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Nr. 84.

AmsMolatt

Sonnabend den 2L. Oktober 1882.

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstal- ten kommt der Postaufschlag hinzu.

für den

Kreis gersfefö.

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Zur sitkernen Hochzeit des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen.

Seine Kaiserliche und .Königliche Hoheit der Kronprinz Friedrich Wilhelm des Deutschen Reiches und von Preußen und Höchstdesselben erlauchte Gemahlin, Victoria, feiern am 25. Januar 1883 das Fest Höchstihrer silbernen Hochzeit.

Gottes Gnade hat dem erlauchten Paare auf Höchstseineul gemeinsamen Lebenswege Schirm und Schutz verliehen, zur Freude und zum Segen unseres Deutschen Vaterlandes!

Diesem Freudenfeste für unser Deutsches Kaiser­haus, für jeden Deutschen, will der Deutsche Krie­gerbund einen ewigen Gedenkstein setzen durch Er­richtung

eines Waisenhauses bezw. eines Waisenfonds für elternlose Kinder ehemaliger Deutscher Soldaten."

Am Tage der goldenen Hochzeit unseres Aller­höchsten Kaiserpaares konnte der Deutsche Krieger­bund, Dank der thatkräftigen Unterstützung zahl­reicher deutscher Patrioten von Seiner Majestät dem Kaiser die gnädige Annahme einer gleichen Stiftung für die Wittwen verstorbener einmütiger Deutscher Soldaten erbitten. Hunderte von Witt­wen sind bereits der Segnungen dieser Stiftung theilhaft geworden.

Von Tag zu Tag aber wächst die Noth!

Die Anstrengungen der Feldzüge 1864,1866 und 1870;71 haben viele der Mitkämpfer, welche ihre Treue für Fürst und Vaterland mit ihrer Gesund­heit, ihrem Blute besiegelten, bereits hingeraffr.

Es gilt für ihre Hinterbliebenen zu sorgen!

Die Kräfte der Angehörigen des Deutschen Krieger­bundes reichen nicht aus all der Noth all dem Elend zu steuern, welche in den Reihen seiner 115,000 Mitglieder und deren Hinterbliebenen herrschen.

Der unterzeichnete Vorstand wagt !es daher an alle Deutsche, denen ein warmes Deutsches Herz in der Brust schlägt, die ergebenste Bitte zu richten ihm zur Linderung der Noth der armen Waisen ehemaliger Deutscher Soldaten, welche ihrer Ernährer beraubt und auf die öffentliche Mildthätigkeit angewiesen sind, durch Gewäh­rung gütiger Geldspenden für die Stiftung des Deutschen Kriegerbundes zur Errichtung eines Waisenhauses bezw. eines Fonds für elternlose Waisen ehemaliger Deutscher toob daten zum Gedächtniß an die Feier der silber­nen Hochzeit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Frau Kron­prinzessin behülflich zu sein.

Der gnädigsten Aufnahme der Stiftung, deren Annahme am 25. Januar 1883 von dem Höchsten Jubelpaare unter Vorlegung der Beitragslisten erbeten werden wird, glauben wir versichert zu sein; den hochherzigen Gebern wird der Dank vieler Tausende ein reichlicher Lohn sein.

Der Schatzmeister des Deutschen Kriegerbundes, Königl. Kommissionsrath Schlesinger, Berlin.

8. W., Kochstraße 60 nimmt gütige Geldsendungen gern in Empfang.

Berlin, im September 1882.

Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.

Der Ehrenpräsident

Stock marr, Königl. General-Lieutenant z. D.

* *

Hersfeld, "den 17. October 1882.

Vorstehender Aufruf bringe ich hiermit zur öffent­lichen Kenntniß und weise die Herren Ortsvor- stände des Kreises an, denselben in ihren Verwal­tungsbezirken in ortsüblicher Weise bekannt machen auch die eingehenden Geldspenden an den Schatz­meister des Deutschen Kriegerbundes, Königlichen

Commissionsrath Schlesinger, Berlin S.w. Kochstraße 60 gelangen zu lassen.

12707. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herbst-Control-Ver- sammlungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

1) zu Unte rhaun

Montag bett 13. November 1882 Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kathus, Kohlhausen, Kruspis, Oberhaun, Oberrode, Petersberg, Roß- bach, Wilhelmshof, Rotensee, Stärklos, Sieglos, Sorga, Unterhaun, Wippershain und Biengartes.

2) zu HerSsrld

Dienstag den 14. Novembrr 1882 Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld und dem Hof Meisebach, sowie aus den Gemein­den Friedlos, Reilos, Mecklar und Meckbach und dem Gutsbezirk Eichhof.

3) zu ObergeiS

Mittwoch den 15. November 1882 Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers- Hausen mit Hählgans, Aua, Biedebach, Gitters­dorf, Goßmannsrode, Heenes, Kalkobes, Obergeis, Reckerode, Rohrbach, Rotterterode, Tann und Üntergeis.

4) zu Niederaula Donnerstag den 16. November 1882 Vormittags 10 Uhr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa, Reimboldshausen, Solms, Willingshain und Engelbach mit Hof Sternberg.

5) zu OberlengSseld

Freitag den 17. November 1882 Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Malkomes, Motz- feld, Oberlengsfeld, Ransbach, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

6) zu HeimboldShausen

Freitag den 17. November 1882 Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Bengeu- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim- boldshausen, tzerfa, Heringen, Kleinenfee, Lauten- hausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfershausen und Unterneurode.

Zu strenger Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt das Bezirks-Commando folgende Bemerkungen hinzu:

1) Zu den Herbfl-Control-Versammlungen haben zu erscheinen:

a. die Landwehr-Mannschaften der (zum Landsturm übertretenden) Jahrgänge 1868 und 1869,

b. alle diejenigen noch dienstpflichtigen Mann­schaften, welche in der Zeit Dom 1. April bis 30. September 1870 in den activen Dienst getreten sind und deshalb ebenfalls zum Landsturm übergeführt werden,

c. diejenigen, den Jahrgängen 1870 und 1871 angehörigen Mannschaften, welche als 4jährig Freiwillige bei der Kavallerie eingetreten und ihrer Verpflichtung be­züglich der activen Dienstzeit nachgekom­men sind.

d. sämmtliche Reservisten und Dispositions­Urlauber,

e. die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften.

2) Wie den Mannschaften schon früher mitge­theilt ist, werden Ordres nicht ausgegeben, sondern es findet die Beorderung lediglich durch diese Bekanntmachung und durch Aus­rufen in den verschiedenen Ortschaften statt. Die Betheiligten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Art der Beorderung die Fehlenden ebenso strafbar sind, als wenn sie, wie früher, persönliche Ordres erhalten hätten.

3) Die Mannschaften aus einzelnen, hier nicht genannten Höfen, Mühlen 2C. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.

4) Die Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen.

5) Etwaige Dispensationsgesuche sind rechtzeitig an den betreffenden Bezirksfeldwebel zu rich­ten und können nur durch das Bezirks- Commando genehmigt werden. Ist bis zum Tage der Control-Versammlung die Ent­scheidung auf ein Gesuch noch nicht erfolgt, so muß der Betreffende unfehlbar bei dersel­ben erscheinen.

6) Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungs-Fälle müssen durch ärztliche oder ortspolizeiliche Atteste, welche spätestens auf dem Controlplatze abzugeben sind, beschei­nigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist bis Krankheit anzugeben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Control-Versammlung gehin­dert ist, ohne Angabe des Grundes, werden nicht angenommen.

Rotenburg a. F., den 7. October 1882. Königliches Landwehr-Bezirks-Commando.

F. d. b. B.-C.

Joachimi, Lieutenant und Adjutant.

Hersfeld, den 9. October 1882.

Die Herren Ortsoorstände 2c. der Stadt- und Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, die vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ihren Bezirken auf ortsübliche Weise zu ver­öffentlichen und namentlich zur Kenntniß aller betheiligten Mannschaften zu bringen.

12796. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 19. Oktober 1882.

Der Tagelöhner Johannes R o o s von Kirchheim, hat für sich und seine Familie um Entlassung aus dem diesseitigen StaatSverbande behufs Auswande­rung nach Amerika nachgesucht.

13236. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Auszüge aus her RrochüreZwanzig Jahre Kücäösicäe auf .fürft Kismarcäs Wirksamkeit für das deutsche Volk."

(Fortsetzung.)

Wie aber Fürst Bismarck selbst seine Pflicht dem Ar­beiterstande gegenüber auffaßtc, das sprach er zunächst in einer Rede gegen den Abgeordneten Richter aus:

Der Abgeordnete Richter hat in meiner Abwesenheit angedeutet, ich hätte mich mit der Sozialdemokratie in Be­ziehungen befunden, die mir eine gewisse Mitverantwortlichkeit für die jetzige Entwickelung der Sachen auserlegten; wenigstens war es offenbar sein Wunsch, diesen Eindruck im Publikum und in der Versammlung zu machen. Ich bin, als ich das gelesen habe, doch etwas erstaunt gewesen, daß der Abge, ordnete Richter sich an den äußerlichen Buchstaben des WortesSozialdemokratie" klammert und daß er nicht unterscheidet zwischen den ehrlichen Bestrebungen nach Ver­besserung des Looses der Arbeiter, die uns allen am Herzen liegt, und dem, was wir heute zu unserem Bedauern und mit Schmerz genöthigt sind, unter dem Begriff Sozial- demolratie zu begreifen. Will der Abgeordnete Richter so zu sagen das Kind mit dem Bade ausschütten und unS veranlassen, daß wir, wenn wir die bis zum Königsmord gesteigerten Bestrebungen der jetzigen Sekte niederzuhalte«