feiten und unterdessen an ihre Adresse beförderten gemeinsamen Eingabe an den Herrn minister der öffentlichen Arbeiten zu Berlin vom 20. desselben Monats. Demnächst gab derselbe von den ferner zur Sache gepflogenen Verhandlungen resp, von den umfassenden Schritten, welche er dieserhalb gethan, Kenntniß. Es kam dabei zunächst namentlich in Betracht die ihm mitgetheilte Abschrift der Seitens des Alsfelder Eisenbahn-Comits's dem obigen Beschlusse vom 19. Oktober v. I. entsprechend an das Grobherzoglich Darm- städtische Ministerium gerichteten besonderen Eingabe in derselben Angelegenheit; die seinerseits mit verschiedenen Eisenbahn-Unternehmern sowie mit dem Herzoglich Sächsischen Baurath Pleßner zu Gotha geführte Correspondenz; seine Verhandlungen mit dem Königlichen Kriegs-Ministerium vom 7. Februar resp. 28. März cr. und mit dem Comit6-Mitglied Fabrikant Rechberg zu Hersfeld über das ehemalige Lenne-Lahn-Bahn-Project resp, die ausführliche Darlegung des letztgenannten über jenes Project; sodann weiter die daraufhin Seitens des Vorsitzenden gepflogenen resp, eingeleiteten Verhandlungen mit den Königlichen Oberbergämtern zu Dortmund und zu Bonn, mit der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Elberfeld, mit dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten, namentlich auf Grund eines Bescheides dieses Herrn Ministers vom 29. April c., ferner mit der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Frankfurt a. M., mit den Landrathsämtern zu Wittgenstem-Berleburg, Siegen, Olpe und Biedenkopf, mit den Handelskammern zu Dortmund, Bochum, Hagen, Essen, Jserloh», Lüdenscheid, Mühlheim a. d. Ruhr und zu Duisburg, mit verschiedenen Besitzern von im Kreise Wittgenstein gelegenen Schiefergruben, sowie mit dem Herrn Fürsten zu Wittgenstein-Ber- leburg und endlich der wesentliche Inhalt des Beschlusses des Kreis« eisenbahncomitä's vom 16. d. M. und wurde sodann in gründlicher Erwägung dieses ganzen Materials, sowie in wesentlicher Uebereinstimmung mit dem obigen Beschlusse des Elsenbahncomit6's Hersfeld beschlossen, daß nunmehr die Linie Gerstungen-Hersfeld-Aisfeld- Cölbe-Aitenhundem (Station der Ruhr-Sieg-Bahn) an Stelle des Sekundärbahnprojekts Vacha-Hersseld-Alsfeid event. Treysa, als Vollbahnprojekt zu verfolgen sei und baß zu dem Zwecke zunächst von dem Seitens des Vorsitzenden in eingehender Weise empfohlenen Herzoglich Sächsischen Baurath Pleßner zu Gotha eine ausführliche, die Sache in technischer, volksnurthschaftlicher und finanzieller Hinsicht allseitig beleuchtende Denkschrift hierüber angefertigt werden solle, daß dabei aber in erster Linie die Strecke Altenhundem-Cölbe-Alsfeid- Hersfeld, in zweiter Linie die Strecke Hersfeld-Gerstungen in's Auge zu fassen sein würde. — Dem wetteren Vorschlag des Herrn Vor- sitzeuden gemäß erklärte das Comite sich damit einverstanden, daß es dem Kreise Wittgenstein gestattet werden solle, mit 3 Mitgliedern in das Central-Comits Mlsfeld-Hersfeld einzutreten, wobei jedoch ausdrücklich die Bedingung gestellt wurde, daß der Vorsitz resp. die Leitung der ganzen Sache dem Herrn Lanbrath Freiherrn von Broich verbleiben müsse und daß der Kreis Wittgenstein sich an den Kosten der Denkschrift mit einem ratirlichen Antheil zu betheiligen habe."
Zur Bestreitung der auf den Kreis Hersfeld hiervon fallenden Kosten dieser, von dem Herzoglich Gothaischen Baurath Pleßner an- zusertigenden, die Grundlage jedes geeigneten weiteren Vorgehens in der Sache bildenden Denkschrift, für welche Herr Pleßner ein Honorar von 360 M. beansprucht, und zur Deckung der baaren Auslagen, welche demselben dabei entstehen, jedoch selbstredend jetzt noch nicht zu taxiren sind, stellt nun das Kreis-Eisenbahn - Comite den oben bezeichneten Antrag.
Die verlangte Summe von 300 M. würde aus den Baarbeständen und aus den laufenden Einnahmen entnommen werden können.
Hersfeld, am 17. Juli 1880.
Der Landwirth Conrad Hofmann und Genossen zuHatten- bach haben unter Vorlage der Beschreibung, Zeichnung und Pläne um Genehmigung zur Anlage eines Kalkofens auf dem, dem Landwirth Albert Brömme gehörigen, 2 ha 66 a 83 qm großen Grundstücke, Kartenblatt 6 Nr. 64 nachgesucht.
In Gemäsheit des §. 17 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 fordere ich alle Diejenigen, welche Einwendungen hiergegen zu erheben haben, auf, dieselben binnen 14 Tagen bei mir vorzu- bringen und bemerke, daß nach Ablauf dieser Frist Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden können.
Die Beschreibung, Zeichnung und Pläne können im Bureau des Königlichen Landrathsamtes während der Dienststunden einge- sehen werden.
8505. Der Königliche Landrath. ____________________________________I. V.: Heeg, Kreissecretair.
Hersfeld, am 19. Juli 1880.
Die Erledigung der Schulstelle zu Gittersdorf vom 1. August d. I. ab wird hierdurch.mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der nöthigen Sitten- und Befähigungszeugnisse binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten Königlichen Lanocathe oder dem Königlichen Local- schulinspector Herrn Pfarrer Ger lach zu Obergeis einzureichen haben.
8495. Der Königliche Landrath.
J. V.: Heeg, Kreissecretair.
Hersfeld, am 19. Juli 1880.
Für
1) Bauer Conrad Eich enauer von Tann, 27 Jahre alt,
2) Adam Eichenauer von Tann, 17 Jahre alt,
3) Sattler Carl Emil Ziegler von Hersfeld, 17 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Nordamerika nachgesucht worden.
8578. Der Königliche Landrath.
________ I. V.: Heeg, Kreissecretair.
Gefunden: eine Bindekette. Meldung desEigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Kohlhausen.
Gefunden: eine Kette. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Rohrbach.
537. Die im Verlage von Ferdinand Körbcr, Zürich - Oberstraß, erschienene Druckschrift: Jahrbuch der Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, herausgegeben von Dr. Ludwig Richter, erster Jahrgang, zweite Hälfte, wird hiermit verboten. X Konstanz den 30. Juni 1880.
Der Gr. Bad. Landeskommissär für die Kreise Konstanz, Villingen und Waldshut.
547. Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. October 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das ohne Angabe des Herausgebers oder Druckers in London erschienene Flugblatt mit der Ueberschrift: „Das Recht aus Revolution" nach §. 11 des gedachten Gesetzes verboten worden ist.
Berlin den 10. Juli 1880.
Königliches Polizei,Präsidium. J. V.: von Heppe.
Tagesbegebenheiten.
Berlin, 18. Juli. Bei der Rückkehr von Gastein wird eine Begrüßung des Kaisers Wilhelm mit dem Kaiser von Oesterreich stat'.ftnden.
Lindau, 18. Juli. Se. Majestät der Kaiser hat die Insel Mainau heute Vormittag 11| Uhr verlassen und tritt um 2 Uhr mittelst Extrazugs die Weiterreise von hier nach Rosenheim an, wo die Ankunft Abend 7$ Uhr erfolgen soll. Se. Majestät wurde bei der Herfahrt von den Großherzoglich Badischen Herrschaften begleitet und hier sehr festlich empfangen und von der herbeigeströmten Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Zum Empfang des Kaisers hatten sich auch die Frau Prinzessin Louise von Preußen und der Preußische Militär-Attache in München, Oberstlieutenant von Stülpnagel, hier eingefunden. Die Großherzoglich Vadenschen Herrschaften kehren von hier nach Rorschach zurück.
Rosenheim, 19. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute morgen 8 Uhr nach Gastein weitergereist. Bei der Abfahrt wurden Sr. Majestät von der zahlreich anwesenden Bevölkerung abermals enthusiastische Huldigungen dargebracht. Gestern Abend waren auf den umliegenden Bergen zu Ehren des Kaisers Freudenfeuer ange» zündet.
Gastein, 19. Juli. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm ist bei prachtvollem Wetter hier eingetroffen und von dem Grafen Meran, dem Statthalter, dem Landeshauptmann und dem Bürgermeister empfangen worden. Von einem ausgestellten Musikcorps wurde die preußische Nationalhymne gespielt. Die Bevölkerung begrüßte Se. majeftät mit lebhaften Hochrufen.
Sondershausen, 17. Juli. Fürst Günther Friedrich Karl von Schwarzburg-Sondershausen, welcher die Regierung am 19. August 1835 übernahm, hat in Folge seines Augenleidens die Regierung zu Gunsten des Erbprinzen niedergelegt. Erbprinz Karl Günther, geboren am 7. August 1830, hat die Regierung heute übernommen.
Bremerhafen, 16. Juli. Während eines heftigen Gewitters, das sich heute Abend zwischen 6 und 7 Uhr hier entlud, wurde ein Güterschuvpen auf der Westseite des alten Hafens vom Blitze ge« troffen und in Flammen gesetzt. Zwei andere Güterschuppen und die hannoversche Wasserstation sind ebenfalls vom Feuer ergriffen worden, der Wind steht nach der Weserseite zu, die Schiffe scheinen indeß nichtgefährdet.
Br eme rhafeu, 17. Juli. Das gestern Abend auf der Westseite des alten Hafens ausgebrochene Feuer ist bewältigt; durch dasselbe wurden sechs Güterschuppen in Asche gelegt.
Konstantinopel, 19^. Juli. Aus Philippopel wird gemeldet: Die Mutter des Generals L-kodeleff ist, bei einem zur Unterstützung der Spitäler in Tzirpan unternommenen Ausflug, gestern Abend mit ihrer Kammerfrau und einem sie begleitenden Adjutanten beraubt und ermordet worden. An den Ort, wo die That begangen wurde, sind Gensdarmen und Truppen abgegangen, die Mörder sind bis jetzt ^^Ko^nstantinopel, 19. Juli. Aus Philippopel wird berichtet: Der Mörder der Frau Skobeleff wurde ermittelt und hat sich, als er sich umzingelt sah, selbst entleibt. Drei andere der Theilnahme verdächtige Personen sind verhaftet. Es soll sich bei dem Verbrechen um einen Raubmord handeln.
R a gu s a, 16. Juli. Nach hier eingegangenen Nachrichten hatte ein neuer Zusammenstoß zwischen Libanesen und Montenegrinern bet Golobovice stattgefunden, wobei 13 Montenegriner und 2 Libanesen