eingestellt werden, sind sie während ihrer Dienstzeit nicht zur Selbstbekleidung und Selbstverpflegung verpflichtet.
Die Einstellungen einjährig Freiwilliger finden jährlich am 1 Februar und 1. Oktober, die dreijährig Freiwilliger in der Regel am I. Februar, ausnahmsweise jedoch zu jeder Zeit statt.
a. Als einjährig-freiwillige Maschinisten-Applikanten dürfen eingestellt werden: Junge Leute, welche die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst besitzen und entweder
1) Zeugnisse beibringen über einjährige praktische oder konstruktive er« folgreiche Beschäftigung beim Bau von Schiffsdampsmafchinen oder über einjährige Beschäftigung als Assistent bei einer im Betriebe befindlichen Dampfmaschine, oder
2) mindestens ein Jahr als Maschinist oder Maschinisten-Assistent auf See- oder Flußdampfern gefahren sind und hierüber gute Atteste beibringen.
b. Als dreijährig-freiwillige Mafchinisten-Applikanten dürfen eingestellt werden:
1) Junge Leute, welche das Zeugniß der Reife der ersten Klasse einer Preußischen Provinzial-Gewerbeschule oder Zeugnisse von einem anderen gewerblichen Bildungs-Jnstitute besitzen, die keinen Zweifel darüber lassen, daß die Bildung der Einzustellenden der eines Schülers der ersten Klasse einer Preußischen Provinzial-Gewerbeschule gleich sei, und gute Atteste über eine einjährige praktische Lehrzeit in einer Maschinen-Fabrik oder über eine einjährige Dienstzeit als Maschinist oder Assistent bei einer im Betriebe befindlichen Dampfmaschine beibringen.
2) Junge Leute, welche das unter 1 verlangte Zeugniß nicht besitzen, hingegen über eine mindestens einjährige Fahrzeit als Maschinist oder Assistent auf Dampfschiffen oder bei einer im Betriebe befindlichen Dampfmaschine gute Zeugnisse beibringen, außerdem mindestens 1 Jahr in einer Maschinen-Fabrik praktisch gearbeitet haben und die Hintrittsprüfung*) bestehen.
3) Junge Leute, welche ebenfalls das unter 1 verlangte Zeugniß nicht besitzen, hingegen gute Zeugnisse über zweijährige praktische Beschäftigung in Schiffsmaschinen-Fabriken oder auch in anderen Dampf- mafchinen-Fabriken beibringen und die Eintrittsprüfung bestehen.
c. Als dreijährig-freiwillige Heizer dürfen nur Leute von kräftigem Körperbau und gesunden Lungen, unter vorzugsweiser Berücksichtigung derjenigen, welche ein dem Dienst als Heizer verwandtes Gewerbe, wie als Dampfkessel-Heizer, Schmiede, Kohlen-Arbeiter in Bergwerken :c. betrieben haben, eingestellt werden.
d. Bei den Handwerker-Abtheilungen dürfen als einjährig Freiwillige nur Schiffsbaubeflissene, welche die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen
*) In der Eintrittsprüfung der ad 2 und 3 Bezeichneten werden folgende Anforderungen gestellt Im Deutschen einige Fertigkeit in mündlicher und schriftlicher Wiedergabe der Gedanken, Rechnen mit Decimal-Brüchen, Wurzel- Ausziehen, Lösung einfacher Gleichungen, Kenntniß der Planimetrie und einige Fertigkeit im Skizziren von Gegenständen.
Dienste besitzen, und als dreijährig Freiwillige, Zimmerleute, Segelmacher, Büchsenmacher, Böttcher, Maler, Schneider und Schuhmacher eingestellt werden
Die Anmeldungen zur Einstellung der unter a. bis d. aufgeführten Frei- willigen bei einer der Abtheilungen der Divisionen sind an das Kommando der 1. Werft-Division zu Kiel oder an dasjenige der 2. Werst-Division zu Wilhelmshaven zu richten.
Zur Einstellung als dreijährig Freiwilliger sind die sub B. aufgeführten Papiere erforderlich, sowie außerdem Atteste über die Befähigung zu seinem Berufe, der Meldeschein hat jedoch aus dreijährigen Dienst zu lauten. Einjährig Freiwillige legen an Stelle des Meldescheines den Berechtigungsschein zum einjährig-freiwilligen Dienste vor, sowie event, obrigkeitliche Atteste über ihre sittliche Führung seit Ertheilung des Berechtigungss cheines.
D. Einstellung ein- und dreijährig Freiwilliger der Landbevölkerung beim See-Bataillon und denMatrosen-Artillerie- A b t h e i l u n g e n.
Beim See-Bataillon und den Matrosen Artillerie-Abtheilungen findet die Einstellung von ein- und dreijährig Freiwilligen wie bei der Armee, und zwar die der einjährig Freiwilligen am 1. Oktober jeden Jahres, die der dreijährig Freiwilligen in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März jährlich statt.
Die Meldungen zur Einstellung sind an das Kommando des See-BataillonS in Kiel, bezw. an das Kommando der Matrosen-Artillerie-Abtheilung zu Friedrichsort bei Kiel oder an das der Matrosen-Artillerie-Abtheilung zu Wilhelmshaven zu richten.
Betreffs Beibringung der Papiere wird auf das am Schlüsse von C. Gesagte verwiesen, für dreijährig Freiwillige fällt jedoch die Verpflichtung zur Beibringung von Attesten über die Befähigung zu ihrem Berufe fort.
E. Einstellung von Mannschaften der Landbevölkerung alsZahlmeister-Applikanten-Anwärter.
Als Zahlmeister-Applikanten-Anwärter dürfen nur Leute von guter Qualifikation und Führung, sowie von tadellosem Charakter ausgrbildet werden, und zwar einjährig Freiwillige oder andere Mannschaften des Dienststands, welche letztere das Reife-Zeugniß für die Sekunda eines Gymnasiums oder einer Realschule erster Ordnung besitzen, oder während ihrer Dienstzeit Fähigkeiten an den Tag gelegt haben, welche voraussetzen lassen, daß sie dereinst die Stellung eines Zahlmeisters in der Marine einnehmen können.
Die Annahme eines Mannes als Zahlmeister-Applikanten-Anwärter kann von den Kommandos der sämmtlichen Marinetheile nach Zurücklegung einer sechsmonatlichen Dienstzeit erfolgen, und dürfen für die qu. Laufbahn Mannschaften der Landbevölkerung beim See-Bataillon und den Matrosen-Artillerie- Abtheilungen zugelassen werden, bei den übrigen Abtheilungen der Matrosen- Divisionen und den Werft-Divisionen nur für den Fall, daß keine geeigneten Mannschaften der seemännischen Bevölkerung vorhanden sind.
Die Meldungen zur Einstellung behufs event. Zulassung zur Zahlmeister- Laufbahn sind an die Kommandos der bezüglichen Marinetheile zu richten.
Betreffs Beibringung der Papiere wird auf das am Schlüsse von D. Gesagte verwiesen.
Berlin, den 8. Dezember 1879.
Der Chef der Admiralität, von SLosch.
Statistische Angaben *
über den telegraphischen Verkehr für den landräthlichen Kreis Hersfeld für das Jahr 1879.
Name des Telegraphenamts.
Bei dem Amte sind
Zahl der am Schlüsse des (ihres hei
Zahl der im Betriebe befindlichen Apparate.
Bemerkungen.
aufgegebene Telegramme
an Gebühren erhoben einschl. der Gebühren für das Ausland.
Mark.
Telegramme angekommen, inländische und ausländische.
Stück.
inländische.
Stück.
ausländische.
Stück.
dem Amte gewes
Beamten.
beschäftigt enen
Boten.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Herssetd
Niederaula
Schenklengsseld
Summa
Caffel, 26. Janu
2134
271
86
124
2
1737
195
65
2370
220
87
—
—
1
1
1
Fernsprecher am 14. August 1879 eröffnet.
rrliche Ober-Postdirector, ne Postlaih. Vahl.
2491 | 126
ar 1880.
| 1997
2677 || —
3
Der Kais Gehen
Verzeichniß der im abgelaufenen Jahre neu eröffneten Telegraphen-Betriebs- stellen, sowie der neu errichteten Telegraphen-Linien, bezw. Leitungen ____ in dem landräthlichen Kreise Hersfeld.__
A. neu eröffnete Telegraphen- Betriebsstellen.
B. neu errichtete Telegraphen- Linien bezw. Leitungen.
U
Name des Amtes.
Tag der Eröffnung.
Neue Fernsprechleitung Mansbach- Schenklengsfeld.
1
Schenklengsseld
14. August
Caffel, 26. Januar 1880.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector,
Geheime Postrath. Vahl.
DaS Sommer-Semester am Königlichen pomologischen Institute zu ProSkau in Schlesien beginnt Anfang April.
Der Unterricht umfaßt während des zweijährigen Cursus aus
dem theoretischen und praktischen Gebiete:
^Hauptfächer: Bodenkunde, Allgemeiner Pflanzenbau, Obstkultur, insbesondere Obstbaumzucht, Obstkenntniß. (Po» mologie), Obstbenutzung, Lehre vom Baumschnitt, Weinbau, Gemüsebau, Treiberei, Handelsgewächsbau, Landschaftsgärt« nerei, Gehölzzucht und Gehölzkunde, Planzeichnen, Zeichnen und Malen von Früchten und Blumen, Feldmessen und Nivelliren.
d) Begründende Fächer: Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie, Botanik, Krankheiten der Pflanzen, mikros» kopische Uebungen.
v) Red enfäch er: Buchführung, Encyclopädie der Land- wirthschaft.
Anmeldungen zur Ausnahme haben unter Beibringung der Zeug» niffe schriftlich oder mündlich bei dem unterzeichneten Director zu erfolgen. Derselbe ist auch bereit, auf portofreie Anfrage weitere Auskunft zu ertheilen.
Proskau, im Januar 1880.
Der Director. Stoll.