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Beines und des Umstandes, daß David Lindsay selbst nur einen Arm gebrauchen konnte, noch größere Schwierigkeiten bot. Doch nichts destoweniger ge- lang auch dieses.

Als sie nun das Nothwendigste für ihre Ge­fährten gethan hatten, befestigten sie ein brennendes Licht in deren Nähe am Boden, welches der Kerzen- besitzer noch mit einem Papierschirme versah, den er an seinen, mittlerweile aus den Trümmern herausgeholten Regenschirme aufhing, um das Licht vor dem Verlöschen zu bewahren und gingen nun jeder mit einer Kerze versehen ein Stück voraus, um sich zu orientiren, wohin sie eigentlich gerathen waren und zu sehen ob irgend eine menschliche Wohnung in der Nähe zu finden sei. Leider hatte es nicht den Anschein darnach. Das Rauschen des Wassers diente ihnen als Wegweiser.

Wenn ich mich nicht irre" sagte Lindsay gelangen wir hier an den Fluß, über welchen der Postwagen mit der Fähre setzt."

Sie hatten kaum einige hundert Schritte zurück­gelegt, als es David einfiel daß es besser wäre, allein nach Hilfe Umschau zu halten und den Andern als Wache bei den schwer verletzten Mitreisenden zurückzulassen, auch deshalb damit derselbe David durch einen Pfiff oder Ruf zu der Unglücksstätte zurückleiten könnte, falls er in der Finsterniß den Rückweg nicht fände.

David eilte nun so rasch, als es ihm der schlechte Weg und die Finsterniß gestatteten an den Fluß, dessen nächste Nähe das immer gewaltiger werdende Rauschen verrieth.

Die Zeit wurde dem Wartenden nicht lange, denn er hatte beständig zu thun, das Blut von seiner Wange wegzuwischen, das trotz des fest um's Haupt gewundenen Taschentuches nicht auf­hören wollte zu fließen.

Mittlerwtile gelangte David an den Fluß. Sein Ortssinn hatte ihn nicht getäuscht, er stand an einer der fliegenden Brücken, die auf der Hinfahrt den Postwagen ausgenommen hatten. Der Fluß war nicht breit. Mit Hilfe der brennenden Kerze konnte er die Schiffsbrücke ganz deutlich ausnehmen, sie lag am jenseitigen Ufer. Auch das Häuschen des Bootsmannes, in dem ein Licht bräunte, sah er.

Dieser Umstand belebte seinen Muth von neuem und beide Hände vor den Mund haltend, rief er aus voller Kehle:Fährmann, Fährmann! Hoi, ho! steht auf, ein Unglück ist geschehen, kommt zu Hilfe!"

Doch der Fährmann, der die Post zur bestimmten Stunde erwartete und die übrige Zeit desto fester schlief, hörte ihn nicht. Daß diesmal der Post­wagen anstatt den langen Bogen um's Gebirge herum zu machen, senkrecht auf die Fährte zuge- fallen war, ahnte der Wackere auch nicht im Traume. Indessen setzte Lindsay seine Versuche fort, bey Gerechten aus dem Schlafe zu schreien. Nach einer Viertelstunde, in welcher er nichts unversucht ge­lassen, was die Aufmerksamkeit des Schlafenden erregen konnte und Steine an's Ufer geschleudert hatte, die fast die Hütte zu zertrümmern drohten, entschloß sich Lindsay im Interesse der armen Schwerverletzten das jenseitige Ufer schwimmend zu erreichen. Das Unternehmen war gerade nicht einladend. Als einziger Leitstern in der stockfinsteren kalten Nacht diente das Lämpchen des Boothäus- chens, der Fluß war nicht breit, aber sein Wasser reißend, dazu kam noch Davids gelähmter Arm, den er beim Schwimmen nicht gebrauchen konnte. Doch Lindsay der sein Leben schon mehr als ein­mal für Andere in die Schanze geschlagen hatte so jung er auch noch an Jahren war, zögerte und überlegte das alles keinen Augenblick, sondern

warf seine Kleider ab und vertraute sich den Fluthen^an.

Es währte nicht lange, so hatte der kühne Schwimmer das jenseitige Ufer erreicht und er­neuerte den Allarmruf in verstärktem Maße, welcher von drüben so vergeblich in die Lüfte erscholl.

Doch diesmal währte es nur wenige Augenblicke und der alte Bootsmann erschien bestürzt auf der Schwelle seines Häuschens.Was giebts, was giebts, sind die Wässer ausgetreten?!" rief er, noch halb im Schlafe, angstvollen Tones David zu.

Nichts von alledem, der Postwagen ist in die Tiefe gestürzt und hat seine Reisenden beinahe unter seinen Trümmern begraben. Pferde, Kutscher sind todt. Doch jetzt, guter Mann, lasset uns nicht mehr unnütz schwätzen. Nehmt euere Laterne und eilet mit mir an die Stätte des Unglücks. Nur vorerst borgt mir ein Hemd, Beinkleider und einen Kittel von Euch."

DDer alte Mann schleppte das Gewünschte in aller Eile und bereitwilligst herbei, weckte seine Tochter aus dem Schlafe, damit sie indessen ein Feuer in der Hütte anmache und so gut esanging, einige Lager für die Verwundeten zurecht mache.

Das junge Mädchen mochte ähnliches schon öfter gethan haben, denn sie zeigte, einmal erwacht keine allzugroße Verwunderung über die kurzen und be­stimmten Befehle ihres Vaters.

Am Flusse, wißt Ihr, Herr, da kommt Unglück häufig genug vor" erläuterte der Alle, nicht ahnend, daß David das Leben am Flusse so gut kannte, als er. Alsdann setzten die Beiden zu­sammen die Schiffsbrücke in Bewegung, was Lind- say's erstarrte Glieder wieder vollkommen erwärmte.

Habt Ihr keinen Gefährten, den wir mitnehmen könnten?" - fragte Lindsayich bin durch meinen linken Arm, den ich nicht recht gebrauchen kann, nicht ganz so stark, als sonst und einer der Reisenden ist hilflos und schwach wie ein Kind und der Andere"

Nein, Herr, ich habe Niemanden. Meine Tochter ^in gartet smaoer.- Mn laroiger und ich leben hier ganz allein. Auf zwei Meilen Grobschmied inVienna, Ga, beschlug unlängst ein im Umkreis finden Sie seine Seele und das Mad- Maulthier. Das Thier machte sich los und traf chen wollte ich daheim lassen, auf MB es Alles ^en ^eger uüt einem seiner Hinterbeine mit großer ordentlich vorberettete. Ein guter Schluck Brandy Gewalt an den Kopf. Einige Tage später fragte mit heißem Wasser und ein tüchtiges Herdfeuer den Besitzer, ob der Grobschmied

werden den Kranken die Beine fchon wieder zu- schweren Schaden genommen.Das läßt sich nicht rechtstecken. Uebrigens Herr, wer bei Nacht fowie ^en behaupten", entgegnete der Mann bekümmert, Ihr, den Fluß mir, und dir nichts durchkreuzt, a^ das Maulthier geht auf drei Beinen/' der hat schon noch ein gut Stuck Kraft in sich. ) _ Amerikanisch. In Massachusetts ist kürz-

Die Beiden hatten dav Ufer erreicht. Der Kerzen- H$ An Wirth, der einem Trunkenbolde Schnaps mann gab seit einer halben Stunde unablaßrg »erkauft hatte, zu einem Schadensersatz von Doll. Signale. Wie freute er sich, endlich zwei Stimmen ---- - .....

zurückantworten zu hören.

David und der Fährmann, jeder mit einer La­terne bewaffnet, erschienen wenige Minuten später an der Unglücksslätte, Davids erste Frage war, wie es dem Schwerverletzten gehe.Er röchelt entsetzlich und spricht garuichts mehr" antwortete an dessen Statt der zweite Patient, jener mit dem

gebrochenen Bein. .

Der Fährmann, David und der Herr mit der Wunde an der Schläfe, improvisirten eine Bahre aus den Trümmern des Wagens, legten Polster darüber, betteten den halb Entseelten darauf und trugen ihn über die Schiffsbrücke.

Der Kerzenmann hatte abermals die Wache, während David und der Fährmann den zweiten Patienten abholten. Der Kutscher war nicht mehr zum Vorschein gekommen, kein Zweifel, er war an irgend einem Felsriff hängen geblieben oder zer­schellt worden. Die Pferde, alle vier waren wirk­

lich mausetodt. Das Gepäck beschloß man liegen zu lassen und der Fährmann sollte es bei Tages­anbruch, wenn die Passagiere erst in Sicherheit ge­bracht waren, holen. Da jedoch der zweite Post­wagen auch diesen Weg passiren mußte, sollte zur Vorsicht die eine der Laternen dort ausgestellt bleiben, damit dieses eine Unglück nicht auch noch zu einem zweiten Veranlaßung gäbe. Eine Stunde später waren die Reisenden in der Hütte des Fähr­mannes untergebracht und der Alte hatte nicht ganz so unrecht gehabt: Das gute Herdfeuer und der Brandy mit heißem Wasser stärkten Ihnen wirklich behaglich die Glieder. (F. f.)

Vermischtes.

N e w y o r k, 25. April. Es werden nun Einzel­heiten über die Wirkungen des Wirbelsturmes in Mississippi und Georgia bekannt. Der erste Ort welchen der Wirbelsturm traf, war Georgtown, Mississippi, wo eben in einer Methodistenkirche Gottesdienst abgehalten wurde. Das Gebäude wurde förmlich niedergeblasen und dem Pastor wurde der Schädel zerschmettert. Die Kirchenbe- sucher warfen sich auf die Knie und verbargen sich unter den Betstühlen, welche sie vor duu nieder­stürzenden Dachgebälk schützten. Eine Person wurde trotzdem getödtet und drei verwundet. Der Sturm zerstörte auch die Negerkirche, wo gleichfalls Gottes­dienst gehalten wurde; es gab mehrere Todte und Verletzte. In Varnwell, County, Süd-Carolina, ritz der Orkan durch ein waldbewachsenes Sumpf­land einen 1000 Ellen breiten Streifen, und brach die Bäume so regelrecht nieder, als ob dort eine Straße hätte angelegt werden sollen. Die Neger­vorstadt von Aberdeen, Mississippi, wurde gleichfalls zerstört; fünf Personen büßten dabei ihr Leben ein und 25 trugen schwere Verletzungen davon.

Ein Vereingeg.'enEh elosigkeitwird sich, derMinuta"zufolge, in Petersburg constituiren. Viele der Gründer gehören den höheren Gesellschafts­

kreisen an. Die Hauptaufgabe des neuen Vereins wird darin bestehen, arme Bräute zu unterstützen.

(Ein harter Schädel.) Ein farbiger

7500 verurtheilt worden, well er dafür verantwort­lich sein soll, daß der Säufer später unter die

Räder einer Lokomotive gerieth.

Gefiederte Auswanderer. 54000 Stück Ka­narienvögel sind mit dem DampferDeerhound" nach der Westküste Amerikas abgegangen. Die Sänger sind dort sehr gesucht.

ff K i r ch h e i m, 4. Mai. Am 2. d. M. Nach- mitttags wollte der in der Wollspinnfabrik Weih­mühle beschäftigte Arbeiter Wilhelm Fälber von hier während die Maschine in Betrieb war, dieselbe reinigen, geriet!) aber hierbei unglücklicher­weise mit der linken Hand in dieselbe, und wurde ihm in Folge dessen die Hand vollständig zerquetscht. Der Unglückliche, welchem wegen dieser Verletzung der Unterarm amputirt werden mußte, starb kurz nach der Amputation. Derselbe hinterläßt Frau und 8 Kinder.

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