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Wer zu diesen Terminen nicht einberufen werden kann, darf bei entstehenden Vacanzen in dieUnter- osfizier-Schulen zu Potsdam, Biebrich und Weißen­fels bis Ende December, in die Unteroffizier- Schulen Jülich und Ettlingen bis Ende Juni ein­gestellt werden, vorausgesetzt, daß derselbe dann noch allen Aufnahmebedingungen genügt.

13) Füsiliere der Unteroffizier-Schulen, biejtä) durch mangelhafte Führung oder durch zu geringe Leistungen als nicht geeignet für den Unteroffizier- beruf erweisen, werden aus den Unteroffizier-Schulen entlassen. Solchen entlassenen Freiwilligen wird die in den Unteroffizier-Schulen zugebrachte Dienst­zeit bei der Erfüllung ihrer aktiven Dienstpflicht in der Armee nicht in Anrechnung gebracht.

14) Während ihrer Dienstzeit in der Unter­offizier-Schule erhalten bei guter Führung die­jenigen Füsiliere, welche in die Heimath beurlaubt werden, sofern diese über 75 km von der Garnison der Unteroffizier-Schule entfernt ist, eine einmalige Reise-Entschädigung. Die Entschädigung wird für die ganze Fahrt abzüglich einer Strecke von 75 km gewährt. Während dieser Beurlaubung wird den Füsilieren die volle Löhnung bis zur Dauer von 4 Wochen belassen.

Berlin, den 7. October 1880.

Kriegs-Ministerinm. v.^kameke.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, am 24. Februar 1881.

Am 12. d. Mts. wurde am Werra-Ufer zwischen

Widdershausen und Dankmarshausen die Leiche eines Mannes gefunden, welche schon in Verwesung übergegangen war. Der Verlebte war ungefähr 60 Jahre alt, von kräftiger Statur, mit weißem Backenbart, eine blaue gestrickte Unterjacke, eine schwarze geflickte Hose und halblange Stiefeln bildeten die Bekleidung.

Die Leiche hat muthmaßlich schon 4 bis 6 Wochen im Wasser gelegen.

Wer über die Persönlichkeit des Aufgefundenen Auskunft zu geben vermag, wird um bezügliche Mittheilungen anher ersucht.

1917. r '...... " ' "

gleich nach der vielbesprochenen Herrenhaussitzung angefangen hat, dauert fort und dürfte vor Schluß der Hochzeitsfestlichkeiten kaum beigelegt werden. Graf Eulenbnrg beharrt bei seinem Entlassungs- . , gesuche trotz der vom Fürsten Bismarck selbst im

Der Königliche Landrath I Herrenhaus abgegebenen Erklärung, daß keine Freiherr von Broich. principielle Meinungsverschiedenheit zwischen ihm Hersfeld, am 23. Februar 1881. und dem Grafen Eulenburg, und demnach auch Für den Schiedsmannsbezirk Eitra ist an kein Grund für einen Ministerwechsel da sei. In Stelle des verstorbenen Lehrers Weiß der Fabri- dem Grafen Eulenburg nahestehenden Kreisen fant Wilhelm Baldus zu Eitra als Stellvertreter heißt es, derselbe werde keineswegs im Ministerium des Schiedsmannes gewählt und beeidigt worden, verbleiben. _ „

was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge- •« « «hh ha 11 an a t aj» tmt6 nT« apsalr-n

bracht wird.

2073.

Das Zuständigkeitsgesetz muß als gefallen, wengstens für diese Session als gefallen angesehen Der Königliche Landrath werden, obwohl das Herrenhaus dem Anträge der Freiherr" von Broich. Commission und des Grafen Eulenburg gemäß, Hersfeld am 28 Februar 1881 ' den §. 17 und §. 142 nach den Beschlüssen des Der Schuhumcheraeselle Christian Rohrbach Herrenhauses angenommen hat. Das Abgeord- znKersplW netenhaus hat nämlich bie Dmn Herrenhaus vor-

- - * - - ■ - - genommene Abänderung des ß.7 nicht gutgeheißen.

Das Gesetz hättesonach wieder an das Herrenhaus zurückgehen müssen, was nicht anging, da schon für den folgenden Tag der Schluß des Landtages festgesetzt war.

Der Congreß deutscher Landwirthe in Berlin

Freiherr von Broich.

lassung aus dem Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

2319. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 19. Februar 1881.

Der Bergmann Johann Tobias Germerod von Tann, 25 Jahre alt, hat um Entlassung aus dem Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

2480. Der Königliche Landrath

Freiherr von Brotch..

Hersfeld, am 19. Februar 1881.

Für Johann Heinrich Schnell von Beiers- hausen (Forsthaus Falkenbach) 18 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem Unterthanenverbande be­hufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

2189.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

, Entlaufen: ein grauer Pinscherhund, männ­lichen Geschlechts. — Der etwaige jetzige Besitzer wird ersucht denselben gegen Erstattung der Fut­terkosten an Bürgermeister Opfer in Obergeis abzuliefern.

Jeder Landbriesträger führt auf seinem Bestell- gange ein Annahmebuch mit sich, in welches er die von ihm angenommenen Sendungen mit Werth­angabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, ge­wöhnlichen Packete und 'Nachnahmesendungen ein- zutragen hat.

Will der Auflieferer die, (Eintragung selbst be­wirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei der Eintragung des Gegenstan­des durch den Landbriefträger muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegung des Buches die Ueber­zeugung von der stattgehabten Eintragung gewährt werden.

, Cassel, den 22. Februar 1881.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertretung: Wächter.

politische Nachrichten.

Deutschland.

Se. Majestät den Kaiser beschäftigen die Hoch­zeitsfeierlichkeiten sehr viel. Dieser Tage empfing er die Offiziere, welche zum Ehrendienst bei den zu den Vermählungsfeierlichkeiten eintreffenden Fürstlichkeiten cvmmandirt sind. An den Qua­drillen und der Parade der alten Grenadier-Garde, welche auf dem die Vermählungsfestlichkeiten ab­schließenden Fastuachtsballe aufgeiührt werden, nimmt Se. Majestät so lebhaften Antheil, daß er keine der mehrmals wöchentlich statt- findenden Proben im Weißen Saale vorübergehen läßt, ohne denselben beizuwohnen. Namentlich sind es die Exercitien der Riesengarde, welche das Interesse des Monarchen in so hohem Grade er­wecken, daß er den Darstellern persönlich die aus- zuführenden Griffe mit dem Sponton bezw. der Muskete, wie er sie in seiner Jugend noch gesehen und gelernt hat, zeigt.

Wenn unsern Lesern dieses Blatt vorliegt, schicken sich die Bewohner der Reichshauptstadt eben an, die Prizessin Augusta Victoria von Schleswig- Holstein, die dereinstige Kaiserin von Deutschland, zu empfangen und zu begrüßen. . Die Vorbereitungen für den Empfang ließen auf einen recht herzlichen schließen. An dem Hochzeitsfeste nimmt ganz Deutschland innigen Antheil, denn es ist der Enkel unseres Kaisers, es ist unser zukünftiger Kaiser, der den auch bei so hohen Personen und gerade bei ihnen so wichtigen Schritt für's Leben thut. Wünschen und hoffen wir, daß die Ehe, deren Beginn in der Reichshauptstadt mit so überaus großem Glänze gefeiert wird, eine glückliche und beglückende sein möge.

Die Ministerkrise, welche am Sonnabend

hat folgende Resolution angenvmmen. „Der Con- greß deutscher Landwirthe erachtet die amerikanische Konkurrenz in Brodfrüchten und Fleisch als eine große Gefahr für den Fortbestand der deutschen Getreideproduktion und Viehzucht und ersucht die Reichsregierung, diejenigen Mittel zu ergreifen, welche diese verheerenden Einwirkungen abzuwenden geeignet sind. Der Congreß deutscher Landwirthe hat die Frage staatlicher Verträge zum Zweck der Bildung eines größeren Zollvereinsgebietes behufs Erreichung eines wirksameren Schutzes gegen die beiden, der deutschen Landwirthschaft besonders bedrohenden Länder in den Kreis feiner Erwägungen gezogen. Derselbe erklärt ferner, daß die gedeihliche Entwickelung von Landwirth, schaft und Industrie in Deutschland für die nächste Zeit vorzugsweise von den Erleichterungen ab­hängen wird, welche zur Hebung des nationalen Handels und Verkehrs zwischen den Ackerbau- distrikten der östlichen und den Jndustriebezirken der westlichen Provinzen getroffen worden. Der- felbe erachtete die billige Beförderung der Massen- produkte der Landwirthschaft und der Industrie auf den inländischen Eisenbahnen, sowie die Anlage von Sekundärbahnen und Kanälen, welche mit besonderer Rücksicht auf den Transport von Er­zeugnissen des Landbanes zu entwerfen sind, als eine der wichtigsten Aufgaben des Reiches.

Deutschland für die nächste den Erleichterungen ab-

Oesterreich.

Officiel wird jetzt mitgetheilt, daß die Vermäh­lung des Kronprinzen Rudolf im Mai d. J. stattfinden werde.

Frankreich.

Die Frage der Waffensendungen nach Griechen­

land hat das ganze französische Volk in den letzten Tagen sehr lebhaft beschäftigt. — Gambetta hatte die Gelegenheit benutzt, die Behauptung, daß er eine kriegerische Politik befolge, zu widerlegen.

Italien.

Anläßlich des Jahrestages der Papstwahl hat Leo XIII. an die Kardinäle eine Ansprache gehal­ten, in welcher er seinen Dank aussprechend für die ihm dargebrachten Glückwünsche die Ergeben­heit des heiligen Collegiums lobt und sein Be­dauern ausdrückt über die enteilten Beleidigungen und Angriffe auf die Kirche in fast allen Theilen der Welt. „Hierdurch werden aber trotzdem unsere Hoffnungen auf die besondere Hilfe Gottes richten müssen. Wir beschlossen in diesem Jahre für die Christenheit ein außerordentliches Jubiläum zu eröffnen, um Gott zu bitten, daß er der Kirche bessere Zeiten schenke."

Griechenland.

Der Kriegsminister hat der Depntirtenkammer ein Dekret des Königs vorgelegt, durch welches die regulären und irregulären Reserven, welche bereits länger als drei Monate Dienst gethan haben, zu den Fahnen einberufen werden. Die griechische Regierung hatdiesbezüglich den Vertretern der Mächte mitgetheilt, daß dies nur die Aus­führung eines bereits früher gefaßten Beschlus­ses sei.

Türkei.

Die Botschafter haben der Pforte gleichlautende Noten zugestellt. In denselben wird u A. die Erwartung ausgesprochen, daß die türkische Re­gierung ihrer Zusicherung, Griechenland nicht an- zugreisen, treu, bleiben werde. Da man der Ueberzeugung sei, daß die Zugeständnisse werden vermehrt werden, seien die Botschaiter von ihren Regierungen angewiesen, an den Besprechungen zur Lösung der griechischen Frage theilzunehmen. Die Eröffnung der Besprechungen sei Griechenland von den Mächten mitgetheilt, zugleich sei bei der griechischen Regierung darauf gedrungen worden, daß dieselbe die Verpflichtung übernehme, sich während der Besprechungen aller Feindseligkeiten zu enthalten.

England.

Parnells Verbindung mit Rochefort wird vielleicht eher als die Zwangsbill die Ruhe in Irland Her- stellen. Die gemäßigten Homeruler und nun gar erst die katholischen Geistlichen haben ihm dies sehr verübelt. Der Erzbischof von Dublin wird nächsten Sonntag in allen Kirchen einen Hirten­brief verlesen lassen, in welchen diejenigen, welche mit gottlosen Menschen und erklärten Feinden der Kirche eine Allianz eingingen, für unwürdig des Verttauens des katholischen Irland erklärt werden.

AuS Heffen-Naffau.

— Die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode des Landgerichtsbezirks Kassel, nimmt unter Vor­sitz des Landgerichtsrath Hagemann Montag den 7. März ihren Anfang. Die Verhandlungen werden sich bis in die zweite Woche erstrecken, indem 8 bis 10 Fälle zur Aburtheilung voraussichtlich ge­langen werden.

— Aus Münden wird dem „C.Tgbl." geschrie­ben: Ein schreckliches Ereigniß wird aus Drans- feld berichtet: E'n dortiger, im besten Rufe stehen­der junger Mann, 28 Jahre alt, verheirathet, wurde wegen eines Vergehens (Vorspiegelung falscher Thatsachen) zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Am Mittwoch hat sich derselbe, um dieser Strafe zu entgehen, vor den von Göttingen heranbrausenden Zug geworfen und wurde ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt. Er hinterläßt eine junge Frau und einen greisen Vater.

Cassel, 24. Februar. Wieder ist eine jener unsinnigen Wetten, welche trotz aller Warnungen noch immer häufig genug abgeschlossen werden, einem der Wettenden zum Verderben geworden. Mehrere Arbeiter waren heute Vormittag damit beschäftigt, vor einem Bäckerhause in der Müller­gasse Säcke mit Mehl von einem Wagen abzuladen und in das Haus zu tragen. Einer der Träger beklagte sich gegen einen dabeistehenden Burschen, daß die Säcke ungewöhnlich schwer seien, worauf dieser sich 'vermaß, wenn der Andere z Schoppen (Branntwein) zahle, zwei der schweren Säcke auf einmal abzutragen. Der Erstere erklärte sich dazu bereit und jener ließ sich zwei der Säcke auf den Rücken laden. Kaum aber hatte er taumelnd einige Schritte mit denselben vorwärts gethan, als er mit einem Wehelaut zusammenbrach. Ein gerade vorüberfahrender Arzt, der herbeigeholt wurde, constatirte eine Verletzung und mußte der Verletzte sofort nach feiner Wohnung geschafft werden.