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Jüeis ssersselü.

für den

Nr. 15. Sonnabend den 21. Februar 1880.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersseld.

Für denjBierbrauergehülfen Peter Martin Schneider von SchenklengSfeld, 18 Jahre alt, ist um Entlastung aus dem Unter» thanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

Hersfeld, am 20. Februar 1880.

1883. Der Königliche Landrath.

I. V.: Heeg, Kreissekretair.

Der Tagelöhner Johannes Euter zu Hattenbach hat für sich und seine Familie um Entlastung aus dem Unterthanenverbande behuts Auswanderung nach Nordamerika nachgesucht.

Hersfeld, am 21. Februar 1880.

1906. Der Königliche Landrath.

J. V.: Heeg, Kreissekretair.

In vergangener Nacht wurden dahier mittelst Einsteigen ge­stohlen:

2 silberne Zuckerbecher, einen vergoldet gez. M. K., 1 Dutzend sil­berne Theelöffel gez. M. K., 1 Dutzend silberne Eßlöffel, ohne Zeichen, | Dutzend silberne Kaffeelöffel in einem Etui gez. G. K., 1 Dutzend desgl. ohne Zeichen, ^ Dutzend silberne Eßlöffel, noch nicht gebraucht, gez. M. K., 5 silberne Eßlöffel gez. G. K., 1 sil­bernes Salatbesteck (Löffel und Gabel) schwarze Holzgriffe, 1 Brillantschmuck, Broche und Ohrringe von Mattgold, die Broche mit 13 Brillanten, wovon 12 um einen großen, an den Ohrringen je 7 Brillanten, 1 silberner Kaffeelöffel, vielleicht M. K. gezeichnet, 4 Servietten gez. K. weiß und roth, 1 Serviette weiß M. A. 6. gez., mit eingewirktem Jagdbild, 1 Serviettenring von blau und weißen Perlen mit Bändern, 1 neusilberner Serviettenring zum Auseinanderziehen eingerichtet, 2 braune Haararmbänder, 1 großes schwarzes Medaillon von Emaille mit großem Stein von weißen Zahlperlen, auf der Rückseite die Photographie eines Herrn, mit großer goldner Kette aus aneinanderhängenden Ringen bestehend, 1 goldnes Armband mit einer schwarzen ovalen Kapsel auf welcher ein Bouquet mit weißen einzelnen Perlen eingelegt 1 Photo­graphie enthaltend, 1 Paar Ohrringe nach demselben Muster, 1 Siegelring mit blauem hellem Stein, gez. L. K. Monogramm, 1 Berloques kleiner goldner Hund auf rothem Stein, 1 Kreuz von Granaten, 1 Marquisenring, 2 Ringe mit blauen Perlen, 1 Paar blaue Emaillenohrringe, zweitheilig, 1 Paar silberne Strickhöschen, 4 Krönungsthaler, 1 alte silberne Uhrkette, 2 Paar goldne Ohrringe, 2 Haarringe mit goldner Platte, innen M. K, 1.

J. G. K. gez., 1 Onix-Manschettenknopf mit weißem Rande, 1 grau und schwarz melirler Damenpaletot mit schw. Sammtkragen und desgl. Taschen.

Man bittet um sorgfältigste Recherchen Verhaftung und Nachricht mit dem Anfügen, daß auf die Wiedererlangung der gestohlenen Sachen sowie aus Ergreifung des oder der Thäter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt ist. Der Thäter hat Blutspuren zurückgelassen und ist jedenfalls an einer seiner Hände verletzt.

Gießen, am 17. Februar 1880.

Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenrus.

Hersfeld, am 20. Februar 1880.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen

Gendarmerie des Kreises zur Kenntnißnahme und Beachtung mit­getheilt.

1863. Der Königliche Landrath.

J. V.: Heeg, Kreissekretair.

121. Atzf Grund von §§. 11 und 12 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878, be­treffend die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soziatdemokratie, werden die nachstehenden Druckschriften:

1) eine in der lithographischen Anstalt von Rossi in Düffeldorf erschienene, von C. Klein entworfene Lithographie mit der UnterschristFerdinand Lassalle, der Kämpfer gegen die Kapitalmacht,"

2) eine in der lithographischen Anstalt von Weber und Wiese in Düsseldorf erschienene, von Joh Weber entworfene Lithographie mit der Unterschrift Gedenkblatt an die Vereinigung der deutschen Sozialdemokratie aus dem Kongreß zu Gotha vom 22. bis 27. Mai 1875"

von der unterzeichneten Landespolizeibehörde damit verboten.

Bremen den 8. Februar 1880.

Die Polizeikommission des Senats. Tetens. Schultz.

Tagesbegebenheiten.

Petersburg, 17. Februar. Im kaiserlichen Winterpalais fand eine Explosion statt, von der Kaiserlichen Familie ist Nie­mand verletzt. Die Mine lag unter dem Wachzimmer, dieses be­findet sich unter bem Speisezimmer. Bon der Wachmannschaft sind 35 verletzt, davon sind 5 bereits gestorben. In dem Fußboden des Speisezimmers war eine Oeffnung geristen von 10 Fuß Länge und 6 Fuß Breite. Die Kaiserliche Familie war in Folge zufälliger Verspätung noch nicht versammelt.

Petersburg, 18. Februar. DerRegierungsbote" meldet: Am 17. d. Nachmittags gegen 7 Uhr erfolgte im Erdgeschoß des Winterpalais unter dem Hauptwachzimmer eine Explosion, wobei von den auf der Wache ausgestellten Soldaten des Finnländischen Leibgarderegiments 8 Mann gelobtet und 45 verwundet wurden. Die Diele des Wachzimmers und mehrere Gasröhren sind beschädigt. Die amtliche Erhebungen sind im Gange.

Petersburg, 19. Februar. Der «Nowoje Wremja" zufolge ereignete sich die Explosion unter dem Speisesaale im Winterpalais, woselbst das kaiserliche Familiendiner um 6 Uhr beginnen sollte zu­fälligerweise jedoch um eine halbe Stunde aufgeschoben war. Die Explosion, welche vom Erdgeschosse aus, wo sich die Central- Heizungseinrichtung befindet, erfolgte, trat genau in dem Momente ein, als der Kaiser in Begleitung des Prinzen von Hessen und des Fürsten von Bulgarien durch die eine Thür, die gesummte kaiser­liche Familie, mit Ausnahme der kranken Kaiserin, durch die andere Thür eintreten wollten. Die Explosion war dermaßen stark, daß die Gewölbe des Erdgeschosses, sowie der Wachstube durchbrochen und in dem kaiserlichen Speisesaale die Dielen krumm gezogen und das Geschirr auseinandergeschleudert wurden. Zwei im Saale be­findliche Diener erhielten Verletzungen. Für die Kraft der Explosion spricht ferner die große Zahl der im Winterpalais und in den be­nachbarten Häusern am Newaquai zersprungenen Fenster. Da durch den Luftdruck das Gas ausgelöscht war, so herrschte nach der Explosion vollkommene Finsterniß. Der Kaiser bewahrte während des ganzen Vorfalls volle Geistesgegenwart.

Petersburg, 19. Februar. DieAgence Russe" meldet: Ueber die Urheber des Attentates liegen keine publicirbaren Nach­richten vor, die Untersuchung nimmt unausgesetzt ihren Fortgang. Der Speisesaal des Winterpalais ist stark beschädigt, alle Fenster sind zertrümmert und der Fußboden ist in die Höhe gehoben. Außer den acht die Explosion sofort zerschmetterten Soldaten sind noch zwei weitere Leichen von Soldaten unter den Trümmern gefunden wor-