gelobtet wären, In Tust soll ein starker Zuzug von Bewaffneten stattsinden.
London, 16. Juli. (Unterhaus.) Schluß. Der gegen die Errichtung eines Denkmals zum Andenken des Prinzen Louis Napoleon in der Westminster-Abtei gerichtete, von der Regierung beanstandete Antrag des Deputirten Briggs wurde mit 171 gegen 116 Stimmen angenommen.
Paris, 18. Juli. Die Regierung hat ihren Vertretern im Auslande Instruktionen zugehen lassen, wonach dieselben ermächtigt werden, bedürftigen Amnestirten, welche behufs der Rückkehr nach Frankreich ihren Beistand in Anspruch nehmen, alle thunliche Unterstützung zu Theil werden zu lassen. — Das „Journal officiel" veröffentlicht ein Dekret des Präsidenten Grevy, wodurch der Kriegsminister Farr^ zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt wird. Ein Circularschrelben des Kriegsministers an die Armeekorps-Kommandanten setzt den 25. d. M. zur Uebergabe der Fahnen an die Truppen in den Provinzen fest und bestimmt, daß bei dieser Gelegenheit große Paraden stallftnden sollen.
Aus Heffen-Nastau.
** Hersseld. 21. Juli. Der heutige Viehmarkt war sehr belebt, es hatten sich zu demselben sehr viel Kauf- und Verkauslustige eingefunden, infolge dessen viel, jedoch nur zu mittleren Preisen, abgesetzt wurde. Mastvieh war nur wenig, Anspannvieh dagegen gut vertreten. Im Ganzen waren 764 Stück Rindvieh auf dem Markt, von denen allein circa 200 Stück in entferntere Gegenden mit der Bahn transportirt wurden. — Der Schweinemarkt war unbedeutend die wenigen Schweine, 46 Stück, wurden fast sämmtlich zu ziemlich hohen Preisen verkauft.
Cassel, 17. Juli. Den Hauptgewinn derFritzlarerPferdemartt-Lotterie, eine komplette zweispännige Equipage mit zwei geschirrten edlen Pferden, hat ein junges, in der hiesigen Bahnhofsrestauration beschäftigtes Mädchen Namens Elise Schmitz aus Attmorschen, und ein Kellner derselben Restauration g e» Wonnen.
Cassel, 19. Juli. Vor Schrecken gestorben ist am Sonnabend Nachmittag eine Frau im ersten Seilerweg. Der Sohn derselben war mit einem Stein an den Kopf geworfen worden, so daß eine blutige Wunde die Folge war. Der Anblick des blutenden Knaben verursachte der Mutter einen solchen Schrecken, daß sie leblos zusammenstürzte, um nicht wieder auszustehen. (C. Tgbl.)
Cassel 18. Juli. Heute Nachmittag entlud sich abermals über unseren Thalkessel ein äußerst heftiges Gewitter verbunden mit einem starken Hagelwetter, das von heftiger und längerer Dauer war. An einzelnen Strichen fiel der Hagel ungewöhnlich dicht und in Größe von Hasfelnüffen, sodaß der Baden zollhoch bedeckt wurde. So beispielsweise auf Wilhelmshöhe, Moulang, Kuhberg rc., wo den Feldern übel mitgespielt wurde. Der schönste Roggen ist vom Hagel zerknickt und wie gedroschenes Stroh durcheinander geschlagen. Der ange. richtete Schaden in unserer Gemarkung ist leider augenscheinlich erheblich, wenn derselbe sich zwar auch vorläufig noch nicht genau überblicken und feststellen läßt.
Cassel, 19. Juli. Wie ich vernehme, hat das gestrige Unwetter namentlich stark in Waldau, Bettenhausen, Heiligenrode, Sandershausen rc. gewüthet. In diesen Gemarkungen ist viel, viel verhagelt worden, der größte Theil des Roggens liegt geknickt auf dem Boden, die Aehren teilweise abgeschlagen, auch sollen die Kartoffeln zum Theil ihre Blüthen eingebüßt haben und auch die andern Feldfrüchte übel mitgenommen worden sein. (H. M.)
Von der Diemel, 19. Juli. Die Gegend des Diemelthales an der waldeckffch'westfälischen Grenze ist in den verflossenen Monaten wiederholt von schweren Gewittern heimgesucht worden. So leider auch an den beiden letzten Tagen. Ein furchtbarer Wolkenbruch entlud sich vorgestern über den Ortschaften Adorf, Bredelar, Marsberg, Padtberg, Cannstein ic„ welcher im Nu die kleinsten Gebirgsbäche zu reißenden Strömen anschwellen ließ, so daß die Diemel sehr bald aus ihren Ufern trat. Das Wasser hat überall furchtbaren Schaden gethan und wie man bei Westheim und Wrexen beobachten konnte, kamen ganze Baumstämme, Trümmer von Häusern und landwirthschaftlichen Geräthen, Ziegen und Schweine die Diemel hinabgetrieben. Einzelne Gemarkungen sind vom Hagelschlag, der in seltener Dichtigkeit und Dicke wie Haselnüsse fiel, hart betroffen, namentlich haben die westfälischen Orte stark gelitten und in ihren Gemarkungen ist die Sommerfrucht fast gänzlich vernichtet, von der fast nichts versichert ist. Auch ein Menschenleben ist dem Unwetter zum Opfer gefallen. In der Nähe einer Papierfabrik unterhalb Marsberg waren verschiedene ,Ar-
3Rontag öen 26‘ 3u(i L 3.
von Morgens 9 Uhr ab
sollen aus den Diftricten Heckengarten d, Bastenberg by, Kreuzberg a und b, Alter- keller a, z und dx, AlteslNhege e, fz und ax, KöhlerSgraben c, Mühlberg b und cy, Wüstfelderhute a und dx der Oberförsterei Wippersliain folgende Hölzer öffentlich melstbietend verkauft werden:
Birken: 7,50 Hndl. Wellen Reis III. Classe; Nadelholz: ,28 Rmtr. Kloben und Anbruch-Kloben, 68 Rmtr. Stamm- knüppel und Anbruch - Stammlnüppel, 73,50 Hndrt. Wellen Reis III. Classe, 37 Rmtr. Stockholz I. Classe.
Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr in der Otter'schen Gastwirthschaft zu Wippe r s h a i n. Die Königlichen Förster Licht zu Wippershain und Becker zu Malkomes werden Kauflustigen auf deren Wunsch das
Knzeigen.
Holz vorzeigen.
Hersfeld, am 17. Juli 1880.
Der Oberförster Cornelius.
Mein Lager von
Häcksellnaschinen-
Rübenschneider Aecimalwaagen etc.
bringe in empfehlende Erinnerung.
L. Lote Nachfolger,
beiter am Damme beschäftigt, welcher schadhaft war, müssen sich jedoch zurück, ziehen. Der zwanzigjährige Becker aus Oesdorf hat sein Handwerkszeug liegen lassen und wird, im Begriffe dieses zu holen, von der plötzlich heranströmenden Hochfluth — die Diemel hat bekanntlich sehr starkes Gefälle — welche wie Nichts den Damm durchbricht, erfaßt und mit fortgerissen, sodaß Rettungsversuche unmöglich waren. Der Bruder des Unglücklichen, welcher ihm nachspringen wollte, mußte mit Gewalt zurückgehalten werden. Unterhalb Wrexen hat man gestern den Leichnam gefunden.
Vollmarshausen, 18. Juli. Unsere Feldmark wurde heute Nachmittag 3^ Uhr von einem starken Gewitter mit Hagelschlag sehr hart betroffen; nur ein kleiner Theil der Flur blieb verschont. Der Bestand der Früchte war ein besonders segensverheißender; jetzt liegt die schöne Frucht geknickt und ent« krönt platt am Boden. Die Blattformen sind zerrissen und oft kaum als solche zu erkennen. — Etwa 10 Minuten reichen hin, so manche Hoffnung zu vernichten. Das Wetter kam aus Nord-Ost; die Hagelkörner, häufig in Größe von Taubeneiern, waren noch nach mehreren Stunden aus der Wiese und unter der Frucht sichtbar und wirkten um so heftiger, als während des Niederfallens Wind ging. Der Schaden ist besonders für die kleinen Leute hart, welche durch die tägliche Noth sich abhalten lassen nicht zu versichern. Bei einigen Bauern und besser Situirten ist oft Mangel an Einsicht schuld. Die größten Besitzer sind in gut fundirten Gesellschaften versichert, deren Taxe hoffentlich den wahren Schaden ausgleichen wird. (H. M.)
Karlshafen, 18 Juli. Vor einiger Zeit wurde in Lippoldsberg ein Familienvater bei dem Mähen einer Wiese von einer Fliege über das Auge gestochen. Nach einigen Tagen schwoll das Auge und später das ganze Gesicht an. Trotzdem er sofort Hilfe in der Göttinger Klinik suchte, hat ihn dennoch die ärztliche Kunst nicht retten können. (H. M.)
Wrexen, 19. Juli. In Bezug auf die Verfolgung der beiden berüchtigten Wilderer Hagemeyer und Hibbeln ist zu berichten, daß nach Mittheilungen, welche der bis vor einigen Tagen hier einquartirte Abtheilung Jäger zugingen, Hagemeyer am Freitag Morgen im Walde zwischen Alten- und Neuenheerse von dem Ortsdiener aus Peckelsheim gesehen worden ist. Dieser rannte aufs Tödtlichste erschrocken zurück und alarnfirte die ganzen Dörfer. Die dort liegenden Jäger, die Gensdarmerie und viele Einwohner machten sich denn auch sofort auf die Suche, doch war der Vogel ausgeflogen. Hagemeyer, der von mehreren Personen gesehen wurde, war bis an die Zähne bewaffnet. Die
hiesigen Jäger sind daher in die dortige Gegend abgerückt.
(H. M.)
— (Feuer a u f See.) Ueber den Brand des amerikanischen Dampfers „Seawanheka" bringt die neueste Newyorker Post nähere Mittheilungen, Der Dampfer befand sich am 28. Juni auf der Reise von New Zork nach Glen Cove auf Long Island und hatte 4« bis 500 Passagiere am Borde, als um 4 Uhr Nachmittags im Maschinenraume Feuer ausbrach, das so rasch um sich griff, daß das ganze Schiff 5 Minuten später ein einziges Feuermeer war. Alles stürzte nach den Verschlügen, wo die Lebensretter aufbewahrt wurden, doch bewahrten die meisten Männer so viel Geistesgegenwart, daß Frauen und Kinder zuerst mit Rettungsgürteln versehen wurden. Der Befehlshaber, Kapitän Smith, benahm sich während der Katastrophe in heldenmüthiger Weise; als er sah, daß jede Hoffnung auf Rettung des Schiffes geschwunden, richtete er den Kurs desselben nach Randalls Island, allein noch ehe der Strand erreicht war, hatten die Passagiere zwischen dem Tode in den Flammen oder dem in den Fluthen zu wählen. Lange vorher, ehe der Dampfer aufstieß, begannen die Leute über Bord zu springen. Die Scenen, (welche sich während der Panik abspielten, waren grauenhaft. Die Flammen schnitten diejenigen Pasiagiere, welche sich auf dem Hindertheile des Dampfers befanden, vom Vordertheile ab, so daß ihre einzige Chance über Bord springen war. Viele ertranken, Andere hielten sich noch eine Zeitlang an Tauen fest, bis diese vom Feuer verzehrt wurden. Im Ganzen sind, wie man annimmt, zwischen 40 und 50 Personen umgekommen, doch würde die Zahl weit größer sein, wenn der Kapitän sich nicht so ausgezeichnet benommen hätte. Er hielt bis zum letzten Augenblicke aus; als die Flammen schon das Ruderhaus ergriffen hatten, blieb er doch noch am Steuerrade, um das Schiff auf seinem Kurse zu erhalten. Als es die Insel erreichte, sprang er an's Land und mußte, vollständig erschöpft und an Gesicht und Händen schrecklich verbrannt, bewußtlos nach dem Hospital auf der Insel getragen werden.
Weizen 100 Kilogr. 23 M. 10 Pf. bis 23 M. 50 Pf. Roggen 100 Kilogr. — M. — Ps. bis — M. — Pf. Gerste 100 Kilogr. — M. — Ps. bis - M. - Pf. Hafer 100 Kilogr. 14 M. 35 Pf. bis 15 M. — Pf.
Die diesjährige Crndte von circa | Acker Sommerweizen ausm Tageberg,
| Acker Kartoffel daselbst,
1 Dattel desgl. vorm Johannisthor
1| Sattel desgl. hinterm Stift, 1| Acker Gerste im kleinen Brückengarten und aus der Warth (verschiedenen auswärtigen Eigenthümern gehörig) soll öffentlich meistbietend verkauft werden.
Termin hierzu ist auf
nächsten Freitag den 23- d. M.
Nachmittags 3 Uhr
an Ort und Stelle anberaumt und sind Kaufliebhaber mit dem Bemerken hierzu eingeladen, daß der Anfang auf dem Tageberg gemacht wird.
HerSfeld, am 21. Juli 1880.
Auff. Altenburg.