tust zu befürchten, alsbald durch zwei setnsk Mitglieder den Werth des Thieres feststellen zu lassen.
(Vergütungen.) Der Rechner erhält für sein» Mühewaltung eine von der Generalversammlung festzusetzende Vergütung. Die übrigen Vorstandsmitglieder versehen die Stellen als unbezahlte Ehrenämter und haben nur Ersatz ihrer baaren Auslagen zu beanspruchen. Es kann jedoch für die Besichtigung und Taxation des VieheS nach näherem Beschlusse der Generalversammlung für die Zeitversäumniß eine Vergütung gewährt werden.
Vereinsvorsteher.
(Verpflichtungen des Vereinsvorstehers.) §. 5. Der Vereinsvorsteher hat:
a) Die sämmtlichen Vereinsangelegenheiten zu leiten, in den Sitzungen des Vorstandes und der Generalversammlung den Vorsitz zu führen, die Protokollführer zu ernennen, und zu den Versammlungen die Einladungen, mit mindestens 3 Tagen Zwischenraum, in ortsüblicher Weise ergehen zu lassen. Nur in dringenden Fällen ist eine kürzere Frist gestattet.
b) Die Versicherungsanträge entgegen zu nehmen dieselben in 3 Tagen zu erledigen, die Ausnahmebescheinigungen bezw. Policen sowie die Correspondenzen und Bekanntmachungen für den Verein zu unterzeichnen.
e) Die Einnahme- und Ausgabe-Anweisungen für die Vereinskaste auszustellen, die Geschäftsführung des Rechners speciell zu beaufsichtigen, dessen Jahresrechnung vorzuprüfen und nach deren Abschließung durch den Vorstand mit seinen Bemerkungen dem Vorsitzenden des Rechnungsausschusses bis zum 1. Febr. vorzulegen.
d) In den regelmäßigen Jahresversammlungen, in welchen die Rechnung sammt den Belägen offen zu legen ist, über den Stand der Vereinsangelegenheiten übersichtlich zu berichten.
e) Die Ordnungsstrafen festzusetzen und aus pünktliche Einziehung derselben zu halten.
Vereinsrechner.
(Verpflichtungen des Rechners.) §. 6. Der Vereinsrechner hat nach den Beschlüssen des Vorstandes und unter Leitung des Vorstehers die Geschäftsführung des Vereins zu besorgen und dabei insbesondere:
a) Das Versicherungskataster sowie die sonstigen Listen und Bücher zu führen, die vom Vorsteher zu unterzeichneten Ausnahmebescheinigungen bezw. Policen aus- zufertigen und später zu berichtigen.
b) Die Einnahme und Ausgaben zu bewirken und den Kastenbestand, soweit er für die Zwecke des Vereins nicht nöthig ist, verzinslich derart anzulegen, daß sich niemals ein Bestand von mehr als 20 Mark in der Kasse vorfindet. Im Falle Überschüsse in der erwähnten Weise nicht rechtzeitig verzinslich angelegt werden, hat der Rechner dem Vereine die Zinsen zu vergüten.
c) Die Rechnung des vorhergehenden Jahres anzufenigen und dieselben sammt den dazu nöthigen gehefteten Belägen dem Vereinsvorsteher bis zum 20. Januar zu übergeben. Das Rechnungsjahr beginnt und schließt mit dem Kalenderjahre.
Rechnungsausschuß.
(Zusammensetzung u. Obliegenheiten.) §. 7. Der in der regelmäßigen Generalversammlung zu wählende RechnMAK- ausschuß besteht aus 3 Mitgliedern, wovon gleich betber Wahl ein Mitglied zum Vorsitzenden zu bestimmen ist. Derselbe hat die Aufgabe, die von dem Vorstände vorläufig festgestellte Rechnung .nachzuprüfen, auf diese Weise die bezüglichen Beschlüsse der Generalversammlung vorzubereiten und der letzteren über seine etwaigen Ausstellungen zu be. richten. Die Revision hat sich aus die gesummte Geschäftsführung auszudehnen
Versicherungsaufnghme u. Löschung.
(Zulässigkeit.) §. 8. Jedes Mitglied ist verpflichtet, seinen ganzen Bestand an Rindvieh zur Versicherung ausnehmen zu lasten. Von der Ausnahme sind indeß ausgeschlossen: tragendes Vieh in den letzten 2 Monaten. (Neuausnahme) Jungvieh unter 6 Monaten alt, Zuchtstiere, Vieh, welches nicht Eigenthum der Versicherten oder welches zum Handel bestimmt, oder welches nicht gesund ist, ferner das Vieh von größeren Brennereien und Brauereien wo ein öfterer Wechsel stattfindet, sowie auch neu angekauftes Vieh, welches aus Ställen kommt, oder in Ställen steht, in denen eine Säuche herrschte, insofern nach Aufhören der letzteren noch nicht ein voller Monat verflossen und der Stall noch nicht gehörig desinficirt worden ist. (Schluß folgt.)—
—Mittwo ch den 9. Maid. I., von 9 Uhr Bor- mittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 bis 90 Gestütpferde, bestehend aus Mutterstuten, vierjährigen Hengsten, Wallachen und Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche vierjährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 7. und 8. Mai von 7 bis 10 Uhr Morgens geritten und von 4 bis 6 Uhr Nachmittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.
Listen über die zum Verkauf kommenden Pferde werden am 25. April zum Versand 2c. fertig gestellt sein und auf Wunsch zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am 7., 8. und 9. Mai gesorgt sein.
Trakehnen am 8. März 1883.
Der Landstallmeister v. Dassel.
Politische Ikachrichtm.
Nach den nun endgültig festgesetzten Dispositionen wird die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden am Montag, den 16. April, mittelst Extrazuges erfolgen.
Der König von Württemberg war an einem sehr heftigen Katarrh nicht unerheblich erkrankt, jedoch lauten die neueren Nachrichten günstig und lassen eine baldige Wiederherstellung erwarten.
Der R e i ch s t a g hat eine Reihe von Sitzungen der Berathung der Gewerbeordnungsnovelle gewidmet, ohne bisher zum Schluß zu gelangen. Da bald die Freunde der Regierungsvorlage, bald die Gegner derselben bei der Abstimmung durch ganz geringfügige Verschiebungen der Majoritäten siegen, sind die bisherigen Ergebnisse nur zu einem Theile als brauchbar und günstig zu bezeichnen. Die Beschlüsse zweiter Lesung werden für die schließliche Gestaltung der Vorlage in keiner Weise als maßgebend erachtet werden können; zu hoffen ist. daß sich das Centrum noch etwas durch Mitglieder des jetzt versammelten bairischen Landtags für die dritte Lesung stärken wird, damit die vielen Beschlüsse, welche der Auffassung der Fortschrittspartei entsprechen, umgestoßen werden. Im Allgemeinen stimmen die Conservativen und das Centrum für die Vorlage, die Nationalliberalen haben sich auch in zahlreichen Fällen diesen Parteien angeschlossen, in anderen jedoch den fortschrittlichen Anträgen zum Siege verholfen.
In den Kommissionssitzungen wird nunmehr auch das Unfallversicherungsgesetz zur Berathung gelangen, allerdings zunächst nur in einer Generaldebatte, während die Specialberathungen erst nach der Erledigung des KrankenkassengesetzeS im Plenum des Reichstages in Aussicht genommen sind.
Das Abgeordnetenhaus wird am Montag 16. April seine Thätigkeit wieder aufnehmen und vorzugsweise mit der Berathung der Verwaltungsreformgesetze sich zu beschäftigen haben. Ob noch andere Entwürfe ihm vorgelegt werden sollen, darüber verlautet noch nichts Bestimmtes. Jedenfalls werden Abgeordnetenhaus und Reichstag eine Zeit lang jetzt nebeneinander tagen müssen und damit den praktischen Beweis liefern, daß dies bei ernstem Willen sich ganz gut bewerkstelligen läßt, ohne daß die eine Körperschaft mit der anderen in Kollision zu gerathen braucht.
Vielleicht in der Absicht, die öffentliche Aufmerksamkeit von der gefährdeten Stellung einzelner Mitglieder der Regierung und von dem Gegensatz abzulenkeu, in welchem der Kriegsminister zu einzelnen seiner Kollegen steht, hat die Pariser Presse sich während der letzten Woche vornehmlich mit Fragen der auswärtigen Politik beschäftigt. Die von den verschiedensten Seiten bestätigte Thatsache, daß Italien zu den beiden mitteleuropäischen Kaiserreichen in ein engeres Verhältniß getreten ist und daß die drei Staaten darüber einig sind, mit vereinten Kräften auf die Erhaltung des Friedens hinzuwirken und jeder Störung desselben geschlossen entgegenzutreten, hat gewissen französischen Politikern einen außerordentlich peinlichen Eindruck gemacht und zu thörichten Befürchtungen vor einer anti-französischen Liga Veranlassung geboten. Daß von einer solchen nicht entfernt die Rede ist, und daß ein Gegensatz zwischen Frankreich und den drei mitteleuropäischen Staaten nur von Frankreich selbst geschaffen werden könnte, ist von Rom, Wien und Berlin aus übereinstimmend bezeugt worden. Diese Auffassung hat der italienische Minister des Auswärtigen, Mancini, neuerdings (11. April) in der ausführlichen Rede bestätigt, welche er im Senate hielt, und in welcher er das „Einverständniß mit den centraleuropäischen Mächten" ausdrücklich als „Präventiv-Maßregel," die Wiederherstellung „normaler" Beziehungen zu der französischen Republik ausdrücklich als Wunsch der Regierung bezeichnete. — Anlangend die inneren Angelegenheiten Frankreichs ist heroorzuheben, daß der Ministerpräsident und Unterrichtsminister Ferry beschlossen hat, auf der Einführung des von dem Papste verbotenen Bert'schen Handbuchs „zur bürgerlichen Unterweisung" (d. h. zum Unterricht über die politischen Einrichtungen des Landes) zu bestehen, die gleichfalls beabsichtigt gewesene Einführung eines „konfessionslosen" Moral-Katechismus dagegen vorläufig auf sich beruhen zu lassen.
# Die Wahl in Osterode-Neidenburg.
Die Ersatzwahl in Osterode-Neidenburg wird von fortschrittlich-secessionistischer Seite als ziemlich bedeutungslos hingestellt, als ob man sich gar keine Hoffnungen aus die Eroberung dieses Wahlkreises gemacht hätte. Und doch war man auch bezüglich dieses Kreises so siegesgewiß wie möglich und versicherte noch wenige Tage vorher, daß der Wahlkreis von Herrn Rickert und Genossen in derselben Weise bearbeitet worden sei, wie Rügen-Franzbnrg von Herrn Richter.
Jetzt freilich wissen die Blätter gerade das Gegentheil zu erzählen: jetzt soll es mit einem Male die Bearbeitung von conservativer Seite gewesen sein, die „ganz unerhörte Dimensionen" angenommen, nirgends wären die Liberalen zu Worte gekommen, nur in Gilgenburg sei es ihnen gelungen, die Conservativen zu „widerlegen".
Wie wenig selbst diese eine „Widerlegung" genutzt hat, geht daraus hervor, daß in Gilgenburg
136 conservative und nur 79 fortschrittliche Wähler gestimmt haben. Ueberhaupt haben sämmtliche Städte des Kreises Osterode sehr erhebliche conservative Majoritäten gehabt, — nur in Liebemühl waren die Fortschrittler(136 gegen 61) imVorsprung.
Aber in einem Punkte haben die fortschrittlichen Klagen Recht: die conservative Organisation hat sich gegenüber dem fortschrittlich secessionistischen Ansturm bewährt. Seit der letzten Reichstagswahl hat die organisatorische Thätigkeit dort nicht nachgelassen, sondern angenommen. Im Kreise Osterode stimmten im Jahre 18813416 conservative Wähler (von im Ganzen 6602) und diesmal 5242 conservative von im Ganzen 8150. Die Gesammtzahl der Wählenden hat sich hier um 1548 vermehrt, die der conservativen um 1826. Im Kreise Nei- denburg ist allerdings die Zahl der Stimmenden (von 5501 in 1881 auf 5157, also um 344) zurückgegangen aber die Zahl der Conservativen hat sich trotzdem von 2776 auf 3333, also um 557 vermehrt.
Die Zahlen sprechen deutlich für die Zunahme der conservativen Strömung, wie für den Nutzen einer straffen Organisation. Das Zahlenergebniß aber daraus erklären wollen, daß der siegreiche Candidat gerade der deutschconservativen Fraction beitreten will, ist ebenso unzulässig, wie der Trost der Fortschrittspartei nur als eine Art Selbstbetrug characterisirt werden kann, wenn sie nämlich meint, daß bei Aufstellung eines der fortschrittlichen Richtung angehörenden Candidaten ein besseres Wahlresultat erzielt worden wäre, wie jetzt, wo nur ein Secessionist dem Conservativen gegenüber- trat. Die Wähler kümmern sich um die feinen Fractionsunterschiede gewiß nicht, in ihren Augen hat ein Secessionist ebenso viel oder so wenig Werth wie ein Fortschrittsmann, gerade wie auch im Reichstage diese beiden Fractionen wenig von einander zu unterscheiden sind. Dasselbe gilt von den beiden conservativen Fractionen des Reichstags und der Aufstellung bezüglicher Candidaten in Osterode- Neidenburg. Jedenfalls war die conservative ^Organisation daselbst früher nicht als ausschließlich freiconservativ zu betrachten, wo sie Herrn Becker (Neidenburg) wählte, wie sie auch jetzt nicht mit einem Mal rein deutschconservativ geworden sein kann. Die Rügener Wahl wurde von der fort» schrittlich - secessionistischen Presse iy einer Weise ausgebeutet, welche ihren Mißerfolg in Osterode- Neidenburg nur in so grellerem Licht erscheinen lägt. Jene Wahl wurde als ein „lehrreicher Triumph" gefeiert; ein „Strahl von Morgenröthe der Freiheit" erglänzte aus dem alten Pommerland, und „politisches Frühlingswehen" kam von dem schönen Ostseestrande: die Rügener Wahl war „ein Protest gegen das gegenwärtige Regierungssystem" und „ein Triumph der guten Sache so wie des geheimen Wahlrechts."
Das geheime Wahlrecht und die gute Sache haben die Fortschrittler jetzt also im Stich gelassen, die Sonne der Freiheit hat sich wieder zum Untergang gewandt, das politische Frühlingswehen hat Winter- ftürmen Platz gemacht. Wenn alle diese Güter für die Fortschrittspartei von einer einzigen Wahl abhängen, dann baut sie ihre Hoffnungen lediglich auf Sand und das Volk kommt dabei zu kurz. Die wahre Freiheit und die wahre Wohlfahrt deS Volkes wollen in heißerer Arbeit errungen werden, als durch eine Agitationsrede des Herrn Richter, die von augenblicklichem Erfolg gekrönt ist. Das Volk aber erkennt, daß die Conservativen in ernster Arbeit begriffen sind, ihm diese-Güter zu verschaffen und zu erhalten, und wo diese Erkenntniß durchgedrungen ist, helfen keine fortschrittlichen Freiheits- phrasen. Das ist es, was die Wahl in Osterode- Neidenburg beweist.
AuS Heffen-Naffa».
* HersfeId, 16. April. Der Jnspectur-Ver- weser Herr Pfarrer vr.Vial dahier ist zum Jnspec- tor der geistlichen Jnspectur Hersfeld ernannt worden.
* Der Hauptmann und Kompagnie-Chef im Hessischen Füsilier-Regiment Nr. 80 Georg von Apell und der Premier-Lieutenant der Landwehr-Cavallerie Regierungs-Assessor und Ländrathsamts-Verweser Wilhelm Freiherr Riedesel zu Eisettbach zu Gersfeld an der Rhön sind von Sr. Majestät dem König zu Ehrenrittern des Johannilerordens ernannt worden.
W i tz e n h a u s e n, 13. April. In der Nacht vom 9. bis 10. d. M. ist der Förster Hungerland von Hubenrobe auf eine ganz schreckliche Weise um's Leben gekommen. Auf der Rückkehr vom Walde nach Hause glitt er auf der Höhe eines Hohlweges aus und stürzte so unglücklich mit dem Kopf in einen gabelförmigen Ast, daß er das Genick brach und der Tod augenblicklich eingetreten sein muß. Der Verunglückte hinterläßt eine zahlreiche Familie.
R a u s ch e n b e r g, 12 April. Der hier wohnhafte Schmied D. machte vorgestern seinem Leben ein Ende dadurch, daß er sich den Hals bis auf