verpflichten, nur bei denen von Ihnen vorgeschlagenen Hengsten decken zu lassen. Der Herr Landstallmeister erbietet sich passende Formulare einzusenden, so daß den Commissionsmitgliedern nur die Mühe des AusfüllenS erübrige. Auch der Herr Landrath verspricht in seiner liebenswürdigen Weise, den Commissionen, die für ihre Bemühungen kein Geld beanspruchen, ihr Vorhaben durch Bekanntmachungen im Kreisblatt nach besten Kräften zu unterstützen. Es werden 4 Commissionen je nach den Amtsbezirken gewählt und zwar für den Bezirk Hersfeld: Gutsbesitzer Braun-Oberrode, Domainen- pächter Oldenburg-Wuhelmshof; für den Bezirk Friedewald: die Gutsbesitzer Bippart-Hermannshof, Sandrock'-Lautenhausen; für den Bezirk Schenklengsfeld: Oekonom Licht-Oberlengsfeld, Oekonom Reinhard. Unterweisenborn; für den Bezirk Niederaula: Gutspächter von Löwenstein-Frielingen, Gutsbesitzer Jacob Schenk 2r-Kerspenhausen. Der Ersitzende schließt dann die Versammlung mit der Mittheilung, daß die nächste Generalversammlung im Laufe des Monats Februar stattfinden würde.
Tagesbegebenheiten.
Aus Hessen-Nasjau.
— Die Termine der in diesem Jahre abzuhaltenden Lo hmesse n sind festgesetzt auf den 8. März in Steinau, den 10. März in Kirchhain, den 12. März in Cassel und den 13. März in Eschwege.
— Der Finder eines herrenlosen Schatzes begeht, nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vom 17. Novbr. 1879, im Geltungsbereich des Preuß. AUg. Landrechts eine Unterschlagung gegen den Eigenthümer des Grundstückes, in welchem der Schatz gefunden wird, wenn er sich den ganzen Schatz aneignet und somit dem Grundeigenthümer die ihm gesetzlich zustehende Hälfte des Schatzes entzieht.
Hanau, 13. Jan. Zu der im September d. J. stattsindenden 25. Generalversammlung des Landwirthschaftlichen Centralvereins für den Regierungsbezirk Cassel werden Seitens der betreffenden Comites bereits die entsprechenden Vorbereitungen getrosten. Zu der mit der Versammlung verbundenen Ausstellung von Vieh, landwirthschaftlichenProducten und Maschinen ist bereits der Ort ausgewählt, nämlich der Marstall, die Reitbahn und die dazu gehörigen Hof- und Parkräume, wozu die Genehmigung der betreffenden Behörden sicher anzunehmen ist. Auch sind ebenfalls die nöthigen Schritte zur Gestattung der mit der Ausstellung zu verbindenden Verloosung geschehen.
Von der Rhön. Eine Kartoffel-, Hafer- und Bohnen-Erndte im Monat Januar gehört jedenfalls zu den Seltenheiten Montag den 12. d. sind noch in verschiedenen Rhöndörfern die benannten Früharten von den Feldern heimgefahren worden. Von diesem beinahe überwinterten Hafer, der in Haufen gestanden, behauptet man, daß er nicht sehr viel an seiner Qualität verloren habe. Die Feldbohnen hingegen waren stark ausgewachsen und haben deshalb wenig Werth mehr. Die Kartoffeln hatten sich größtentheils gut in der Erde erhalten und sind also noch genießbar. Die „ältesten Leute" wissen sich eines solchen Herbstes, wie der vergangene war; von so anhaltendem Regenwetter und Nebel begleitet, nicht zu erinnern. Einem Gutsbesitzer in der Umgegend sind kirca 40 Schock Haser im Herbste auf dem Felde stehen geblieben.
— Ein seltener Eisenbahn-Unglücksfall, die Explosion eines Loco' motivkessels während der Fahrt ereignete sich am 9. d. auf der Ostbahn in der Nähe der Station Wehlau. Der Locomotivführer fand hierbei seinen Tod, während der Heizer, wiewohl in schwerer Weise mit Brandwunden überdeckt', lebend in's Krankenhaus gebracht ward. Ob hier eine Schuld des Führers vorlag, oder ob der Kessel eine schadhafte Stelle hatte wird sich wohl schwer oder nie ermitteln lassen.
— Eine entsetzliche Megäre ist von der Warschauer Polizei in der Person eines alten Weibes verhaftet worden, welche Jahre hindurch neugeborene Kinver, deren Geburt verheimlicht werden sollte, hingemordet hatte Die Mörderin gestand bei der Untersuchung, daß sie seit etwa sieben Jahren nicht weniger als sechsundvierzig Kinder fremder Eltern aus Wunsch dieser Letzteren um's Leben gebracht und in verschiedenen frischen Gräbern auf dem Friedhofe bestattet habe._____________________
Feuilleton.
Jürftin unö Bettlerin.
Erzählung von 0r. Heinrich Penn. (Fortsetzung.)
Vielleicht flößte ihm dasselbe Verhauen ein, vielleicht dachte er dabei an den eigenen Sohn, der als Handweiksdursche in die weite Wett gewandert war und zur Stunde vielleicht auch an eine fremde Pforte pochte und um Einlaß bat, — genug, erjagte: „Tretet eint"
Eine Viertelstunde später lag Gruber in einem der ärmlichen Betten der Herberge.
Ein wohlthätiger Schlaf hatte sich auf ihn gesenkt — er träumte von seinem Weibe, von seinen Kindern.
VII. D ie galanten Passionen des „Ritters von K ei ep ho s."
Wer war der Mann in der Männerherberge? Wie kam er in's Kriminal-Gefängniß?
Diese Frage bringt uns auch sofort wieder mit dem ersten unserer Bekannten zusammen, mit dem Griechen Kelephos nämlich.
Derselbe hatte als spekulativer Geschäftsmann offene Augen für die Vortheile gehabt, die ihm etwa durch das Sturmjahr erwachsen sollten, und da in jener Zeit besonders das Geschäft der Lieferanten blühte, so war auch KelephoS unter dieselben gegangen, hatte Lieferungen übernommen und durch Jahre fortgesetzt, natürlich ohne dabei auf seinen Vortheil zu vergessen.
Und er hatte vollauf Ursache, an neue Erwerbsquellen zu denken, denn auch ihm brachten die Ereignisse des Revolutionsjahres manche Schlappe bei. Die italienische Garde war aufgelöst worden, die meisten der Cavaliere gingen in ihre Heimath, wo sie nicht selten ihre Familiengüter wegen Conspirationen der Ihren gegen die Regierung vom Staate eingezogen fanden. Andere benützten die Gelegenheit überhaupt, um ihrer Schuldenlast auf bequeme Art ledig zu werden.
Wieder Andere fielen als tapfere Offiziere vor dem Feinde. Ais der gute Grieche daher die Summe seiner Verluste zog, fand er dieselbe so gewaltig, daß sie den größten Theil seines Vermögens verschlang und er daher um jeden Preis auf Mittel sinnen mußte, das Verlorene wieder zu ersetzen. Als solches Mittel erschienen ihm die erwähnten Lieferungen, bei denen sich schon Viele bereichert hatten und durch welche er auch wieder zu seinem verlorenen Gelde zu kommen hoffte.
Freilich hatte er dabei auf Eines vergessen, daß es nämlich bei der Reduzirung seines Vermögens auch dringend nothwendig sei, seine Auslagen zu verringern und namentlich seine galanten Passionen zu beschränken, aber dieselben waren ihm so sehr zur zweiten Natur geworden, daß er ihnen nimmermehr entsagen konnte, und wo eS die Befriedigung seiner Leidenschaften galt, warf er das Geld noch immer mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Kelephos hatte seine Fabrik für Wäschelieferungen an der Ecke der Kärtnerstraße und Weihburggasse errichtet, und waren einige Dutzend junger Näherinnen dort beschäftigt, um die Wäschestücke zu vollenden.
In diesem Etablissement war's, — es gab bereits Feierabend, das Lokal war schon theilweise geschloffen, die meisten der Lampen erloschen. (Forts, f.)
Paris. Nasse Strümpfe — oder, wie der Volksmund sagt „nasse Füße" sind nicht selten die Ursache von Schnupfen, Husten, Heiserkeit oder katarrhalischen Affectionen, häufig werden auchMagen- und Nervenleiden dadurch erzeugt.
Maria Benno von Donat's weltberühmte Brustkaramels werden in allen diesen Fällen entweder roh gegessen oder 5—6 Stück in heißem Kakao-Thee oder Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
Der unglaublich billige Preis von 20 Pfg. für einen echten himmelblauen Karton Kakao-Thee und 30 oder 50 Pf. für einen Orlginal-Karton Brustkaramels muß lobend hervorgehoben werden.
Die allgemeine Beliebtheit und der rasche, stets wachsende Absatz haben leichtbegreiflicher Weise vielfache Fälschungen, Imitationen und neidische Konkurrenz heroorgerufen.
Der echte Kakao-Thee Maria Benno von Donat, dieses billige, wohlschmeckende und nahrhafte Getränk für Kinder und Erwachsene, soll im Wasser eine halbe Stunde kochen.
Depot in Hersfeld bei Herrn Condilor Wilh. Reinhard.
— (Richtige Mischung.) Ein Soldat in Mainz forderte in einem Wirthshause eine Flasche Her Wein und erhielt von dem Wirth die Antwort, daß keiner vorhanden sei. „Hoben's 5er?" fragte er. — O ja! war die Antwort — „Hoben's 6er? — Auch den — „Nun, do thun's ’n zusammen, da hoben's ller!"
Anzeigen.
GerällcherttSpelkbücklinge größte Sorte, pr. Kiste ca. 10 Pfund, ca. 45—50 Stück enth., 3 M., 3 Kisten 90 Pf. billiger, 6 Kisten 2 M. 40 Pf. billiger.
Frische, grüne, ungesalzene
Henltge (Kratbückli»gc) welche in Butter oder Schmalz gebraten sehr delikat schmecken, die Hälfte billiger als Fleisch und doch ebenso nahrhaft sind,
pr. volle 10 Pfund Kiste, ca. 4ö—ö0 Stück sehr große Heringe enthaltend 2 M. 40 Pf., 3 Kisten 90 Pf. billiger, 6 Kisten 2 M. 40 Pf. billiger. Alles zollfrei u. frauco gegen Bostnachnahme. Ferner offerire ab hier (also Ullfrankirt) frische, große Heringe in Körben a 37 Pfund Netto = ca 200 sind, pr. Korb 6 M. 50 Pf. Verpackung, Kochrecepte, Preislisten gratis.
Gleichzeitig erlaube mir, meinen geehrten Abnehmern mitzuthellen, daß ich im Jahre 1879 von meinen verschiedenen Consum-
Artikeln im Ganzen:
113,000 Packete
mit der Post versandt habe, eine Zahl, welche von keinem meiner Concurrenten in Deutschland auch nur annähernd erreicht worden ist.
A. L. Mohr, Ottensen b. Hamburg.
ue gesunde Amme wird auf sofort zu Hof Fassdorf bei Bebra gesucht.