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auch die Wahl von Mitgliedern zum Landeseisen­bahnrath stattkand. Zu demselben wird bekannt­lich aus dem Regierungsbezirk Caffel ein Mitglied und ein Stellvertreter aus den Kreisen der Land- und Forstwirthschaft gewählt. Die Wahl fiel auf Herrn Obervorsteher v. Schutzbar genannt Milch- ling als Mitglied und Herrn Gutsbesitzer Loebbecke als Stellvertreter.

* Der Winter hat nicht blos bei uns eine noch­malige verspätete Einkehr gehalten. Von allen Seiten laufen Nachrichten über Schneefall und Frost ein. Aus S ch m i e d e b e r g im Riesengebirge wird geschrieben: Die Schlittenbahn am Orte und nach den Grenzbauten ist den ganzen Winter noch nicht so prachtvoll gewesen, wie gegenwärtig In Serajewo schneit es seit drei Tagen fortwäh­rend. Der Schnee ist auf den Dächern in unge­heuren Massen angesammelt, mehrere Häuser sind eingestürzt, viele Leute obdachlos, die Communi- cation in den Straßen ist mit den größten Schwierigkeiten verbunden. Aus Italien kommen Berichte über großen Schneefall. Auf der Insel Sardinien wurden die Telegraphendrähte von der Masse Schnee zerrissen. In Rom war diese Woche die Kuppel der Pelerskirche ganz mit Schnee be­deckt eine für die Römer seltene Erscheinung. In Frankreich und England hat es ebenfalls stark geschneit. In Paris lag am Donnerstag Morgen auf Straßen und Dächern eine dichte Schneedecke und der nachfolgende Frost überzog die Plätze und Straßen mit einer dicken Eiskruste. Auch im Süden von Frankreich hat es geschneit und in Cannes weiß man sich eines solchen Schneefalls, wie er am Mittwoch dort eingetreten, nicht zu entsinnen. In London, wo der Schneefall mehrere^ Tage an- hielt, wüthete gleichzeitig ein heftiger Sturm, der stellenweise verheerende Überschwemmungen und beträchtlichen Schaden anrichtete. So wurde in Withernsea, einem Seebadeorte, etwa 20 Meilen von Hull, ein Promenaden-Pier, der im Jahre 1878 mit einem Kostenaufwande von 14,000 Pfd. Sterl. erbaut worden, fast gänzlich zerstört.

* Vorsichtsmaßregeln zum Schutze der Geld­briefträger. Gestern Vormittag ist in allen Ber­liner Post-Revieren den Geldbriefträgern eine Ver­ordnung des Staatssekretärs Herrn Dr. Stephan vorgelesen worden, nach welcher die Geldbriefträger künftig in Hotels und Gasthäuser Geld nur im Zimmer eines Adressaten in Gegenwart des Zimmerkellners,des Hausknechts oder des Portiers aushändigen dürfen. Sollte die Anwesenheit eines solchen Dritten sich nicht bewirken lassen, so dürfen die Geldbriefträger in Hotels und Gasthäusern die Aushändigung von Geldbriefen und Geld auf Postanweisungen nur auf dem Korridor des Hotels oder Gasthauses vornehmen. Ferner ist bestimmt worden, daß bei Adressaten, welche in Chambres garnies wohnen, das Geld nur in Gegenwart des Zimmer-Vermiethers oder der Zimmer-Vermietherin ausgehäudigt wird. Diese Vorsichtsmaßregeln sind nach dem traurigen Ereigniß der letzten Tage doppelt zu billigen.

Lasset, 13. März. Bei dem gemeldeten Abhandenkommen einer Kuh aus dem Stalle ' eines Gärtners in der Unterneustadt handelt es sich nicht, wie man ursprünglich annehmen mußte, um einen Diebstahl, sondern wahrscheinlich um einen bösen Schabernak, indem Jemand in der Nacht die Stallthüre geöffnet hat, worauf die Kuh beim Morgengrauen den Stall verlassen hat und wohl- gcmuth in die Stadt getrabt ist, wohin dieselbe jeden Tag den Gemüsewagen zu ziehen gewohnt ist. Ein Bauer fing die Kuh am St. Martins- platz ein, so daß sie später ihrem rechtmäßigen Besitzer wieder zugeführt werden konnte.

Lasset, 16. März. Wie ans P r a g gemeldet wird, liegt dem dortigen Landesgerichte ein Gesuch um die Concurseröffnung über das Vermögendes derzeit in Paris weilenden Prinzen Heinrich von Hanau vor. Die Passiva erreichen an 800 000 Gulden, während zur Schnldzahlnng nur 70000 Gulden aus dem testamentarischen Erb theil vor­handen sind.

In Anbetracht des Umstandes, daß die Flüsse von Fischottern stark bewohnt sind, wird die Nachricht interessiren, daß vor Kurzem der Herr Minister Lucius für die Provinz Hessen - Nassau angeordnet hat, daß jagd- kundige Forstschutzbeamte auf Staatskosten nach Westfalen gesandt würden, um bei dem Otlernjäger Schmidt zur Schalksmühle die Otternjagd mit Hunden zu erlernen. Schmidt hat dieje seither in England bekannte Jagdart nach Deutschland verpflanzt. Das Resultat dieser Unterweisung ist ein günstiges gewesen; es wurden in den Neben- büchen der Fulda in sieben Tagen 13 Fischottern erlegt. Die von England bezogenen dressirten Hände sind brannroth, stichelhaarig und sehen den eng­lischen Schweißhunden ähnlich. Die Leipziger Jagdzeitung" stellt folgendes Exempel an: Rechnet

Betrages in dieser Art in Aussicht gestellt. Auch die preußische und sächsische Unterrichtsverwaltung wenden seit Jahren diesen Bestrebungen ihre ernste Beachtung zu. Unter diesen Umständen nehmen dieselben schon heute das öffentliche Interesse leb­haft in Anspruch, und dürfte es daher wohl gerecht­fertigt sein, auf diese zweifellos in stetem Zunehmen befindliche Bewegung näher einzugehen. Wir wollen uns für jetzt darauf beschränken, die diesen Bestrebungen zu Grunde liegenden Ideen in einigen Hauptzügen darzulegen und eine kurze historische Entwickelung der Sache voranzuschicken.

Schon seit Jahrhunderten haben hervorragende Volkserzieher es als eine Nothwendigkeit Hiuge- stellt, die Fertigkeiten des Menschen ebenso auszubilden, wie seinen Geist und Charakter. Dennoch ist diese Idee seither nur in beschränktem Maße, und zwar meist nur in geschlossenen^Erzieh- ungsanstalten zum Ausdruck gelangt. In den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts gelangten diese Bestrebungen jedoch im Norden Europas, und zwar in Dänemark und Schweden, zu größerer Bedeutung; indeß entsprangen sie nicht ein und derselben Quelle, sondern entwickelten sich daselbst zwar gleichzeitig, doch in sich unabhängig von ein­ander. In Dänemark war der Rittmeister v. Clauson-Kaas der Urheber der Handfertigkeitsbe- wegung; sie war dort vornehmlich und ursprünglich darauf gerichtet, den Landbewohner in den laugen Wintermonaten an das Haus zu fesseln und ihn hier mit Handarbeiten, die für Haus und Wirth­schaft von Nutzen sein können, zu beschäftigen. Es lag also die Absicht zu Grunde, den H a u s f l e i b zu fördern. Nach und nach entwickelte sich daraus jedoch eine erziehliche Richtung, so daß ClausonNaas als letztes Ziel die Einführung eines Hausflciß-Unterrichts in den Volksschulen hinstellte. Dies Ziel zu erreichen, ist ihm bei dem vielfachen Widerstände, den er fand, bislang jedoch nicht ge­lungen, vielmehr wird die Sache bis jetzt noch von einer Vereinsthätigkeit betrieben. Ueber die schwe­dischen Einrichtungen äußert sich die Denkschrift der preußischen Unterrichtsverwaltung über die Entwicklung der gewerblichen Fachschulen in Preußen während der Jahre 1879 80 auf Seite 13. wörtlich wie folgt:Die schwedischen Einrich­tungen sind den allgemeinen wirthschaftlichen Ver­hältnissen des Landes angepaßt und bezwecken we­sentlich, den Knaben in einer Lehrwerkstätte zum Fabrikarbeiter oder Handwerker vorzubilden, oder ihn zu befähigen, durch häuslichen Gewerbesteiß sich einen Nebenerwerb zu verschaffen oder bis zu einem gewissen Grade sein eignet und seiner nächsten weit zerstreut wohnenden Nachbarn Tisch­ler u. s. w. zu sein." Nächstdem sagt die Denk­schrift, daß man in Schweden mit diesem Haud- sertigkeits-Unterricht eine Uebung der Hand und des Auges anstrebe, welche Jedem und besonders dem zünftigen Gewerbetreibenden und Arbeiter, mag er später diese oder jene Beschäftigung wählen, nützlich sei. Ein solcher Handsertigkeits-Unterricht ist in Schweden dagegen schon in vielen hundert Volksschulen und auch in mehreren Seminaren eingeführt. Im Jahre 1876 war es Clauson- Kaas, der die Idee eines Handfertigkeits-Unterrichts in Deutschland, und zwar zunächst in Berlin, neu anregte und der dann durch sechswöchentliche Lehrer- curse in Emden und Dresden eine Anzahl von Lehrern practisch vorbildete. Auf diesem Wege trat seitdem eine größere Anzahl von sogenannten Arbeits-oder Handfertigkeitsschulen in Deutschland ins Leben. Im Jahre 1880 bildete sich auf An­regung des Stadtrath von Schenkendorff zu Görlitz ein Deutsches Central-Comite für Handfertigkeit und Hausfleiß, das heute zu Bremen unter dem Vorsitz des Schriftstellers A.LammerS seinen Vor­ort hat, und die von diesem redigirte Zeitschrift Nordwest" als Organ benutzt. Da die Mädchen einen für sie geeigneten Handsertigkeits-Unterricht bereits genießen, so sind die deutschen Bestrebungen dieser Art darauf gerichtet, einen für die Knaben paffenden Handsertigkeits-Unterricht einznführen. Die einzelnen Zweige desselben umfassen Modelliren in Thon, Tischlern Holzschnitzen, Bearbeiten der Pappe, Flechten, Drechseln, Bürstenbinden 2cv doch haben die einzelnen Schülern nicht alle diese Rich­tungen zugleich ausgenommen. Die Ziele, welche diese Schulen verfolgen, sind heute noch sehr ver­schiedene. Man kann sie eintheilen in solche, welche einen rein erziehlichen Zweck verfolgen und in solche, welche zugleich Nützlichkeitszwecke im Auge haben. Wir werden in zwei weiteren Ar­tikeln hierauf näher eingehen.

AnS Hessen-Nassau»

Hersfeld, 15. März^ In Frankfurt a. M« fand vorgestern die erste Sitzung des in Gemäßheit des Gesetzes vom 1. Juni 1882 gebildeten Bezirks­eisenbahnrathes für den Bezirk der Königlichen Eisenbahndirection Frankfurt a. M. statt, in welcher

man pro Tag nur 22| Pfd. Fische zu 50 Pf., so beträgt das Kostgeld täglich mindestens 1 Mark und jährlich 365 Mk. Mit den schlechten Fisch­sorten begnügt sich die Otter nicht, sondern sie zieht die wohlschmeckenden Tafelfische und die jün­geren Fische mit zarterem Fleisch vor. Am Ufer des Schloßteiches des Rittergutes Sapperde, Pro­vinz Sachsen, wurde ein Hecht gefunden, der von einer Fischotter ganz frisch dahin geschleppt war. Sie hatte nur ein Kilogramm verzehrt; dennoch wog der Hecht noch über 10 Kilogramm. Rechnet man für das Pfund Hecht nur 50 Pf., so reprä- sentirt dieses Ottern-Frühstück einen Werth von 10.50 Mark.

Fulda, 16. März. Heute Morgen fand vor der Strafkammer die Verhandlung gegen den Kirchendieb Peter Kern (Jakob Moos) statt. Er wurde zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren verurtheilt.

Eschersheim, 14. März. Zur Warnung für Eltern, kleine Kinder nicht ohne Aufsicht auf der Straße herumlaufen zu lassen, mag folgender Vorfall dienen. Gestern Nachmittag gerieth das 4 Jahre alte Kind eines hiesigen Ortseinwohners in die Nähe des vor ein Gefährt gespannten Pferdes. Das Thier war momentan ohne Beaufsichtigung an eine Seitenmauer der Dorfstraße in der Nähe der Heyer'schen Wirthschaft gestellt. Das Kind wurde von dem Pferde am Kopfe gefaßt und in die Höhe geschleudert. Als dasselbe zur Erde niederfiel, stampfte das Pferd mit den Vorder- füßen dergestalt auf das Kind, daß es bedeutende Verletzungen davon trug, und sicherlich getödtet worden wäre, wenn nicht rechtzeitig rettende Hände dasselbe aus dieser lebensgefährlichen Situation befreit hätten. Der Eigenthümer des Fuhrwerks wird sich demnächst vor Gericht wegen Fahrlässig­keit zu verantworten haben.

Vermischtes.

Carls ruhe, 16. März. Auf dem Schwarz­wald -haben so große, theilweise 2 bis 3 Meter hohe Schneefälle stattgefunden, daß der Eisenbahn­verkehrauf der Schwarzwaldbahn zwischen Triberg und Sommerau eingestellt werden mußte.

Fiume, 15. März. Der mit Steinkohlen für Venedig beladene und auf der Fahrt nach hier begriffene DreideckerDea" wurde von dem deutschen DampferPrinz Heinrich" sinkend und verlassen angetrvffeik und hierher bugsirt. Man hofft, die Dea" zu retten.

~ (Eine achtzig Pfund schwere Hagelschloße.) Sechs Teilen westlich von Salvia (Kansas) fiel am 15. August 1882 so berichtet dasSalvia Journal" eine achtzig Pfund schwere Hagelschloße nahe bei der Eisenbahn nieder. Ein Trupp Eisen­bahnarbeiter, der dort beschäftigt war, wurde Nach- mittags drei Uhr von einem fürchterlichen Hagel­wetter überrascht. Der Oberaufseher dieser Leute, Ellwood, erzählt, daß vier bis fünf Pfund schwere schtoßen fielen, welche nach Salvia zu noch weit stärker waren. An der stelle, wo man den achtzig Pfund schwören Eisblock vorfand, war der Erd­boden mit schtoßen bedeckt. Ellwood sammelte mehrere derselben, unter welchen einige, bei einem Durchmesser von vier Zoll, ein Fuß lang waren. Alan lud die Riesenschloßen auf einen Wagen und fuhr sie nach Saturn. W. J. Hugler, ein Kauf­mann aus Santa Fe erwarb die achtzig- Pfund schwere Schloße und stellte sie, von Sägemehl um­geben, wodurch sie vor dem Zerschmelzen geschützt wurde, in seinem Magazine auf.

Eine Nadelschluckeriu. Vor einigen Tagen wurde auf der Klinik des Pros-ssors Kovaes in Pest einem jungen, hübschen Mädchen eine Nadel aus dem Schlunde gezogen. Dieselbe har das Mädchen, wie es angab, vor zwei Monaten aus Unachtsamkeit verschluckt. Die Patientin wurde auch nach der Operation im Spital zurückbehalten, da sie fort­während über stechende Schmerzen im Leibe klagte. Vor­gestern fühlte sie sich so unwohl, daß sie ohnmächtig wurde. Der Arzt erinnerte sich der herausgezogenen Nadel und in der That zog er abermals drei Nadeln aus dem Leibe des Mädchens. Dieses fühlte sich nun sehr wohl und ge­stand reumüthig, die frühere Angabe sei unwahr gewesen. Sie habe sich erzählte sie nun in ihrem Heimalhs- orte in einen Burschen verliebt, der aber nichts von ihr wissen mochte. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an eine Zigeunerin, dle ihr rieth, sie möge drei Nadeln schlucken und das Herz des Geliebten werde sich ihr zuwenden. So that denn auch die Unglückliche und in Folge dessen kam sie aus die Klinik. Als man ihr eine Nadel herausgezogen hatte, überfiel sie die Furcht, der Zauber werde nicht wirken, da sie nur zwei Nadeln im Leibe habe; sie wußte sich noch eine zu verschaffen und schluckte diese. Die Aermste soll noch weiter auf der Klinik bleiben, da der Arzt glaubt, sie stehe so sehr unter dem Banne ihres Aberglaubens, daß sie bei nächster Gelegenheit wieder Nadeln verschlucken werde.

Weizen 100 Kilogr. 18 M. 45 Pf. bis 18 M. 50 Pf. Roggen 100 Kilogr. 14 M. 60 Pf. bis M- Pf. Gerste 100 Kilogr. M. Pf. bis M. Pf. Hafer 100 Kilogr. 12 M. _ Pf. bis 13 M. Pf.