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seitens der Krone ein wohlverdienter, sind doch alle die großen Forderungen, mit welchen die gemein­samen Minister an die Delegationen «herantraten. bewilligt worden und beobachtete doch selbst die Oppositionspartei eine durchaus maßvolle Haltung sowohl in den Reden als in den Abstimmungen. Die schwierigste Aufgabe war unstreitig dem Reichs­finanzminister v. Kallay zugefallen, dem es gelang, die festgehaltene Occupationspolitik in Bosnien und der Herzegowina vor ernsten Anfechtungen sicherzustellen; aber auch der Reichskriegsminister v. Bylandt erlangte die Zustimmung der Dele­gationen für die in Angriff genommene Heeresre- organisation, für welche die Rücksichten auf die Heeresstärke der anderen Mächte, auch die Siche­rung der Reichsgrenzen und die Nothwendigkeit einer rascheren Mobilmachung im Kriegsfalle maß­gebend gewesen find. Ein volles Vertrauensvotum erhielt aber Graf Kalnoky, der mit auerkeunens- Werther Offenheit jid) über die auswärtige Politik aussprach und besten Friedensoersicherungen auch über den Saal der Verlretungskörper^ in Pesth hinaus die Völker zu befriedigen im staube ge­wesen sind.

Fraukreicy.

Die parlamentarischen und Regieruugsverhäll- mffe in Frankreich rufen von Tag zu Tag eine unbehaglichere Stimmung hervor, seitdem Die In­triguen der Parteihäupter selbst die Person des Präsidenten der Republik nicht mehr schonen und sein Privatleben wie seine Gesundheit als Mittel für ihre selbstsüchtigen, ehrgeizigen Bestrebungen be­nutzen. Gambelta und seine Anhänger richten schon über das Dlinifterium hinweg ihre begehr­lichen Blicke aus den Präsideutenstuhl. Und doch müßte den republikanischen Führern der gesunde Menschenverstand sagen, eine Regierungskrise in­mitten einer so ungeklärten, schwächlichen politischen Lage, wie die gegenwärtige, wäre geradezu ein Unglück für die Republik.

Rußland-

Nach einer der „Pol. Corr." aus St. Peters­burg zugehenden Mittheilung stellt Graf Jguatiew gegenüber den andauernden Gerüchten, daß er be­auftragt gewesen sei, die französische Regierung in Betreff eines Vertrages wegen Auslieferung poli­tischer Verbrecher zu sondiren, sowohl diesen an­geblichen Zweck, als auch überhaupt jeden poli­tischen Charakter seiner letzten Reise nach Paris persönlich auf das entschiedenste in Abrede. Graf Jgnatieff versichert, in Paris, wohin ihn ausschließ­lich das Leiden seines Sohnes geführt habe, öffn cielle oder offiziöse Persönlichkeiten weder besucht, noch empfangen zu haben. Graf Jgnatieff, welcher in St. Petersburg in seinem in der Millionaja- Slraße gelegenen Privathause wohnt, beabsichtigt, den ganzen Winter daselbst zu verbleibem — Die vom Fürsten Dondukow-Korsakow dem Kaiser vor­gelegten Pläne, betreffend die Reorganisation Kau- kasiens, haben, wie des Weiteren mitgetheilt wird, geringe Aussicht auf Annahme.

Türkei»

Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Pforte, die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Rüstungen Montenegros zu lenken und in einem Circular den Mächten die Maßnahmen zur endgilligen Rege­lung der noch streitigen montenegrinischen Grenz- punkte mitzutheilen. — In der Festung Scutari (Albanien) wurde ein Pulvermagazin vom Blitz getroffen, Personen wurden dabei nicht oeschäNgt.

Aus Reffen Rüffau.

Hersiels, 2L Armem der. Das emgülretvre Fro-iwenee rre^r dernis die steueret: <«3t aus Wald und Feld in Sie Nähe der menschlichen Woh- mwgen. Neben den zahlreichen Spatzenschaaren zeigen sich Finken und yanbenter^en, die hungrig aus den Höfen nach Nahrung suchen. Da ist es wieder an der Zeit, für die darbenden Gesellen ein Wort der Fürbitte einzulegen, ihnen durch Ein­richtung von Fütterungsplätzen in Gärten und Höfen den Tisch zu decken. Brosamen und Küchen- abfälle, die sonst nutzlos weggeworfen werden, geben, auf derartige Plätze gestreut, den leichtbeschwingten Gästen willkommene Mahlzeiten.

— Die Versammlung in Frankfurt am Main, welche am 8. Oktober eine „Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Trunksucht" in's Leben zu rufen beschloß, faßte für die ronstiruireude Zusam­menkunft als Ort Kassel und als Zeit etwa die Osterrage nächsten Jahres in's Auge, bis wohin das einladende Lomid^durch Kooprartos verstärkt, die Geschä'M zu fuhren gar. Lau den sechs Herrn, Mache trams tauen — den Lruderu Geh l-lean-

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vom 26. September war die Eder abermals auf Vorpaß nach Wilddieben in einem Weingarten ver­steckt, als sie, durch mehrere Schüsse aufmerksam gemacht, einen Mann mit einem Gewehre gegen den Weingarten schleichen sah. Sie ging nun diesem gänzlich ünbewaffnet entgegen, und da derselbe in der Frau irgend eine Bäuerin vermuthete, blieb er auch ruhig stehen. Als die Eder an der Seite des Mannes war, erfaßte sie plötzlich mit der einen Hand sein Gewehr, mit der anderen Hand den Wilddieb bei der Gurgel und verlangte dessen Er­gebung. Der Wilderer, ein großer, robuster 40 jähriger Mann, setzte sich wohl zur Wehre allein vergeblich, denn das Weib hatte mit solcher Kraft den Hals umkrallt, daß er gezwungen war, mit Rücklassung seines Gewehres die Flucht zu ergrei­fen, woran er von Seite der Eder, welche in ihm den Höfleiner Bauer Johann Hirschmann erkannt hatte, nicht weiter gehindert wurde.

— Das folgende hübsche Berliner Geschichtchen erzählt das „Kl. I." Am Sonntag Abend über­schritten bei strömendem Regen drei Damen, welche unter einem einzigen Regenschirme Schutz gegen das Unwetter suchten, den Pariser Platz. Es waren dies drei junge Freundinnen, welche trotz des schlechten Wetters ihren guten Humor nicht eingebüßt hatten. Zwei der jungen hübschen Mäd­chen behalfen sich mit dem gemeinschaftlichen Schirme so gut es ging, während die Dritte bald seitwärts, bald hinten die schützende Deckung des Schirmes suchte und immer unter die Traufe gerieth. Ein junger Mann, der hinter ihr ging, bot ihr mit stummer Geberde seinen Schirm an. Sie lehnte Anfangs ab, weil aber geradeaus dem freien Platze ein gewaltiger Schauer — der Berliner sagt eine „Husche" — herunterprasselte, entschloß sie sich, seinen Antrag anzunehmen. AIs das Mädchen den jungen Mann ansah, bemerkte sie den träu­merischen Blick eines Taubstummen; er deutete noch dazu auf seine Ohren und den geöffneten Mund und schüttelte den Kopf. Das Mädchen war so­fort frei von aller Verlegenheit und sagte zu einer ihrer Freundinnen: „Anna, ist es nicht schrecklich, daß dieser hübsche junge Mann taubstumm ist." Anna war derselben Meinung und nun wurde nach Mädchenart der Jüngling kritisirt von der Farbe seiner Augen bis auf den Schnitt seines Anzuges. Anna meinte sogar, er werde einen Mustergatten abgeben, da er nie schelten und nie sich in etwas niischen könne. Seine künftige Frau werde ohne Zweifel allein das Wort haben und vor allen Dingen sei bei ihm nicht zu fürchten, daß er je­mals in die lästigste Gewohnheit der Männer (?) — ins Widersprechen verfallen könnte. Vor einem Hause Kanonierstrabe wurde Halt gemacht und hier verbeugten sich die drei Mädchen und lächel­ten. Der junge Mann aber zog artig seinen Hut und sagte mit wohlklingender Stimme: „Es war mir sehr angenehm, den liebenswürdigen Damen einen Dienst leisten zu können." In größter Ver­legenheit retteten sich die muthwilligen Mädchen in das Haus, wo sich ihre Verlegenheit bald in einemZinauslöschlichen Gelächter Luft machte.

— S em l j a n sk im Gouv.Woronesh. (Hungers­noth.) Die Zeitung „Don" berichtet über ein aus dem Kreise Semljansk ihr zugeschicktes Brod, das aus einem Gemenge von Sand, Erde, Melde, (Lebedä) und Roggen hergestellt war. Es ist kaum zu glauben, daß der Diagen eines Menschen solche Nahrung vertragen kann. Diese Noth trifft einen Landstrich, der einst wegen der Ergiebigkeit seines Bodens und wegen seines vortrefflichen Ge­treides gerühmt wurde.

-Odessa. (Ein gemüthliches Kartenspiel.) Beim hartem siel im änlichen Club gerieth der ehemalige Intendant Bolserkul mit dem Notar Jiafgrfin in sneit und feuerte am den letzteren vier Revoloerschüffe ab.

— London, 17. November. HuueVormittag fand in der Dynamilfabr:! be: Llaneüy eine Ex­plosion statt, durch welche dre: ArLeiterinnen und zwei Arbeiter getödtet und sieden Personen ver­wundet wurden.

— Stein wenden, 13. Rov. Herr Lehrer Christmann ba^ur zog sich zu Anfang vergangener Woche, indem er beim Stiefelausziehen an einem Fuße die Haut ein wenig ritzte, eine kleine Wunde zu, die er jedoch, obgleich sie arg schmerzte, nicht weiter beachtete. Einige Tage daraus zeigte sich eine starke Geschwulst und wurden die Schmerzen plötz­lich so heftig, daß er einen Arzt zu Rathe zog. Dieser erklärte, es fei Blutvergiftung eingetreten und keine Aussicht auf Rettung des Patienten vorhanden. Der Bedauerns­werthe stehr im besten Mannesalter und ist die Theilnahme allgemein.

kelnburg inGodesberg undA. Lammers in Bremen —, sind nun zugewählt worden Oberbürgermeister Dr. MiquÄ in Frankfurt am Main, Direktor Dr. Emminghaus in Gotha, Geh. Sanitätsrath Dr. Märklein in Wiesbaden, Sanitätsrath Dr. Baer in Berlin, Pastor Pieper in Moyland bei Kleve, Bürgermeister Klöffler und Oberlehrer vr. Wittich in Kassel. Das so erweiterte Comit6 wird auf Einladung seines Leiters, Geh. Medicinalrathes Nasse zwischen Weihnachten und Neujahr in Kassel zusammentreten, um die Agitation vorläufig in Gang zu setzen und die Generalversammlung vor- zubereiten.

— Auf Wunsch des Ministers für Landwirth­schaft, Domänen und Forsten soll aus den gericht­lichen Grundbüchern eine Statistik der hypotheka­rischen Verschuldung des ländlichen Grundbesitzes hergestellt werden. Der Finanzminister und der Justizminister haben die dazu erforderlichen An­ordnungen getroffen.

— Das in Hanau garnisonirende Füsilier-Ba­taillon des 97. Regiments wird nach Diez verlegt.

§ Dietflar, 19. November. In der heutigen Generalversammlung des Mecklarer-Darlehnskaffen- vereins wurde der Herr Secretair Lorenz Schmidt zu Indianapolis, Staa^ Jndiana, Sohn des hie­sigen Gutsbesitzers I. Schmidt, als Ehrenmit­glied ausgenommen.

Neu m ors chen, 18. November. Gestern Nach­mittag wurde von Herrn B . . . — Domaine Heydau, in der Nähe von Altmorschen ein starker Hirsch erlegt; derselbe hatte, ausgeschlachtet, ein Gewicht von 232 Pfund.

Hanau, 15. November. In der Sitzung der Strafkammer des Königlichen Landgerichts vom 12. November wurde der Handelsmann Meier Gold­schmidt von Heubach, der den Hüttner Nikolaus Heil zu Oberkalbach bewuchert habe, indem er die Nothlage und Unerfahrenheit desselben ausbeutend ihm für ein Darlehen von 77 M. eine Kuh im Werthe von 80 M. zum Preis von 130 M. ver­kaufte, zu drei Monaten Gefängniß und 300 M. Geldstrafe verurtheilt.

Aus dem Kreise Kirchhain. Ein gräß­liches Unglück ereignete sich Sonnabend den 18. d. in dem Dorfe Wohra. Bei einer Göpeldreschma­schine war eine Frau mit Hinwegtragen des Strohs beschäftigt, wobei sie über die Göpelstange zu gehen hatte. Als die Frau die dritte Garbe darüber Hinwegtrug, ergriff die Stange die Kleider der Frau und schleuderte dieselbe einige Male mit herum. Nachdem die Maschine zum Stehen ge­bracht war, mußte man die Kleider zerschneiden, um sie von Der Stange zu lösen. Der Frau sind beide Beine gebrochen und mehrere Rippen zer­quetscht worden; man zweifelt an ihrem Aufkommen. Wie man hört, soll das Unglück durch Unvorsich­tigkeit des Maschinisten entstanden sein, welcher die Göpelstange nicht mit der gehörigen Bedeckung versehen hatte.

Vermischtes.

— Düsseldorf, 18. November. Der Erste Staatsanwalt von Guerard ist gestern Nachmittag um 5 Uhr während der Schwurgerichtssitzung, als er sich nach beendeter Rede in seinem Sessel nieder­ließ, an einem Schlaganfall gestorben.

— Würzburg, 19. November. (Pistolen- Duell.) Hauptmann Emmerich vom 9. Jnranlerie- Regiment fiel heute früh im Duell im Gutten- berzer Walde. Studiosus Meyer i.ehemaligcr Ein­jähriger) hatte ihm eine Pistoienforoerung auf fünf Scheine T-stanz zugegen lassen, zu bereu An­nahme Emmerich durch Ehreurattzsdeschluß ze-

Nädesäerm, kstr^mber. Die Trübrseil- dahu aiff dem stUrderwW: »sll ser „Banner d^N zufolge iu Aßmaimshauies begckmea uns besteht aus zwei Sire&n Du esie, zweigeleifige- ist 4A) Meter laug uns bringt die Touristen nach dem Maschinenhause; von Dort ab ist die Bahn nur eingeleisig. sie endigt in der Nähe des Jagd­schlosses, ließe sich aber leicht bis zum künftigen Nationaldenkmal verlängern. Die Gesammtsteigung beträgt 235 Dieter. Die Wagen haben 25 sitz- und 16 Stehplätze. Die ganze Fahrt dürfte kaum 6 Minuten dauern und die Bahn kaun somit einen bedeutenden Verkehr bewältigen. Aehnliche Draht­seilbahnen bestehen u. a. am Vesuv, am Gießbach, sowie in mehreren Städten Amerikas, wo sie sich gut bewähren.

— Line Frau, die allein einen Wilddieb ein- fängt, ist wohl eine neue Erscheinung und verdient der betreffende interessante Fast eine ausführliche Erwähnung. Marie Eo«, : e Frau des sstevier- jägers W.-hei-r rd« <- Hosteur äbsuaiM tät Lrest: Wes ^Lr Svni l^ ws iBstn T^ ste, u rl atm eurer <ü: -..X TIVL fernen stEre tzs^- -1.:,:, neu des tsa Le ..eu-eue: stau «L«chM WKM, der Jc.^r>ujM W ^Er -uLtzeü. Zu m ÄLcht

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