mit je einem starken Helm mit Nackenschutz, einem' tönigen Huppen und Pfeifen, sowie mit einer ge- veranlassen, sich von dem Geschehenen demnächst starken ledernen oder Stoffgurt, einem Karabiner- uügenden Anzahl von Laternen zu versehen. Ueberzeugung zu verschaffen und mir berichtliche haken, einem Beil nebst Keillasche, sowie einer Schließlich spreche ich noch die Erwartung aus, Borlage zu machen.
festen Rettungsleine zu versehen. Außerdem ist daß ich nicht in die unangenehme Nothwendigkeit 9313. Der Königliche Landrath
die ganze Abtheilung mit mindestens einem Sig- versetzt werde, zu Zwangsmaßregeln schreiten zu Freiherr von Broich.
nalhorn event, auch mit den erforderlichen zwei-. müssen. Die Herren Ober-Brandmeister werde ich
nach dem Ausspruch eines alten Demokraten, die Gründe der Regierung nicht, aber sie mißbilligten dieselben doch. Was nun das erstgedachte Project der wirthschaftlichen gemeinsamen Vertretung an- betrifft, so wußten die fortschrittlichen Blätter bei ihren alsbald erfolgenden Angriffen nicht, daß es gerade ein Fortschrittsmann war, welcher jener Idee zuerst im Abgeordnetenhause Ausdruck gegeben. Bei der Berathung des Handelskammergesetzes im Jahre 1870 trat der fortschrittliche Abgeordnete Laßwitz für die Errichtung von „Erwerbs- ! kammern" ein, in denen Handel, Industrie und Landwirthschaft eine gleiche und gemeinsame Vertretung haben müßten. Jetzt, wo dies bekannt geworden, thun sich die fortschrittlichen Blätter nicht wenig darauf zu Gute, daß ein Fortschrittsmann der Vater jenes Gedankens war. Jetzt heißt es natürlich, die Conservativen — diese haben sich aber noch gar nicht darüber geäußert — hätten keine eigenen Gedanken und könnten nichts weiter, als den fortschrittlichen Gedanken sich aneignen. Auch sind die scharfen Angriffe gegen jenes Project verstummt, obwohl dieselben zweifellos in irgend einer Form und mit irgend einer neuen Begründung wiederkehren werden. Der ganze Vorgang beweist wieder einmal, daß die Politik der Fortschrittspartei auf „Opposition um jeden Preis" gerichtet ist. Die Regierung brauchtnur „schwarz" zu sagen, dann ertönt sofort ein Chorus von Stimmen, welcher „weiß" ruft und umgekehrt. Das nennen dann die Herren: „Die Rechte und Freiheiten des Volks vertheidigen und gegen die Reaction ankämpfen!" Aus dem Umstände, daß die Idee eines Fortschrittsmannes — wiewohl unabhängig von ihm — wieder ausgenommen wird, geht zur Genüge hervor, daß die Regierung keinerlei einseitige Parteipolitik treibt, sondern daß es ihr nur um die Sache zu thun ist, und daß sie für die Sache — gleichviel welche Partei sich dafür engagirt hat — zum Wohle des Vaterlandes eintritt. Wird denn den Wählern nicht bald ein Licht aufgehen über das Treiben, die Ziele und Zwecke der Fortschrittspartei, die hier einmal eine recht grelle Beleuchtung erfahren haben, - werden sie nicht auch aus diesem Beispiel ersehen, daß die Regierung sich in ihrer Politik nicht von Parteirücksichten, sondern von der ruhigen Erwägung der wahren Interessen des Volks leiten läßt?
Die aegyptische Angelegenheit»
Die englisch türkische Konvention will und will nicht zu Stande kommen und man muß nachgerade starken Zweifel hegen, ob sie überhaupt jemals abgeschlossen werden wird. Wie vom goldenen Hörne her versichert wird, wäre die Verzögerung des Abschlusses der Atttitärkonvention und der Proklamation gegen Arabi darauf zurückzuführen, daß der vom Sultan zu Rache gezogene scheik ul Islam entgegen den günstigen Dispositionen der Pforte seine Meinung in ungünstigem Sinne abgegeben hätte. Die Pforte hone jedoch, die Schwierigketten zu überwinden. — Nach einer anderen Version wäre die Verzögerung durch die Bairamfeste verursacht.
Natürlich kommen die Engländer unter diesen Umständen immermehr dahin, wohin sie ja wollen, sie werden die Herren 'Aegyptens. Einstweilen hat General Wolseley eine Proklamation an das aegyptische Volk verfaßt, in welcher gesagt wird,' der Zweck der englischen Expedition sei die Wiederherstellung der Ordnung, die Truppen würden für alle Bedürfnisse Zahlung leisten, die Bewohner
Das von der Königlich bayerischen Regierung' von Mittelfranken, Kammer des Innern, unterm 13ten December 1881 erlassene, in - Nr. 294 des „Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers" vom 15. December 1881 veröffentlichte Verbot der nicht periodischen Druckschrift: „Interpellation des Abgeordneten Bebel und Genossen, den kleinen Belagerungszustand über das Gebiet der Stadt und Amtshauptmannschaft Leipzig betreffend, deren Motivirung und Beantwortung Seitens der Königlichen Staatsregierung. Fünfte öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer am 5. November 1881. Nach dem amtlichen stenographischen Bericht. Nürnberg 1881. Verlag von Woerlein u. Comp." ist durch Entscheidung der Reichs-Commission vom heutigen Tage aufgehoben.
Berlin den 4. August 1882.
Die Reichs-Commissiom von Schli eckmann.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach einem Seitens der Herren Minister des Innern und der geistlichen, Unterrichtsund Medizinal-Angelegenheiten mittelst Rescripts vom 24. Juli d. I. genehmigten Beschlusse des kommunal-Landtages für den Regierungsbezirk Cassel vom 5. December 1881 der §. 11 des Re- m M* d,°
Ausführung des Gesetzes vom 13. März 1878 über die Zwangs-Erziehung verwahrloster Kinder (Amtsblatt de 1879 Nr. 15. S. 118), nachstehenden Zusatz:
„Auf Anordnung des Landes-Direktors ist der Ortsarmenverband verpflichtet, an Stelle der vorgedachten Natural-Ausstattung den Kostenpreis für die von der Anstalt zu bewirkende Einkleidung des überwiesenen Kindes an die Anstaltskasse einzuzahlen" erhalten hat.
Der an Stelle der Narural-Ausstattung Seitens der Ortsarmenverbände eintretenden Falles hiernach zu entrichtende Geldbetrag ist mit Zustimmung der genannten Herren Minister bis auf Weiteres auf 45 Mark für jedes Kind festgesetzt worden.
Cassel den 5. August 1882.
Der Landes-Director von Hundeishausen.
^Mische Nachrichten.
Deutschland»
OZ urCh ar akterist ik der Fortschrittspart ei. Die Idee, für die drei Zweige der wirthschaftlichen Production — Handel, Industrie und Landwirthschaft — gemeinsame lokale Vertretungen etwa für den Raum eines Regierungsbezirks als Beirath für die Bezirksregierungen zu schaffen, ist — selbstverständlich — bei der fort schrittlichen Presse sofort auf Widerstand, ja auf eport und Hohn gestoßen. Ein fortschrittlich» sog. „Waschzettel*, der sofort unter Beifall die Runde durch die fortschrittlichen Wärter machte, meinte: dann könnte man ja gleich jedem ArmS- vorsteher und Geusdarmen einen Volkswirthschasts- rath zur Leite stellen. Ganz ebenso ging es vorher dem Project der Regierung, eine Arbeiter-Unfallversicherung einzurichten. Kaum waren die Grundzüge desselben bekannt, ja sie waren noch nicht einmal vollständig zu übersetzen, so wurde auch schon in Berlin eine fortschrittliche Wählerver- sammlung berufen, die das Project pflichtschuldigst einstimmig verwarf. Die Herren kannten eben,
möchten daher ihre Vorräthe an Lebensmitteln herbeibringen und auch den englischen Behörden Mittheilungen über die Rebellen zugehen lassen u. s.ffv/______________________ ‘____________
# Die Siegeszuversicht der Liberalen.
Durch die Blätter der liberalen Partei weht schon jetzt eine große Siegeszuversicht. Sie glauben mit der Einigung der verschiedenen Gruppen der liberalen Partei die Waffe gefunden zu haben, mit der sie ihre Gegner überwinden, und halten sich überzeugt, daß überall diese Waffe auch wirklich zur Anwendung kommen werde.
Jedes Symptom der Einigung wird als ein Erfolg ausgegeben, der auch für die Gesammtheit von Bedeutung sein und zur Nachahmung anspornen soll.
Etwa hundert Sitze wollen die vereinigten oder auch getrennten Liberalen zusammen für sich erobern, und sie meinen, daß es ihnen nicht schwer sein würde, die Conser- vativen zu verdrängen. Haben sie ja doch redlich gearbeitet, um die Politik der Regierung und die Freunde derselben anzuschwärzen. Da sind die übelsten Wirkungen der bisherigen Wirthschasts- und Steuerreform von ihnen ausgerechnet worden: sie sagen, daß „das Land", nichts von dieser Politik wissen wolle, und glauben mit dieser zuver- sichttichen Behauptung den nöthigen Eindruck erzielen zu können. Weiter rechnen sie den Wählern vor, was diese in Zukunft sparen werden, wenn sie Liberale wählen, da diese nichts mehr vonfweileren Steuerreformen wissen wollen. Um nun aber der Wirkung vollständig sicher zu sein, sprechen sie entrüstet von der „furchtbaren Reaction," unter der das Land seufze und von der noch surchtbareren, unter die es kommen werde, wenn nicht lauter Liberale in's Abgeordnetenhaus geschickt werden. Sie halten den Wählern ein schreckliches Bild der Gegenwart vor und stellen sich allein als die wahren Verfechter der Volksrechte und Freiheiten dar, welche ohne ein fortschrittliches Regiment demnächst ganz verkümmern müßten.
Es liegt, wie man sieht, System in der liberalen Agitation. Erst versucht man es mit der Einschüchterung und Vorspiegelung drohender Gefahren, dann mit der Aufmunterung und mit Verbreitung froher Siegeshoffnungen. Sie suchen sich selbst und den Wählern durch allerhand Uebertreibungen Muth zuzusprechen und glauben, daß dies der Weg sei, auf welchem sie sich der Wähler bemächtigen können. Dabei wird das Fell des Bären schon längst vertheilt, ehe er noch erlegt ist.
Glauben denn die Liberalen wirklich, daß sie mit diesen Mitteln sich die Herzen des Volkes erobern werden ? Glauben sie, daß diese gekünstelte oder aufrichtige Siegeszuversicht im Stande sein wird, die Wähler zu fesseln und in ihr Lager zu ziehen?
Wir haben hier zu Lande einen anderen Eindruck von der Wirkung erhalte», welche der Siegesmuth und die Uebertreibungslust aus ruhig und nüchtern denkende Männer ausübt. Wenn wir uns nicht sehr täuschen, wendet sich der schlichte einfache Mann mehr und mehr ab von diesen geräuschvollen Declamationen, er empfindet mehr und mehr Abneigung gegen die Lockrufe, die an ihn ergehen, und scheint doch auch der Meinung zu werden, daß die Entstellungen und Verdrehungen, namentlich aber das Reactionsgeschrei mit den thatsächlichen Verhältnissen absolut im Widerspruch stehen, Man hört jetzt mehr und mehr das Urtheil aussprechen, daß es mit einer Sache, die sich solcher Mittel bedient, schlecht bestellt sein muß und daß die ruhige Zurückhaltung der Conservativen doch einen bessern Eindruck macht. Von „Reaction" merkt kein Mensch etwas, und was die wirthschaftlichen Verhältnisse anbetrifft, so bricht sich die Ueberzeugung Bahn, daß es bester geworden ist und daß die großen Sieformpläne, die unser Kaiser und unser Kanzler zur Durchkührung bringen wollen, doch unmöglich auf eine schwerere uns drückendere Belastung der armen Bevölkerung hinauslaufen können, sondern auf eine weitere Leibesterung der wirthschaftlichen Lage abzielen muffen.
Die Liberalen werden diese Stimmen zwar in ihrer Siegeszuversicht zu übertönen suchen. Aber — nun es giebt mancherlei Sprichwörter, die man hieraus anwenden könnte. Jedenfalls scheint uns gar kein triftiger Grund zu der Siegeszuversicht der Liberalen vorhanden zu sein. Ihr ganzes bisheriges Austreten hat ihrer Sache viel geschadet und die Aussichten der Conservativen erheblich gefördert. Wenn letztere sich diese Stimmung zu Nutze machen, dann könnte die Siegeszuversicht der Liberalen sehr leicht sich schließlich in ein Klagelied verwandeln.