Rbl. aus, indem er großmüthig darum nachsuchte, man möge das Geld unter die Eltern der drei Ertrunkenen, welche er nicht mehr zu retten vermochte, verteilen.
Frau und mehrerer Kinder, wollte oder mußte,
um von den diesseits der Weser gelegenen Oeco- nomieräumen in die jenseitigen zu gelangen, übersetzen. Des Uebcrfahrens jedoch nicht kundig, konnte er nicht verhindern, daß das Schiff — sog. Bullenschiff — an die Flöße stieß. Der Stoß war aber leider kräftig genug, das Ruder, welches der iWami zu dirigiren suchte, zur Seite zu schnellen,
wodurch dasselbe den Arbeiter über Bord warf. Da die.übrigen Insassen lauter Frauen waren, konnte ihm von da keine Hülfe werden und er
fand so seinen Tod in den Wellen.
Rinteln, 9. November. Auf die an den
Kriegsminister gerichtete Eingabe vom 23. v. Mts. ist das Bürgermeisteramt benachrichtigt worden, daß die Belegung der Stadt Rinteln mit einer Garnison nicht beabsichtigt wird. — Am Sonntag Abend hatte eine junge Dame von hier, welche im Bürgerclub die Festlichkeiten mitmachen wollte,
— Nachträglich wird bekannt, daß der Kranz, welchen der Kronprinz bei der Luther-Feier in Wittenberg auf dem Grabe des Reformators niederlegte, von der Frau Kronprinzessin selbst geflochten war.
— Stendal,^ 13. November. Heute Nacht wurde eine am Sonntag Nachmittag 2 Uhr in Gegenwart der Behörden und der Schuljugend auf hiesigem Domplatz gepflanzte Luther-Eiche von ruchloser Hand abgesägt und der Stumpf vor die eine Kirchenthür, der Pfahl, welcher zur Stütze der jungen Eiche verwendet war, dagegen vor die andere Kirchenthür gesetzt.
— Wiederholt ist schon auf die traurigen Folgen der Unsitte, sich von Hunden küssen zu lassen, hingewiesen. Ein neues, warnendes Beispiel bietet eig. Pa4j.eut, der sich gegenwärtig im Jüdischen Krankenhause zu Berlin befindet und daselbst in der vergangenen Woche einer gefährlichen Operation unterzogen wurde behufs Entfernung eines Echt- nococcus (Hundebandwurm) der Leber. Dabei ist dem „8. T." zufolge eine Waschschüssel voll Echi- nococcus-Blasen entfernt worden. Trotz der Schwere des operativen Eingriffs befindet sich der Patient wohl, und es ist Aussicht vorhanden, daß derselbe dnrchkommen wird, »zumal er bereits vor acht Jahren schon einmal dieselbe Operation über- standen, welche der damalige chirurgische Director des Jüdischen Krankenhauses, Geheimer Rath v. Langenbeck, an ihm ausführte. Die Ursache dieser bedenklichen Erkrankung hat ihre direkte Erklärung durch das eigene Geständnis des Patienten gefunden, daß er in seiner Jugend gern mit einem Hunde gespielt hat und sich auch öfters von ihm küssen ließ.
— Aus Paris wird der „Voss. Ztg." gemeldet: Ein Frauenzimmer, Genuit, das kürzlich am hellen Tage einen jungen Arbeiter, die einzige Stütze seiner Mutter und Schwester, mit fünf Re- volverschüssen tödtete und dann kaltblütig erklärte, sie habe sich geirrt und einen Unbekannten statt ihres Mannes ermordet, über den sie sich zn beklagen hatte, wurde vom hiesigen Schwurgerichte freigesprochen. Das Urtheil erregt peinliches Aufsehen.
— Ueber eine großartige Heldenthat berichtet die russische Zeituug „Wiek". Am 12. Oktober