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wirthschaft, Domainen und Forsten auf Anregung der Landdrostei zu Aurich durch Erlaß vom 28. August c. bestimmt, daß die nach Nr. 3b der Bekanntmachung zu fordernde Bescheinigung dahin zu lauten hat, „daß die bezeichneten Thiere sich in den letzten 6 Monaten nicht in der Provinz Südholland oder an einem Orte befunden haben, in welchem dieLungenseucheherrscht oder in dem gedachten Zeitraum geherrscht hat."

Wir bringen dies zur Nachachtung hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Caffel, den 7. September 1880.

Königliche Regierung, Abth. des Innern.

Kreis Hersfeld.

Es ist zu meiner Kenntniß gekommen, daß in vielen Gemeinden des hiesigen Kreises die Kreis blätter bis zum Jahre 1876 theils gänzlich fehlen, theils nicht vollständig vorhanden sind, und daß auch aus der zweiten Hälfte des Jahrgangs 1876 viele Nummern fehlen.

Da ich es nun im Interesse des Dienstes und namentlich auch im Interesse des von mir angestrebten geregelten Geschäftsganges für unbedingt nothwendig erachte, daß die Gemeinden sich besonders im Besitze aller Kreisb latts-Nummern — vom 1 Juli 1 8 7 6 ab gerechnet — befinden, so ver­anlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, mir nach vor- gängiger genauer Feststellung bis zum 1. October d. J. zu berichten, welche Kreisblatts-Nummern in ihren Sammlungen fehlen, oder mir anzuzeigen, daß diese Sammlungen vollzählig sind. — Die Redaktion des Kreisblatts hat sich bereit erklärt, alle fehlenden Nummern jenes Zeitraumes gegen eine geringe Vergütung herzu­stellen, und werbe ich deren Nachlieferung an die Gemeinden vermitteln.

Hersfeld, am 17. September 1880.

10921._________Der Königliche Landrath Freiherr von Broich. Hersfeld, den 16. September 1880.

Für den 19 jährigen Schneidergesellen Valentin Schäfer von Solms ist um Entlassung aus dem Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

10864. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

699. Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemcArge- fährlichen Bestrebungen der Sozialdemokcalie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die ohne An­gabe des Druckers und Verlegers erschienene nichtperiodische Druck­schrift mit der Ueberschrift „Der Kongreß der deutschen Sozialdemo­kratie 1880", enthaltend eine Darstellung der Verhandlungen auf einem vom 20.—23. August er. im Schloß Wyden (Schweiz) statt- gehabtsn Sozialistenkongreß, nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landes-Polizeibehörde verboten worden ist.

Berlin, den 9. September 1880,

Königliches Polizei-Präsidium. I. V.: von Heppe.

Tagesbegebenheiten.

Berlin, 13. Sept. Die Parade des Garde-Corps, die 10 Uhr begann und gegen 1| Uhr beendigt war, nahm den glänzendsten Verlauf. Derselben wohnten bei: der Kaiser und die Kaiserin, der König und die Königin von Kriechenland, Kronprinz Rudolf, die Herzoge von Cambridge und Connaught, sämmtliche Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, die Großherzoge von Hessen und Mecklenburg, sowie die übrigen fürstlichen Gäste nebst einem glänzenden Gefolge. Die Kaiserin fuhr mit der Königin von Griechenland, der deutsche Kronprinz mit dem Kronprinzen von Oesterreich in je Einem Wagen nach dem Paradefeld. Die Truppen des Garde-Corps waren in zwei Treffen aufgestellt. Nach dem Abreiten der Front erfolgte zweimaliger Vorbeimarsch, wobei der Kaiser das Gardegrenadierregiment August« der Kaiserin vorführte, während der Kronprinz das erste Garderegiment und Kronprinz Rudolf das Kaiser-Franz-Gardegrenadierregiment bei dem Kaiser vorüberführten. Das Paradefeld und alle dahinführenden Straßen waren von dichten Menschenmassen angefüllt, welche den Kaiser und die Mitglieder der königlichen Familie wie auch den Kronprinzen von Oesterreich mit stürmischen Zurufen begrüßten.

Berlin, 15. Sept. Die Kaiserin reist morgen Abend 10 Uhr nach Baden-Baden ab.

Berlin, 15. Sept. Fürst Bismarck ist zum Minister für Handel und Gewerbe, Oberpräsident von Bötticher zum Staats- secretär des Innern und zugleich zum Staatsminister ernannt.

Potsdam. Einer soeben aus Ferrol eingegangenen Nachricht an Se. K. ,K. Hoheit den Kronprinzen zufolge ist S. M. Schiff „Prinz Adalbert", an Bord Prinz Heinrich, dort glücklich eingetroffen.

London, 15. September. Der „Times" wird in einem Telegramm aus Ragusa von gestern bestätigt, daß 5000 Montene­griner mit 3 Geschützen auf Dulcigno marschiren. — Aus Rom läßt sich die „Times" unterm gestrigen telegraphiren, die Flotten-Admirate seien nicht verpflichtet, erst an ihre Regierungen zu referiren, bevor

ein zweckdienliches Vorgehen von ihnen beschlossen werde. Diese Freiheit der Action erstrecke sich auf ein Bombardement von Dulcigno, falls ein solches erforderlich erscheinen sollte. Die Landung von Truppen aber sei in den Instruktionen streng untersagt.

— Der Sieg v on Ka nd a h ar, welchen der Afghanen-Häuptling Ejub- Khan vor einigen Wochen davontrug, ist von den Briten blutig gerächt worden. Nunmehr will das englische Ober-Kommando auch in den eigenen Reihen furcht­bare Musterung halten. Wenigstens ist nach einem Telegramm der „Daily News" aus Kandahar vom 14. d. M. unter dem Vorsitze des Generals Phayre ein Kriegsgericht zusammengetreten, welches die Ursachen der Niederlage des Generals Burrow untersuchen soll. Die Trümmer der geschlagenen Heeresmacht Ejub-KhanS mit ihrem Führer an der Spitze sollen sich inzwischen nach Persien geflüchtet haben. Ein Londoner Privat-Telegramm meldet: Ejub-Khan mit 300 Mann Fußvolk, 500 Reitern und einer Kanone überschritt den Hel- mundfluß und marschirte auf Herat, wo er Einlaß begehrte. Dort scheint er aus Furcht vor der Rache der Engländer zurückgewiesen worden zu sein, in Folge dessen er seine Flucht nach Persien fortsetzen mußte. England würde seine Auslieferung von Persien verlangen wegen der Ermordung britischer Unterthanen. (B. Tgbl.)

P ariS, 16. September. In dem heutigen zweistündigen resultatlos ver­laufenen Ministerrath trat der Gegensatz zwischen Freycinet und Constans schroff hervor. Morgen wird eine erneute Berathung unter Grevys Vorsitz stattfinden. Obgleich offiziös hervorgehoben wird, das Detail der Diskussion habe nur interne Fragen berührt, so läßt sich doch das Gegentheil dieser Be­hauptung vermuthen. Die Gegensätze dürften sich morgen verschärft äußern und vielleicht sogar eine Krise herbeiführen. Vorläufig lehnt Constans, falls Freycinet und Varroh aus dem Kabinet austreten, die Uebernahme des Präsidiums ab. Die größte Schwierigkeit bildet die Kandidaturfrage für das Ministerium des Aeußern. Diplomatische Cirkel nennen den Marquis de Noailles, den jetzigen Botschafter zu Atom, als eventuellen Minister des Aeußern.

Paris, 15. sept. Das „Journal ossiciel" meldet die Annexion der Gesellschaftsinseln, der Freundschastsinseln und der Insel Hivaoa im Marquesas-Archipel durch Frankreich.

Serajewo, 14. September. Demnächst wird in Bosnien und in der Herzegowina eine Rekrutirung für die österreichische Armee stattfinden. Die in jenen Provinzen ausgehobenen Mannschaften werden jenen zehn neuen Jäger-Bataillonen eingereiht, deren Errich­tung Kaiser Franz Josef jüngst angeordnet hat.

Ragusa, 15. September. Nachrichten aus Albanien zufolge leisten die Libanesen energischen Widerstand gegen die Abtretung von Dulcigno, wohin sie in großen Schaaren eilen. Sie haben beschlossen, Riza Pascha zu tödten, welcher mit 1500 regulären Truppen, die nichts ausrichten können, in Katerkohl steht. Die Albanesen haben eine neue Drohnote an die Pforte gerichtet.

Kopenhagen, 16. Sept. Der Flußdampfer „Braunschweig" ist auf der Fahrt von Bremen nach Stettin in der Nordsee ge­sunken. Von der Bemannung hat eine Person ihren Tod in den Wellen gefunden, zwölf Personen wurden gerettet und in Skagen gelandet, von wo dieselben heute in Frederikshaven eingetroffen sind.

Aus Heffen-Naffau.

Cassel, 15. Septbr. Seitens des Königlichen Eisenbahn-Betriebsamtes zu Nordhausen, Eisenbahn-Directionsbezirk Frankfurt a. M., wird für Schüler- Gesellschaften in Begleitung von Lehrern eine Fahrpreisermäßigung von 50 pCt. bewilligt und diese Begünstigung soll schon bei einer Betheiligung von 10 Personen eintreten.

— Die 22. Division ist auf dem Heimmarsch von den Manövern in Hessen. Die 44. Brigade hatte am 10. September bei Satzungen eine Revue vor dem Korpskommandeur General v. Schlotheim, welcher Generallieutenant v. Blumen­thal, Kommandeur der 22. Division, Gen.-Major v. Bünting, Kommandeur der Kavallerie-Brigade und Oberst v. Seebeck, Chef des Generalstabs des 11. Armeekorps beiwohnten. Auch der Herzog von Meiningen, Prinz Ernst und Prinzessin Marie wohnten der Besichtigung bei. Die Brigade war in 3 Treffen aufgestellt. Barchfeld wurde in Sturm genommen. (H. M.)

— Schaffen Personen auf Verlangen eines Wohnungsmiethers dessen Mobiliar trotz des Einspruches des ein Retentionsrecht geltend machenden Vermiethers aus der Wohnung, indem sie den sich widersetzenden Vermiether durch Gewalt oder durch Bedrohung ihn todtzuschlagen oder körperlich zu verletzen, zur Duldung des Fortschaffens nöthigen, so sind diese Personen nach einem Er­kenntniß des Reichsgerichts, III. Strafsenats, vom 26. Juni d. J. wegen Nöthigung mit Gefängniß bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 600 M. zu bestrafen, selbst wenn der Hauswirth mit Unrecht ein Retentionsrecht geltend gemacht hatte.

W itz e nh ausen, 14. Sept. Die eigenthümliche Unart mancher Kinder, sich an das Hintertheil eines Wagens zu hängen, um so „heimlich" mitzufahren, hatte heute hier ein trauriges Unglück zur Folge. Das achtjährige Kind des Laternenanzünders Joseph hier wurde bei dieser Gelegenheit vom Rade erfaßt und kam so aus traurige Weise um das Leben.

Gießen, 15. Sept. Verflossene Woche wurde im benachbarten KönigS- berg ein Falschmünzer entdeckt und verhaftet. Das Amtsgericht zu Gladenbach hielt Haussuchung und wurden die Formen in einem Pfuhlloch aufgefunden. Der Falschmünzer, ein geborener Anneröder, hat erst vor Kurzem eine längere Freiheitsstrafe verbüßt und konnte trotzdem das gefährliche Treiben nicht unter­lassen. (®. Ztg.)

— In Götzenhain fiel eine Erntegabel vom Wagen und einem 4jährigen Mädchen in den Kopf. Das Kind zog sich die tief in das Gehirn eingedrungene Gabel selber aus der Wunde, starb aber zwei Tage darauf._________________

F r u ch t p r e i s e.

Weizen 100 Kilogr 20 M. 80 Pf. bis 21 M. 40 Pf. Roggen 100 Kilogr. 19 M. — Pf. bis 20 M. — Pf. Gerste 100 Kilogr. 17 M. 40 Pf. bis 18 M. - Pf. Hafer 100 Kilogr. 13 M. 75 Pf. bis 14 M. 75 Pf.