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Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben

der Landgemeinde.........

Kreis........ in den vier letzten Rechnungsjahren

(jedes Jahr ist getrennt einzutragen.)

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I. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.15.16.17.

TtuSgaven.

18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. ß26. 27. 28. 29. 30. 31.

Aus dem Vorjahre

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Von Grundeigcn- thum und Gerecht­samen

Directe Abgaben

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Kosten der Gemeinde- Verwaltung.

Ausgaben für > das Gemeinde- Eigenthum.

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Gesunden: auf der Straße von Sorga nach HerSfeld 1) eine Mütze, 2) ein Halsterzaum. — Meldung der Eigenthümer bei dem OrtSvorstand zu Sorga.

59. Die unterzeichnete Landespolizeibehörde hat auf Grund von §§. 11 folg, des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 Nummer 1 des Jahr­gangs 1880 der von Wilhelm Hasenclever hier redigirten und ver­legten, in der hiesigen Genossenschaftsbuchdruckerei gedruckten periodische Zeitschrift: „Das Lämplein" zu verbieten, dieses Verbot auch auf das fernere Erscheinen der gedachten Zeitschrift zu erstrecken beschlossen. Leipzig den 10. Januar 1880.

Königl. Kreishauptmannschast. Graf zu Münster.

Der Herr Abgeordnete, Posthalter Zimmermann von hier hat in der Abgeordnetenhaus-Sitzung vom 16. d. M. angegeben, die Holzbezüge der Stadt Hersteld aus den Staalswaldungen seien darum so gering geworden, weil theils der Weg zu den Waldungen zu weit, theils das Holz von zu schlechter Qualität sei, als daß sich die Fuhrkosten lohnen würden. Wie ich actenmäßig beweisen kann, treffen diese Angaben bezüglich des aus der Oberförsterei Hersfeld bezogenen Loosholzes nicht zu. So hätte sich der Herr Zimmermann leicht überzeugen können, daß z. B. das vorjährige Loosholz zum größten Theile in werthvollen Sortimenten bestanden hat und daß die Entfernung von hier nach den Forstorten, aus welchen die Ab­gabe erfolgte, durchschnittlich 4,7 Kilom. beträgt. Hatte derselbe aber nur die frühere Holzabgade aus dem freilich entfernten Reviere Neuenstein im Auge, so wäre es wohl billig gewesen, solches zu be­merken, zumal diese Abgabe seit mehreren Jahren nicht mehr stattge- funden hat. Der Loosholzbezug hiesiger Stadt hat vom Jahre 1877 ab allerdings bedeutend abgenommen, jedoch hat solches hauptsäch­lich darin seinen Grund, daß in Folge des im Jahre 1876 in hiesiger Staats- und Stadtwaldung erfolgten vielen Windbruchholzes die bei den öffentlichen Holzversteigerungen erzielten Preise zum Theil noch unter der Loosholztaxe standen, sowie weiter darin, daß die Ver- theilung des Loosholzes eine unzweckmäßige war, wie ich mit ver­schiedenen Zeugen beweisen kann, welche mir angegeben haben, daß sie nur aus diesem Grunde das Loosholz nicht mehr beziehen wollten. Weshalb wirb das Loosholz nicht in allen Gemeinden verloost? Den Gemeindebehörden wird dies keine große Arbeit verursachen, wenn es in der Weise geschieht, daß die Abfuhrscheine bis auf den Namen des Empfängers ««gefertigt und diese Scheine dann verloost werden. Es wurde dadurch ermöglicht, jedem Empfänger in nur einem, höchstens 2 Schlägen das Loosholz zu geben, ohne daß sich Jemand über Bevorzugung beschweren könnte.

Hersfeld am 22. Januar 1880.

Lentz, Oberförster.

Feuilleton.

Fürstin und Reltterin.

Erzählung von Vr. Heinrich Penn.

(Fortsetzung.)

Die Schulden des Polen waren nämlich auf eine bedeutende

Höhe gewachsen und wurden auch von Rußland aus nicht bezahlt, so daß die Rente, welche der Fürst erhalten sollte, schwer belastet war.

Dabei zog es Stanislaus vor, durch längere Zeit in Rußland zu bleiben. Was sollte indeß die arme Anna beginnen? An daS glänzende Leben bereits gewöhnt, konnte sie sich desselben nicht ent­äußern, und zwar um destoweniger, als sie sich wenigstens an diesen Schein von Glück, an diesen vermeintlichen Reichthum klammerte, um ihre Stellung, ihren Rang zu behaupten, denn als Frau hatte sie der einer tieferen Empfindung unfähige Stanislaus längst bloß­gestellt.

Dazu kam die Täuschung über den eigentlichen Vermögensstand des Fürsten, die falsche Meinung von der Unerschöpflichkeit der Summen, die aus Rußland kommen mußten. Der böse Dämon ihres Lebens jedoch war Kelephos und sein eifriger Spion der „tolle Lenz."

Daß der Grieche allerdings Ursache hatte, Radziwill und ihr zu grollen, wissen wir, was aber veranlaßte den alten Musikanten, Anna also zu hassen.

Wir erwähnten schon einmal, daß es ein Geheimniß im Leben dieses Unglücklichen gab und dieses jedenfalls mit seinem Hasse gegen die Fürstin überernstimmte.

Lenz hatte nun genau herausgebracht, wie es mit ihren Finanzen stehe und Kelephos darnach gehandelt.

Eines Tages erschien, durch den Griechen, aber ohne daß Anna es wußte, gesandt — ein berüchtigter Geldmakler in der Wohnung der Fürstin und bot ihr ein Darlehen an.

Die Frau, deren Fonds erschöpft waren, nahm dies bereitwilligst an, ohne zu ahnen, daß es das Geld ihres Feindes war und ohne sich nur im Geringsten klar zu werden, wohin sie mit diesem Schritt gerathen würde.

Der Anfang war nun gemacht, der Grieche wußte ihr immer neue Geldgeber zuzuschicken und hatte stch auch hinter bie Brüder der Fürstin gesteckt, die ihre Schwester nun auch bewogen, für sie Wechsel zu unterschreiben. Als die Frau sah, wie leichtes sei,durch ihre bloße Unterschrift auf ein kleines Stück Papier sich und Anderen Summen zu verschiffen, unterschrieb sie fort und fort, ohne zu ahnen, in welchen Abgrund sie sich stürzte.

Kelephos lachte sich in's Fäustchen, er hatte seinen Zweck erreicht, die Fürstin befand sich in feinen Netzen, er brauchte nur zuzuziehen und sie war gefangen.

Da trat ein furchtbares Ereigniß ein, welches sie mit einem Schlage in den Abgrund des Verderbens stürzen sollte.

Eines Tages kam Nachricht aus Rußland, daß Stanislaus seine Rückreise nach Oesterreich angetreten habe und bereits in einigen Tagen in Wien anlangen würoe.

Anna erfüllte diese Nachricht mit aufrichtiger Freude, denn war sie auch von dem lieblosen Gatten so oft und in so rücksichtsloser Weise gekränkt worden, so blieb sie ihm doch mit aufrichtiger Liebe zugethan, und da er in letzterer Zeit wiederholt geschrieben hatte, er sei kränklich und leidend, so gewährte es ihr einen eigenen Trost, den kranken Gatten pflegen zu können und dadurch vielleicht wieder jene Neigung entstehen zu sehen, welche einst für sie in seinem Herzen gekeimt. .

„>2lm Krankenlager lernte er mich kennen und lieben — vielleicht fügt es die Vorsehung, daß ich am Krankenlager wieder die ver­lorene Liebe und Achtung meines Gatten finde," so dachte sie.

Andererseits hoffte sie auch, daß nun Ordnung in ihre häuslichen