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Krei-Mblatt

für den

Areis ßerssew.

Nr. 36. Mittwoch den 4. Mai ~ 18817

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstalten lemmt der Prstausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Corpuszeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet.

ämtficQes.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, am 29. April 1881.

Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom heutigen Tage 5086, in voriger Kreisblatts-Nummer, die Eintheilung des Kreises in Jmpfstationen betreffend, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß daß die Impf- und Revisions-Termine für sämmtliche Jmpfbezirke des Kreises Seitens des Jmpfarztes Herrn Kreisphysikus Dr. Ahlborn dahier für das Jahr 1881 wie folgt festgesetzt worden sind.

1. Station Hersfeld.

Impfung: Donnerstag den 9. Juni Vormittags 9 Uhr der im Jahre 1880 geborenen und vom Vorjahre restirenden Kinder aus der Stadt Hersfeld.

Revision: Donnerstag den 16. Juni Vormittags9 Uhr. Impfung: Freitag den 10. Juni Nachmittags 3 Uhr der zur Station Hersfeld gehörigen aus­wärtigen Kinder und Schüler.

Revision: Freitag den 17. JumNachmittagsßllyr Impfung: Sonnabend den 11. Juni Nachmittags 2 Uhr der das 12. Lebensjahr zurückgelegt habenden Schüler der Stadt Hersfeld.

Revision: Sonnabend den 18. Juni Nachmittags 2Uhr. 2. Station Widdershausen.

Impfung: Dienstag den 14. Juni Morgens 8 Uhr.

Revision: Dienstag den 21. Juni Morgens 8 Uhr. 3. Station Heringen.

Impfung: Dienstag den 14. Juni Morgens 10 Uhr. Revision: Dienstag den 21. Juni Morgens 10 Uhr. 4. Station Heimboldshausen.

Impfung: Dienstag den 14. Juni Mittags 12 Uhr. Revisiou: Dienstag den 21. Juni Mittags 12 Uhr. 5. Station Philippsthal.

Impfung: Dienstag den 14. Juni Nachmittags 1 Uhr. Revision: Dienstag den 21. Juni Nachmittags 1 Uhr. 6. Station Sorga.

Impfung: Montag den 20. Juni Nachmittags 2 Uhr.

Revision: Montag den 27. Juni Nachmittags 2 Uhr.

7. Station Friedewald.

Impfung: Montag den 27. Juni Nachmittags 4 Uhr.

Revision: Montag den 4. Juli Nachmittags 4 Uhr.

8. Station Schenklengsfeld.

Impfung: Donnerstag den 23. Juni Nachmittags 2 Uhr.

Revision: Donnerstag den 30. Juni Nachmittags 2 Uhr.

9. Station Ransbach.

Impfung: Donnerstag den 23. Juni Nachmittags 4 Uhr.

Revision: Donnerstag den 30. Juni Nachmittags 4 Uhr.

10. Station Asbach.

Impfung: Dienstag den 28.Juni Nachmittags 2 Uhr. Revision: Dienstag den 5. Juli Morgens 9 Uhr. 11. Station Niederaula.

Impfung: Dienstagden28. Juni Nachmittags 4 Uhr. Revision: Dienstag den 5. Juli Morgens 9 Uhr. 12. Station Friedlos.

Impfung: Freitag den I.Juli Nachmittags3Uhr. Remston: Freitag den 8. Juli Nachmittags 3 Uhr. 13. Station Kirchheim.

Impfung: Dienstag den 5. Juli Vormittags 11 Uhr. Revision: Dienstag den 12. Juli Nachmittags 4 Uhr. 14. Station Frielingen.

Impfung: Dienstag den 5. Juli Mittags 12 Uhr. Revision? Dienstag den 12.Juli Nachmittags 5 Uhr. 15. Station Unterhaun.

Impfung: Montag den 11. Juli Nachmittags 3 Uhr. Revision: Montag den 18. Juli Nachmittags 3 Uhr.

16. Station Holzheim.

Impfung: Mittwoch den13.JuliNachmittags 3 Uhr. Revision: Mittwoch den 20. Juli Morgens 8z Uhr.

17. Station Obergeis.

Impfung: Freitag den 15. Juli Nachmittags 3 Uhr. Revision: Freitag den 22. Juli Nachmittags 3 Uhr.

In der Stadt Hersfeld findet die Impfung und Revision im oberen Rath­haussaale statt; in den übrigen Jmpf­stationen des Kreises werden hierzu die Schulräume benutzt.

Die sämmtlichen Herren Ortsvorstände rc. der betheiligten Gemeinden und Gutsbezirke haben diese Termine alsbald aufortsübliche Weise zuwieder- holten Malen bekannt machen zu lassen und namentlich dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden resp, wiederzuimpfenden Kinder und Schüler pünktlich an Ort und Stelle sind; die Herren Bürgermeister der Jmpfstationsorte haben außerdem für Bereithaltung des Jmpflokales und Stellung der erforderlichen Schreibhülfe beim Jmpf- geschäft zu sorgen.

5086. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Politische Nachrichten-

Deutschland.

Wiesbaden, 2. Mai. Se. Majestät der Kaiser unternahm gestern mit der Frau Groß- Herzogin von Baden, welche bei ihrer am Sonnabend Abend erfolgten Ankunft auf dem Bahnhöfe von Sr. Majestät empfangen worden war, eine Spazier­fahrt, überall von dem zahlreichen Publikum mit sympathischen Kundgebungen begrüßt. Abends erschien Se. Majestät mit der Frau Großherzogin zum ersten Male im Theater und wurde von dem Publikum mit einem dreimaligen enthusiastischen Hoch empfangen, während das Orchester die Na­tionalhymne intvnirte.

Der.Schwerpunkt der parlamentarischen Arbeiten in dieser Woche liegt weniger in den am Donners­tag wieder beginnenden ReichStags-Verhandlungen, als in den Commissionsberathungen. Die wich­tigeren Vorlagen, wie die Steuervorlagen, die Entwürfe, betreffend das Arbeiterversicherungsgesetz und das TrunksuchtSgesetz, ferner die Novellen zum Gerichtskostengesetz und zu §. 35 der Gewerbe- Ordnung, haben im Plenum des Reichstages theils die erste, theils die zweite Lesung passirt und un­terliegen in den betreffenden Commissionen bereits eingehender Berathung. Da die Commissionen unter Hinblick auf das zu bewältigende Arbeits­material und die knapp zugemessene Zeit gezwungen sind, fast sämmtlich gleichzeitig zu tagen, so erwies sich die eingetretene kurze Pause in den Plenar- Sitzungen des Hauses allerdings als eine nicht zu umgehende Maßregel.

Das Kaiserliche statistische Amt behandelt gegen­wärtig die Lage der wichtigsten Gewerbe im Deutschen Reiche monographisch auf Grund der gewerbestatistischen Aufnahme von 1875. Das vor Kurzem erschienene Märzheft der Reichsstatistik enthält sehr interessante Mittheilungen über die wichtigsten Nahrungsgewerbe in Deutschland, aus denen wir entnehmen, daß in Deutschland in ge­nanntem Jahre 77,427 Fleischereien, 79,252 Bäckereien und 59,908 Mühlenbetriebe gezählt wurden. Diese drei Gewerbe beschäftigten zusam­men 376,284 Personen, d. h. 8,8 pro Mille der gesammten Bevölkerung oder etwa 14,0 pro Mille aller ihrem Alter.nach zu productiver Arbeit Fähigen. Gegenüber dem Auslande erweist sich die Zahl der Müller im deutschen Reiche sehr groß. Soweit

ermittelt werden konnte, ist dieselbe in keinem fremden Staate auf gleiche Einwohnerzahl höher. Hinsichtlich der Fleischer steht das Reich nur hinter England mit Wales, hinsichtlich der Bäcker hinter England, Schottland und den Niederlanden zurück. Schweden und die vereinigten Staaten von Nord- Amerika erreichen kaum ein Drittel des verhält- nißmäßigen Bestandes der Nahrungsgewerbe im deutschen Reiche.

Am vergangenen Sonnabend fand in München das feierliche Leichenbegängmß des so rasch dahin- geschiedenen Generals v. d. Tann statt. Der Kaiser wurde durch General v. Stülpnagel, der deutsche Kronprinz durch Generalmajor Mrtschke vertreten; Abordnungen des 47. preußischen und des 11. bayrischen Regiments, sowie aller anderen bayrischen Regimenter folgten dem Sarge. Durch Armee­befehl hat König Ludwig angeordnet, daß die Offi­ziere der bayrischen Armee drei Tage, die Offiziere des 11. Infanterie-Regiments sieben Tage Trauer anzulegen haben. 3

Oesterreich.

Der nationale Zwiespalt in Oesterreich Ischeint seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Von allen Seiten treten die Czechen, Polen, Slovenen und wie sonst all die Halb- und Viertelnationen im Donaustaate heißen mögen, mit Forderungen gegen das Deutschthum auf und das letztere selbst ist tief in sich gespalten. Ueberall lautet die Parole: Nieder mit der deutschen Sprache! und in diesem Sinne concentriren sich hauptsächlich die Bestre­bungen der Czechen in Böhmen und Mähren, der Polen in Galizien, der Slovenen in Krain und Kärnthen auf Verdrängung des deutschen Idioms aus Schule und Gerichtssaal. Das Ministerium Taaffe aber begünstigt offenbar dieses Treiben der deutschfeindlichen Elemente, ohne zu bedenken, daß dasselbe seine Spitze eines schönen Tages geg^n das Ministerium Taaffe selbst richten könnte.

Frankreich.

Die militairischen Operationen der Franzosen in Tunis nehmen durchaus nicht den geträumten raschen Verlauf. Vor Allem scheint das französische Ober- commando den Umstand nicht genug in den Bereich seiner Combinationen gezogen zu haben, daß jetzt in Nord-Afrika die Periode der Frühjahrsregengüsse. herrscht, denn in den noch immer spärlich genug von dem tunesischenKriegsschauplatze" einlaufenden Berichten tönt die Klage wieder, daß den franzö­sischen Truppen das Marschiren außerordentlich durch die heftigen Regengüsse erschwert würde. Im Uebrigen ziehen sich die tunesischen Truppen stets vor den Franzosen zurück und auch dieKru- mirs haben bis jetzt nur schwache Versuche, zum Widerstände gemacht, die französischen Erfolge sind also sehr wohlfeil errungen. Am Sonna­bend fand in Paris das Leichenbegängnjß des Publicisten Emile de Girardin's unter zahl­reicher Betheiligung von Notabilitäten der poli­tischen und literarischen Welt statt. Alle Pariser Deputirten, auch der Kammerpräsident Gambetta und fast sämmtliche CabinetSmitglieder waren mit anwesend; Präsident Grevy war durch General Pittie vertreten.

England.

Die englische Presse, auch liberale Blätter nicht ausgenommen, hat es bekanntlich herb getadelt : daß der Premier Gladstone im Parlamente nicht einige, das Andenken Lord Beaconfield's ehrende Worte finden konnte. Der Marquis von Harting- ton, der Minister für Indien, hat nun dieses un- ! begreifliche Versehen seines Chefs wieder gut zu