Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

DasKreisblalt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition I Mark pro Quartal, bei den Postanftal- ten kommt der Postausschlag hinzu.

für den

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar- mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

Kreis ArsW.

ctmfstdjes.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, den 26. August 1882,

Die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter des hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen, mir bis zum 7. September c. berichtlich an- zuzeigen, wie viel Personen aus ihren resp. Ver­waltungsbezirken während des verflossenen Halb­jahres mit und ohne Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande ausgewaudert, sowie ob und eventuell welche bemerkenswerthe Erschei- nungen dabei hervorgetreten sind.

Zugleich wird bemerkt, daß etwaigen säumigen Bürgermeistern rc. nach Ablauf der obigen Frist sofort ein Strasbote zugehen wird.

11148. Der Königliche Landrath

_________ Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 30. August 1882.

Die Herren Bürgermeister rc. zu

Biengartes, Eichhof, Eitra, Engelbach, Goß- mannsrode, Hattenbach, Heenes, Kalkobes, Kathus, Meckbach, Niederaula, Petersberg, Reimboldshausen, Rotterterode, Sieglos, Sorga, Stärklos, Tann, Wilhelmshof, Ben- gendorf, Conrode, Gethsemane, Heringen, Kleinensee, Lampertsfeld, Leimbach, Mälko- mes, Oberlengsfeld, Röhrigshof werden hierdurch au Erledigung meiner Verfügung vorn 16 August er. Nr. 10697 im Kreisblatt Nr. 65, die durch die ungewöhnlich starken Regennie- derschläge der letzten Wochen eingetretenen Ueber- fluthungen rc. betreffend, mit F r i st bis zum 5. September v. Nachmittags 2 Uhr bei Meidung der Zusendung eines Strafboten erinnert. 10697. Der Königliche Landrath

_ Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 26. August 1882.

Der seitherige Bürgermeister Conrad Möller von Meckbach ist auf weitere 8 Jahre als solcher bestellt und verpflichtet worden.

11163. Der Königliche Landrath _____Freiherr von Broich.

Zugelaufen: eine Hündin von hellgelber Farbe. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Asbach.

Bekanntmachung.

Laut Verfügung des Herrn Justizministers vom 12. Juli 1882 werden künftig die Strafregister bei der StaatsanwaltschaftJiber den Geburtsort ver- urtheilter Personen auf der letzteren Geburts­namen geführt werden.

Ich ersuche deshalb alle Behörden, Beamten und Privatpersonen

künftig bei allen Schreiben in Strafsachen auch Ehefrauen und Wittwen nicht wie bis­her meist geschah bloß mit dem Namen ihrer Männer zu bezeichnen, sondern vorzugsweise mit ihren Geburtsnamen und nur nebenbei auch mit dem der Männer also z. B. nicht Arbeiterfrau Marie Müller zu schreiben, sondernMarie Schneider", Ehefrau des Arbeiters Carl Müller" oder Marie Schneider, verwittwet gewesen nach Carl Müller jetzt Ehefrau des Oekonom Johann Schulz."

Bei dieser Gelegenheit ersuche ich auch die Herren Bürgermeister: die erforderten Personalberichte gemäß Chuchuls Jnstruction übergerichtliche Polizei" stets mit größter Sorgfalt aufzustellen und speziell Angaben über Geburtsort und Geburtstag einer,Person nur nach sorgfältigster Ermittlung (eventuell beim Pfarramt) zu machen, da sonst leicht Verwirrung, Aufklärungsarbeit und Unsicherheit in Akten wie Registern entsteht.

Cassel, am 24. August 1882.

Der Erste Staatsanwalt. Wilhelmi.

Witisdje Kachrichtm.

Deutschland.

Se. Majestät der Kaiser wird am 30. die große Herbstparade über das Gardecorps auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin abhalten. Am 5. September gedenkt Allerhöchst derselbe sich mit dem Kronprinzen und den Königlichen Prinzen zu den Manövern in Schlesien zu begeben und das Haupt­quartier in Breslau aufzuschlagen. Von dort aus begiebt sich Kaiser Wilhelm am l4 zu den Manö­vern im Königreich Sachsen nach Dresden. Ob Ihre Majestät die Kaiserin Allerhöchstihren Gemahl auf der Reise nach Schlesien begleitet, wird ganz von dem Befinden der hohen Frau stattfinden, welche noch immer an Schmerzen ihres Fußes bei sonst gutem Allgemeinbefinden zu leiden hat.

Se. Königl. Hoheit der Kronprinz traf nach mehrwöchentlichem Aufenthalt in der Schweiz und Oberitalien am 25. in Stuttgart zur Jnspizirung der Kavallerie des 13. (Württembergischen) Armee­corps, welche am 26. stattsand, ein. Am Nach­mittag desselben Tages fuhr der Kronprinz weiter nach Bamberg, wo Höchstderselbe die Jnspizirung bairischer Truppen vornehmen wird. Von dort aus machte der Kronprinz am 27. einen Ausflug nach Bayreuth, um der Aufführung von Wagners Bühnen-WeihfestspielParsifal" beizuwohnen.

# (Die landwirthschaftliche Beschäf- tigung der Corrigenden.) Die Frage der Beschäftigung der Corrigenden d. h. derjenigen Personen/ welche zu ihrer moralischen Besserung Correcliousaustalten überwiesen werden, hat in Schleswig-Holstein eine glückliche und nach- ahmenswerthe Lösung gefunden. Schon in den Jahren 1877 und 1878 wurde daselbst ein Theil der Corrigenden mit landwirthschaftlichen Arbeiten, besonders mit Aufforstungsarbeiten auf Haide- ländereien zu Gunsten des Provinzialverbandes, sowie mit Deicharbeiten, Torf- und Ziegelfabri- kalion auf verschiedenen Arbeitsplätzen für Rech­nung Privater mit Erfolg beschäftigt. Im Jahre 1879 kaufte die Provinz den zwischen Rendsburg und Neumünster ziemlich isolirt belegenen Hof Bokelholm an und errichtete dort eine für 250 Corrigenden bestimmte Anstalt, welche im Mai 1880 bereits in Betrieb genommen werden konnte, im verflossenen Winter aber bis zu 370 Corrigen­den aufnehmen mußte und eben jetzt um Räume für weitere 130 Mann vergrößert wird. Bokel­holm ist eine Nebenanstalt der Glückstädter Cor- rectiousanstalt und der Aufenthalt dort wird eben wegen der für Alle eingerichteten laudwirthschaft- lichen Beschäftigung von den Corrigenden als eine Vergünstigung angesehen, deren sie sich würdig zu machen suchen, während die Rückversetzung nach Glückstadt als eine Strafe betrachtet wird. In Bokelholm werden die Corrigenden fast ausschließ- i lich mit landwirthschaftlichen Arbeiten beschäftigt; - in erster Linie steht die Verwandlung von Moor­wiesen in Getreide- und Gemüseland, ferner die Aufforstung von abgetorftem Moor- und Haide- land, die Torffabrikation und endlich der laufende landwirthschaftliche Betrieb. Die Erfolge, die hier­mit erzielt worden sind, sind nach jeder Richtung hin vortreffliche. Im letzten Jahre i|t kein Fall von Entweichung vorgekommen, bte Corrigenden verrichten ihre Arbeit'gern und dieselbe hat einen guten Einfluß auf ihre Führung wie auf ihre Gesundheit, und dabei haben die landwirthschast- lichen Ergebnisse alle Erwartungen weit übertroffen. Der in Schleswig Holstein gemachte, mit vollem Erfolg gekrönte Versuch der landwirthschaftlichen Beschäftigung der Corrigenden in einer eigens hierzu errichteten Anstalt verdient,daß andere Pro- vinzialverbände dieses Beispiel nachahmen. Es wird hiermit nicht nur in landwirthschaftlicher Beziehung ein Nutzen erzielt, sondern auch in mo­ralischer Hinsicht ein Weg beschritten, welcher ge­

eignet ist, die schwere Aufgabe einer Besserung der Corrigenden ihrer Lösung näher zu führen. Die landwirthschaftliche Beschäftigung wirkt veredelnd auf die durch Vagabondenthum und Laster ver­kommenen Menschen ein. Bei der zunehmenden Vagabondennoth ist die Frage einer wirksamen Abhilfe eine dringliche geworden, und hierbei sollte nichts versäumt werden, was sich anderwärts praktisch bewährt hat. Für die Provinziallandtage wird es eine schöne und lohnende Aufgabe sein, sich der weiteren Verfolgung der hier angedeuteten Mittel und Wege anzunehmen.

Der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhle, Herr von Schlözer, der seit einiger Zeit auf Urlaub in Deutschland weilt, hatte sich vor seiner Rück­kehr nach Rom erst noch zum Reichskanzler Fürsten Bismarck nach Varzin begeben, von wo er bereits wieder nach Berlin zurückgekehrt ist. Die Blätter bringen diese Reise mit der Frage der gemischten Ehen in Verbindung, indem sie voranssetzen, daß Herr von Schlözer beauftragt werde, dieselbe in Rom zur Sprache zu bringen. Wie weit diese Vermuthung zutrifft, lassen wir dahingestellt.

Frankreich.

Der deutsche Turnverein in Paris wollte sich am 26. Abends in einem Cafe der Rue St. Marc versammeln, um zwei seiner Mitglieder zu feiern und hatte in Folge eines Irrthums der franzö­sischenpatriotischen Liga" eine Einladung zugehen lassen." Diese hatte angenommen, betrachtete die Einladung aber als eine Herausforderung. Da die Polizei von der Sache Kenntniß erhielt, so wurde die Versammlung untersagt und das Safe einstweilen geschlossen. Der Präsident des deutschen Turnvereins erklärt jetzt, das Comits der Gesell­schaft stehe der Zusendung des Einladungsbriefes an die Liga der französischen Patrioten vollkommen fern. Es wird angenommen, der Brief sei durch eine bisher noch nicht ermittelte Person unterge­schoben worden.

Die letzten in Marseille eingelaufenen Nachrichten bestätigen die Gährung in Syrien. Auf Drängen der Consuln wird die französische Regierung für die Sicherheit ihrer Landsleute Maßregeln treffen. Der KreuzerJufernet" wird sofort Toulon ver­lassen und sich nach Beirut kehren.

Nach Wiedereröffnung der Session der franzö­sischen Kammern wird die Regierung einen Antrag zur Bewilligung von sechs Millionen vorlegen für die Beleuchtung der Küsten von Tunesien, die Er­bauung von fliegenden Brücken in den Häfen der östlichen Küste und auf der Insel Tabarka, end­lich für das Bohren von artesischen Brunnen in der Oase von Dscherid. Zu bemerken ist, daß diese verschiedenen Bauten, obschon sie von der französischen Regierung ausgeführt werden sollen, nicht Frankreich zur Last fallen werden. Es handelt sich blos um einen Vorschuß, welcher dem Bey von Tunis gemacht werden soll; die sämmtlichen Unkosten werden zu guterlegt bem tunesif chen Staats­schatz zur Last fallen.

England.

Aus Irland bringt fast jede Post schlimme Nachrichten. In Scarleen, unweit Killarney, wurde in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Pächter namens Daniel Leahy ermordet. Eine Anzahl vermummter Männer erschien in seinem Hause, schleppte ihn aus dem Bette und tödtete ihn durch mehrere Flintenschüsse. Die Mörder entkamen. Als Grund des grausamen Mörder wird angegeben, daß Leahy eine Wiese gepachtet von welcher der frühere Pächter vertrieben worden.

Aegypten.

Die Engländer haben nun den Krieg in Aegyp- ten gegen Arabi Bey begonnen. Nachdem man eine Zeit lang geglaubt hatte, sie würden der in der Nähe von Alexandrien befindlichen feindlichen