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Nr. 42.

für ben

Somlabeud den 27. Mai 1882

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstal­ten kommt der Postaufschlag hinzu.

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

Es zog das Fest der Maien von neuem bei uns ein, Erfüllend rings die Lande mit seiner Strahlen Schein, Denn ungezählte Freuden erweckt's in jeder Brust, Hoch jauchzen aller Herzen in seel'ger Frühlingslust.

Längst brachen linde Lüfte des Winters strenge Macht Und mild herrscht allerorten der Lenz in holder Pracht.

O, welch' ein Meer von Blüthen in Wald und Flur und Hain Sie sind die Edelsteine am Festkleid der Natur!

Das ist ein Jubiliren auf Bergen und im Thal

Von leichtbeschwingten Säugern in tausendfacher Zahl Sie singen Jubelhymnen dem Herrscher dieser Welt, Daß für sie all' auf's neue der Tisch nun ist bestellt.

Auch in der Menschen Herzen regt sich's mit Jubellallt, Da nun ein frisches Leben man überall ja schaut, D'rum fort mit allen Sorgen, d'rum fort mit aller Pein Es zieht in aller Herzen jetzt neue Hoffnung ein.

Hinaus all' in das Grüne so. klingt die Loosung heut', Genießet froh die Gaben, die Gott uns allen beut !

So sei uns denn zu Pstugsten frisch, froh und frei der ötnu Und Freude mög' uns Allen zu diesem Fest erblühn!^

dmtsifQes.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, den 5. Mai 1882.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung

vom 11. März c. (Kreisblatt Nr. 21) lade ich hierdurch die Mitglieder der bereits bestehenden i D a r l eh ns k a s s e n -V e r ei n e hiesigen Kreises und namentlich deren Vorstände auf Mittwoch den 31. d. MtS. Nachmittags 2 Uhr in den Saal der GesellschaftVerein" hiersxlbst zu einer gemeinsamen Besprechung ein.

Wie ich das vor Kurzem auch bereits mündlich mehrfach zu erkennen gegeben habe, wäre es im Interesse der Sache sehr erwünscht, wenn bis dahin i die noch in der Bildung begriffenen Vereine hie­sigen Kreises sich constituirt hätten, damit die Re- snltate jener Besprechung thunlichst zum allgemei­nen Vortheile gereichen. : »»»» v*»-- »» ,

Auch würde ich gerne etwaige Anträge über an anderen Orten auch unter anderen Bezeichuun- Gegenstände, welche dabei besprochen resp, bcra- gen, offenbar um die Verallgemeinerung der then werden sollen, vorher schriftlich entgegen Beschlagnahme zu Hintertreiben, erschienen ist nehmen. insbesondere ist er nach den durch das Königliche

Die Herrn Bürgermeister, in deren Wohnsitz der Polizei-Präsidium in Berlin angestellten Ermitte- betreffende Verein seinen Sitz hat, wollen dem lungeu auch in dem Verlag von Werthmaun, Vorstände desselben hiervon Kenntniß geben und Berlin S. O. ^osephstraße Nr. 0, erschienen und mir sodann dieserhalb bis zum 2 5. d. Mt s. be- wird er unter verschiedenen Titeln und mit An­richten, wobei auch anzugeben ist, wie viele Mit- gäbe von Pseudonymen Verfassern verbreitet. Die glieder des Vereins voraussichtlich an der Ver- bei jenem Verleger beschlagnahmten^ Exemplare sammlung vom 31. d. Mts. theilnehmeu werden, führen den Titel.............

6107. Der Königliche Landrath r! Uli

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 25. Mai 1882.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises werden hierdurch unter Hinweis auf die §§. 1, 8 und 27 der kurhessischen Wasserbauordnung vom 31. De­zember 1824 und auf den §. 10 des dazu gehörigen Straftarifs beauftragt, von entstandenen erheb­lichen Uferschäden entweder dem Königlichen Kreis- bauinspector oder dem Königlichen Landrathsamte hier Anzeige zu machen und wird die Königliche Gendarmerie des Kreises hiermit veranlaßt, auf diesen Gegenstand gleichfalls ein besonderes Augemerk zu richten.

6957 I. Der Königliche Landrath

Freiherr v on B roich.

Hersfeld, am 25. Mai 1882.

Die Witwe Anna Margretha Trapp geb. Opfer, 55 Jahre alt, aus Holzheim, hat für sich und ihre Tochter Christine Trapp, 20Jahre alt, um Ertheilung von Reisepässen behufs Auswan­derung nach Amerika nachgesucht.

7050. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 25. Mai 1882.

Der Kaufmann Bernhard H e y d t aus Holzheim, 24 Jahre alt, hat für sich und seine Familie um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. 6589 Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich. Hersfeld, am 24. Mai 1882.

Die Anna Elisabeth Schott zu Untergeis, 22 Jahre alt, hat um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. 6986. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hamm, den 15. April 1882.

Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich, im An­schluß an die Mittheilung vom 31. v. M. 11585, betreffend die Beschlagnahme des Romansdie neue Schule des Lebens" oder anch unter dem TitelFrauenrache oder das Schiff des Glückes", ganz ergebenst zu benachrichtigen, daß der Roman

i:Fürst und Edelmann oder feindliche Brüder." Romantische Erzählung von Dr. Arnold Pauli, Verlag von F. Werthmann, Berlin S. O. Josephstraße 9.

Der Oberstaatsanwalt gez. I r g a h n. An den Königlichen Herrn,Oberstaatsanwalt

Hochwohlgeboren zu Lasset. 1*1814.

Hersfeld, am 23. Mai 1882.

Wird den Ortspolizeiverwaltuugeu und der Kö­niglichen Gendarmerie des Kreises zur Kenntniß­nahme hierdurch mitgetheilt.

6703. Der Königliche Landrath

Freiherr von B r o i ch.

Hersfeld, den 22. Mai 1882.

Nachstehenden mir heute zugegangenen Artikel bringe ich hiermit zur Kenntniß aller Interessenten. ---- Der Königliche Landrath

6872.

Freiherr von Broich.

Landwirthschaftliches.

Obgleich über die in Folgendein besprochene Am gelegenhcit schon einige Zeit verstrichen ist, so möchte es doch von Interesse sein, solche Königl. Land­rathsamte nachträglich zur Kenntniß zu bringen.

Am 21. Februar fand nämlich in Niederaula

in der Eichmannschen Gastwirthschaft eine Ver­sammlung kleinerer Grundbesitzer statt, in welcher der landwirthschaftliche Kommissär Herr Element aus Kassel auf Wunsch verschiedener Einwohner von Niederaula einen Vortrag hielt.

Anwesend waren gegen 50 Personen. Herr Element fragte dieselben, über welchen Gegenstand sie etwas zu hören wünschten, worauf hauptsäch­lich auf die Feldbestellung hingewiesen wurde. Besonders wurden dann alle Nachtheile hervorge­hoben, welche mit dem Dreifeldersysteme verbunden seien, daß dieselben nur dann gehoben würden, wenn der Grundbesitzer über zusammengelegte Felder frei und unbeschränkt verfügen kann. Hierauf besprach Herr Element die von der Versammlung angeregte Kalk- und Mergel-Frage, Viehzucht, Schäferei­haltung, die Entwässerungsfrage, starke und späte Aussaat, die Düngerfrage, sowie den Fruchtwechsel. Der Redner bedauerte, daß in der Nähe keine Zuckerfabrik bestehe, da der Zuckerrübenbau der größte Hebel der Landwirthschaft sei, weil er den

für den Feldbau so wichtigen Fruchtwechsel bedittgt.

Des Vortragenden Bemerkung, daß Derjenige, welcher nach der alten Mode wirthschafte und nach der neuen Diode Geld ausgäbe, auf keinen grünen Zweig kommen könne, fand ganz besonderen An- klang.

Das Interesse sämmtlicher Anwesenden wurde schließlich noch dadurch bekundet, daß einer derselben äußerte, wie viele es bereuen würden, dem Vor- trage nicht beigewohnt zu haben, wenn sie erführen, daß so lehrreiche und praktische, in die hiesigen land- wirihschaftlichen Verhältnisse eingreifende Frage» so populär besprochen worden seien.

Ein Landwirth.

Ländliche Darlehnkassen.

Vortrag des Herrn Rektor Becker, gehalten im landw. KreiS- verein Melsungen.

(Schluß.)

Einen weiteren nicht zu unterschätzenden Vortheil bietet diese Beschränkung aber dadurch, daß sie eine ganz genaue Bekanntschaft der Mitglieder unter einander ermöglicht, hierdurch aber wird wiederum eine große Sicherheit und Solidität des ganzen Unternehmens herbeigeführt, da man im Stande ist, die Kreditfähigkeit jedes Einzelnen aufs Genaueste festzustellen, und sich hierdurch vor jeder eventuellen Schädigung im Voraus sicher zu stellen. Daß dadurch aber wiederum der Verein selbst an Vertrauen sowohl in Bezug auf den Kredit, den er selbst bei anderen Kapitalisten nimmt, als auch in Bezug aus die Solidarhast bei seinen eigenen namentlich den wohlhabenderen Mitgliedern, nur gewinnen kann, liegt auf der Hand.

Die zweite und dritte Forderung, die es ausspricht, daß der Verein nur dispositionsfähige und int Vollgenusse der bürgerlichen Ehrenrechte stehende, also unbescholtene Leute zu seinen Mitgliedern zählen will, ist an sich so klar und selbstverständlich, daß sie einer weiteren Auseinandersetzung nicht bedars.

Richt so einfach liegt es bei der vierten Forderung. In den älteren Raiffeisen'schen Statuten ist nämlich noch ge­sagt, daß niemals solche als Mitglieder eines Darlehnkasfen- vereins ausgenommen werden dürfen, welche bereits einem anderen Kreditvereine angehören. Diese Bestimmung ist in der Absicht gegeben, um zu verhüten, daß von Jemand Schwindel in der Absicht getrieben werde, daß er da und dort Geld aufniinmt und so Verbindlichkeiten eingeht, die er nachher nicht im Stande ist zu erfüllen, wodurch natür­lich der Verein leicht in Schaden kommen konnte. Abgesehen indeß davon, daß ein solcher Schwindel denn doch auf die Dauer wohl schwerlich durchzusühren sein dürfte, glaube ich, daß die in Rede stehende Bestimmung, wenigstens bei uns in ihrer vollen Strenge nicht durchzusühren sein dürfte. Eine große Zahl namentlich der Wohlhabenden in unserem Kreise ist bereits Mitglied des hiesigen Vorschußvereins und diese dürften denn doch wohl schwerlich bereit sein, diese Mitgliedschaft aufzugeben. Es würden also den neu zu gründenden Vereinen durch jene Bestimmung gerade die­jenigen Elemente entzogen werden, die durch Wohlhabff- Heit und Intelligenz in erster Linie dazu berufen sind, Gründung in die Hand zu nehmen.

Diese Erwägung ist es denn auch wohl gewesen, die den Zentral-Verein veranlaßt hat, in den von ihm r^Wrten Statuten die Bestimmung in der Art zu modifist"?- ^b sie nur heißt: Welche nicht gegen den Willen ves^rsiaudes Mitglieder eines anderen Kreditvereins sind.^^m^w liegt auf der einen Seite, daß Jemand, der "s Mitglied