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für den

JVreis ßersseld.

Nr. 92. Mittwoch den 16. November 1881.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Corpuszeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, am 12. November 1881.

Die Herren Localschulinspectoren des Kreises ersuche ich in Gemäßheit einer Verfügung der Königlichen Regierung zu Cassel ergebenst, über den Stand der ländlichen Fortbildungsschulen Ihrer Bezirke während des Schuljahres 1880181 eine tabellarische Uebersicht nach Maßgabe des unten abgedruckten Schemas, eventuell eine Negativ-An­zeige bis zum 28. d. Mts. gefälligst an mich gelangen zu lassen und dabei zugleich die etwa

Hersfeld, am 15. November 1881.

Der Maurer Nikolaus Hunstein zu Reckerode, 24 Jahre alt, hat um Entlassung aus dem preußischen Unterthanenverbande behufs Auswan­derung nach Amerika nachgesucht.

12805. Der Königliche Landrath ___________ Freiherr von Broich.__

Hersfeld, am 15. November 1881.

Der Vicebürgermeister Ackermann Georg Ru- dolph Wieg and von Philippsthal, 38 Jahre alt, ist heute als Ortstaxator eidlich verpflichtet worden.

12825. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 14. November 1881.

Die Witwe Schüt rümpf, jetzt verwitwete Nüger, zu Courode, 53 Jahre alt, hat um Er- theilung eines Reisepasses, und deren Sohn Jo­hann Christoph Adam Schütrumpf idaselbst, 21 Jahre alt, um Entlassung aus dem preußischen Unterthanenverbande behufs Auswanderung mach Amerika nachgesucht.

12800. Der Königliche Landrath _______________Freiherr von Broich.__,

Hersfeld, am 11. November 1881.

Für Siebert Thomas aus Cleba, 19 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem preußischen Unter- thanenverbandebehufs Auswanderung nach England nachgesucht worden.

12695. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Brostch.

Gefunden: ein' Portemonnaie. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Rothensee. Gefunden: eine Vorkette. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Kleinensee.

Bekanntmachung.

Nach Versetzung des Herrn Lehrers Knörr ist dessen Amtsnachfolger dem Herrn Lehrer Damm in Gethsemane die Verwaltung der Zahlstelle der Kaiser Wilhelms-Speude übertragen worden.

Derselbe nimmt Einlagen an, ertheilt Auskunft und verabfolgt Prospekte und Anmeldeformulare.

Unsere Anstalt wird erst durch Aushändigung der von uns ausgestellten Versicherungs-Urkunden, Einlage-Quittungen und Rückgewährscheine ver­pflichtet. Diese Urkunden werden in längstens 8 Wochen nach der Einzahlung von der Zahlstelle gegen Rückgabe der von ihr ertheilten Quittungen

behufs Bewilligung von Staatsbeihülfen für die­jenigen Lehrer, welche aus Mitteln des Kreises oder Seitens der nachweislich unvermögenden Ge­meinden im Verhältnisse zu ihren Leistungen nicht genügend remunerirt werden, die nöthigen Anträge einzubringen, bezw. diese Anträge in der Rubrik Sonstige Bemerkungen" unter Angabe der von den betreffenden Gemeinden gegenwärtig zu zah­lenden Staats- und Communalsteuern, sowie der sonstigen, das Erforderniß eines staatlichen Zu­schusses erheischenden Verhältnisse näher zu be­gründen.

12688. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

über die Einzahlung ausgehändigt.

Berlin W., Mauerstr. 85 im November 1881.

Direktion der Kaiser Wilhelms-Spende.

Stämmler.

Zur Vornahme der ersten Prüfung der Aspi­ranten für den einjährig freiwilligen Militairdienst des Jahres 1882 ist als Anfangs-Termin der 1. März 1882 festgesetzt worden.

Diejenigen jungen Leute, welche an dieser Prü­fung Theil nehmen wollen, haben ihr deßhalbiges Gesuch spätestens bis zum 1. Februar 1882 bei der unterzeichneten Commission einzureichen und in demselben anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen sie geprüft zu sein wünschen.

Dem bezüglichen Gesuche sind beizu fügen

1) ein Geburtszeugniß;

2) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vor- ' wundes mit der Erklärung über die Bereit­willigkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen;

3) ein Unbescholtenheits-Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehr­anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit des Wohnorts oder ihre Vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist und

4) ein von dem Cadidaten selbst geschriebener Lebenslauf.

Die unter 1 bis 3 genannten Atteste müssen im Original eingereicht werden.

Cassel am 28. October 1881.

Königliche Prüfungs-Commission für Einjährig-Freiwillige.

PoMische Nachrichten.

Deutschland.

Die Nachricht von der schweren Erkrankung des Großherzogs von Baden hat in ganz Deutschland innige Theilnahme hervorgerufen, welche Theil­nahme durch die nahen verwandtschaftlichen Be­ziehungen des Fürsten zu unserem Kaiserhause noch erhöht wird. Die Kaiserin, der deutsche Kronprinz, der Erbgroßherzog von Baden und der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden weilen am

Krankenlager des Großherzogs, die letzten Mitthei­lungen über dessen Befinden lallten erfreulicher Weise nicht mehr so besorgnißerreaend wie zuerst und man giebt sich darum der Hoffnung hin, daß es der kräftigen Natur des Großherzogs von Baden und der ausgezeichneten Pflege, welche ihn umgiebt^ gelingen werde, seine Genesung Herbeizuf ühren.

Der Reichskanzler Fürst Bismarck, welcher am» Sonnabend Abend von Varzin in Berlin einge­troffen ist, hatte am Sonntag eine längere Confe- renz mit dem Kaiser. Was zwischen dem Monarchen und dem Kanzler gesprochen oder verabredet worden ist, entzieht sich natürlich für jetzt noch der allge­meinen Kenntniß. Indessen kann man doch an­nehmen, daß die Reichstagswahlen und die mit denselben in Zusammenhang stehenden Fragen den Gegenstand dieser Conferenz gebildet haben. Die Entscheidung in der neuestenKanzlercrisis" steht demnach unmittelbar bevor und es steht mit Zuver­sicht zu hoffen, daß der Kaiser auch diesmal sich für die von seinem Kanzler inaugurirte Politik auf dem inneren Gebiete entscheiden werde, daß er auch jetzt einem eventuellen Entlassungsgesuch des­selben seinNiemals!" entgegensetzen werde.

Die mexikanische Regierung hat den Handels­und Schifffahrtsvertrag mit dem deutschen Reiche vom Jahre 1869 gekündigt. In welcher Weise die ferneren Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko geregelt werden sollen, steht noch dahin.

Der Unterseeretair der päpstlichen Congregation für außerordentliche geistliche Angelegenheiten, Spolverini, wird nach München gehen, um die Geschäfte der dortigen Nuntiatur bis zur Ankunft des Nuntius Di Pietro aus Rie de Janeiro zu leiten.

Oesterreich,Ungar«.

Der österreichische Reichsrath ist am Montag zu einer Session zusammengetreten, die vielleicht nach mehr als einer Richtung sich interessant ge­stalten dürfte. Jedenfalls wird die Verfassungs­partei einen neuen Sturmlauf gegen die Stellung des Ministeriums Taaffe unternehmen, welches sich dagegen wieder auf die Rechte und die Czechen und Polen stützen wird. Ob sich die beiden Gruppen der Verfassungspartei in der neuen Reichsrath- Session endlich zu einer einzigen liberalen Partei zusammenfinden werden, ist noch fraglich, doch sind Vorschläge zu einer Einigung beider liberaler Gruppen bereits gemacht. Der Statthalter von Dalmatien, F. Z. M. v. Rodich, ist in den Ruhe­stand versetzt und F. M. L. v. Janovic zu seinem Nachfolger, sowie zum Commandanten von Zara ernannt worden.

Frankreich.

Aus dem Chaos von Gerüchten über die Zu- samniensetzung des Cabinets Gambetta läßt sich noch immer kein fester Kern herausschälen. Das Paris-Journal" will wissen, daß selbst Freycinet, Leon Say und Ferry, welche noch kürzlich als Mitglieder des neuen französischen Ministeriums bestimmt bezeichnet wurden, im Cabinet Gambetta nicht vertreten sein würden, da dieselben, als all- zugroße Anhänger des status quo, sich mit Gam­betta nicht hätten einigen können. Die Schwierig­keiten, aus die Gambetta bei der Bildung seines Ministeriums stößt, scheinen also größere zu sein als er selbst erwartet haben mochte und man wird vielleicht ein aus den verschiedensten republika­nischen Parteischattirungen zusammengesetztes Mi­nisterium schließlich entstehen sehen. Die fran­zösischen Colonnen, welche die Expedition nach Kairouan bildeten, haben zum Theil den Rück­marsch nach dem Norden Tunesiens angetreten.