Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Areis Hersfest)

Nr. 24. Mittwoch den 24. März 1880.

®a® »Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei sder Expedition 1 Mark pro Quartal bei Den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

MMnemeMsMuluöuug.

Mit dem 1. April beginnt ein neues Abonnement auf das Krelsblatt". Wir bitten dasselbe rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustel­lung eintritt. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt i Mark eycl, Postaufschlag sowohl bei allen kaiserlichen Postanstalten als auch bei der Expedition.

finden durch dasKceisblatt" nicht nur in hiesiger Stadt und hiesigem Kreise sondern auch in den benachbarten Kreisen weite Verbreitung und sichern Erfolg und kostet die dreigespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Die Expedition.

ämtlidjes.

Kreis Hers feit.

Nachdem in Folge meiner Aufforderung vom 5. September 1879 Nr. 10128, Kreisblatt Nr. 72, sich 63 Ortsvorstände des hiesigen Kreises, also die überwiegende Mehrzahl derselben, dahin ausge­sprochen haben, daß für die Ausräumung der Fluthgräben sowie der Ent- und Bewässerungs-Anlagen die Herbstmonate am geeignetsten seien, werden hierdurch unter Aufhebung der diesseitigen Verfügung vom 6. Mai 1879 Nr. 5554, Kreisblatt Nr. 37, die Herren Ortsvorstände rc. des Kreises angewiesen, dafür Sorge zu tragen, daß die besagten Arbeiten nunmehr allgemein in der Zeit vom 15. September bis zum I 5. November zur Ausführung gelangen, und erwarte ich bis spätestens zum 20. No­vember jeden Jahres Bericht darüber, daß dies ordnungs­mäßig und vollständig geschehen ist.

Von einigen Ortsvorständen wurde dabei hervorgehoben, daß, da die fraglichen Anlagen rc. in den Wintermonaten durch mancherlei Einwirkungen leicht beschädigt werden könnten, eine Revision und wenn nöthig Wieder-Jnstanvjetzung derselben zu Anfang des Früh­jahres zweckmäßig erscheine. Um auch diesem Umstände Rechnung zu tragen, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände rc., im Laufe des Monats März die besagten Anlagen einer Revision zu un­terziehen und etwaige Instandsetzungen derselben sofort bewirken zu lassen, mir auch bis zum 10» April eines jeden Jahres zu berichten, daß die Fluthgräben und Anlagen zur Ent- und Be­wässerung sich noch, resp, wieder in gutem Zustande befinden.

Der Termins-Kalender ist hiernach entsprechend zu berichtigen. Hersfeld, am 23. März 1880.

3135. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Berlin W., 23. März 1880.

Bekanntmachung.

Postanweisungsverkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Vom 1. April ab kommt für Postanweisungen nach den Ver­einigten Staaten von Amerika an Gebühr der Satz von 20 Pfennig für je 20 Mark, mindestens jedoch 40 Pfennig für jede Postanweisung, zur Erhebung. Der Meistbetrag einer Postanweisung beträgt, wie bisher, 50 Dollar. Der Betrag ist in der Währung des Be- stimmungsgebiets Dollars und Cents anzugeben. Die Um­wandlung in die Markwäbrung findet bis auf Weiteres nach dem Verhältniß von 100 Dollar gleich 425 Mark statt. Zu Postan­weisungen nach den Vereinigten Staaten ist das für den Weltpost­verein vorgeschriebene Formular mit deutschem und französischem Vordruck zu benutzen. Die handschriftliche Ausfüllung ist mit

lateinischen Schriftzeichen zu bewirken. Die Postanweisungen müssen außer dem Namen des Empfängers und dessen genauer Adresse seinen Vornamen oder wenigstens die Anfangsbuchstaben seines oder seiner Vornamen enthalten. Bei Firmen genügt die gewöhnliche Bezeichnung der Firma. Zur näheren Bezeichnung des Bestimmungs­orts ist außer dem Namen des Staats thunlichst auch der Name des Kreises (county), in welchem der Wohnort des Empfängers liegt, anzugeben. Der Abschnitt der Postanweisung muß den Namen und die nähere Bezeichnung des Absenders und kann außer­dem den auszuzahlenden Betrag und den Tag der Einzahlung ent­halten. Weitere Mittheilungen sind auf dem Abschnitt nicht zulässig.

Kaiserliches General-Postamt. Wiebe.

"Berlin W., 22.März 1880?"

Bekanntmachung.

Päckereiverkehr mit Dänemark.

Vom 1. April d. I. ab werden Päckereisendungen im Gewicht bis 5 Kilogramm nach Dänemark nur frankirt befördert. Die Taxe für ein solches frankirtes Packet beträgt 80 Pfennig.

Kaiserliches General-Postamt Wiebe.s

Tagesbegebenheiten.

Aus Hefsen-Nasiau.

Cassel, 22. März. Ein beklagenswerther Unglücksfall hat sich am Freitag in der Cantine der Jnfanteriecaserne ereignet. Dort war von der eben in großen Quantitäten gekochten Wurst das heiße Waffer in dem jedoch mit einem Deckel versehenen Kochkeffel zurück­geblieben. Als der Sergeant der Cantine nun sich einen Augenblick entfernte, gerieth sein etwa vierjähriger Knabe an den Kessel und fiel rücklings auf denselben, der Deckel gab nach und das Kind fiel in das heiße Waffer, wo es dermaßen verbrüht wurde, daß bald darauf der Tod eintrat. (C. Tgbl.)

Halle a. S., 20. März. Heute Vormittag stießen im Bahnhöfe zwei Personenzüge zusammen. Viele Personen sind verletzt, sieben sollen todt sein. Mehrere Waggons zertrümmert.

Ueber das Eisenbahn-Unglück in Halle a. S. liegen folgende nähere Nachrichten vor: Fast zu gleicher Zeit treffen auf dem Hallischen Bahnhof zwei Züge ein, der eine, welcher von Magdeburg kommt, um 9 Uhr 57 Minuten Vormittags, der andere aus Halberstadt eine Minute später. Für beide Züge war, so schreibt man derNat.-Ztg.", das Einfahrtssignal gegeben, der Magde­burger Zug war bereits aus das Mittclgeleis eingelaufen, als der eine Minute später fällige Halberstädter Zug auf dem rechts gelegenen Hauptgeleis in den Bahnhof einlief; doch der Zug blieb hier nicht stehen, eine Weiche war falsch gestellt und über ein in das Mittelgeleis auslausendes Seitengeleis bog der Halberstädter Zug ein, gerade auf den Magdeburger Zug ein. Eine Katastrophe schien unvermeidlich, ein schriller klagender Pfiff, der Locomotivführer gab Contredampf, doch das Grausige war nicht mehr abzuwenden, der Zusammen­stoß der beiden Züge erfolgte, der Halberstädter Zug streifte noch den Rangir- zug. Mit solch' gewaltiger Wucht stießen die beidenPersonenzüge aufeinander, daß beide sofort aus den Geleisen gehoben wurden. Rechts und links stürzten die Waggons auf die Geleise, hier waren die Seitenwände vollständig ausein- andergerissen, die Fenster zertrümmert; ein entsetzlicher, surchtbarer Anblick. Die Maschine des Halberstädter Zuges bohrte sich in die Waggons ein, das Un­glück nahm hierdurch größeren Umfang an. Ein markerschütterndes, herz­zerreißendes Wehgeschrei erhob sich, aus den Waggons drangen die lautesten, erschütterndsten Hülferufe, ein entsetzlich fürchterlicher Anblick bot sich dar. Hier sah der Gatte seine Gattin blutend unter den Trümmern des eingestoßenen Waggons liegen, dort mußte der Vater, welcher nach seinem kleinen Sohn rief, deil grausigen Anblick erleben, daß sein Liebling mit dem Kopfe unter ein Maschinenrad gerathen und so sein jugendliches Leben hatte aushauchen muffen. Hier lag wieder eine Frau, welcher die beiden Beine abgefahren waren. Schnelle Hülfe war bei der Hand, sofort begannen die Rettungsarbeiten, viele Mühe und