aus, daß der oberste Grundsatz der >Thierproduktionslehre: „Züchten nach Leistungsfähigkeit" endlich mehr Beachtung bei der Bienenzucht finden möge, dann würde auch der kostspielige Rassen- schwindel sein Ende erreichen, das sei auch noch als Verdienst der Erfurter Versammlung zu re- gistriren, daß dieselbe über dieses Treiben den Stab gebrochen und anerkannt, daß unsere einheimische Biene, wenn richtig gezüchtet und behandelt, alles leiste, was die importirten leisten sollen!
Als Ort für die VII. Wanderversammlung wurde mit Rücksicht auf das Seminar Homberg gewählt nnd soll dieselbe tagen zu einer Zeit, wo das Seminar keine Ferien hat.
Die Ausstellung bot des «schönen, Guten und Belehrenden viel. Pfarrer Quentel-Nieder-Dünze- bach hatte in einer praktischen Beute alle möglichen Bienenarten zu einem Volk vereinigt. Lehrer Möhl- Asbach ein Krainer Originalvolk ausgestellt, Honig und Wachs und die verschiedensten Geräthe und Lehrmittel gaben Imkern und Nichtimkern Veranlassung zum Denken, Nacheifern und Kaufen. Wie- gand-Altenbauna hatte einen sinnreich konstruirten Beobachtungsstock, Erdwachs aus Baku am Cas- Pisee und Maissyrup (Chilihonig!) ausgestellt. Das Preisrichterkollegium hatte 8 Ausstellern Ehren- diplome zuerkannt und 52 Gegenstände zur Ver- loosung angekauft, darunter eine von Wimmer- Holzhausen erfundene einfache Mittelrandpresse, die geeignet scheint, einem lang gefühlten Bedürfniß abzuhelfen.
Das Festessen machte Vater Kniese alle Ehre und befriedigte vollständig. Während desselben gedachte der Vorsitzende unseres allverehrten Heldenkaisers, der auch die Bienenzucht schätzt, schützt und fördert.' Pfarrer Siebert-Wölfershausen hob die Verdienste des Geh. Rath Wendelstadt um unseren Verein hervor, Pfarrer Quentel-Nieder-Dünzebach ließ den Vorsitzenden leben und dieser ergriff nochmals das Wort, um die hessischen Frauen zu mahnen, an der Frau Kronprinzessin und deren erlauchten Schwiegertochter ein Beispiel zu nehmen, die Bienenzucht zu fördern, dann würde manches besser werden, weiselrichtig sei Hauptsache beim Bienenvolk, d. h. ein Weisel müsse da fein und dieser Weisel richtig sein, das müsse auch bei Bienenzüchtern der Fall sein. Auf diese Weiselrichtigkeit stießen Alle freudig an.
Zu wünschen wäre nun, daß wie die Versammlung schön verlaufen, auch ihre Nachwirkung für den Verein und seine Bestrebungen eine wahrnehmbare sein möge. (L. Z.)
Vermischtes.
— München, 12. Dec. (Ein blutiger Streit um eine Zeitung.) Heute Mittag 1$ Uhr erhielt im Börsen-Cafs der als Gast anwesende Kaufmann Obermeier von einem Landwehr-Lieutenant in Civil drei schwere Dolchstiche in den Unterleib, wovon einer tödtlich sein soll. Beide waren wegen einer
Zeitung, die Jeder zuerst liefen wollte, in Streit gerathen. Der Thäter wurde an Ort und Stelle verhaftet, der Schwerverletzte in das allgemeine Krankenhaus verbracht.
— (Heiteres iu ernster Zeit.) Einige Herren in Wien, die den langen Arm der strafenden Gerechtigkeit seit Längerem gegen sich ausgeholt sahen, wollten die gegenwärtige Situation in besonders Pfiffiger Weise für sich ausnützen. Verschiedene Taschendiebe, Einbrecher ec., die steckbrieflich verfolgt waren, begaben sich zur Polizeidirection, um sich daselbst mit größter Seelenruhe als vermißt anzugeben. Als Opfer des Ringtheaters konnten sie dann hoffen, daß sie als todt weiteren Verfolgungen entgehen würden. Indessen wurden von Seite des Sicherheitsbureaus auch diese Listen der Vermißten nach verschiedenen Standpunkten studirt und bei den Personalkenntnissen, die man eben nach dieser Richtung benutzt, dürfte den verschiedenen steckbrieflich beschriebenen Herren die Verbergung unter den Listen der Vermißten nicht viel nützen.
— Der Prozeß gegen Guiteau wird täglich scandalöser. Noch immer werden Zeugen vernommen, welche die Unzurechnungsfähigkeit des Angeklagten beweisen sollen nnd deren Vernehmung artet, wie bei dem Dr. Spitzka aus Newyork, iu ein unanständiges Gezänk zwischen Ankläger, Zeugen und Angeklagten aus. Die Langmuth, mit welcher die schlagfertige Frechheit des Angeklagten ertragen wird, übersteigt alle Begriffe. Er durfte z. B. dem Distriktsanwalt Mr. Corkhill sagen: „Es ist die einstimmige Meinung des amerikanischen Volkes, das Sie, Corkhill, ein rechter Esel sind. Dieser Herr (der Zeuge Dr. Spitzka) ist ein ehrlicher Mann, und wenn Ihr Schädel nicht so dick wäre, würden Sie das selbst einsehen." Es kommen jetzt die Zeugen der Regierung an die Reihe, welche beweisen, daß Guiteau zurechnungsfähig ist. „Doktor, ich frage Sie," wandte sich Guiteau an den Zeugen Dr. Barker, „wenn ein Mensch durch einen Drang, dem er nicht widerstehen kann, gezwungen wird, ein Verbrechen zu begehen, ist er dann bei Verstand oder nicht?" Zeuge: „Wenn das bewiesen ist, so liegt allerdings Wahnsinn vor." Darauf sagte Guiteau mit sehr selbstzufriedener Meine: „Das ist gerade mein Fall" und dann sich zu seinem Anwalt wendend: „Jetzt wollen wir eine Pause machen, ich bin hungrig." Und in der That wurde dann eine Pause gemacht.
— (Zur Behandlung der Stahlfedern.) Wenn man eine neue Stahlfeder vor dem Eintauchen in eine frisch zerschnittene Kartoffel steckt, so läßt sie sofort die Tinte gut gehen. Ist eine Feder mit einer Kruste von verdrockneter Tinte überzogen, so genügt es, sie ein- oder zweimal in eine Kartoffel zu stoßen, um sie zu reinigen. In manchen englischen Comptoiren befindet sich auf den Schreibtischen eine Kartoffel, in die man, wenn man auf- hört zu schreiben, die Feder steckt.
— Auch auf Neuseeland sind, ähnlich wie auf
dem Festland von Australien, die Sperlinge zur Landplage geworden, und man bereut jetzt die Thor- Heit, fie vor einem Dezennium aus Europa einge- fuhrt zu haben. Farmer der Provinz Canterbury vergifteten in diesem Jahre durch vergiftete Wcizen- körner eine solche Menge Spatzen, daß man sie scheffelweise zusammenlesen konnte.
— Treue Liebe. Die Pekinger Zeitung bringt die interessante Nachricht, daß die Tochter des ehemaligen chinesischen Gesandten in London, Quosong-Tao, deren Gatte Tzo-tzü vor einigen Wochen lebensgefährlich erkrankt war, sich aus Liebe zu demselben ein Stück Fleisch aus dem Arm geschnitten und es ihm in die Arznei gegeben habe, damit er schneller gesunde. Als nun der Kranke dennoch starb, da hungerte sich die treue Gattin zu Tode.
— (Schneller Bau.) Vielleicht die schnellste, je in Amerika vorgekommene Herstellung einer Eisenbahn erfolgte auf der Strecke, welche speciell für den Zug des Präsidenten Garfield in Long-Branch gebaut wurde. Der Directions-Assistent Stearus von der New-Jersey-Centralbahn gab am 5. September |um 12 Uhr 46 Minuten Mittags dem Bahnmeister Murtangh telegraphisch Befehl, einen neuen Schienenstrang von der Hauptlinie in El- beron nach Franklin-Coltage, eine Entfernung von 3420 Fuß, zu legen. Um 3 Uhr Nachmittags wurden die Erdarbeiten zunächst nur mit 12 Mann begonnen; von da ab brächte jeder Zug Arbeiter hinzu, bis um 7 Uhr Abends 351 geübte Arbeiter zur Stelle waren; der Arbeitszug mit Oberbau- materialien langte um 7 Uhr 15 Minuten Abends an. Die erste Schiene wurde um 7 Uhr 45 Minuten Abends und die letzte am 6. September um 2 Uhr 40 Minuten Morgens gelegt. Nach kurzer Ruhepause nahm man die Arbeit um 5 Uhr Morgens wieder auf uud vollendete die Eisenbahn bis 9 Uhr Vormittags. Die Herstellung hatte also nur 24 Stunden in Anspruch genommen. Durch mehrmaliges Befahren mit einer Maschine wurde sodann die sichere Ausführung der Arbeit dargethan. Die Verwaltung erließ ein besonderes Dankschreiben an die betheiligten Beamten für ihre schnelle und wirksame Arbeit.
Schiffsbrricht der Red Star Line.
A n t w e r p e n, 17. Dezember. Der Postdampfer Vader!and, Capt. Beynon, ist nach New-Iork abgegangen.
N e w - N o r k, 18. Dezember. Der Postdampfer Bei gen land, Capt. Stokes, ist von Antwerpen *v , angekommen.
Weizen 100 Kilogr. 23 M. 85 Pf. bis 24 M 25 Pf. Roggen 100 Kilogr. 20 M. — Pf. bis 20 M. 40 Pf. Gerste 100 Kilogr. - M. — Pf bis - M. - Pf. Hafer 100 Kilogr. 16 M. — Pf. bis 17 M. - Pf.
ANZEIGEN.
UMUMU
Mit dem 10. d. Mts. sind im Wagenladungs-Verkehr zwischen verschiedenen Stationen der Strecke Bebra-Frankfurt a. M. einerseits und Cafsel (Unterstadt) andererseits directe ermäßigte Sätze eingeführt.
Frankfurt a. M., den 16« Dezember 1881«
Königliche
Eisenbahit-Uirecüon.
Dienstag den 27« d. Mts.
von Morgens 10 Uhr ab, sollen im Schweinsberg’fdöen Gasthause zu Heringen aus den Distric- ten Lehnberg und Steinkops
72 Stück Nadelholz-Nutzholzabschnitte V. Classe mit ca. 13 Festmcter versteigert werden.
Heringen, den 16. Dezember 1881.
Der Oberförster Spreu gel.
Mein Commissionßlager deutscher, französischer, ungarischer und Tokayer rc.
Weine & natürliches Selterwasser halte bestens empfohlen.
JE. ISirsch bergen
G nbmission»
Zur Erbauung einer schiefgewölbten 3bogigen Brücke in Cementmörtel, ü Bogen 7,5 m Spannweite und 0,93 m Pfeilhöhe, über den Uoillgon- bach im Dorfe Baselers Kreis Hünfeld, Banbezirk Hersfeld, sollen die zur Ausführung kommende Erd-. Maurer- und Waffer- haltungS-Arbeiten excl. Mate- riaUkfermigen, an einen routinir- ten Unternehmer vergeben werden.
Die Zeichnungen sind im Büreau des Unterzeichneten einznsehen und können Offerten mit Bedingungen gegen Erstattung der Copialgebühren von da bezogen werden.
Versiegelte mit der Aufschrift „Offerte auf den Brückenbau über den Heiligenbach im Dorfe Rasdorf“
versehene Offerten, sind spätestens bis zum
2b. Dezemhev e.
Vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, bei mir ein- zureichen.
Hersfeld, am 10. Dezember 1881. Der ständische Baumeister
- Xyland er.
WfeaÄIR®» Unsere heutige Nr. bringt für alle Aonnenten eine Extra-Beilage des
rühmlichst bekannten Benedictiner Doppelkräuter-Magenbitter von C. Pingel in Göttingen, Niederlage in Hersseld bei Herrn Gebr. Schreiber.
Bibeln mit und ohne Beschlag, Stacks Gebetbücher, Gesangbücher in schöner großer Auswahl empfiehlt gut gebunden zu billigen Preisen
T/i. H^einhos,
Neumarkt 607.
Geschäftsbücher
in allen Liniaturen aus der rühmlichst bekannten Fabrik von J. C. König & Ebhardt in Hannover empfiehlt zu Original Fabrikpreis^
A>. Sauer,
Mein Lager in ~ deutschen, französ. griechischen, Tokayer und Ungar-Weinen
^ktenbogen und
Strafverfügungen
halte hiermit bei billigster Preis- s empfiehlt
stellung bestens empfohlen. i Ludwig Funks Buchduckerei. H. Schwärzet «nHawannMiManni
Ein junges ordentliches Mädchen
welches mit Kindern umzugehen der steht, wird sofort gesucht von
J. Schnchart.
LOTMark-Lj^ der beim Gebrauch von Kothe’s Zahnwasser a Flacon 60 Pfg. jemals wieder Zahnschmerzen > bekommt oder aus dem Munde riecht.
Joh. George Kothe Nachf. H.GritterS Berlin 8. Prinzenstr. 99.
In Bebra zu haben bei Abraham Apfel.___________________________
Ghristßaumkichte und
Ch ristbaum-Verzierunge n empfiehlt
irr. Sauer.
Formulare zu