appenfeld nach Rehren, Reinemann von Morles nach Neukirchen, Kr. Hünfeld. Rhiel von Neustadt nach Breuna, Deisenroth von Neukirchen, Kr. Hünfeld, nachRaboldshausen. — Der ständische Wegebau-Aufseher Müller ist mit dem 1. OcL d. I. von Oberzell nach Fulda versetzt worden. Zu Wegebau-Aufsehern sind vom genannten Tage ab ernannt: Aspirant Seipel in Cassel und Aspirant Krieg in Oberzell.
* Aus Anlaß der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Provinz Hessen-Nassau erhielten ferner:
Den Königlichen Kronen-Orden zweiter Classe: von der Malsburg, Kammerherr auf Escheberg, Kreis Wolshagen, Dr. Nasse, Geheimer Medicinal- Rath und ordentlicher Professor an der Universität zu Marburg. Den Königlichen Kronen-Orden dritter Classe: von Deines, Gutsbesitzer zu Hanau, Kalb, Domdechant zu Fulda. Den Königlichen Kronen- Orden vierter Classe: Chuchul, Staatsanwalt zu Cassel, Ernst, Eisenbahn Güter-Expedirionsvorsteher zu Lasset, Gummel, Garnison-Bauinspector zu Cassel, Jordan, Rector der Stadtschule zu Roten- burg, von Kaisenberg, Rittergutspächter zu Bischoffshausen Kreis Witzenhausen, Kranz, Postmeister zu Witzenhausen, Kunold, Bürgermeister und Standesbeamter zu Wahlershausen, Kreis Cassel, Dr. Lahs außerordentlicher Professor an der Universität zu Marburg, Opper, Jnspector und Verwalter des Leih- und Pfandhauses zu Fulda, Sievers, Eisenbahn-Verkehrs-Controleur zu Cassel, Weiß, AmtSrath zu Burghasungen, Zie- mann, Proviantmeister zu Cassel; den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohen- zollern: Großcurth, Cantor an der lutherischen Kirche zu Cassel, Knüll, Hauptlehrer an der Stadtschule zu Windecken, Kreis Hanau; sowie das Allgemeine Ehrenzeichen: Dehmer, ständischer Wegewärter zu Orb, Kreis Gelnhausen, Dörrbecker, Postpackmeisler zu Cassel, Engel, Gerichtsdiener beim Landgericht zu Marburg, Gatterdamm, Fußgensdarm zu Schweinsberg, Kreis Kirchhain, Ger- lach, Bürgermeister zu Klosterhöfe, Kreis Schlüch- tern, Heurich, Bürgermeister zu Rommerz, Kreis Fulda, Hocke, Auszüger, Kastenmeister zu Zennern, Kreis Fritzlar, Kilian, Bollziehungsbeamter bei der Steuer- uud Forstcasse IV. zu Cassel, Meyer, Regierungsbote beim Ober-Präsidium zu Lasset, Paple, Locomotivführer zu Lasset, Pfingsten, Steueramtsdiener zu Carlshafen, Kreis Hofgeis- mar, Rübsam, ständischer Wegebauaufseher zu Niederhvue, Kreis Eschwege, Diuemmel Landwirth zu Ried, Kreis Gersseld, Schulidt, Fr. A., Postschaffner zu Lasset, Schott, Bürgermeister zu Bodes, Kreis Hünfeld, Sinning, Förster zu Messungen, Oberförsterei FelSberg, Spies, Gerichtsdiener beim Amtsgericht zu Naumburg, Sprenger, Bürgermeister zu Affoldern im Kreise der Eber, Stock, Bürgermeister zu Breitenborn, Kreis Gelnhausen, Stumme, Locomotivführer zu Cassel, Völker, Fuß- gendarm zu Frankenberg, Wagner, Bürgermeister zu Eschenstruth, Kreis Cassel, Wendlandt, Cassen- diener bei der Reichsbankstelle zu Cassel. Ferner ist dem Ober-Vorsteher des adligen Stifts Kauf- ungen, Bodo von Trott zu Solz zu Jmmenhausen, und dem Freiherrn Hugo von Dörnberg zu Lasset die Kammerherrnwürbe verliehen worden. Weiter hat Se. Majestät der König den Regierungs-Vice- Präsidenten von Brauchilsch zu Lasset zum Regie- rungs-Prästdenten, den Polizei-Director Albrecht zu Lasset zum Polizei-Präsidenten, den Landrath Freiherrn von Schroelter zu Hanau zum Geheimen RegierungSrath, den ordentlichen Professor Dr. Lieberkühn an der Universität zu Marburg zum Geheimen Medicinal-Raih, den Rechtsanwalt und Notar Rieß zu Lasset zum Justiz-Rath, den Wasser- Baumeister und MeliorationS-Lauinspector Schmidt zu Lasset zum Baurath, den Universilüts Casseu- rendanten und Quästor Dörffter zu Marburg, den Steuerempfänger Küch zu Hanau zu Rechnungs- Räthen, den Kreisphysikus des Stadtkreifes Lastet, Dr. Gießter zu Lastet, und den Kreisphysikus des Kreises Ziegenhain Dr. Nothnagel zu Treysa. zu Sanitäts-Rüthen zu ernennen geruht.
Treysa, 27. September. Gestern wurde auf dem Wege zwischen Frankenhain und Rommers- hausen (bei Treysa) ein Mann todt ausgefunden; Derselbe ist bekleidet mit einem stark abgetragenen Sommer-BuckSkinanzuge und einer schwarzseideuen Alütze. Seinem kurz geschorenen Haare nach scheint er aus einer Anstatt entlassen zu sein. Vertetzun- gen sind keine an ihm gefunden worden. Das Gericht zu Treysa hat den Befund ausgenommen, doch hat bis jetzt noch nicht festgestellt werden können, wer der Alaun ist und woher er kommt.
Meerholz, 26. September. Unter großer Be- Heiligung von Leidtragenden fand am Montag die Beerdigung der nach längerer Krankheit verstorbenen jungen Gräfin Brunhilde von Muburg- Büdingen-Meerholz dahier statt.
Helfa, 28. September. Gestern Abend trug
sich hier ein recht bedauerlicher Unglücksfall zu. Der Fuhrmann Weihe von hier fiel bei dem Ausladen von Kartoffelsäcken unter den Wagen; in demselben Augenblicke rannten die Pferde davon, so daß in Folge dessen dem Weihe ein Bein abgefahren wurde. Der Unglückliche wurde sofort in das Landkrankenhaus nach Bettenhausen gebracht.
Cassel, 29. Septbr. Zu dem gestern in Wiesbaden nach der Enthüllung des Niederwald-Denkmals stattgehabten Festdiner waren von Sr. Majestät dem Kaiser auch die Herren Landesdirector v. Hundelshausen, Landescreditkassendirector Dr. Haruier, Geh. Commerzienrath Henschel und Justizrath Dr. Weigel mit Einladungen beehrt worden.
Hofgeismar, 28. September. Herr Pfarrer Weiß'von Kerspenhausen, welcher die meisten Stimmen bei der hiesigen Pfarrerwahl erhalten hatte, ist als Pfarrer an der Altstädter Kirche von der Königlichen Regierung bestätigt worden.
Ierjährt!
Von Ewald August König.
(Fortsetzung.)
„Sie können mir nicht helfen", unterbrach der Fremde ihn, „bitte, melden Sie mich an, die Angelegenheit muß heute Abend noch erledigt werden."
Sie standen im Bureauzimmer, der Sekretair hatte feinen Hut auf das Schreibpult gelegt, gedankenvoll blickte er den Fremden an.
„Es ist schon spät", sagte er, ich stand im Begriff, das Bureau zu verlassen, indessen will ich versuchen, Ihren Wunsch zu erfüllen. Wen habe ich die Ehre, anzumelden?"
„Sagen Sie nur, ein Auswärtiger, der soeben mit dem Schnellzuge augekommen sei, lasse um eine Consultation bitten."
Der Schreiber wiegte das Haupt, als ob er an- deuten wolle, diese Geheimthuerei gefalle ihm nicht, aber er ging doch in das Cabinet seines Herrn, das neben dem Bureau lag und durch eine Thür mit diesem verbunden war.
Gleich Darauf stand der Fremde dem Advokat gegenüber, der ihn durch einen Wink einlud, Platz zu nehmen.
„Mein Schreiber sagte mir, es sei eine dringende Angelegenheit", nahm der Doctor das Wort, während er die goldene Brille dichter vor die Augen rückte, ich stehe zu Ihren Diensten, nur möchte ich Sie bitten, sich so kurz wie möglich zu fassen."
„Gestatten Sie mir zuvor, daß ich mich Ihnen Dorstelle", erwiderte der Jagere Herr, „Herbert Faber, vielleicht erinnern Sie sich dieses Namens;"
„Faber 3 Hm, ja wohl, Sie sind wohl ein Verwandter der jungen Dame, die meinen Kindern Musikunterricht giebt!"
Ein herber, schmerzlicher Zug umzucktedie Lippen Faber's.
„Nicht, daß ich wüßte", sagte er, ich stehe allein in der Welt, Familie habe ich nicht. Denken Sie einmal nach, Herr Doctor, vielleicht erinnern Sie sich einer dunklen Geschichte, die mit meinem Namen eng verbunden ist."
Der Advokat blickte ihn sinnend an und schüttelte
das Haupt.
„Eine dunkle Geschichte ?" wiederholte er. «Wann hat sie sich ereignete "
„Bor vierundzwanzig Jahren."
„Ah, damals war ich noch ein Knabe."
„So haben Sie meinen Namen gehört?"
„Das will ich nicht behaupten", erwiderte der Doktor, während er die Akten auf seinem Schreibtisch beiseite legte, „ich mag ihn derzeit gehört haben, aber ich erinnere mich dessen nicht mehr Wollen wir nun zu der betreffenden Angelegenheit
vor
übergehen?"
„Ich könnte diese Angelegenheit kurz in der Frage zusammenfassen: Ist ein Mord, der vor vierundzwanzig Jahren verübt wurde, heute vor dem Gesetz verjährt?"
„Ein Mord?" fragte der Advokat bestürzt.
„Vielleicht würden Sie, wenn Sie mich vor dem Gericht zu vertheidigen hätten, es anders nennen —"
„Sie selbst haben diesen Mord begangen?"
„Jawohl, vielleicht erinnern Sie sich jetzt jener Geschichte. Es war kein gemeines, entehrendes Verbrechen, ich würde es unter denselben Verhältnissen heute wohl noch einmal begehen."
Mit ernster Ruhe, ohne Leidenschaft hatte Faber diese Erklärung gegeben, und die Falten auf seiner Stirne, wie die tiefe Furche zwischen seinen buschigen Augenbrauneu ließen erkennen, daß er keine Reue über jene That empfand.
„Ehe ich Ihre Frage beantworte, muß ich Sie um nähere Mittheilung über jenes Verbrechen bitten", sagte der Doctor nach einer kurzen Pause.
„Sie sollen Alles ausführlich erfahren, von Ihrer Antwort hängt es ab, ob ich hier bleiben darf, oder ob ich genöthigt bin, mit dem nächsten Zuge wieder abzureisen. Wäre ich mir bewußt, daß ich eine Schuld zu sühnen habe, so würde ich freiwillig mich
dem Gericht überliefert haben, aber mein Gewissen macht mir keinen Vorwurf, und ich liebe die Frei« heit zu sehr, als daß ich mich mit dem Gedanken, mein Leben in einem Gefängniß beschließen zu sollen, befreunden könnte. So hören Sie denn, ich vertraue darauf, daß Sie mich ungehindert ziehen lassen werden, wenn Sie mich von Schuld und Sühne nicht freisprechen können. Ich bin der Sohn eines Beamten, ich wurde streng erzogen, mein braver, rechtschaffener Vater zeichnete mir mit scharfen Strichen den Weg vor, auf dem ich durch das Leben wandern sollte. Wie er auf seiner eigenen Ehre keinen Makel duldete, so sollte auch ich meine Ehre rein halten und lieber mein Leben für sie hingeben, als sie in den Staub treten lasten. Ich hatte mich dem Handelsstande gewidmet; während meiner Lehrzeit stellte ich meine Prinzipale sosehr zufrieden, daß sie mich baten, in ihrem Hause zu bleiben. Auf meinen Reisen, die ich für dieses Haus machen mußte, lernte ich eine junge Dame kennen, an die bald glühende Liebe mich fesselte. Sie war jung, schön und liebenswürdig, sie erwiderte meine Liebe, wenigstens glaubte ich es, ich empfing das Jawort und die Zustimmung ihrer Eltern und als nach einem Jahre mein Vater starb und mir ein kleines Vermögen hinterließ, beschloß ich, den eigenen Herd zu gründen. Die Zeiten waren diesem Vorhaben nicht günstig, in Paris war die Revolution ausgebrochen, in allen Staaten gährte es, aber ich dachte: dem Muthigen hilft Gott und ich führte meinen Vorsatz aus. Wir waren glücklich, trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse warf mein Geschäft so viel ab, daß wir sorgenfrei leben konnten, und meine Leonore wyr eine sorgsame Hausfrau und eine liebevolle Gattin. (F.f.)
Vermischtes.
— Ein glücklicher Unfall. Ein junger Mann in Frankfurt a. M., der in seinem Herzen Neigung zu einem schönen Mädchen verspürte, nahm die Gelegenheit wahr, der Angebeteten vor der elterlichen Wohnung ein Blumensträußchen zu verehren, den dieselbe auch dankbar annahm, nicht so aber der unbemerkt hinzugekommene Vater, der den ihm mißliebigen jungen Mann zornig packte und dermaßen die Stiege Hinunterwarf, daß er den rechten Arm brach. Das hatte der gestrenge Vater natürlich nicht gewollt. Er ließ den jungen Alaun in die Wohnung hinaufschaffen und durch einen Arzt verbinden. Als der Gipsverband fertig war, da waren auch der junge Mann und das Mädchen Braut und Bräutigam.
—Lübeck, 27. September. Die Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins beschloß, die große Liebesgabe von ca. 17 000 Mark der Gemeinde Alteneffen in der Rheinprovinz zuzuwenden.
— A g r a m, 28. September. In der vergangenen Nacht fanden hier zwei Mal Erderschütterungen statt.
— Ein Trauerspiel hinter den Coulissen hat sich nach dem „B. T." während der Aufführung von Ernst v. Wildenbruch's „Harold" am Mittwoch im Braunschweigischen Hoftheater zugetragen. Zwischen dem ersten und zweiten Acte, als der Vorhang herabgelassen, kam eine Schauspielerin, wahrscheinlich durch eine unrichtige Anbringung der Coulisseudecoration, zu Fall. Die Dame stieß einen Dchrei aus und ein Knabe von 11 Jahren, welcher als Statist mitzuwirken halte, erschrack dadurch so, daß er einen Herzschlag besam und todt aus dem Theater getragen werden mußte. In welcher Stimmung das Stück von der Schauspielerin zu Ende gespielt wurde, kaun man sich leicht denken.
— Die Franzosen fangen jetzt an Zukunftsmusik zu treiben. Ein Broschürenschreiber läßt einen Krieg mit Deutschland ausbrechen. Sofort mar- schiren 750,000 Franzosen nach Elsaß-Lothringen, schlagen die Deutschen in zwei Schlachten, erobern Straßburg und nöthigen Deutschland zum Frieden, zumal auch 500,000 Russen die Grenze zu überschreiten drohen. Die Franzosen sind aber großmüthig, sie nehmen nur Elsaß-Lothringen und 5 Milliarden Kriegskosten, zwingen jedoch Deutschland zur Abschaffung des Militärs. Solche Hexenmeister sind jetzt die Franzosen.
— (Auch ein Sturz.) Mann: „Denk' dir nur Frau, in Folge der Hitz' stürz' i dir gestern Abend, mitten im Saal in der Liederh . . . ." Frau: „Um Gotteswillen!" — Mann: „Ei'n ganzen Liter Bier auf einmal'nunter." — (Vetter aus Schwaben.)
UT^^WE^' Bestellungen auf das „Kreis- blatt" für den Kreis Hersfeld werden noch so .während von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Die Expedition.