So schritt er seiner Wohnung zu.
Sie lag in einer einsamen Gasse auf der Wieden.
Die eine Front derselben wurde durch eine lange Gartenmauer gebildet und auch an das Haus, welches unser Mann bewohnte, schlössen zu beiden Seiten Gärten an.
Er nahte dem Hause, jetzt wollte er zur Pforte treten.
Was war das? Auf der Schwelle zusammengekauert erblickte er eine weibliche Gestalt.
Sie regte sich nicht, schlummerte sie — oder war sie leblos — getödtet vom Froste? (Forts, f.)
Haus- und Landwirthschaft
— Heilmittel gegen Verbrennungen. Die „Pharmaceutische Cen- tralhalle" berichtet: In einer Versammlung in Salem, Mass., erstattete kürzlich Dr. G. F. Waters einen Bericht über ein von ihm entdecktes Heilmittel für Brandwunden und Verbrühungen. Er behauptete, daß die Anwendung von doppeltkohlensaurem Natron, welches man in jeder Haushaltung unter dem Namen „Bullrich's Salz" antrifft, den Schmerz sofort zum Aufhören bringe, und daß es genügend sei, oberflächliche Brandwunden innerhalb weniger Stunden zu heilen. Um die Wirkung des Heilmittels zu zeigen, tauchte Waters einen Schwamm in kochendes Wasser und drückte letzteres über dem Handgelenk aus; das Wasser floß über dasselbe und verursachte eine beinahe zwei Zoll breite Brühwunde um dasselbe. Dann streute er doppeltkohlensaures Natron aus die Wunde, legte einen angefeuchteten Leinwandstreifen darüber, und wie mit einem Zauberschlage verschwand die Geschwulst. Am nächsten Tage war die Verbrühung so gut wie geheilt; nur eine geringe Röche der Haut war noch wahrzunehmen.
— Brutplätze für Hennen. Es ist bekannt, schreibt die „Landw. Zeitschr. f. Els.-Lothr.," daß brütlustige Hennen am liebsten auf freier Erde unter irgend einem Gebüsch brüten und daß dergleichen, gewöhnlich ganz heimlich bewerkstelligte Bruten den besten Erfolg haben, indem die Henne plötzlich mit einer Schaar munterer Hühnchen erscheint. Gleich günstige Erfolge werden bei gewöhnlichem Verfahren selten erzielt und sehr häufig hört man die Klage, in den Eiern seien völlig ausgebildete, aber todte Hühnchen gewesen. Dies rührt einzig und allein von der zu großen Trockenheit her, indem das innere, unter der Schale befindliche Häutchen förmlich pergamentartig wird und das schwache Vögelchen gar nicht die Kraft besitzt, es durchzustoßen, folglich ersticken muß. Diesem Uebelstande abzuhelfen, hat man verschiedene Hilfsmittel angewendet,
z. B. frisch abgestochene Rasen in das Nest unter das Stroh gelegt, oder zuweilen mit lauem Wasser besprengt, was mitunter auch geholfen hat. Das sicherste Auskunftsmittel bleibt jedoch, auch hierin die Natur nachzuahmen und in einer ungedielten Scheune oder einem Schuppen oder sonst geschützten Raume einige Schaufeln Erde aufzugraben, etwas Stroh oder Heu in die Oeffnung und die Eier darauf zu legen. Man wird bei diesem Verfahren den besten Erfolg haben, denn durch die der Erde innewohnenden Feuchtigkeit wird die Ausdünstung des Eies durch die Brutwärme ersetzt und die untergelegten Eier werden sicher auskommen.
— Mittel gegen Erfrieren der Blüthe des Frühobstes. Ein sehr einfaches Mittel, um das Frühobst vor Frostschaden zu sichern, hat, wie das „Württemb Gewbl." berichtet, vor einiger Zeit ein rheinischer Gutsbesitzer mitgetheilt: Er gräbt, wenn die Bäume zu früh zu treiben beginnen, rings um den Stamm herum auf, schüttet, je nach Größe und Bedürfniß, einen oder mehrere Kübel Eis in die Grube und überdeckt es wieder mit der ausgehobenen Erde. Das so bedeckte Eis schmilzt nur langsam und hält durch die Abkühlung den Baum in der Entwicklung zurück. Das hiezu nöthige Eis kann sich Jeder leicht den Winter über verschaffen und so lange aufbewahren. Man macht an einem schattigen Orte einen Bretterverschlag mit doppelten Wandungen in der Art, daß zwischen der innern und der äußern Wandung 3 bis 4 Zoll Spielraum ist, und stopft diesen Zwischenraum dicht mit Moos aus. Statt eines solchen Verschlages lassen sich auch zwei ineinandergestellte Kisten anwenden; man füllt den innern Raum mit Eis, überdeckt dasselbe und den Deckel reichlich mit Stroh, um Regen, Wind und Sonne abzuhalten, und kann so das Eis lange ohne wesentliche Kosten aufbewahren.
Hildburghausen. Mit Beginn dieses Semesters bezog unser unter Aufsicht des Staates stehendes Technikum die für dasselbe neu hergerichteten hohen und Hellen Räume, welche bis vor wenigen Jahren das jetzt nach Leipzig verlegte weltberühmte bibliographische Institut inne hatte. So ist an Stelle dieses durch die bedeutenden in ihm hergestellten Werke (Conversationslexikon, Reisehandbücher, Classtkerausgaben, Brehm's Thierleben 2c.) Bildung verbreitenden Instituts eine Anstalt getreten, die, wenn auch in anderer Weise, das gleiche Ziel verfolgt. Hoffen wir, daß das Technikum in seinen neuen Räumen aus der mit gutem Erfolg betretenen Bahn fort- schreite und der ausathmenden Industrie tüchtige Maschinen- und Bautechniker zusühre.
Anzeigen.
In der Oberförsterei Hersfeld soll nachstehendes Gehölze meistbietend versteigert werden:
I. Dienstag ^den 24, d. Mts. von Morgens 10 Uhr an, in der Schneider'schen Wirthschaft zu Gittersdorf aus dem Forstorte Eichlerseite = Nadelholz: 122 Stück Stämme, 5 bis 14 m lang und 15 bis 36 cm stark, 8 Nmtr. Nutzscheit; Forstort BeirrSrück — Nadelholz: 36 Nmtr. Scheit und Knüppel, 70 Nmtr. Zopfreis.
II Freitag den 27. d. Mts. von Morgens 10 Uhr an, in der Götz'schen Wirthschaft zu Heenes aus den Forstorten Goldgraben und Eichenrück = Nadelholz: 90 Stück Stämme 6 bis 14 m lang, 15 bis 45 cm stark, 7 Stangen I. Cl., 70 Nmtr. Nutzscheit (4 m lange Rollen), ca. 300 Nmtr. Erlen- und Nadelholz-Reis.
III. Freitag den 5, März er. von Morgens 10 Uhr an, im Forstort Jllersrück und bei ungünstiger Witterung im Forsthaus Mönches aus dem Forstorte JllerSrück — Eichen: 93 Stück Stämme, 4 bis 8 m lang, 25 bis 61 cm stark, 43 Nmtr. Nutzscheit, 8 Nmtr. Nutzknüppel, ca. 10 Nmtr. Scheit, 28 Nmtr. Anbruch; Buchen: 6 Stück Stämme 4 bis 6 m lang, 36 bis 52 cm stark.
Die Königlichen Förster zu Gittersdorf, Heenes und Mönches sind angewiesen, das Holz auf Verlangen vor dem Termine vor-
zuzeigen.
Hersfeld, am 14. Februar 1880.
Der Oberförster Lentz.
opopopooooooop , Brs im Monat August d. liegen bei der Lyceums-Renterei zu Rasdorf größere und kleinere Kapitalien zum verzinslichen Aus- leihen gegen sichere Hypothek inländischer Grundstücke bereit. oooooooooooooo
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Nähere Auskunft wegen Fracht und Passage ertheilt der Generalbevollmächtigte August Holten, Wm. Miller’s Nächst Hamburg Admiralilätslr. 33 34, sowie die General-Agenten Gebr. Alsbere in Cassel und Agent Herrn. Aitenbnrg in Hersfeld.
üessentticher Suönuinons^ermüi.
Behufs Vergebung der Lieferung des Bedarfs an Crleucktungs- und Rei- nigungs-Matcrialieir, als: Petroleum, Dochtband, crystallisirte Soda, weiße Seife und grüne Faßseife für die hiesigen Garnison-Anstalten pro Etalsjahr 1880 81 ist auf
Freitag den 27. Februar 1880 Vormittags 10 Uhr
Termin im Bureau der unterzeichneten Verwaltung anberuumt, woselbst die Liefe- rungs-Bedingungen zur Einsicht ausliegen und versiegelte Offerten bis zur Termins- stunde angenommen werden Hersfeld, den 14. Februar 1880.
Königl. Garnison-Verwaltung
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