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lasten sind. Die Bill sei dringend. Der Premier : Gladstone beantragte die Priorität für die Be-! rathung dieser Bill und die umnterbrochene Fort-' seüung der Berathung bis zur Erledigung der Bill. Selbstverständlich wurde dieser Autrag von den Jrländeru bekämpft.

Die Gesundheit des Premiers Gladstone soll zu Besorgnissen Anlaß geben. Es heißt, derselbe werde, um sich den aufreibenden Debatten und Nachtsitzungen im Unterhanse zu entziehen unter dem Titel eines Earl' of Honwarden die Pairs- würde annehmen.

Die Geschworenen haben sich zu einem Verbiete über die Schuld oder Unschuld Paruells und seiner Genossen nicht einigen können und mußte daher aufgelöst werden, was einer Niederlage der Re­gierung gleichkommt.

Griechenland.

^ Die griechische Regierung hat derAgencia Stefani" zufolge ihre auswärtigen Vertreter be­nachrichtigt, daß sie den Vorschlag der Pforte, wegen Abhaltung einer Conferenz in Konsiantinvpel, noch unvortheilhafter finde, als den Vorschlag eines Schiedsgerichts. Gleichzeitig habe die griechische Regierung ihre Vertreter angewiesen, sich in diesem Sinne bei den betreffenden Regierungen anszu- sprechen.

Die Pol. Corr. giebt in einem interessanten Londoner Briefe zu verstehen, daß Griechenland zu seiner trotzigen Haltung von England anfge- reizt werde. Man Halte in Londoner officielleu Kreisen einen blutigen Zusammenstoß Griechenlands mit der Türkei für unausweichlich und stellt für diesen Fall ersterem ziemlich gute Auspicien. Die Berichte, die. im Kriegsministerium und in der Admiralität in Athen eingelaufen heißt es in dem Briefe der Pol. Corr. stellen den Zustand der türkischen Armee als nahezu desorganisirt dar, es soll der Landarmee an Lebensmitteln, Waffen und Munition sehr fehlen und die Flotte mannig­facher Reparaturen bedürftig sein. Die 80,000 Mann ferner, welche die Türkei angeblich ins Feld zu stellen bereit ist, sollen sich vorderhand nur auf dem Papiere befinden, während in Wirklichkeit das türkische Kriegsministerium kaum mehr als 50,000 aufzubriugen in der Lage sei. Andererseits kauft Griechenland hier eine große Anzahl von Torpillen au, die zur Vertheidigung der griechischen Küste bestimmt sind; ferner haben mehrere gewe­sene englische Offiziere Griechenland ihre Dienste angeboten. Kommt der Krieg zwischen der Pforte und Griechenland zum Ausbruche, dann wird das Kabiuet Gladstone seine Neutralität proklamiren, zugleich aber Griechenland seine moralische Unter- stützung nach ihrem vollen Gewichte angedeihen lassen.

AuS Hessen-Nassau.

§ Hersfeld, 28. Januar. Die Zahl der durch die 97 amtlichen Trichinenbeschauer während des Jahres 1880 untersuchten Schweine im Kreise Hersfeld beträgt nach den angestellten Ermittelungen 7228, darunter befanden sich 5 finnige Schweine. Trichinen wurden in den geschlachteten Schweinen nicht vorgefnnden, dagegen'waren zwei eingeführte amerikanische Speckseiten mit Trichinen behaftet. Davon entfallen auf die Stadt Hersfeld 2227 Schweine, worunter sich 3 finnige befanden, sowie die zwei trichinös befundenen amerikanischen Speck­seiten.

Der Gerichtsvollzieher K rüge r in Nieder- aula ist an das Amtsgericht in Cassel versetzt worden. Der Regieruugs-Superuumerar Hey- denreich ist mit Versetzung der Geschäfte des Kreissecretärs bei dem Königl. Landrathsamte in Hünfeld vom 22. d. M. ab beauftragt worden.

W i tz en h a u scn, 25. Januar. Auf derFrank- furt-Bebraer .Staatsbahn entgleiste heute kurz vor der Werrabrücke bei Oberrieden ein Güterzug. Zwei Wagen sollen eine Strecke von ungefähr 600 Nieter neben den Schienen hergelaufen sein und stürzten dann den Bahndamm hinab. Von den 20 bis 30 Pferden, welche sich in den Wagen be­fanden, ist eine Anzahl schwer verletzt.

Marburg, 26. Jan. Ein gestern Nachmittag im Walde nahe den Scheibcuständen des Jäger­bataillons beabsichtigtes Pistolenduell wurde durch Dazwischenknuft der Polizei verhindert. Ein Theil der Waffen wurde confiseirt.

Marburg, 27. Jan. Vor einigen Tagen machte in Nieddrgrenzebach (Kr. Ziegenhain) ein älterer Mann einen Selbstmordversuch; Zeichen des Tiefsinns waren schon längere Zeit an dem Betreffenden bemerkt worden. Der Mann hatte sich durch mehrere, größtentheils mißlungene Schnitte mit einem Rasirmesser die Pulsadern zu öffnen versucht. Nachdem an Ort und Stelle der erste Verband angelegt war, wurde der Patient

HMM M * w" ^ö^ä & äs «Zam hÄSaft ®alS8 !n°!»»Sch«« ?K"^İܻ. Ä-ktirt, -M« M gilbte Feuer aus, wodurch dieselbe nebst Wohnhaus nie- derbrannte. Beim Einreißen wurde ein junger kräftiger Mann so unglücklich von einem Balken getroffen, daß er seinen Tod fand.

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Feuilleton.

Dämon Laune.

Original-Novelle von B. Uoung.

(Fortsetzung.)

Dort war ich; Herr von Krouwald!" erwiderte dieser,nun aber arbeite ich hier und werde wahr­scheinlich bis zum Beginn des Karnevals in Venedig bleiben, dann aber nach Rom gehen."

So lange wird vermuthlich auch das Halsleiden meiner Frau nicht schwinden," flüsterte Meersberg seinem alten Freund in's Ohr,Jenny soll ein ungeheures Talent für Aquarell-Malerei besitzen und nimmt demzufolge Unterricht bei dem hübschen Schlingel dort, den ich übrigens ganz gut leiden mag. Begreifen' Sie nun, lieber Kron- wald ?"

Vollständig!" lächelte dieser, mit einem Seiten­blick das hübsche Mädchen streifend, das jetzt ganz Ang' und Ohr für den interessanten Künstler war, der zwischen ihr und ihrer Mutter Platz genommen, nachdem er an Elise einige artige Begrüßungsworte gerichtet hatte.

Plötzlich streifte eine schwere Seidenrobe das Kleid Mama Meersberg's und aufblickend rief diese halblaut:Sieh' da! Schon wieder ein bekanntes

Gesicht!"

Wer, das k" frug ihr Mann neugierig. Ihn interessirte nämlich Alles, was die Monotonie seines jetzigen Lebens unterbrechen konnte.

Die Rohrbach ist's, unsere berühmte Vorstadt- Soubrette. Herrgott, entwickelt dieses Frauenzimmer einen Putz! Es ist fabelhaft. Sehen Sie nur, Fräulein Elise," wandte sie sich jetzl an diese," was das für Spitzen sind, die sie trägt. Ich wette, der Meter davon kostet seine 60 Mark."

Nun, Mademoiselle Rohrbach soll aber auch eine sehr bedeutende Gage beziehe», Mama!" fiel hier Jenny ein.

Pah, Gage! Trotz derselben hat sie riesige Schulden," entgegnete Frau Meersberg. Ich weiß das von meiner Friseuriu, die quch die ihre ist. Der Aufwand, den die Lokalsüngerin im Hause treibt,kostet natürlich auch enorme Summen. Denken Sie nur, Herr von Krouwald, sie hat das ganze erste Stockwerk unseres Hauses inne und bezahlt dafür 2500 Gulden. Es ist unerhört!"

Nun, eine Gräfin muß standesgemäß wohnen," warf hier der Maler Hellborn spöttisch ein,und wenn sie auch im Geheimen eine solche geworden ist, so ändert dies doch nichts an der Thatsache selbst. Der Gras hat ihr vielleicht den Luxus! ihrer Häuslichkeit zum Gesetz gemacht."

Ach, lieber Hellborn, gehen Sie mir doch mit der Heirath! Das kennt man schon!" rief Frau Meersberg völlig entrüstet aus.Er wohnt ja nicht einmal bei ihr. Daß sie im vorigen Herbst nach ihrer Urlaubsreife, die sie in seiner Gesellschaft gemacht, mit einem dicken Trauring am Finger erschien, sich von der Dienerschaft mitGnädige Frau" tituliren ließ und ihren intimen und nicht intimen Freunden unter dem Siegelder Verschwiegen­heit anvertraute: Sie habe sich mit ihrem Grafen in der Schweiz heimlich vermählt und zwar gegen den Willen seiner hochgebornen Familie, das Alles ist mir kein Beweis. Ich halte es einfach für Komödie. Diese Frauenzimmer müssen einmal flunkern und aller Welt Sand in die Augen streuen. Das gehört ja so zum Metier."

Aber ich bitte Dich, Luise," fiel ihr hier<achend ihr Mann in die Rede,weshalb ereiferst, weshalb ärgerst Du dich denn darüber? Du thust doch ge­rade, als ob es Dich verdröße, daß nicht Deine Tochter Gräfin Fodor geworden ist."

Fodor ?!" fuhr da Herr voll Krouwald in die Höhe und auch Elise blickte überrascht auf.

Ja, Graf Fodor, der Uhlanen-Rittmeister, den ich vor kurzem einmal in Ihrem Hause sach Herr von Krouwald, ist der soit disant Gatte der Schau­spielerin Rohrbach, gab Hellborn als Erklärung zurück.

So ?!" meinte gedehnt der alte Herr, itub wenn ihm früher schon' das Wesen des genannten Grafen nicht sehr zugesagt haben mochte, jetzt ver­mehrte sich noch seine Antipathie gegen denselben. >60 Pf. Roggei: 100 Kilogr. 20 bis

Hier taut das Gespräch plötzlich in's Stocken. M. Pf. Gerste 100 Kilogr. M M Herr von Kronwald schien verstimmt geworden, bis Ni. Pf. Hafer 100 Kiloar 13 M 60 Elise zerstreut, dem Maler schwirrten die Scherz- Pf. bis 14 M. 40 Pf. ' 0

kostbare Spitzenrobe der Sängerin nicht aus"dem Sinn und Jenny benutzte die stille Pause, um wachend zn trimmen: doch nicht vom Grafen Fodor. Was endlich Papa Meersberg betraf, so sehnte sich dieser mit allen Fasern des Herzens nach seinem Bett.

Bald darauf trennte sich denn auch die Gesell­schaft, nachdem sie sich für morgen früh ein Rendezvous an gleicher Stelle gegeben.

Im Hotel, wo sie Wohnung genommen, ange­langt, hatte Elise ihrem Vater einen flüchtigen Gutnachtkuß gegeben und sich sodann auf ihr Zimmer zurückgezogen. Schlafengehen aber konnte und mochte sie noch nicht. Es lag ein eigenthümlicher Druck auf ihrer Brust, eine Art Angst, die sie be­klemmte und ihr das Athmen erschwerte. Sie setzte sich an's offene Fenster, blickte hinaus in die Helle, wunderbar schöne Mondnacht und gab sich ihren eben nicht freundlichen Gedanken hin.

Was sie über Graf Fodor's Verhältniß zu der Bühnendame gehört, beschäftigte sie jetzt vorzugs­weise. Wie vollständig gleichgültig der schöne Kavalier ihrem Herzen auch immer geblieben, dennoch fühlte sie sich unangenehm berührt davon, in ihm den Helden solcher Abenteuer zu finden. Als Abenteuer und nichts weiter bezeichnete sie sich ja doch nur die Geschichte, denn daß der Graf der leichtfertigen Rohrbach seine Hand am Altar ge­reicht haben sollte, daran glaubte sie entschieden nicht.

Anna, Elisens Kammermädchen, waw nachdem sie ihrer Herrin bei der Nachttoilette behülflich ge­wesen, von dieser knrz verabschiedet worden mit dem Bedeuten, sie bedürfe ihrer nicht mehr und könne schlafen gehen.

' 'Eine Stunde etwa mochte verstrichen sein, seit Elise so träumend am Fenster saß. Im Hotel war es immer stiller geworden; Mitternacht war ja nicht mehr ferne und Alles schien sich der Ruhe und dem Schlafe in die Arme geworfen zu haben.

Plötzlich aber wurde es wieder lebendig auf den Gängen und Treppen draußen; lebhafte Simmen sprachen untereinander und einzelne, wenn auch gedämpfte Angstrufe aus weiblicher Kehle wurden hörbar.

Elise, die immer zur Hand war, wenn es galt, irgend Jemand, bett ein Unfall betroffen, beizu- stehen, und sie vermuthete, daß es sich hier um Derartiges Handeln mochte, warf schnell eine Mantille über und trat in's Nebenzimmer, wo ihr Mädchen zu schlafen pflegte, um dieses zu wecken, damit es sich nach der Ursache des Lärmes erkundige. Das Bett derselben war leer und Anna nicht im Zimmer.

Rasch öffnete Elise die Thür, die auf den Korridor führte, und fand dort die Gesuchte, im aufgeregten Gespräch mit einem anderen Dienstmädchen be­griffen. , (&JA_

Eine lustige Geschichte, die ihren An­fang in Wiener-Neustadt hatte, erregte in militä­rischen Kreisen Oesterreichs ungeheure Heiterkeit. In Wiener-Neustadt liegt gegenwärtig das 7. Jäger-Bataillon, dessen Reserve-Commando in Rudolfswörth (Krain) ist, in Garnison und sandte das Bataillons-Commando an das Reserve-Com­mando eine Partie Mannschaftsmäntel. Als die­selben nun tu Rudolfswörth in's Magazin geschafft werden sollten, entdeckte man unter denselben einen halb zu Tode erdrückten Soldaten, welcher drei Tage zuvor als Deserteur dem Reserve-Commando angezeigt worden war. Nachdem der Mann wieder zur Besinnung gebracht wurde, erfuhr mau endlich, wie so derselbe in diese Situation gerathen war. Der Soldat hatte in Wiener-Neustadt bei einem Uebungsmarsch des Guten zu viel zugesprochen und sich einen solchen Rausch angetrunken, das der Führer seines Zuges denselben.zur Ausnüchterung meinen Raum sperrte, woselbst diese Mäntel znr Abholung zur Bahn bereit lagen. Der Betrunkene fiel in den Haufen hinein und schlief ein. Am selben Nachmittag kam der Fuhrmann und holte die Mäntel, um dieselben zur Bahn zu schaffen und wurde der schlafende Soldat hierbei, ohne bemerkt zu werden, in den Waggon geschafft und kam nun in oben erwähntem Zustande in Rudolfswörth an. Der Führer hatte vergessen, daß er den Mann in den Raum gesperrt hatte und als derselbe nach 24 Stunden noch immer abwesend war, wurde er als Deserteur dem Commando angezeigt.

Weizen 100 Kilogr. 20 M. 15