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mit einem Stück Eisen schließen ließen. Eine eiserne Kasette war geöffnet und 500 M. aus ihr geraubt worden. Den Anstrengungen der Polizei, welchen ein äußerst glücklicher Zufall zu Hilfe kam, gelang es, den Thäter in der Person des 32jährigen Krankenwär­ters Friedrich Wilhelm Neu aus der Rhein-Pfalz im Hamburg zu ermitteln. Alan unterwarf ihn einem Kreuzverhör und nach 2 Stunden legte er ein Geständniß ab.

Groß-Gerau, 12. Febr. Die Bienenzüchter haben durch die strenge Kälte schwere Verluste zu beklagen. In den Bienenstöcken, welche nicht sehr gut verwahrt waren, sind die Bienen erstarrt, konnten nicht an ihre Vorräthe gelangen und sind in Folge dessen, zu Grunde gegangen.

Paris. Eine von de Pillefort, Oberbeamten im Ministerium des Aeußern gemachte Statistik giebt die Summen, welche der von Napoleon III. 18 7 0 begonnene Krieg gekostet hat, folgendermaßen an: Kriegsausgaben 1,315,000,000 Frcs., Kriegskostenentschädigung an Deutschland 5,315,000,000 Frcs., Unterhalt der deutschen Truppen 340,000,000 Frcs. Verlust an Steuern während des Krieges und Verlust der Steuern von Elsaß-Lothringen 2,024,000,000 Frcs., Wiederherstellung des KriegSgeräths 2,144,000,000 Frcs., von den Departements bezahlte Entschädigungen 1,487,000,000 Frcs., militärische Pensionen, verschiedene durch die Annexion verlorene Einkünfte 1,314,000,000 Frcs. — im Ganzen 13,839,000,000 Frcs. Die jährlichen Abgaben wurden infolge dessen um 632 Millionen erhöht. (C. Tgbl.)

Feuilleton.

Mrstiu und $ettfenn.

Erzählung von vr. Heinrich Penn.

(Fortsetzung.)

Gruber hatte sich fleißig umgethan, an allen Orten, wo er nur einen entfernten Anhaltspunkt für den Aufenthalt der Seinen zu finden glaubte, nachgesehen und geforscht, — doch vergebens.

So kam er zur Stefanskirche; er trat hinein, um auszuruhen und ein inniges Gebet zu sprechen.

Dann verließ er die Kirche wieder.

Unmittelbar vor ihm war ein Weib aus dem Dom auf die Straße getreten.

Sie war in ein schlechtes Tuch gehüllt und drückte ein kleines Kind an die Brust, um es zu erwärmen.

Ein zweites Kind führte sie an der Hand, ein drittes, größeres, lief neben ihr her.

Gruber wollte rasch an der Frau vorübereilen. Jetzt hatte er sie eingeholt.

Sie hörte seine Schritte und wollte ihm Platz machen.

Sie zog das eine Kind an sich und wandle sich halb zu dem Manne.

Er blickte sie an und „Agathe!" schrie er, „Agathe, mein Weib, bist Du es wirklich?"

Sie aber sah ihn an und jauchzte laut auf: „Anton, Anton!"

Schon lag sie in seinen Armen und drückte ihm das jüngste Kind an die Brust, und die beiden andern Kleinen eilten herzu und umschlangen die Füße des Vaters.

„Agathe, Kinder!" rief er wie wahnsinnig, und sank auf die Knie und umfaßte die höchsten Güter des Lebens und weinte dazu und lachte und weinte wieder, uno Agathe warf sich an Die Brust des theueren Mannes und herzte ihre Kinder die ja — wie sie den Mann — nun auch den Vater wieder gefunden hatten.

XI. Im Schuldenarrest.

Kelephos hatte sich an Radziwill gerächt, er wollte ein Werk vollenden und die Zeit dazu war da.

Eines Tages erschien er unangemeldet im Salon der Fürstin, als diese eben allein war.

Aber er traf sie nicht zufällig so, Lenz hatte zuvor die Gelegenheit ausspionirt.

Anna hatte sich bei seinem Emtritte stolz erhoben.

„Was führt Sie zu mir, Herr Kelephos?" fragte sie kalt.

„Eine Kleinigkeit, gnädige Frau Fürstin," entgegnete der Grieche, und fast klang es, wie leise Ironie, als er diesen Titel auSsprach.

„Meine Zeit ist gemessen," entgegnete die Frau.

„O, seien die gnädige Frau Fürstin ganz unbesorgt," meinte Kelephos mit einer Verbeugung, „ich werde Sie nicht lange be­lästigen, denn mein Besuch ist rein geschäftlicher Natur."

Dabei warf der Grieche seinen Blick auf die imposante Gestalt Anna's, die in ihrem geschmackvollen Morgenanzuge noch immer schön war und namentlich ein so entzündliches Herz, wie es Kelephos besaß, leicht entflammen konnte.

„Ich werde also bitten, mir Ihr Anliegen kurz vorzutragen," sagte die Frau im gebieterischen Tone.

Kelephos war überrascht von der Würde, womit ihm diese Frau entgegentrat, sowie von der Hoheit ihrer Erscheinung.

Er zögerte einen Augenblick. „Zur Sache, wenn ich bitten darf," mahnte jetzt das erste Wort der Fürstin.

„Ganz wie Jhro Gnaden befehlen," sagte er daher, „aber ich

muß im Vornehmem um Entschuldigung bitten, wenn meine Aus- einandersetzungen Die gnädige Frau vielleicht unangenehm berühren sollten."

„Ersparen Sie sich jede Einleitung," sprach Anna streng, «was wollen Sie?"

„Die Zeiten sind den Geschäften nicht mehr so günstig wie früher," hub der Grieche an, „und da muß der Geschäftsmann darauf bedacht sein, Die ausständigen Summen einzutreiben, wenn sie fällig sind." a

„Nun, und was weiter?" forschte Die Fürstin.

„Die Summen sind fällig," entgegnete Kelephos.

„Was für Summen?" fragte die Frau in geheimer Ahnung erschauernd.

„Dre Summen, welche Euer Gnaden mir schulden," warf der Gricche leicht hin und heftete einen lauernden Blick auf Die Frau.

„Ich Ihnen?" fuhr Dieselbe erregt auf, sind Sie von Sinnen?"

„Im Gegentheile, ich bin so nüchtern," entgegnete der Grieche, „daß ich sogar weiß, daß es fünf von Ihnen unterschriebene Wechsel zu je tausend Gulden, daher im Ganzen fünftausend Gulden sind und daß Sie diese Papiere etwa vor drei Monaten ausstellten."

„Das ist nicht möglich, ich habe mich mit Ihnen nie in Ge­schäfte eingelassen, mein Herr!"

„Das ist wohl insofern richtig," entgegnete mit sarkastischem Lächeln der Mann, „als wir nicht in direkter Geschäftsverbindung standen, was Sie übrigens nicht hinderte, das Geld, wenn auch durch einen Unterhändler, von mir zu borgen."

„Von Ihnen borgte ich nicht, nur von dem Unterhändler, wie Sie ihn nennen," eiferte die Fürstin, „und hätte ich gewußt, das Geld stamme von Ihnen, ich hätte es gewiß niemals angenommen."

„Und was weiter?" fragte Kelephos, „haben Sie ja doch bei zehn anderen Geldmännern ziemlich hohe Summen entlehnt, und ich brauchte nur einige dieser Wechsel zu kaufen, um Ihr rechtmäßiger Gläubiger zu sein."

„Und warum thaten Sie das?" fragte Anna, während sie ihrer Aufregung kaum Herrin werden konnte.

„Bevor ich Ihnen antworte, gestalten Sie mir eine Frage an Sie zu richten. Die Accepte sind bereits seit einigen Tagen fällig. Wollen Sie dieselben einlösen?"

„Und wenn ich es thäte, was dann?" forschte die Fürstin.

„El dann," sagte er, indem ein ungläubiges Lächeln über sein Gesicht flog, dann bliebe mir nichts anderes übrig, als um Ent­schuldigung für meine Störung zu bitten, und mich Euer Gnaden gehorsamst zu empfehlen. Es ist jedoch anders, Sie können diese Accepte nicht einlösen."

„Woher wissen Sie das?"

Das ist gleichgültig, genug, daß ich es weiß. Oder sollte ich mich dennoch täuschen," fuhr er in spöttischen Tone fort, „dann bitte ich mich zu befriedigen."

Anna war allerdings außer Stande, die Wechsel einzulösen, was aber litt sie bei dem Gedanken, sich in den Händen dieses Mannes zu befinden, was hätte sie darum gegeben, ihm das Geld vor die Füße werfen und für immer die Thüre weisen zu können.

Aber sie mußte gute Miene zum bösen Spiel machen.

„Ich habe die Summe allerdings nicht in dieser Stunde zur Verfügung," sagte sie, während ihr die Scham das Blut in's Ge­sicht trieb, „doch gedulden Sie sich nur einige Tage Sie sollen dann befriedigt werden."

(Fortsetzung folgt.)

Schiffsnachrichten

Hamburg, 14. Febr. Die Post-Dampfschiffe: „Westphalia" am 28. Jan. von Hamburg und am l.d. M. von Havre abgegangen, am 13. d. M. 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen; „Silesia," am 29. Jan. direct von Newyork nach Hamburg abgegangen, traf am 11. d. M. in Hamburg ein. „Snevia," am 28, Jan. von Newyork abgegangen; am 9. d. M. 9 Uhr Morgens in Plymouth angekommen, selbigen Tags Cherbourg passirt und am 12. d. M. in Hamburg eingetroffen. Das Schiff überbrachte 43 Passagiere, 104 Briessäcke, und volle Ladung „Geliert," am 5. d. M. von Hamburg via Havre nach Newyork abgegangen, traf am 8. d. M. in Havre ein und ging am 9. d. M. nach Newyork weiter. „Lessing" ging am 11. d. M. von Hamburg 'via Havre nach Newyork. „Borussia," am 9. d. M. von Hamburg via Havre nach St Thomas abgehend, traf am 11. d. M. in Havre ein. „Holsatia," welche am 21. Jan. von Hamburg via Havre nach Westindien abgegangen, ist am 10. d. M. in St. Thomas eingetroffen. „Santos" von Brasilien via Lissabon rückkehrend, traf am 8. d. M. in Hamburg ein. „Valparaiso" ging am 6. d. M. von Hamburg via Lissabon nach Brasilien. „Buenos Aires," am 21. Jan. von Hamburg via Lissabon nach Brasilien abge- l gangen, ist am 11. d. M. in Bahia angekommen. „Rio," von Brasilien via Lissabon nach Hamburg rückkehrend, traf am 9. d. M. in Lissabon ein.

Fruchlpreise.

Weizen 100 Kilogr. 21 M. 95 Pf. bis 22 M. 70 Pf. Roggen 100 Kilogr. 18 M. 35 Pf. bis 19 M. 80 Pf. Gerste 100 Kilogr. 16 M. 20 Pf. bis 17 M. 65 Pf. Hafer 100 Kilogr. 12 M. — Pf. bis 13 M. 70 Pf.