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DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar« mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

.Kreis Herskelg.

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haben, da das Kreis- blatt dre größte Ver­breitung im hiesigen Kreise hat, sichern Erfolg, und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Die Expedition.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, den 21. Juni 1883.

In Schentlengsfeld wird eine vierte Schulstelle gegründet. Bewerber um dieselbe haben ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der nöthigen Sitten- und Befähignngs-Zeugnisse bei dem König­lichen Localschulinspector, Herrn Pfarrer Wacker- barth daselbst oder dem unterzeichneten König­lichen Landrathe binnen 14 Tagen einzureichen.

8051. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 21. Juni 1883.

Für

1) Helene Gesing geboren am 7. Dezember 1864, 2) Karl Gesing geboren am 17. Januar 1868, beide aus Hersfeld, ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

8072. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Der Steckbrief hinter dem Maler Adolf- bow aus Schwerin vom 13. November 1882 ist durch Ergreifung erledigt.

Kassel, den 19. Juni 1883.

Der Erste Staatsanwalt.

Im Auftrage: Ehuchul.

#Amerika, Du hast es besser."

So lauge ist dieses Goethesche Wort nachge­sprochen worden, daß dasselbe noch heute, wo von den nordamerikanischen Verhältnissen der Goethe- scheu Zeit so gut wie 3li$t§ übrig geblieben ist, weiten Kreisen der deutschen Gesellschaft für eine Art Evangelium galt. Erleben wir doch täglich, daß dieselben liberalen und manchesterlichen Blätter, deren New - Imker Korrespondenten von der fort­dauernden Zunahme und Verschärfung des Gegen­satzes zwischen Arm und Reich und von den Aus­wüchsen des unbeschränkten freien Wettbewerbes berichten, daß diese Blätter in ihren Leitar­tikeln die Mustergiltigkeit der nordamerikanischen Institutionen preisen und einer gewissen Sehnsucht nach denselben Ausdruck geben. Goethe beschränkte sich darauf, den Bürgern der neuen Welt dazu Glück zu wünschen, daß siezu lebendiger Zeit" Nichts von verfallenen Schlössern und von unnützen Erinnern an überlebte Streitigkeiten wüßten unsere modernen Staatsweisen wissen dagegen, daß die große Republik des Westens für alle Zukunft gegen die Gefahren gesichert sei, welche die Cultur und das Wirthschaftsleben der alten Welt be­drohen. Wer hätte nicht zu hundert Malen ge­hört und gelesen, daß es in der großenArbeiter- Republik" jenseits des Atlantischen Oceans keine Arbeiterfrage, keine in Betracht kommende sociali­stische Bewegung, keinenMilitarismus", keinen feindlichen Gegensatz zwischen Besitzenden und Be­sitzlosen giebt und daß diewahrhaft freiheitlichen Staatseinrichtungen" der Union den glücklichen Nord-Amerikanern die Beschäftigung mit der So-: cialreform und mitstaatssocialistischen Versuchen

ein für alle Mal erspart hätten.In Amerika," so wird dem deutschen Volke vorgepredigt,be­schränkt der Staat sich darauf, für Sicherheit des Lebens und des Eigenthums zu sorgen Alles Uebrige überläßt er seinen Bürgern. Keine Be­vormundung, keine gewaltsame Beglückung, keine Einmischung in private Verhältnisse, keine Besorg- niß davor, daß die Bäume in den Himmel wachsen könnten und siehe da Alles geht vortrefflich! Wer Hände und Füße zu regen weiß, wer intelli­gent und unternehmend ist, kommt vorwärts, auch wenn er ohne Capital anfängt. Giebt es ein Mal eine Krisis, so erwartet Niemand, daß der Staat sich darum kümmere man wartet ruhig ab, daß die Zeiten sich wieder bessern und regelmäßig ist nach kurzer Frist Alles wieder in Ordnung. Je­dermann weiß, daß er selbst seines Glückes Schmied ist, daß er nur auf sich selbst zu rechnen hat und daß diewahren" Bedingungen zum Vorwärts­kommen, freie Bewegung und vollständige staats­bürgerliche Gleichheit, überreichlich vorhanden sind. Das einzigeMonopol", das der Staat in An­spruch nimmt, ist die Post, alles Uebrige bleibt der freien Concurrenz überlasten, von Staatsbahnen, staatlich regulirten Tarifen u. s. w. ist nicht die Rede und dennoch besitzt Amerika ein Verkehrs­wesen, wie es nirgend in der alten Welt zu finden ist. Gleicher Freiheit erfreuen sich die Grundeigen- thums-Verhältnisse, deren Vertheilung so glücklich beschaffen ist, daß es in dem größten Theil des Landes wederjLatifundienbesitzer noch Zwergwerthe giebt und daß jeder fleißige Landbauer es mit der Zeit zum Farmer bringen kann! Auf allen diesen Gebieten des Wirthschaftslebens hat das Princip der freien Concurrenz sich glänzend bewährt und in ihrer Weise mustergiltige Zustände geschaffen. Ja!Amerika, Du haft es besser!"

So wird von denjenigen geurtheilt, welche die nordamerikanischen Verhältnisse aus der Ferne sehen und ihre Vorstellungen zum einen Theil aus Schilderungen einer vergangenen Zeit, zum andern aus Berichten schöpfen, die es mit gewissen be­schränkten Kreisen zu thun haben. Was sachkun­dige Amerikaner und jenseits des Oceans wirklich heimisch gewordene fremde Beobachter erzählen, stellt die Dinge dagegen in einem ganz anderm Lichte dar. Da heißt es, daß die Gefahren des Klastenkampfs und unversöhnlicher gesellschaftlicher Gegensätze nirgend im raschern Vorschreiten be­griffen seien als in den Vereinigten Staaten. Be­weise dafür, daß gerade die auf den Grundsatz der freien Concurrenz gegründete Volkswirthschaft schwere Gefahren in ihrem Schoße birgt, und daß politische Freiheit und Gleichheit nichts weniger als die gleiche wirthschaftliche Freiheit und den socialen Frieden erzeugen, sollen gerade von den Vereinigten Staaten in deutlichster Weise geliefert worden sein. Die Voraussetzungen für die Ent­wickelung socialistischer Erscheinungen so ur­theilen unbefangene Zeugen sind in Nordame­rika in ganz besonders hohem Grade vorhanden, weil hier wie anderwärts, wo die freie Concurrenz den ganzen Verkehr beherrscht, die endlichen Folgen aufs grellste hervortreten: nämlich schrankenlose Freiheit und Macht des sich mehr und mehr in einzelnen Händen concentrirenden Kapitals auf der einen Seite, Abhängigkeit und Unfreiheit der besitz­losen Klassen auf der anderen Seite. Die Repu­blik an sich schützt dieselben hiervor nicht. Im Gegentheil werdest da, wo keine starke Regierung den Ausschreitungen des Kapitals Schranken setzt, die nur auf ihre Hände angewiesenen Klassen der wirthschaftlichen Unfreiheit weit aussichtsloser und unbedingter überliefert werden, als in den mo­narchischen Staaten mit starker, auf die Erhaltung eines gewissen Gleichgewichts bedachter Verwaltung. Geht es in der bisherigen Weise nur noch eine Weile fort, so wird der Socialismus jenseit des Weltmeeres zu einer Großmacht geworden sein und zwischen Besitzenden und Besitzlosen ein Krieg ausbrechen, dem die Staatsgewalt ohnmächtig und wehrlos zusteht.

Zu den herkömmlichen Vorstellungen steht diese Anschauung in so ausgesprochenem Gegensatz, daß sie bis auf Weiteres nur Kopfschütteln erregt. Wir werden den Versuch machen, dieselbe an der Hand von Thatsachen zu begründen, deren schließ- liche Beurtheilung dem Leser überlassen bleiben mag.

PofitifcQ^jiacQricQten.

Das Befinden des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck soll sich, wie dasD. T" hört, seit einigen Tagen wieder verschlechtert haben, so daß der Fürst von neuem genöthigt war, das Zimmer zu hüten, welches er bei dem schönen Wetter der letz­ten Zeit täglich oft mehrere Male verließ, um Spaziergänge im Garten zu machen. Wahrschein­lich hat der Witterungsumschlag an dem erneuten Unwohlsein des Reichskanzlers schuld.

Unmittelbar nach dem Schluß der Landtags- sesion wird sich der Minister des Innern v. Putt- k a m e r nach der Eifel begeben, um von den dorti­gen Zuständen persönlich Kenntniß zu nehmen.

AusWien wird vom 20.Juni gemeldet: Die Donau ist hier im Steigen begriffen; aus Böhmen und Mähren laufen besorgnißerregende Nachrich­ten über den Wafferstand ein.

Nach Meldungen aus Zanzibar haben die Fran­zosen die beiden hauptsächlichsten Zollstellen und alle Wege, welche^nach der Hauptstadt der Howas führen, besetzt. Sie werden nicht weiter vorgehen, sondern erwarten die Unterwerfung der Howas, welch? nach ihrer Ansicht nicht fern sein kann.

Admiral Pierre meldet in einem Telegramm aus Tamatave (Madagaskar) vom 13. d. Mts., er habe, nachdem seine Aufforderung zur Ueber- gabe zurückgewiesen, Tamatave, Mohambo und Tanarino ohne Verluste an Truppen besetzt. Seine Stellung sei eine feste, die Howas hätten die Flucht ergriffen und die Hauptaktion dürfe damit als beendet angesehen werden. Ueber die besetzten Ge­biete habe er gleichzeitig den Belagerungszustand verhängt.

Aus Tunis, 19. Juni, wird gemeldet: Von Gassa und Tebeffa wurden Infanterie-, Kavallerie- und Artillerie-Abtheilungen gegen einen Marabut geschickt, welcher im südwestlichsten Tunesien den heiligen Krieg predigt und schon zahlreiche An­hänger gewonnen hat.

Nach einer offiziellen Meldung ist General Gurko zum General-Gouverneur von Warschau und zum Kommandirenden der Truppen des Warschauer Militärbezirks ernannt worden.

Die nordamerikanische Kriegs marine hat den Ersparungstendenzen des Repräsentantenhauses gegenüber einen schweren Stand. Der Kongreß mißt dem Marinebudget die Einnahmen so spärlich zu, daß letzteren den an dasselbe herantretenden Forderungen schlechterdings nicht mehr gewachsen ist. Man hat deshalb die Aufgabe einer ganzen Anzahl von Dockanlagen beschlossen. Es sollen die Flotienetavlissemenls von New-London (Connec­ticut), Laegue Island, Washington und Philadel­phia eingehell, letztere beiden nur eventuell, falls nämlich Der Kongreß es ablehnen sollte, die Mittel zu bewilligen, welche erforderlich sein würden, um aus dem Etablissement in Philadelphia eine Werft für den Bau eiserner Schiffe, und aus dem Dock in Washington ein Arsenal für Marinezwecke zu machen.

Aus Leres wird gemeldet: Von 17 Mitgliedern derSchwarzen Hand", welche der Ermordung Blankos angeklagt waren, wurden sieben zum Tode, acht zu Zwangsarbeiten verurtheilt.

Einer Meldung desFremdenblatt" aus Skutari zufolge hätten die Anführer der meisten aufstän­dischen Stämme Hafiz Pascha ihre Unterwerfung angeboten und dürfte damit der Aufstand als be­endet gelten. _____

Aus H-ffen-Naffau.

Hersfeld, 22.Juni. In der am 18. d.Mts. staUgefundenen Sitzung der Strafkammer König-