für den
Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederholung entsprechender Rabatt gewährt.
Nr. 1.
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Pastausschlag hinzu.
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|i5|Äl3"B» Bestellungen aus das
Kreisblatt pro I.Quar
tal 1882 werden noch fortwährend von der Expedition sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern entgegeuge- nommen.
Amtliches.
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß bei der Königlichen Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim wiederum ein unentgeltlicher Unterrichtskursus über die Reblaus und zwar in der Zeit vom 9 ten bis 14ten Januar 1882 wird abgehalten werden.
Die Theilnahme an demselben ist besonders Denjenigen zu empfehlen, welche auf Verwendung als Sachverständige bei Revisionen von Weinpflanzungen in Beziehung auf das Auftreten der Reblaus reflectiren.
Kassel den 21. Dezember 1881.
Der Ober-Präsident. Graf Eule n bur g.
' Wie iu den Vorjahren, so werden auch in diesem Jahre die amtlichen Mittheilungen aus den Jahresberichten der Fabrikinspectoren (Gewerberäthe) für das Jahr 1880 in der Verlags-Handlung von Fr. Kortkampf in Berlin, W. Lützow-Straße 61, erscheinen und können direct von dort oder aSch durch jede Buchhandlung bezogen werden. Das Werk ist 47 Bogen stark, auf chamois Velin- Papier und kostet geheftet in einem Bande 11 Mark, elegant gebunden in 2 Bänden 13 Mark. Außerdem liefert die Verlagshandlung die Jahrgänge von 1876 bis 1880 incl. geheftet für den Preis von 37,50 Mark, gebunden in 6 Bänden für 43,50 Mark.
Indem wir die uns unterstellten Behörden, sowie die Besitzer gewerblicher Etablissements hierauf aufmerksam machen, verweisen wir im Uebrigen auf unsere Bekanntmachung vom 20. Juli 1878 (Amtsblatt 1878 S. 173).
Cassel den 21. Dezember 1881.
Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.
Kreis Hersfeld.
Hersfeld, den 2. Januar 1882.
Den Herren Bürgermeistern und Ortsverwaltern des Kreises theile ich im weiteren Verfolge meiner Verfügung vom 4. Oktober v. Js. Nr. 11232 (im Kreisblatt de 1881 Nr. 80) mit, daß ich denselben die festgestellten Verzeichnisse des Pferde- und Rindviehbestandes in der Kürze zusenden werde.
Dieselben haben für die Erhebung der für das Jahr 1882 zu zahlenden Steuerbeträge von:
1) 20 Pfennig für jedes Pferd
2) 10 „ tur Esel, Maulesel und Maul- thiere
3) 5 „ für jedes . Stück Rindvieh durch die Gemeindegelderheber alsbald zu sorgen und die Ablieferung des Hauptbetrages bis zum 15. k. Mts. an die ständische Schatzkasse in Kassel, nach Abzug von 2 £ Erhebegebühren, mittels des bereits zugesandten Ablieferungsscheines, welcher genau nach dem festgestellten Verzeichnisse des Viehbestandes auszufüllen ist, zu bewirken. Selbstverständlich ist das schon erwähnte Specialverzeichniß von den Herren Bürgermeistern zurückzubehalten. 14944, Der Königliche Landrath
Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 4. Januar 1882.
Der unter'm 24. Dezember pr. Nr. 14558 (Kreisblatt Nr. 103) erlassene Steckbrief hinsichtlich des geisteskranken Heinrich Wehnes aus Beiershauseu hat in Folge Ergreifens des 2c. Wehnes feine Erledigung gefunden.
Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Mägde Vorbildungsanstalt.
In der mit dem Marthahause zu Cassel Sack I. verbundenen Mägdebildungsanstalt können jederzeit confirmirte junge Mädchen evang. Konfession aus ordentlicher Familie eintreten, um sich die Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, welche der einfache bürgerliche Haushalt von einem tüchtigen Mädchen fordert. Bei guter Führung besorgt das Marthahaus selbst seinen Zöglingen nach Ablauf der Vorbildungszeit gute, angemessene Stellen. Auch können diese Mädchen wenn sie sich in ihrem Dienste ordentlich betragen, in steter Verbindung mit dem Marthahause bleiben, ihre freien Sonntag-Nachmittage daselbst zubringen und stets auf den Rath und den Beistand desselben rechnen. Der Pensionspreis beträgt 160 Mark jährlich und ist in Monatsraten pränumerando zu entrichten. Die Meldung zum Eintritt kann jederzeit unter Einsendung des Heimaths-, Geburts- und'Confir- mationsscheines, eines Sittenzeugnisses, der schriftlichen Einwilligung der Eltern und eines Garantiescheines für die Zahlung der Pension bei der vorstehenden Schwester des Marthahauses zu Cassel oder bei dem Vorstände des Diakonissenhauses zu Treysa erfolgen.
Treyfa den 16. November 1880.
Der Vorstand des Diakonissenhauses.
poMsche Nachrichten.
Deutschland.
Se. Maj. der Kaiser feierte wie die „Post" mit- theilt, am 1. Januar ein seltenes Fest der Erinnerung. ...... l,....„...,. ... ~----........... ull|M
An diesem Tage waren es gerade 75 Jahre, daß I Kämpfen kommen wird, kann als nahezu zweifel- der damalige Prinz Wilhelm in das in der For- i los betrachtet werden. Die ganze Bocche und die mation begriffene erste Bataillon der preußischen angrenzenden Theile der Herzegowina und Bosniens Garde zu Königsberg eintrat. Es war eine schwere' sind in Gährung und Aufregung und die öster- Zeit, in welcher der Eintritt des jungen Prinzen reichische Regierung wohl oder übel größere Trup- in die preußische Armee erfolgte, die durch die ge- Penmassen nach den aufständischen Gebieten zu wattigen Schläge des Franzosenkaisers bis auf dirigiren.
wenige Trümmer vernichtet war und Niemand | Frankreich,
konnte ahnen, daß Prinz Wilhelm an der Spitze dieser Armee Thaten verrichten würde, denen
Deutschland seine nationale Wiedergeburt verdankt. Heute überblickt Kaiser Wilhelm einen Zeitraum von drei Vierteljahrhunderten, in welcher er der preußischen Armee angehört hat und der Helden-
greis kann auf diese so ereignißreiche Zeit mit dem köstlichen Bewußtsein zurückschauen, stets der Armee ein leuchtendes Vorbild gewesen zu sein und ihr | 77—
jenen Geist eingepflanzt zu haben, durch den sie ^p?^ E^ ^ f^Ä^t ■” ^^ zum Muster aller Heere der Welt geworden ist. ~JJ*„?lV^e^^ erloschen seM ^Dle
In unserer innern Politik tritt die kirchliche
Frage wieder mehr in den Vordergrund der Betrachtungen. In erster Linie sind es die Verhandlungen, "welche der Unterstaatssecretair im auswärtigen Amte, Dr. Busch, während seiner Anwesenheit in Rom mit dem Vatican geführt hat, weiche die Presse lebhaft beschäftigen. Ueber den Inhalt und das Resultat dieser Verhandlungen ist indessen noch nichts Näheres bekannt, doch ist kaum anzunehmen, daß es sich bei denselben, wie ultramontane Blätter behaupten, lediglich um die Besetzung der vacanten Bischofssitze von Osnabrück und Paderborn gehandelt habe, denn zur Erledigung dieser Frage würde es schwerlich so langer Verhandlungen bedurft haben. Aber es ist gewiß, daß diese Angelegenheit von Herrn Dr. Busch in Rom mit zur Sprache gebracht worden ist und nach den Mittheilungen ultramontaner Blätter ist auch, was die Bischofswahl in Osnabrück anbelangt, eine Verständigung zwischen der preußischen Regierung und der Curie erfolgt, indem der bisherige Bisthumsverweserin Osnabrück, Dr. Höting, zum Bischof von Osnabrück ernannt werden soll. In Paderborn hatte das Domcapitel aus der von der Regierung und der Curie vereinbarten Liste den gegenwärtigen Bisthumsverweser Drobe, als den ihm willkommensten Candidaten für das
Bischofsamt bezeichnet, doch hat derselbe seines hohen Alters wegen abgelehnt.
Wie man erfährt, ist es in Aussicht genommen, die zehnwöchentlichen Uebungen der Ersatzreservisten im Etatsjahre 1882i 83 wieder während der Herbstmonate und zwar in der Weise stattfinden zu lassen, daß dieselben anfangs November mit den Recruteneinstellungen beendigt sind. Dringend zu wünschen ist es, daß die Uebungen der Ersatzreservisten nicht, wie es im vergangenen Jahre bei mehreren Armeecorps der Fall gewesen, über den Recruteneinstellungstermin ausgedehnt werden. Die hierdurch bedingte gleichzeitige Ausbildung der Ersatzreservisten und der Recruten bereitet nicht allein den Truppen durch gleichzeitige Abgabe des erforderlichen Ausbildungspersonals sowie durch den Gebrauch der für Uebungszwecke dienenden Räume und Plätze kaum zu überwindende Schwierigkeiten, sondern schädigt auch die sachgemäße Ausbildung beider Kategorien.
Desterreich-U»gar».
Trotz der officiVlen Berichte der österreichischen Regierung über den Aufstand der Bocchesen ist die Lage in Süd-Dalmatien nach wie vor eine kritische. Zwar hat auch der zu den Weihnachtstagen in Wien eingetroffene Statthalter von Dalmatien, Freiherr v. Jowanowitsch, einen verhältnißmäßig günstigen Bericht über die Lage in der Bocche di Cattaro erstattet, aber die meisten aus privaten Quellen stammenden Nachrichten lauten desto uüerfrenlicher. Namemluh stimmen' legere darin überein, daß sich den Aufständischen zahlreiche Montenegriner angeschlossen haben. Daß es im Frühjahr in Süd-Dalmatien zu ernsten
Die Dinge inTunesien nehmen jetzt für Frankreich einen günstigeren Verlauf. Es sind Anzeichen vorhanden, daß sich auch der einzige noch aufstän- dische Stamm, der der Hammamos, unterwerfen wird. Der größte Theil desselben, etwa 2300 Zelte umfassend, wurde bereits am 27. Dezember in Gafsa erwartet, um sich zu unterwerfen. Der übrige Theil dieses Stammes ist ebenfalls zur
Colonne des General Delebeque, welche in Süd- Oran (Algerien) operirte, hat ihre Beobachtungs- Posten wieder eingenommen, nachdem sie die Insurgenten vollständig auf marokkanisches Gebiet zurückgedrängt hat.
Italien.
Die italienische Presse beschäftigt sich jetzt eingehend mit der römischen Frage und die maßgebenden Journale führen eine ganz entschiedene Sprache gegen den Vatican. Namentlich betont das „Diritto", daß die italienische Einheit wieder in Frage gestellt würde, wenn Rom dem Papste wieder überlassen werden sollte, zugleich hebt das Blatt hervor, daß Italien in seinem Verhältnisse zum Papste keine Einmischung einer dritten Macht dulden werde. Dagegen versichert das Blatt, daß die italienische Regierung nichts unternehmen würde, was die durch das Garantiegesetz dem Papste gewährleistete Freiheit und Unabhängigkeit bedrohen könnte. — Am Sonnabend empfing König Hum- bert die Mitglieder des diplomatischen Corps mit dem üblichen Ceremoniell.
Rußland.
Das Executiv - Comite der russischen Nihilisten hat neuerdings eine kurze Proklamation. erlassen, in welcher die Meinung, daß das ^tMt au>