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Nr. 59.

Dienstag den 19. Juni 1883.

für den

DasKreisblatt" erscheint wöchent« ich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.

.Kreis Arsfeld

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar» mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho» lung entsprechender Rabatt gewährt.

Amtliches.

Durch Allerhöchste Verordnung vom 21. Mai er. ist dem Vereine für ben Bau einer katholischen Kirche im Gartenfelde zu Mainz die Erlaubniß ertheilt worden, Loose zu der von ihm Behufs Be­schaffung von Geldmitteln zum Kirchenbau unter« nommenen Ausspielung von Brillanten, Gold, Sil­ber-, Industrie- und Knnstgegenständen innerhalb der Provinz Hessen Nassau abzusetzen.

Kassel den 6. Juni 1883.

König!iche Regierung, Abtheilung des Innern.

Die amtlichen Mittheilungen aus den Jahresbe­richten der mit Beaufsichtigung der Fabriken betrau­ten Beamten für das Jahr 1882 sind der Verlags- buchhandlung von Fr.K o r t k a m p f zu Berlin, w, Lützowstraße 61, wie in früheren Jahren wiederum in Lerlag gegeben worden.

Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 25. Juli v. I. A. II. 7252 (Amtsblatt Nr. 34 S. 146/82) wird bemerkt, daß der Preis der bis zum Erscheinen des Jahrgangs 1882 von Behörden oder Corporationen direct bei der Buchhandlung bestellten Exemplare dieses Jahrganges 15 Pfg. für den Druckbogen beträgt, die aufznnehmeuden Tabellen dagegen mit einem Aufschlage von 5 Pf. für den vollen oder angefangenen Druckbogen be­rechnet werden. Die amtlichen Mittheilungen können entweder geheftet oder in Leinwand gebunden unter Berechnung von 60 Pf. für den Einband bezogen werden.

Gleichzeitig bestellte Exemplare der bis jetzt er­schienenen sechs Jahrgänge, sofern die letzteren sämmtlich entnommen werden, ist die genannte Buchhandlung bereit, zu wesentlich ermäßigten Preisen (geheftet für 45 Mk., gebunden für 50 Mk.) zu liefern.

Kassel den 8. Juni 1883.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Zur Vornahme der 2ten Prüfung der Aspiran­ten für den einjährig freiwilligen Militärdienst des Jahres 1883 ist als Anfangstermin der 22. Au­gust 1883 festgesetzt worden.

Diejenigen jungen Leute, welche au dieser Prüfung Theil nehmen wollen, haben ihr deshalbiges Ge­such spätestens bis zum 1. August 1883 bei der unterzeichneten Commission einzureichen und in demselben anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen sie geprüft zu sein wünschen.

Dem bezüglichen Gesuche sind beiznfügen:

1) ein Geburtszeugniß,

2) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vor­mundes mit der Erklärung über die Bereit­willigkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen,

3) ein Unbescholtenheits-Zengniß, welches für Zög­linge von höheren Schulen (Gymnasien, Real- Gymnasien, Progymnasien, Realschulen und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit des Wohnorts oder ihre Vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist und 4) ein von dem Candidaten selbst geschriebener Lebenslauf.

Die unter 1 bis 3 genannten Atteste müssen im Original eingereicht werden.

Kassel den 26. Mai 1883.

Königliche P r ü f u n g s-Co m m i ss i o u für Einjährig-Freiwillige.

Kreis Herösele.

Hersfeld, den 16. Juni 1883.

Die Herren Ortsvorstände zu:

Alleudorf, Biengartes, Eichhof, Eitra, Fried­los, Gersdorf, Kathus, Kirchheim, Kleba, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Mengshausen, Oberrode, Petersberg, Reilos, Rohrbach, Roß­bach, Sorga, Tann, Untergeis, Wilhelmshos, Friedewald, Gelhsemane, Heringen, Lamperts- seld, Landershausen, Leimbach, Motzfeld,

Philippsthal, Röhrigshof, Unterneurode, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wölfers- hausen

werden hierdurch an die Erledigung meiner Ver­fügung vom 24. Mai 1883 Nr. 3534 im Kreis­blatt Nr. 49, die Beschaffung der empfohlenen Instruktion für Straßen- und Obstbaumwärter von Dr. Ed. Lucas betreffend, mit Frist bis zum 21. d. Mts Nachmittags 2 Uhr bei Mei- dung der Zusendung eines Strasboten erinnert.

3534. Der Königliche Landrath

_______Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 16. Juni 1883.

Die Herren Bürgermeister zu:

Alleudorf, Eitra, Heenes, Kalkobes, Kathus, Kleba, Reilos, Reimboldshausen, Roßbach, Tann, Bengendorf, Gethsemane, Kleinensee, Philippsthal, Röhrigshof und schenklengsfeld werden hierdurch an Erledigung meiner Verfügung vom 11. ö. Mts. Nr. 7437 im Kreisblatt Nr. 56, die sich in der Provinz Westfalen aufhaltenden Personen betreffend, mit Frist bis zum 21. d. Mts. N a ch m i t t a g s 2 U h r bei Meldung der Zusendung eines Strasboten erinnert.

7437. Der Königliche Landrath ___ Freiherr von Broich.

Hersseld, den 16. Juni 1883.

Die Herren Ortsvorstände zu:

Alleudorf, Biengartes, Eichhof, Eitra, Fried­los, .Gittersdorf, Goßmannsrode, Heenes, Kathus, Kleba, Kohlyausen, Meisebach, Mengs- Hausen, Niederaula, Obergeis, Oberrode, Pe­tersberg, Reilos, Reimboldshausen, Rohrbach, Roßbach, Tann, Untergeis, Unterhaun, Wil­helmshof, Wippershain, Beugendorf, Conrode, Gethsemane, Heringen, Kleinensee, Lamperts- seld, Leimbach, Philippsthal, Röhrigshof, Un­terneurode, Wehrshausen und Widdershausen werden hierdurch au die Erledigung meiner Ver­fügung vom 5. Juni 1883 Nr. 7244 im Kreis­blatt Nr. 54, den Bedarf an Separat-Abdrücken der einschlägigen Vorschriften für die Feuerwehr­mannschaften betreffend, mit Frist bis zum 21. d. MtS. Nachmittags 2 Uhr bei Meidung der Znsendung eines Strasboten erinnert.

7244. Der Königliche Landrath

Freiherr von B r o i ch.

Hersfeld, den 16. Juni 1883.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 6. d. Alts. Nr. 7257 im Sireisblatt Nr. 54 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Werra-Brücke bei Philippsthal nunmehr wieder mit Fuhrwerk passirt werden kann. 7707. Der Königliche Landrath

. .... Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 16. Juni 1883.

Für den am 26. Januar 1865 geborenen Conrad Koch zu Uuterweisenborn ist um Entlassung aus dem diesseitigen <staatsverbande behufs Aus­wanderung nach Amerika nachgesucht worden.

7671. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

# Der Schluß der Reichstagssefflou

ist am 12. d. M. erfolgt. Der Befriedigung über die erzielten Resultate kann es keinen Abbruch be­reiten, daß die Organe der fortschrittlichen Session die Früchte dieser langen und mühevollen Arbeit der öffentlichen Meinung nach Möglichkeit herab- zusetzen nnd der Welt einzureden versuchen, daß nichts Wesentliches erreicht worden sei. Dieses Mal stehen die Thatsachen zu den Phrasen in so ausgesprochenem Gegensatz, daß das deutsche Volk genau weiß, woran es ist und daß Täuschungen aber Werth und Bedentung des Erreichten ausge­schlossen erscheinen.

Erreicht ist zunächst die Herstellung einer festen Grundlage für die große socialpolitische Reform, welche in der kaiserlichen Botschaft vom 17. No­vember 1881 angekündigt worden war. Diese Grund­

lage besteht in dem Zustandekommen des Gesetzes über die Krankenversicherung, dem die oppositionellen Parteien mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mit­teln Widerstand geleistet haben. Durch Annahme des Grundsatzes des Versicherungszwanges ist den Versuchen, die Arbeiterversicherung zu einer Privat- angelegenheit der Betheiligten zu machen, ein für alle Male ein Ende bereitet und in aller Form an­erkannt worden, daß die Fürsorge für erkrankte gewerbliche Arbeiter eine Staatsangelegenheit bil­det. Von den Consequenzen dieses Beschluffes werden auch diejenigen nicht mehr loskommen können, die mit den Abgeordneten Bamberger und Richter der Meinung sind, daß der Staat keine anderen socialpolitischen Aufgaben als dieje­nigen einer verbesserten und erweiterten Armen­pflege zu lösen habe. Diese Auffassung wird bei den bevorstehenden Berathungen über die Unfall­versicherung überhaupt nicht mehr in Betracht kommen, sondern auf der gewonnenen festen und ; soliden Basis beharrlich weiter gebaut werden i können.

Erreicht ist ferner, daß der Reichstag sich bei seinem Wiederznsammentritt der Arbeit für die socialpolitische Reform mit ungetheilten Kräften wird widmen können. Die Klagen über Ueberbür- dung und über unerträgliche Hast der Arbeit sind für die Dauer der nächsten Session im Voraus beseitigt, nachdem die Feststellung des Staatshaus­halts für das Jahr 1884 zum Abschluß gelangt [ und freie Bahn für die fernere Thätigkeit der Vertretung des deutschen Volks geschafft worden ' ist. Darauf wird um so größeres Gewicht gelegt werden müssen, als die oppositionellen Parteien der Berathung des Budgets für 1884 einen gera­dezu verzweifelten Widerstand geleistet und durch den auf Plenarberathung der gesammten Vorlage gerichteten Beschluß ihr Möglichstes gethan hatten, um die in der Kaiserlichen Botschaft ausgesprochene Absicht der Regierung zu kreuzen.

Weiter ist erreicht worden, daß die Gewerbe- Ordnung eine Gestalt gewonnen hat, wie sie den Wünschen des seßhaften, wahrhaft produktiven Theils des deutschen Gewerbestandes entspricht. Es ist einestheils den Auswüchsen des Wander- gewerbes gesteuert, anderentheils darauf hinge­wirkt worden, daß eine Anzahl wichtiger in das Volksleben tief einschneidender und ein gewisses Maß von öffentlichem Vertrauen erheischender Thätigkeiten nicht mehr von Leuten geübt wird, welche aus dem Mißbrauch des ihnen geschenkten Vertrauens ein Gewerbe machen.

Endlich und darauf wird das Hauptgewicht zu legen sein ist durch die That bewiesen wor­den, daß der Druck der hinter der Regierung ste- henden öffentlichen Meinung ungleich stärker ge­wesen ist, als die Widerstandsfähigkeit der fort­schrittlichen Opposition. Man hat sich zur Berathung des Budgets für das Jahr 1884 ent­schließen müssen, weil man einsah, daß die von der Kaiserlichen Botschaft ausgesprochene Forderung, daß für eine gründliche Durchberathung des Un- fallversicherungsgesetzes Zeit und Raum geschaffen werde, von der ungeheuren Mehrheit der Nation getheilt werde und daß eine Ablehnung derselben zum moralischen Bankerott des gesammten Fort- schrittlerthumS Hütte führen können. Der sodann angestellte Versuch zur Verzögerung der zweiten Budgetberarhnng scheiterte an der nämlichen Rück­sicht, an der nämlichen Besorgniß vor einem Ver- dammungsnrtheil des Volkes. Durch den Aus- gang der Berathungen über das Budget für 1883 ; war man zu gründlich darüber belehrt worden, daß mit den gegen die Militärverwaltung gerich­teten Angriffen bei den Wählern Nichts auszurichten sei, als daß man die Aufführung desselben wider- : wärtigen Stücks sofort wieder hätte unternehmen dürfen. Auch die verbissenstet' Oppositionsmänner mußten sich schließlich darein ergeben, dieses Mal den Kürzeren zu ziehen und dem unvermeidlich j Gewordenen zu gehorchen.

Gegenüber Resultaten von so großem polttffchen