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Tiefe sank und somit der letzte Beweis meines Verbrechens vernichtet war. Dann bestieg ich, neu gekräftigt, mein Pferd und ritt damit in die nächste Stadt. Dort tauschte ich das müde Thier gegen ein weniger werthvolles um, und so fort, bis ich endlich einen Hafen erreichte und daselbst ein Kauffahrteischiff fand, das nach Baltimore segelte und mich mitnahm."

„Vierzehn Tage waren über das blutige Ereig- niß weggegangen, das mich aus meiner Heimath vertrieben, als ich Baltimore erreichte. Dort sollte ich auch zuerst aus fremdem Munde die „Tragödie von Wolfsschlucht", so hieß nämlich meine Meuch- lerei mit Murdockson zu hören bekommen. Die Geschichte stand in allen Blättern. Ich trat in eine gewöhnliche Wirthsstnbe, weil ich dort sicher war, Niemanden von meines Gleichen zu begegnen, der mich etwa gekannt haben würde und hörte zu, wie tabakkanende Männer das Ereigniß in ver­schiedenen und jederzeit falschen Zusammenstellungen besprachen. Diese Gespräche boten ein lebhaftes Interesse für mich; zum Schlüsse erfuhr ich auch, daß der öffentliche Ankläger das Todesurtheil des Obersten Marmaduke Murduckson erwirkt hatte, denn es gab nur eine Stimme darüber, das Gry- phyn meuchlerisch ermordet worden war und Mar­maduke entflohen sei. Ich hörte, daß man mich begraben hatte, meine Leiche entsetzlich verstümmelt aufgefunden worden sei, kurz daß Alles genau so aufgelegt wurde, wie ich es geplant und erwartet hatte." (F. f.)

Vermischtes,

--Schweidnitz, 20. Juni. Das Weistritz- thal ist in Folge eines im Gebirge uiedergegaugenen Wolkenbruches überschwemmt. Mehrere Straßen von Schweidnitz stehen unter Wasser, ebenso mehrere Fabrik- und Mühlengrundstücke. Die Brücken über die untere Weistritz sind theilweise zerstört, die Kleimsche Fabrik ist zum Theil eingestürzt, eine Gärtnerei total vernichtet. Menschenverlust ist nicht zu beklagen, dagegen ist Vieh umgekommen. In Leutmanusdorf sind mehrere massive Häuser eingestürzt. Auch von Hansdorf wird Hochwasser gemeldet. Bei Freiburg ist die Polsnitz ausgetreten.

— Amsterdam, 20. Juni. Heute früh ist eine heftige Feuersbrunst auf der Werft der König­lichen Marine ausgebrochen. Das Feuer theilte

Öeffentliche Bekanntmachung,

Zu Nr. 23 unseres Handelsregisters ist der nachfolgende Eintrag gemacht worden:

Nach Anzeige vom 14. Juni 1883 ist die Firma Conrad Hahl in Willingshain erloschen Niederaula, den 19. Juni 1883. Königliches Amtsgericht

Plumps.

Verpachtung einer Lehmgrube.

Mittwoch den 27. Juni

Nachmittags 5 Uhr

soll im Büreau der Oberförsterei die im Distrikt Himbrerdelle unmittel­bar an der Hersfeld—Friedewalder Straße unweit Sorga gelegene 0,331 ha große Flächerur Lehm- gewinnung und Mauerst^ in- vrennen auf 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Hersfeld, am 18. Juni 1883.

Der Königliche Oberförster Aumann.

Man Wechsel BajtoWolMollars

kauft und verkauft

Hermann Altenbnrg, Auswanderungs-Haupt-Agent in Hersfeld.

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sich alsbald den beiden Kriegsschiffen „Doggersbank" und „Kortenaer" mit, von denen das erstere durch den Einsturz der Werftmauern zerstört wurde. Der Schaden wird auf 3 bis 4 Millionen Francs geschätzt, über die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt. Der Marineminister sowie Ver­treter der übrigen Behörden waren auf der Brand­stätte erschienen. Drei Personen sollen verwundet, ein Feuerwehrmann umgekommen sein.

— Von einem neuen Verbrechen a la Frances- coni und Sobbe wird aus Ajaccio berichtet. Das­selbe wurde an dem Briefträger Lecia in einem dortigen Gasthofe verübt. Der Briefträger erhielt auf dem Hinterkopse eine sehr gefährliche Wunde mit einem eisernen Instrumente, das am Thatorte nicht vorgefunden wurde. Die Geldtasche fehlt. Dem Thäter gelang es, zu entkommen. Der Brief­träger ist bewußtlos und kann keinerlei Angaben machen.

— Amerikanisches. In einigen County- blättern des amerikanischen Westens fand sich vor .Kurzem eine Anzeige, in welcher in pomphaftem Reklamestil „billigste Nähmaschine der Welt" zum allerdings erstaunlich billigen Preise von 1 Mk. offerirt wurde. Gar manche brave Farmersfrau, die auf den offenkundigen Schwindel hereingefallen, erhielt von dem inferiruiden „Fabrikanten"eine Nähnadel zugesandt. — In Nevada-City, einen vornehmlich von Goldsuchern, Spielern und andern Abenteurern bewohntes Städtchen im Staate gleichen Namens, betrat neulich ein durch seine Rauflust bekannter und gefürchteter Ninaldo eine Schank- stube, zog seinen Revolver und rief: „Ich möchte Einen erschießen oder selbst erschossen werden." Dem Manne konnte sofort geholfen werden, denn bereits am nächsten Nachmittag fand seinBegräb- niß statt. — In Dakota meldete sich vor Kurzem bei einer Postexpreßcompagnie^eine rüstige Frau als — Fuhrmann. „Können Sie denn auch mit Mauleseln umgehen?" sragte der Posthalter. Ein halb stolzes, halb verächtliches Lächeln umspielte die noch vollen Lippen, als sie antwortete: „Pah! Wenn man wie ich schon dreimal verheirathet war. . . , Der Posthalter ließ die Frau nicht ausreden, er engagirte sie sofort.

., — Zwei Schiffe. Zwei Schiffe begegnen sich in der Nordsee auf Hörweite und reden sich durchs Sprachrohr folgendermaßen au:

A « L JE 1 & E S.

Hamburg-Amerikanische Packetsahrt-Actieu-Eesetlschaft.

Direkte Post Dampffchifffahrt (177)

HAMBURG-AMERIKA

Nach NEW-YORK regelmäßig zwei Mal wöchentlich jeden Mittwoch und jeden Sonntag, Morgens. Durch Passage nach allen Plätzen der Vereinigten Staate n.

Auskunft wegen Fracht und Passage ertheilt der General­bevollmächtigte

Anglist Holten, Win. Miller’s Nächst. Hamburg Admiralilälslr. 33 34,

sowie die General-Agenten Gebr. Alsberg in Cassel und Agent Herr SSerm. Altenbnrg in Hersfeld.

Die Dampfschiffe des Norddeutschen Lloyd in Bremen fahren regelmäßig Mitt wachs und Sonntags nach

S m er ik o, ^daffagierverträge schließen ab: ^ie General-Agentur des Worddeutschen Lloyd Chr. Emil Derschow

Frankfurt a. M., und dessen Agenten:

6- " Hassenpflug, Breitenbach.

J. A. Adam, Friedewald.

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Cavendisch und Ladytwist wollte hiermit in empfehlende Erinne­rung bringen, ich verkaufe Cigarren von 6 Stück zu 10 Pfg. an bis zn

„Wo summst du her?"

„Von Hull."

„Watt hest du loden?"

„Wull!"

„Wie is de Fracht?"

„Vull!"

,Mie heit dat Schipp?"

„John Bull."

„Un de Kapiteln?"

„Krull."

Da schreit der Fragesteller wüthend zurück: „Minsch, du büst wull dull?"

— (Giftige Brautkränze.) Wie aus Würzburg mitgetheilt wird, erwiesen sich sämmtliche aus einigen dortigen Kaufläden vom Magistrat behufs chemischer Unter« suchung entnommenen Brautkränze als arsenikhaltig. Der Magistrat hat die Acten der Staatsanwaltschaft zur weiteren Behandlung übergeben.

— Wilmersdorf. (Alte Liebe rostet nicht!) hier feierte dieser Tage der 64 Jahre alte Büdner W. Gerisch mit seiner 54 Sommer zählenden Braut nach 22 Jahre währendem Brautstande, nach Hinwegräumung verschiedener Ehehindernisse, die Hochzeit. Etwa 150 Personen betheiligten sich bei der Hochzeitsseier.

— AusThüringen. Dieser Tage wurden auf dem Bahnhöfe Wolfsgefährt in einem Eisenbahnzuge einem fünf Monate alten Kinde beim Zumachen der Coupethür zwei Finger abgequetscht. Die Schuld trägt die eigene Mutter, die nicht darauf geachtet hatte, daß daS Kind, welches sie auf dem Arme trug, mit den Händchen in die Thürecken gegriffen hatte. Wie oft ist schon durch Unachtsamkeit der­artiges Unglück vorgekommen.

— G e r a , 14. Juni. Ein interessanter Fall wurde heute vor dem hiesigen Schwurgericht verhandelt. Im Winter lernte ein junger Mann aus Apolda ein hübsches Mädchen aus einem Ball daselbst kennen. Er begleitete dasMädchen nach Hause und wurde unterwegs zudringlicher, als es die Gesetze der Ritterlichkeit und Galanterie gestatten, denn seine Begleiterin mußte um Hilfe rufen, die ihr auch ward. Es wurde von dem Vorfall Anzeige erstattet. Indessen hatte das junge Mädchen einen tiefen Eindruck auf das Herz des jungen Mannes gemacht, er näherte sich ihr wieder, wurde auch wieder zu Gnaden angenommen und führte vor Kurzem das junge Mädchen als seine Gattin heim. Aber über dem jungen Ehepaar schwebte die verhängniß« volle Anklage auf Grund des §. 176 des Strafgesetzbuchs, die bekanntlich, nachdem ein förmlicher Antrag bei Gericht gestellt worden, nicht mehr zurückgezogen werden kann. So erscheint denn heute der junge Ehemann aus Apolda seiner jungen Frau (die Letztere als Zeugin) vor den Ge­schworenen ! Der Vertheidiger plaidirte mit Feuer um mildernde Umstände und so kam denn der junge Mann, der mit seinem jungen Weibchen in glücklichster Ehe lebt, mit dreimonatlicher Hast davon, die ihm vielleicht der Großherzog von Weimar auch noch erläßt.

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