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für den

Kreis Hersfeld

Nr. 7.

Sonnabend den 22. Januar

1881/

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Corpuszeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Cassel, am 8. Januar 1881.

In dem autographirteu Ausschreiben vom 29. April v. J. A. 1.4807, die Zwangserziehung von Kindern gegen den Willen ihrer (ältern be­treffend, ist wie uns erst jetzt zur Kenntniß ge­kommen ein sinnentstellender Schreibfehler ent­halten, indem in Nr. 2 Zeile 6nicht" stattauf" geschrieben ist.

Ew. Hochwohlgeboren 2c. wollen hiernach das erhaltene Ansschreiben corrigiren.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Kühne.

An die Königlichen Landrütherc. J. A. I. Nr. 360.

Hersfeld, dem 19. Januar 1881.

Vorstehendes wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur entsprechenden Berichtigung des bezüglichen, mittelst meiner Verfügung vom 10. Mai v. I. Nr. 5191 im Kreisblatt Nr. 38 zur Veröffentlichung gekommenen Ausschreibens hier­durch mitgetheilt.

614. Der Königliche Landrath

- Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 19. Januar 1881.

Die Herren Bürgermeister zu

Gershausen, Heddersdorf, Heenes, Heringen, Leimbach, Lampertsfeld, Röhrigshof, und Wehrshausen

werden hierdurch an Erledigung meiner Verfügung vom 31. Dezember pr Nr. 15007, Kreisblatt Nr. 2, betreffend die Erfahrungen bezüglich der Unter­suchung des Schweinefleisches auf Trichinen während des Jahres 1880, mit Frist bis zum 25. d. Akts, bei Meidung von Strafe erinnert.

15007. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Die Herren Ortsvorstände zu

Heenes, Hilperhausen, Kalkobes, Meckbach, Rohrbach, Sorga, Stärklos, Wippershain, Heringen, Hillartshausen, Lampertsfeld, Leim­bach, Malkomes, Röhrigshof, Wehrshausen, Widdershausen und Wüstfeld

werden hierdurch an die Erstattung des durch meine Verfügung vom 30. Dezember v. J. Nr. 14900 (Kreisblatt Nr. 1 pro 1881) geforderten Berichtes, betreffend diejenigen Perfonen, welche im Jahre 1880 ohne Entlassung aus dem Unterthanen- Verbande in das Ausland ausgewandert sind 2C., mit Frist bis zum 27. d. Mts. bei Meidung der Zusendung eines Strafboten erinnert.

Hersfeld, am 21. Januar 1881.

14900. Der Königliche Landrath

Freiherr^von Broich.

Zu der für den hiesigen Kreis in Genlüßheit des 8. 3 des Gesetzes vom 5. Juni 1874 auf die Steuerperiode vom 1. April 1881 bis 31. März 1884 vorzunehmenden Wahl vou 7 Abgeordneten und deren Stellvertretern für die Gewerbesteuer- Gesellschaft der Klasse A 11 in der IV. Abthei­lung ist Termin aus Donnerstag den 27. d. MtS. Vormittags um 10 Uhr in das Ge­schäftslokal des hiesigen Königlichen Laudrathsamtes anberaumt, und werden die betheiligten Gewerbe­treibendell hierzu mit der Verwarnung eingeladen, daß die Wahl ohne Rücksicht auf Die Zahl der Erschienenen giltig vorgenommen werden lau«, und daß, falls die Wahl der Abgeordneten überhaupt -.....~........ _.,..,. ^v v.-

nicht oder nicht in vorgeschriebener Weise zu Stande führt aus zuverlässiger Quelle, daß in Folge der ...^ ..........tlvvlll_Jl uvc, kommt, die Steuervertheilung durch die Veran- großen Noth der Arbeiterbevölkerung der Bau der in der Unglückschronik einer Woche in den Annalen lagungsbehörden bewirkt werden wird. Weichselstädtebah « auf Verordnung von der englischen Schifffahrt verzeichnet steht

Die Herren Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises haben den betreffenden Gewerbetreiben­den in Ihren Verwaltungsbezirken hiervon noch besonders Kenntniß zu geben.

Hersfeld, den 20. Januar 1881.

788. Der Königliche Landrath

_ Freiherr von Broich.

Der hinsichtlich des aus der Rettungsanstalt Beiserhans zu Rengshausen entlaufeneu verwahr­losten Knaben Georg Lau« aus Heringen am 1. Dezember 1880 ad Nr. 13750 (Kreisblatt pro 1880 Nr. 97) erlassene Ste ckbrief wird hier­durch, da rc. Lau« noch nicht eingeliefert worden ist, erneuert.

Hersfeld, am 19. Januar 1881.

739. ' Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Pontifdje Nachrichten.

Deutschland.

Se. Majestät der Kaiser hat sich von seinem Unwohlsein fast gänzlich wieder erholt.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat nach Erledigung des Zuständigkeitsgesetzes die Schlacht­hausvorlage unverändert nach den Beschlüssen der Commission angenommen. Es soll demnach den Gemeinden das Recht zustehen, nach Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses anzuordnen 1) die Untersuchung alles Schlachtviehs; 2) das Ver­bot des Berkauses von Fleisch nicht im Schlacht­hause geschlachteten Viehes, bevor dasselbe unter­sucht worden; 3) die Untersuchung des von Gast­wirthschaften von auswärts bezogenen frischen Fleisches; 4) die Absonderung des auswärts ge­schlachteten von dem im Schlachthause geschlachteten Vieh beim Verkauf; 5) daß in öffentlichen Fleisch­verkaufshallen nur das im Schlachthausegeschlachtete Fleisch feilgeboten werben darf; 6 daß die in der Gemeinde wohnenden Schlächter nur das außerhalb eines gewissen Rayons geschlachtete Vieh verkaufen dürfen. Die erste Bedingung soll unter allen Umständen obligatorisch sein, die übrigen sind dem Belieben der Gemeinden anheimgestellt. Die leb­hafteste Bewegung richtete sich gegen die letzte (6) Bestimmung, in welcher die Couservativen eine empfindlicheSchädigung der Landwirthschaft sahen, da durch dieselbe der Bezug minderwerthige«, aus­wärts geglätteten Fleisches den Städten unmög­lich gemacht werde.

Der Antrag Windthorst, die Spendnug der Sakramenten und das Messelesen den Straf- bestimmungen der Maigesetze zu entziehen, stößt bei der Regierung sowohl wie bei den liberalen Fractionen auf solchen Widerstand, daß seine Ab­lehnung mit großer Majorität außer allem Zweifel steht.

Die Budgetkommission dürfte sich für den An­trag des Abg. v. Minnigerode, d. h. für den dauernden Steuererlaß erklärt haben oder jeden­falls sich bald für denselben erklären

Es bestätigt sich, daß der Papst den Domca- pitel« der drei durch den Tod erledigten preußi­schen Bisthümer Trier, Paderborn und Osnabrück die Wahl eines Verwesers erlaubt habe. Für den vierten durch den Tod erledigten bischöflichen Stuhl, Fulda, ging das nicht an, da das Kapitel nur noch aus einem einzigen Mitglied besteht, das natürlich kein Wahlcollegium ist.

Die in Bromberg erscheinende Oftd. Presse er-

höchster Stelle sofort in Angriff genommen Werden soll.

Oesterreich.

Der vielbesprochene Pairsschub ist nunmehr zur Thatsache geworden. Die amtlicheWiener Zei­tung" veröffentlicht die Namen von zwölf jjzu lebenslänglichen Mitgliedern des Herrenhauses Er­nannten. Es sind vier Polen, vier Ultramontanen und vier regierungsfreundlich.

Rußland.

In russischen tonangebenden Kreisen ist man mit der von der französischen Regierung bezüglich des griechisch-türkischen Conflicts befolgten Politik nicht zufrieden. Die Pforte würde dadurch ermuthigt, ihr Entgegenkommen zu einem höheren Preise zu verkaufen; auch werde der Anschein erweckt, als wolle man die öffentliche Meinung nur gegen den einen der beiden Theile erregen, als wenn dieser allein alles Unrecht auf seiner Seite hätte.

Frankreich.

Die französische Regierung, die wie derMusfall der Stichwahlen wiederum beweist, mit der weitaus überwiegenden Mehrheit des Volkes in seltener Harmonie sich befindet, giebt sich alle ordentliche Mühe, die Führerrolle in der griechischen Frage los zu werden.

England.

Der Führer der irischen Liga hat nunmehr im englischen Unterhause rund heraus erklärt, was die Jrländer eigentlich wollen. Er werde beschuldigt, sagte Parnell, die Landagitation zum Hebel einer Zerstückelung des Reiches zu machen. Er gebe zu, daß einige Stellen der von ihm in Irland gehal­tenen Reden, in der That in diesem Sinne aus- gelegt werden könnten; er habe indeß damit nur sagen wollen, daß Irland nur dann, wenn chas System der Landlords abgeschafft werde und wenn dieGrundeigenthümer lernten, ihre eigenen Interessen als diejenigen Irlands zu betrachten, anstatt sich behufs Erhaltung ihrer Ungerechtigkeit auf die äußere Macht zu stützen, die Wiederherstellung 1 einer legislativen Unabhängigkeit auf friedlichem Wege erlangen könne; diese Unabhängigkeit könne später zu der nationalen Unabhängigkeit führen und dann würden beide Nationen freundschaftlich neben einander leben. Er empfehle kein Blutver­gießen, weil England zu stark sei; aber wenn die Zwangsmaßregel« genehmigt werden sollten, werde die erste Verhaftung das Signal zur Einstellung aller Pachtgelderzahlungen sein. Auf diese geradezu rebellische und hochverrätherische Erklärung erwi­derte der Führer der Opposition, Sir Stafford Northcote: Ton, Gesinnung und Inhalt der Rede Parnells feren gleich verwerflich. Parnell drücke sich in einer Weise aus, als ob seine Macht der­jenigen der Krone gleichstehe. Parnell habe nun­mehr zugegeben, daß die Landagitation nicht auf die Landreform, sondern auf die Zerstörung der englifchen Macht und auf die Trennung derLeais- laturen beider Länder abziele. 8

Während der vorletzten Woche haben sich rings an der englischen Küste furchtbare Unglücksfälle m großer Zahl ereignet. Die Goodwinsands wurden abermals zum Grabe mehrerer großer Schiffe, wobei das Rettungsboot von Ramsgate mit wahrem Heldenmuthe eine große Zahl von Menschenleben rettete. Bei Harwich gingen gleichfalls mehrere «chlffe, darunter 2 Dampfer, mit Mann und Maus unter. Die Schiffbrüchigen sind der Zahl nach iwch nicht constatirt, übertreffen aber alles, was

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