Einzelbild herunterladen
 

Nr. 57.

Donnerstag den 14. Juni 1883.

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg, pro Quartal.

für den

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar» mondzeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet und wird bei Wiederho« lung entsprechender Rabatt gewährt.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Bekanntmachung.

Vom 1. Juli d. I. ab können bis auf Weiteres die Zinsscheine sämmtlicher Preußischer Staats- schuldverschrcibungen außer bei der Staatsschulden- Tilgungskasse, den Regierungs- und Bezirkshaupt­kassen, der Kreiskasse in Frankfurt am Main und den betreffenden Kassen der direkten und indirekten Steuerverwaltung, auch bei der hiesigen Reichs­bankhauptkasse, bei sämmtlichen innerhalb und außerhalb des Preußischen Staatsgebietes belegenen Neichsbankhauptstellen und Reichsbankstellen sowie bei den Reichsbankkommanditen in Cöslin und Jnsterburg zur Einlösung gebracht werden.

Die Zinsscheine sind zu dem Zwecke, nach den einzelnen Schuldgattungen und Werthabschnitten geordnet, der Einlösungsstelle mit einem Verzeichniß vorzulegen, welches die Stückzahl und den Be­trag für jeden Werthabschnitt angiebt, aufge­rechnet ist und des Einlösenden Namen und Woh­nung ersichtlich macht.

Berlin, den 16. Mai 1883.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez. Sydow. Hering. Merleker. Michelly. I. 884.

* * *

Hersfeld, den 24. Mai 1883.

Wird veröffentlicht.

6742. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n B r o i ch. ' Hersfeld, den 12. Juni 1883.

Wie im vergangenen Jahre, so sind auch kürzlich wieder auf Grund der meinerseits mit der Kreis­standschaft und dem landwirthschaftlichen Verein hiesigen Kreises bekanntlich zwecks Hebung der Rindviehzucht gepflogenen Verhandlungen Seitens der von besagtem Verein hierzu gewählteu Com­mission, bestehend aus dem Director desselben Herrn Bippart (Hermannshof) und aus den Herrn Reinhardt (Landershausen) sowie Grenzebach (Niederaula) 8 Stück junge Bullen Franken-Scheinfelder Schlag angekauft wor­den und befinden sich dieselben einstweilen bei dem Herrn Bippart zu Hermannshof in Stallung.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises erhalten hiermit die Weisung, dieses schon jetzt in den Ge­meinden öffentlich bekannt machen zu lassen, damit die betreffenden Reflectanten die Bullen vor dem in der nächsten General-Versammlung des Kreis­vereins bestimmt werdenden Verkaufstermine even­tuell in Besichtigung nehmen können.

7493. Der Königliche Landrath

Freiherr von B r o sich.

...... Cassel, den 10. Juni 1883.

Der PosthülfsboteJulius Victor Fahrenfeld von Bremen ist seit dem 7. d. Mts. flüchtig, nach­dem er, soweit bis jetzt ermittelt, amtliche Gelder im Betrage von M. 110,00 unterschlagen hat.

Unter Mittheilung des nachfolgenden Signale­ments des Fahrenfeld ersuche ich das Königliche Landrathsamt ergebenst, auf den Genannten zu fahnden, ihn im Betretungssalle zu verhaften und vom Geschehenen mich zu benachrichtigen.

Signalement des Fahrenfeld: Alter: 19 Jahre,

Größe: 1,70 w, Statur: schlank, Haare: blond, ... . . ,

Augen: grau, Gesichtsbildung: länglich, Gesichts- rineverwaltung und des Reichskriegvheerev von der farbe: gebräunt, Mund: gewöhnlich, (ohne Bari.) Tagesordnung abzusetzen und ihre Erledigung bis .... _ _________, ,

^leibmm. dunkelarauer Anma schwarzer Filzhut zum Winter hinauszuschieben, der wird sich dessen äußeren informatorischen Charakter geben; eingehende Be-

" sreuen, daß alle diese Anschläge der Opposition Wertungen zur Vorlage beh^

ÄÄÄ »B5«

setzende Majorität es durchzusetzen gewußt hat, in Vorgehen dcr Regierung noch nicht gekommen gewesen, man dem richtig verstandenen Sinne der Kaiserlichen hätte die Verhandlungen noch weiter fortsetzen muffen. Botschaft die Etatsberathuug ohne weiteren Auf- Man wisse nicht, ob mit den Bestimmungen dieses Gesetzes schon teils rinn Abschluß in brinaen. die organische Revision der Maigesetze als vollzogen angesehen

' Ar Tminn 5 hieraus M bestellt wurde Das jetzige Gesetz trage nicht den großen Charakter

Der Gewinn, der sich hieraus ergleor, oeiietil in bcm bet Cupurkamps begonnen sei, es wäre nicht nur in der Wahrnehmung, daß 0\ Volko- vielmehr nur das Product geheimräthlicher maigesetzlicher Vertretung das Bestreben gezeigt hat, dem Herzens- Düftelei. Er nehme an, daß die Regierung mit der Vor. Wunsch unseres Kaisers Achtung zu erweisen, auch läge einen Akt zum Frieden mit der katholischen Kirche zu

mit breiter Krämpe, Stiefeletten.

Der Kaiserliche Ober-Postdireclor. zur Linde. An das Kgl. Landrathsamt in Hersseld. 11869,

*

Hersfeld, den 12. Juni 1883. ,

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Kö­niglichen Gendarmerie des Kreises zur Kenntniß- nahme und Fahndung nach dem rc. Fahrenfeld

mitgetheilt. 7491.

Der ^önißlidje Landrath Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 12. Juni 1883. nicht allein in der jetzt gesicherten Möglichkeit, im Für den am 25. März 1865 geborenen Adam I Winter auf socialpolitischem Gebiete wichtige Auf- Schmidt aus Mecklar ist um Entlassung aus gaben zu lösen, ohne daß der Reichstag hieran dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswan- durch die Etatberathung verhindert wird, sondern

derung nach Amerika nachgesucht worden.

7536. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Bekanntmachung.

An der Fuldabrücke zu Hemmen werden zur Zeit größere Reparaturarbeiten vorgenommen. Um den Verkehr daselbst nicht vollständig zu unter­brechen, ist seitens der Baubehörde Anordnung ge­troffen worden, daß die Brücke den Tag über durch Fuhrwerke passirt werden kann. Da es jedoch sehr bedenklich ist, bei Nacht die in Reparatur befind­liche Brücke von Fahrzeugen passiren zu lassen, so erscheint es geboten, dieselbe zur Nachtzeit abzu- sperren.

Die Brücke kann daher vom 14. bis 24. Juni d. J. von Vormittags 6 Uhr bis Abends 7 Uhr von Fahrzeugen passirt werden, bleibt aber über Nacht für den Verkehr abgeschlossen.

Lauterbach, den 9. Juni 1883.

Groß h. Kreisamt Lauterbach: Schön seid.

Jmshausen, den 8. Juni 1883.

Der Verbandstag der Darlehnkaffen-Vereine des Hessen - Kasselschen Verbandes (System Raiffeisen) findet Donnerstag den 28. d. Mts. Morgens 11 Uhr in Bebra, Hotel Schlüter, statt.

Gegenstand der Tagesordnung:

1) Mittheilungen über den Vereinstag der länd­lichen Genossenschaften zu Bonn am 4. Juni.

2) Berichterstattung über die Aufstellung von Normalstatuten.

3) Anschluß der Vereine an die Anwaltschaft in Neuwied.

4) Heranziehung der Vereine zur Gewerbesteuer.

5) Mittheilungen über die Geschäftsführung und die Entwickelung der Vereine.

6) Wahl des Vorstandes u. s. w pro 1883/84.

Der Verbandsdirektor Bodo Trott zu Solz.

Berichtigung.

In dem Ausschreiben Kgl. Landrathsamts da- hier vom 8. Juni c. Nr. 7105, abgedruckt im Kreisblatt Nr. 56, muß es in Zeile 5 von oben heißen:vom 30. Dezember 1822" und nicht wie aus Versehen angegeben vom 30. Dezember 1882.

# Die Etatberathung im Reichstage.

Wenn man sich die Anstrengungen vergegenwär­tigt, welche die rabicalc Opposition seit Erlaß der Kaiserlichen Botschaft vom 14. April gegen die Berathung des Etats für 1884 85 aufgewandt hat, wenn man weiter eingedenk ist des außerge­wöhnlichen Beschlusses, mit welchem die erste Lesung endete, des Beschlusses auf Commissions- beralhung des gesammlen Etats, ein Beschluß, der zum Mindesten das Mißvetstäudniß erregen konnte, als ob die Majorität mit der Fortschritts­partei eines Sinnes sei, und wenn man nun schließlich noch in Betracht zieht, daß bei der zwei­ten Berathung am Donnerstag und Freitag der letzte Versuch gemacht wurde, die Etats der Ma-

durch die Etatberathung verhindert wird, sondern namentlich auch in der Art und Weise, wie die gegenwärtige Berathung des Etats sich abwickelt.

Herr Richter meint, die gegenwärtige Etatsbe­rathung sei ein Muster dafür, wie eine solche nicht sein soll. Wir meinen, gerade das Gegen­theil ist der Fall, und wir sind sicher, für unsere Anschauungen in den weitesten Kreisen Zustimmung zu finden. Wenn sonst die Budgetdebatte mehr und mehr eine bedauerliche agitatorische Färbung bekam und zu einer Erörterung aller sensationellen, mit dem Etat in keiner directen Verbindung stehen­den Tagesfragen wurde, wenn namentlich die letzte Budgetdebatte im Januar und Februar einen Charak­ter annahm, der bei allen nüchternen und besonnenen Männern lebhaftes Bedauern und Kopfschütteln erregte, ja vielleicht eine gewisse Abneigung gegen diese parlamentarischen Eigenthümlichkeiten her- vorrief, so haben wir jetzt eine Debatte, welche frei von allen diesen Auswüchsen ist, eine ruhige sach­gemäße Erörterung, ohne die grundlosen Verdäch­tigungen und Anklagen, welche das politische Leben zu vergiften drohen. Die Opposition würde

sich mit der gegenwärtigen Wiederholung ihrer Anklagen aus dem Winter lächerlich machen, und darum schweigt sie. Nichts aber kann besser als dies beweisen, daß die von ihr ins Werk gesetzte gewöhnliche Art der Etatsberathung nur agitato­rische Zwecke verfolgt.

Wir überlassen es getrost dem Urtheil aller ein­sichtigen Männer, die das Wesen der Politik nicht in dem Skandal, nicht in der Verketzerung und nicht in der Erregung heftiger Leidenschaften suchen, darüber zu entscheiden, welche Art der Etatberathung mehr dem Wohle des Landes dient.

Es scheint so, als ob die Opposition den guten Eindruck der gegenwärtigen Art der Budgetdebatte fürchtet. Nur so ist es verständlich, daß sie der­selben den Makel anzuheften sucht, als ob durch dieselbe den verfassungsmäßigen Rechten des Landes zu nahe getreten würde. Dieser Vorwurf ist so grundlos, daß die Herren sich nicht einmal die Mühe geben, diese Behauptung zu beweisen. Der Reichstag hat die Pflicht den Etat für das nächste Jahr zu berathen; wenn er dies thut, so handelt er verfassungsmäßig. Diejenigen aber, welche die Berathung hinzuschleppen und zu verhindern ge­sucht haben, haben sich wenig um die Verfassung, noch weniger um die Kaiserliche Botschaft, dafür um so mehr um die Interessen ihrer Partei ge­kümmert, deren Weizen allerdings unter dem ver­trauensvollen Zusammenwirken der Regierung und der Majorität nie wird blühen können.

politische 4iadjnd)teii.

Zu der am Montag stattgefundenen Berathung des kirchen politischen Gesetzes hatten sich imAbge« o r d n e t e n h a u s e 14 Redner gemeldet, 12 gegen und 2 für die Vorlage, nämlich die Abgg. Freiherr v. Zedlitz und Graf Limdurg-Stirum. Sämmtliche Mitglieder des Centrums, der Nationalliberalen und des Fortschritts hatten sich ali

Gegner angemeldet. Der Abg. Dr. Reichensperger-Olpe eröffnete die Diskussion, in regelmäßigen Pausen durch kräftige Zustimmungsrufe aus dem Centrum unterstützt. Nachdem noch der Abg. Frhr. v. Zedlitz für die Vorlage gesprochen, nahm der Abgeordnete Dr. Windthorst das Wort und beantragte die Verweisung an eine Kommission von 21 Mitgliedern; er will seinen Aeußerungen nur einen

die organische Revision der Maigesetze als vollzogen angesehen