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Art 49.

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DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstal­ten kommt der Postaufschlag hinzu.

Matt

Mittwoch hen 21. Juni 1882.

für den

«Kreis ^ersfesd.

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

Abonnelnents-Gintadung.

Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf dasKreisblatt". Wir bitten dasselbe rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustel­lung eilltritt. Der vierteljährliche Abonnements­preis beträgt 1 Mark excl. Postaufschlag sowohl bei allen kaiserlichen Postanstalten als auch bei der Expedition.

haben, da das Kreisblatt 6^11 f die größte Verbreitung im hiesigen Kreise hat, sichern Erfolg, und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Die Expedition.

Mllliches.

Auf Grund der "§§. 11 und 12 des Reichsge­setzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 ist das im Verlage von A. Heister zu Hottingeu- Zürich (Schweiz) erschienene in der dasigen Schwei­zerischen Vereinsbuchdruckerei gedruckte Flugblatt: Was die Sozialdemokraten sind und was sie wollen" von der unterzeichneten Landespolizeibehörde ver­boten worden.

Cassel, den 7. Juni 1882.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, den 20. Juni 1882.

Durch meine Verfügung vom 23. März 1880 Nr. 3135 (Kreisblatt Nr. 24) wird die Verfügung vom 6. Mai 1879 Nr. 5554 (Kreisblatt Nr. 37) selbstverständlich nur hinsichtlich der Ausräumung der Fluthgräben und Ent- und Bewässerungs­Anlagen aufgehoben, während dieselbe im Uebrigen noch zu Recht besteht.

Da jedoch die Ansicht entstanden ist, als sei die gedachte Verfügung vom 6. Mai 1879 in Allem aufgehoben, so sehe ich mich veranlaßt, die Herren Bürgermeister 2c. des Kreises ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß diese Auffassung un­richtigist, daß vielmehr die nothwendigen Wasserbauten und die Beseitigung der Hindernisse des freienFlußlaufes nach wie vor allgemein in der in der fraglichen Verfügung angeordneten Zeit spätestens bis Ende des Monats Juli und die bezügliche Be­richtserstattung wie bisher alljährlich bis zum 1. A u g u st zu erfolgen hat.

Die besagte Verfügung vom 23. März 1880 wird hierdurch keineswegs geändert.

Im Terminkalender ist eventuell das Erforder­liche zu wahren.

8170. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 13. Juni 1882.

Der Landwirth Adam M e ck b a ch zu Niederaula hat unter Vorlage der Beschreibung, Zeichnung und Pläne um Gestaltung zur Anlage eines Kalk­ofens auf dem ihm zugehörigen Grundstück, Kar- tenblatt 28 Nr. 129 16 a 59 qm groß, nachgesucht.

In Gemäsheit des §. 17 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 fordere ich daher alle Die­jenigen, welche Einwendungen hiergegen zu erheben haben, auf, dieselben binnen 14 Tagen bei mir vorzubringen und bemerke, daß nach Ablauf dieser Frist Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden können.

Die Pläne 2C. können im Büreau Königlichen Landrathsamtes während der Dienststunden ein­gesehen werden.

7840. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 20. Juni 1882.

Bei dem am 12. d. Mts. dahier stattgehabten Klassifications-Geschäft wurden:

1) der Ersatz-Reservist I. Classe George Schott von Rohrbach,

2) der Reserve-Unteroffizier Hermann Caselitz von hier und

3) der Landwehrmann Joseph Herbst von Kirchheim

auf. erhobene begründete Reclamation von der verstärkten Ersatz-Commission gemäß §. 18 pos.2 bezw. §. 15 pos. 2 der Controllordnung vom 28. September 1875 hinter den letzten Jahrgang der Ersatz-Reserve I. Classe bezw. der Landwehr zu­rückgestellt, was hierdurch mit dem Bemerken ver­öffentlicht wird, daß diese Zurückstellung nur bis zum nächsten Classificationsterminc Gültigkeit behält. Außerdem erlischt die gewährte Zurück­stellung, sobald die fraglichen Mannschaften ans dem diesseitigen Aushebungsbezirk in einen anderen verzieht.

8283. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich. Hersfeld, den 20. Juni 1882.

Die Herren Bürgermeister 2c. des Kreises haben die ihnen in diesen Tagen zugehenden Loosungs- scheine sofort den betreffenden Militairpflich- tigen oder deren Angehörigen auszuhändigen.

8285. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Bedingungen

unter denen Kranke in die Krankenabtheilung des Diakonissenhauses zu Treysa ausgenommen werden.

1) Von der Aufnahme sind alle Kranken ausge­schlossen, welche an Krätze, geschlechtlichen, chronischen und unheilbaren Krankheiten leiden, sowie Geistesgestörte;

2) Der Pflegesatz für unbemittelte Kranke beträgt täglich

für Erwachsene 0,75 Mark

für Kinder 0,50 Mark

für bemittelte Kranke werden die Pflegesätze nach Verhältniß erhöht.

3) Der gewöhnliche Pflegesatz kann für arme Kranke aus Grund eines von dem betreffen­den Ortsgeistlichen oder der Gemeindebehörde ausgestellten Armuthszeugnisses ermäßigt wer­den, ebenso kann armen Gemeinden für die Verpflegung ihrer Gemeinde-Armen Erleich­terung bewilligt werden, wenn das Landraths­amt des Kreises bescheinigt, daß die betreffen­den Gemeinden die Pflegekosten nicht aus­bringen können.

4) In der Regel kann die Aufnahme der Kranken nur nach vorheriger Anmeldung und erhaltener Antwort erfolgen. Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest über die Art und den bis­herigen Verlauf der Krankheit beizufügen, in welchem ausdrücklich angegeben sein muß, ob die Krankheit heilbar ist.

5) Aufnahmegesuche sind zu richten an den Vor­stand des Diakonissenhauses, resp, an die Oberin, oder an den Hausarzt Herrn Kreis- Physikus Dr. Nothnagel.

Treysa, den 16. November 1880.

Der Vorstand des Diakonissenhauses.

Die Rindviehzucht in Mittelsranken.

Hermannshos, im Juni 1882.

Vom landwirthschaftlichen Kreisverein Hersfeld beauftragt, mit Herrn Gutsbesitzer Reinhardt zu Landershausen und Herrn Gutsbesitzer Grenzebach zu Niederaula in Franken junge Zuchtbullen zu kaufen, um für die Hebung der Rind­viehzucht ein gutes Vatermaterial zu beschaffen, stellten wir uns zugleich die Aufgabe, soviel als thunlich die dortige Rindviehzucht kennen zu lernen, um zu finden, ob und auf welche Weise wir den dortigen berühmten Zuchten nach­kommen können und will ich in Folgendem, verehrte Herrn, unsere Wahrnehmungen mittheilen.

So oft, wie ich früher Gelegenheit hatte, die baierischen Ochsen, die jährlich in großer Menge und zu so hohen Preisen von Rübenbauern Norddeutschlands aufgekauft wer» den, bewundern zu können, habe ich mir, nach meinen Er­fahrungen, die ich in Rindviehzucht gemacht habe, gesagt, um einen solchen proportionirten Körper, von solch einem tiefen, breiten und langen Rumpf zu züchten, muß jeden­falls die Aufzucht der jungen Thiere, namentlich im ersten Jahre eine sehr rationelle und ganz dem inneren Organismus des Körpers angepatzte sein, und der leichte Gang der Thiere kann nur durch angemessene Bewegung der jungen wie der Zuchtthiere sich herangebildet haben, und sind diese Eigenschaften durch die schon durch mehrere Generationen gleichmäßige Haltung befestigt und zu Raceeigenschaften herangebildet worden.

Wie sehr waren wir jedoch enttäuscht, wie wir in Diespek bei Neustadt an der Aisch den ersten Stall betraten. Wir sahen gerade das Gegentheil von dem, was wir zu sehen erwarteten und dieselbe Wahrnehmung machten wir nicht allein in diesem Stall, sondern in allen Ställen, mit nur einer einzigen Ausnahme im ganzen Bezirk Neustadt und Scheinfeld und später auch im Bezirk Weißenburg. Die Kälber fallen recht schön gebaut und entwickeln sich kräftig, so lange sie die Muttermilch reichlich bekommen, aber leider wird ihnen diese nur zu bald entzogen und erhalten dann etwas Kleie- resp. Mehlsaufen, wobei aber nur homöopatische Gaben hiervon gegeben werden, und außerdem zu jetziger Zeit noch grünen Klee. Daß die Thiere überhaupt am Leben bleiben, ist wirklich zu bewundern, allerdings magern sie zu Skeletten herab, sind hinten und vorn spitz und in der Mitte breit, haben lange Hungerhaare und ist über­haupt kein Unterschied zu sehen, zwischen diesen Kälbern und den Kälbern in unseren Ställen, in denen die Auf­zucht ebenso betrieben wird.

Das Kleiensaufen fällt nach einigen Wochen auch weg und die jungen Thiere erhalten in dieser Jahreszeit nur grünen Klee, ein Futter, welches gewiß ganz ungeeignet ist, die Milchnahrung zu ersetzen und ein Wachsthum zu ermöglichen. Im Alter von | Jahr hat der Körper sich endlich an die Verarbeitung des Rauhfutters gewöhnt, ist im Stande durch das gereichte Futter Nährstoffe aufzu- nehmen, aber der Körper hat die Nährstoffe vorerst jetzt nöthig, um die für das Knochengerüst nöthigen Muskeln wiederherzustellen, die in der Hungerperiode geschwunden sind, ehe er bemerkenswerthe Fortschritte im Wachsthum machen kann.

Im Alter von j Jahr ist das Wachsthum wohl ein zufriedenstellendes, namentlich was die Länge des Körpers, die Höhe der Beine anbetrifft, aber da keine concentrirte Futtermittel, sondern nur Rauhfutter verabreicht wird, ist die Fleischbildung und das Breitenwachsthum des Körpers noch gering und in Folge dessen die Figur noch eine ganz unansehnliche und kaum verschieden von der, unseres schlecht gehaltenen Jungviehes in diesem Alter. Im Alter von l Jahr und namentlich 1^ ist der Körper endlich so weit ausgebildet, daß er im Rauhfutter die Nährstoffe genügend aufnehmen kann, auch im guten Verhältniß. Da das Rauh- jutter fast überall von guter Beschaffenheit ist, so entwickeln sich in solchen Ställen, wo die Thiere das zur Sättigung nöthige Futter erhalten, dieselben zu Prachtexemplaren und zeichnen sich besonders durch einen graden Rücken, breites Kreuz, tiefe Brust und breiten Wiederrüst und schöne Stellung der Beine aus und bekunden durch ihre zarte und lose Haut, daß sie auch gut mastfähig sind. Wer nicht die Zuchten im Stalle gesehen hat, sondern nur Thiere von J 1} und daneben 23 jährige Thiere, glaubt nicht, daß die jungen Thiere den älteren überhaupt ähnlich werden können, und doch sind die älteren in diesem Alter um nichts anders gewesen. Am auffallendsten ist dieser Unter­schied bei den jungen Bullen. Als ich mein Verwundern über den schlechten Befund verjüngen ^<jährigen Bullen dem Vorsitzenden des Zuchtvereins des Neustädter Bezirks aussprach, daß ich gar nicht glauben könnte, daß die jungen Thiere, die ich gesehen hätte, sich zu normalen schönen Thwren entwickeln könnten, sagte er mir, daß es ihm im Anfang seiner Wirksamkeit ebenso gegangen sei, daß er im Anfang fast alle jungen Bullen, die ihm zur Körung vorge- sührt worden seien, verworfen habe, bis er denn gesehen habe, wie sehr sich die Thiere im späteren Alter entwickelt, und zeigte uns der Herr dann mehrere 1|2r jährige Sprungbullen, die auch nicht im entferntesten anders ge­wesen wären, als sämmtliche Bullen, die wir gesehen hätten. Der betreffende Herr führt die schlechten Körperformen in diesem Alter ebenfalls allein von der unrichtigen Fütterung beim Entwöhnen her, er habe bis jetzt jedoch noch nicht vermocht, trotzdem er schon 20 Jahre dort in Thätigkeit sei, die Bauern zu einer rationellen Ernährung des Jung­viehes im ersten Lebensjahre zu bringen. Die Schwierig­keit eine bessere Ernährung der Thiere einzuführen, wie überhaupt die Fortschritte der Neuzeit im landwirthschast­iichen Betrieb Eingang zu verschaffen, liegt hauptsächlich darin, daß die Bewirthschaftung der Güter, die im Durch­schnitt 60150 Morgen groß sind, nur in Händen von bäuerlichen Wirthen liegt, die ihr Vieh aufziehen und die ihr Feld bestellen, wie es der Groß- und Urgroßvater ge«