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Sonnabend den 27. Januar 1^

für den

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstal­ten koinmt der Postaufschlag hinzu.

Kreis ^ersfefo.

Bekanntmachungen aller Art »erde» ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

ÄnMches.

Nach Beschluß des Bundesraths findet auch für das Jahr 1882 und zwar in der zweiten Hälfte des Februar d. J. eine Ermittelung des Erndte- ertrages statt, welche den Zweck verfolgt, durch direkte Umfrage möglichst zuverlässige Angaben über die 1882 wirklich geerndteteMenge auBvden- prvduktcu zu gewinnen. Wir sprachen bei den gleichen Aufnahmen in den jüngst verflossenen Fahren die Hoffnung aus, daß sachkundige Männer, namentlich Mitglieder der landwirthschaftlichen Vereine, sich bereit finden würden, durch ihre Er­fahrung und Ortskenntniß die angeordneten Er­mittelungen zu fördern und auf einen möglichst hohen Grad der Zuverlässigkeit zn erheben. Dieses Vertrauen ist nicht getäuscht worden und können wir daher mit Sicherheit erwarten, daß auch bei den diesjährigen Erndteermittelungen Mitglieder der gedachten Vereine, sonstige erfahrene Land­wirthe und ansässige Ortseinwohner in den bez. Schätzungs-Commissionen thatkräftig mitwirken werden. Cassel den 8. Januar 1883.

Königliche Regierung. Abtheilung des Innern.

Kreis Hersfelv.

Hersfeld, den 27. Januar 1883.

Die Herrn Ortsvorstände 2c. zu

Eitra, Kalkobes, Kathns, Kohlhausen, Meck- bach, Mecklar, Mengshausen, Obergeis, Ober- haun, Reimboldshausen, Rohrbach, Wob jv.- rode, Tann, Ausbach, Bengendorf, Gethsemane, Hersa, Kleinensee, Leimbach, Motzferd, Oöer- lengsfeld, Ransbach, Röhrigshof und Wüst- feld

werden hierdurch an die sofortige Einsendung der beiden Exemplare des Orts bog en s über die am 10 Januar 1883 stattgehabte Viehzählung, mit Frist bis spätestens zum 30. d. M. Nachmittags 2 Uhr bei Meldung der Zusen­dung eines istrafboten, erinnert.

15474. Der Königliche Landrath

Freiherr von B r o i ch.

Hersfeld, den 25. .Januar 1883.

Der Landschaftsgärtner Magnus Lecker von hier, 33 Jahre alt, ist heute als Fischerei-Aufseher für das Laichschonrevier in der Fulda vom Eich- höfer Wehr bis zur Hospitalsfurth verpflichtet worden.

1033. Der Königliche Landrath

Freiherr von Lroich.

Berlin, den 8. Juli 1882. Warnung.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie- Komtor, Lotterie-Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie- Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klassen-Lotterie und An­theilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit über­steigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Anteilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich ausbe­dingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Gewinnzahlung.

Vielfache gerichtliche Verurthciluugen von LooS- autheilscheiwVerkäufern haben herauSgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, in­dem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder endlich inbem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerfam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen.-Lotteric- Direkt." und

die gedruckte UnterschriftKönigl. Preuß. Gene» ral-Lotterie-Direktion" tragen.

Zur. Unterscheidung zwischen den sich alsLotte­rie-Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als Lotterie-Einnahme" oderLotterie-Komtor" be­zeichnenden Privat-Verkäufern von Loosen einer­seits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie- Einnahmen" oderKönigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche General-Lotterie-Direktion. Dammas. Lilien that.__ Bedingungen

. unter denen Kranke in die Krankenabtheilung des Diakonissenhauses zu Treysa ausgenommen werden.

1) Von der Aufnahme sind alle Kranken ausge­schlossen, welche an Krätze, geschlechtlichen, chronischen und unheilbaren Krankheiten leiden, sowie Geistesgestörte;

2) Der Pflegesatz für unbemittelte Kranke be­trägt täglich

für Erwachsene 0,75 Mark

für Kinder 0,50 Mark

für bemittelte Kranke werden die Pflegesätze nach Verhältniß erhöht.

3) Der gewöhnliche Pflegesatz Unn für arme Kranke auf Grund eines von dem betreffen­den Ortsgeistlichen oder der Gemeindebehörde ausgestellten Armuthszeugnisses ermäßigt wer­den, ebenso kann armen Gemeinden für die Verpflegung ihrer Gemeinde-Armen Erleichte­rung bewilligt werden, wenn das Landraths­amt des Kreises bescheinigt, daß die betreffen­den Gemeinden die Pflegekosten nicht auf­bringen können.

4) In der Regel kann die Aufnahme der Kranken nur nach vorheriger Anmeldung und erhaltener Antwort erfolgen. Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest über die Art und den bis­herigen Verlauf der Krankheit beizufügen, in welchem ausdrücklich angegeben sein muß, ob die Krankheit heilbar ist.

5) Aufnahmegesuche sind zu richten an den Vor­stand des Diakonissenhauses, resp, an die Oberin, oder an den Hausarzt Herrn Kreis- Physikus Dr. Nothnagel.

Treysa, den 16. November 1880.

Der Vorstand des Diakonissenhauses.

Seit einigen Monaten ist die Hausirerin Wittwe Caselitz aus Hersfeld (etwa 58 Jahre alt, 1,46 m groß, grauhaarig) verschwunden. Wer über ihren Verbleib Auskunft geben kann thue es hierher zu den Akten J. 11. 125 83.

Cassel, den 23. Januar 1883.

Königliche Staatsanwaltschaft. Chuchul.

Festschrift zur Feier des Wzährigtn Desteheus der Versuchsstation des Landwirthschaftlichen Leu- tralvereins für den Regierungsbezirk Cassel

im Auftrag des Direcloriums des Vereins verfaßt von Professor Dr. Th. Dietrich.

(Fortsetzung i

Das geräumige Laboratorium sollte von da an auch jungen Chemikern und Landwirthen, die Kenntnisse in der AgricuUurchemie erwerben wollten, zur Benutzung offen stehen; diese Berechtigung wurde, wie das aus der unten folgenden Liste hervorgeht, auch fleißig benutzt.

Durch den Uebergang des Kurfürstenthums in den preußischen Staat im Jahre >866 ging insofern eine Ver­änderung in den Verhältnissen der Station vor sich, als die Commission für landwirthschaftliche Angelegenheiten aufgelöst wurde und deren Subvention aufhörte. Dafür trat der Staat Preußen, d. h. das landwirthschaftliche Ministerium mit einer Subvention von jährlich 1300 Thlrn. ein. Dasselbe und die von ihr ressortirendeCentral. Commission für das agriculturchemische Versuchswesen" be< anspruchten eine Controle über die Verwendung der Mittel und über die Thätigkeit der Station.

Vom Jahre l876 an erfreute sich die Versuchsstation auch noch der Gunst der hessischen Communalstände, welche der­selben nicht nur eine Subvention in dem beträchtlichen Be- trage von 800 THIrn. gewährte, sondern auch in der Folge mit erheblichen Summen ihre Weiterentwicklung ermöglichte.

Nachdem die Station 22 Jahre in Heidau-Altmorschen zugebracht hatte, erfuhr sie abermals eine Veränderung, eine tiefgreifende Veränderung, welche voraussichtlich wesent­lich zur Sicherung ihrer Existenz und zur Entsaltung einer nutzbringenden Thätigkeit beitragen wird.

Bei der Gründung der ersten deutschen Station ging man von der Ansicht aus, daß derartige Anstalten auf dem Lande untergebracht und wenn möglich mit größeren Gütern in Verbindung gebracht werden müßten; der Chemiker sollt« auf diese Weise mit der Praxis der Landwirthschaft etwas vertraut werden und deren Bedürfnisse aus eignet An» schauung kennen lernen; der betreffende Landwirth sollte dagegen dem Chemiker bei Ausführung seiner Versuche mit Rath und That zur Hand gehen. Und diese anfängliche Verbindung von chemischen Laboratorium und praktischem Betriebe der Landwirthschaft ist gewiß von dem segensreichsten Einfluß auf die Thätigkeit der Versuchsstationen gewesen; sie war jedenfalls zeitgemäß. Indessen machte sich nach und nach für den Chemiker, der auf der Höhe feiner Wissen- schaft und seiner Hülfswiffenschasten bleiben will, eine Ver. einfamung fühlbar; man kam immer mehr zu der Einsicht und der Ueberzeugung, daß derartige Anstalten auch in den Städten gedeihen können, ja, daß eine Anstalt, die wissen-, schaftliche Aufgaben verfolgt, deren Thätigkeit und Wirksam» < ksit auf wiffenschaftlichen Kenntnissen beruht, am besten an einem Ort« gedeihen wird, wo ihr geistige Nahrung geboten wird. Jeder Leiter einer Versuchsstation muß eine Jsolirung seines Wohnortes vom wiffenschaftlichen Verkehr, von dem geistig regsamen Leben der Städte mit der Seit übel empfinden; die Abgelegenheit des Wohnorts kann nicht ohne nachtheiligen Einfluß auf die Leistungsfähigkeit bleiben und dieser nachtheilige Einfluß muß sich schließlich auch auf He-^ Leistungsfähigkeit der ihm untergebenen Anstalt erstreck Die meisten der früher auf dem Lande untergebrach Stationen sind nach und nach dem Zuge nach geistig Verkehr gefolgt und in größere Städte übergesiedelt, w - als auch- die hiesige Station die Verhältnisse für ei Uebersiedeluüg derselben in eine größer« Stadt sich zün' gestalteten, da zögerte der Vorstand des landwirthfchaftli Centralvereins nicht, den seit längerer Seit besprach Plan zur Ausführung zu bringen. Durch die Munis Seiner Excellenz des Herrn Minister für die land« schaftlichen Angelegenheiten und der heffischen Comm» stände, welche je eine Summe von 15 000 Mark zum Ne einer Versuchsstation in Marburg bewilligten, kam der stand des Centralvereins in die Lage, daselbst ein e Grundstück zu erwerben und auf demselben für die S ein stattliches Gebäude zu errichten, das ein ebenso mäßig, als vollständig eingerichtetes Laboratoriu Wohnung für den Leiter der Anstalt, für Assiste' Diener enthält. Im April 1880 wurde die Stat'> Altmorschen nach Marburg oetlegkx ®o hat die $ station nach und nach Wandlungen vom Einfach Vollkommeneren erfahren, aus der einfachen Einricht aus zwei kleinen Zimmern bestehenden Laboratori» Schlosse Heidau hat sich der stattliche Bau entwick« die Versuchsstation ihr Eigenthum, Eigenthum beo" wirthschaftlichen Centralvereins nennen darf. Wollen nun hoffen, daß damit nicht ein Stillstand in der Q Wicklung der Station erreicht ist» sondern daß sie auch ser, wachse und mit ihr die Leistungen, daß sich immer rei^ lichere Mittel finden, die eine vollständigere Ausnutzung des " wissenschaftlichen Apparats, den die Station repräsentirt, ermöglichen! (F. f.)

Polllifche Jladjridjten.

Deutschland.

# Die Trauerseierlichkeiteu für den Prinzen Carl. Die Leiche Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl wurde am Dienstag Morgen in der Uniform der Garbe-Artillerie mit den Abzeichen des General- Feldzeugmeisters in den Sarg gelegt, worauf der Sarg im Beisein des Ministers des Königl. Hauses und des Justizministers geschlossen und in den Saal des Palais gebracht wurde, wo einst auch die Leiche der Heimgegangenen Prinzessin ruhte.

Abends 8 Uhr erschienen in dem reich mit Blu­men geschmückten Trauergemach Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die Prinzen und Prinzessinnen des Königl. Hauses, sowie die an­wesenden fremden Fürstlichkeiten, um an dem Sarge des Dahingeschiedenen eine kurze, von dem Ober- hosprediger Dr. Koegel geleitete Andacht zu ver­richten.

In der Nacht um 11 Uhr wurde der Sarg mit der irdischen Hülle des hochseligen Prinzen in aller Stille von dem Palais in feierlichem Zuge nach dem Dome überführt. Den Leichenzug eröffnete die Equipage des Prinzen, dann folgte sein Leib- roß und daraus der Leichenwagen, neben welchem zwei Artillerie-Offiziere einhergingen. Dem Sarge