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2) über die Schüler für welche der Nachweis der Impfung nicht erbracht ist

demnächst zusenden werde und deren Rücksendung bis zum 1. März d. I. erwarten müsse.

482. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 14. Januar 1880.

Nachdem die nachstehend verzeichneten Personen am 2. bezw. 9. d. Mts. von Königlichem Amtsgerichte dahier als S ch i e d s m ä n n e r verpflichtet worden sind, werden die Herren OrtSvorstände der betref­fenden Gemeinden angewiesen, dieselben auf Donnerstag den 22. d. Mts. Vormittags 10 Uhr zur Empiangnahme des SchiedsmannS - Protokollbuches und des Dienstsiegels rc. hierher vorzuladen.

1) Ludwig Kempf, Bürgermeister a. 3). zu Hersfeld,

2) Conrad Apel, Bauer zu Allmershausen,

3) George Schmidt, Schreiner zu Eltra,

4) Johann Georg Hassenpflug, Lehrer zu Friedlos,

5) George Kroll, Bauer zu Gittersdorf,

6) Joh. Peter Gonnermann, Lehrer zu Oberhaun,

7) Vinzeiiz Knott, Gastwirth zu Obergeis,

8) Peter Sunkel, Oekonom zu Reilos,

9) Karl Knolh, Lehrer zu Nothensee,

10) Wilhelm Römer, Lehrer zu Tann,

11) Conrad Grebe, Schreiner zu Untergeis,

12) Valentin Hassenpflug, Bauer zu Biedebach,

13) Adam Henning, Gastwirth zu Heenes,

14) August Lorenz, Ackermann zu Hilperhausen,

15) Adam Benz, Landwirth zu Rohrbach,

16) Johannes Brehm Bürgermeister zu Kathus und

17) Johannes Salzmann, Vicebürgermeister zu Mecklar.

403. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Hersseld, am 14. Januar 1880.

Für Justus Philipp Weidmann von hier, 17 Jahre alt, Sohn des Schlossergesellen Justus Philipp Weidmann, ist um Ent- lafsung aus dem Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

371. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 17. Januar 1880.

Die in Folge Ablebens des seitherigen Stelleninhabers erfolgte Erledigung der Schulstelle zu Sorga wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der nöthigen Sitten- und Besähigungszeugnrsse binnen 3 Wochen bei dem unterzeichneten Königlichen Landrathe oder dem Königlichen Localschulinspector, Herrn Pfarrer Dr. Vial dahier einzureichen haben.

505.Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden des hiesigen Bezirkes, welche im Jahre 1879 Basaltsteine aus den Steinbrüchen der Landwegedau-Verwaltung erhalten haben, werden hierdurch anf- gesorderl dieoGemeinde-Rechnunusführer mit entsprechender Za'glungs- anweisung über die für empfangene Steine anher zu zahlende Bruch­zinsen mit dem Bemerken zu versehen, daß gegen diejenigen Gemeinden, welche bis zum 15. Februar 1880 nicht Zahlung geleistet haben, mit Exekution vorgegangen werde.

HerSfeld, am 14. Januar 1880.

Königliche Steuerkasse. Wiskemann, Rentmeister.

©tntralDtrfemmlung der landwirthschastlichen Kreisverein Hersseld am Mittwoch den 3. December 1879 Nachmittags 2 Ahr im Hotel )um Stern ju Hersseld.

Tagesordnung: 1) Geschäftliches. 2) Bericht über die Kaffen- verhältnisse des VereinS; Einzahlung der rückständigen Beiträge. 3)Bericht über die gemeinsame Hagelversicherung. 4) Mittheilungen über die int hiesigen Kreise aufgefundenen Kalktufflager. 5) Ueber Errichtung eines Pferdezuchtvereines. 6) Vortrag des Herrn Dr. Th. KrauS aus Raffel über landw. Consumvereine.

In Abwesenheit des Directors des Vereins eröffnete Herr Olden­burg alS Stellvertreter die in Anbetracht des schlechten Wetters ver- hältnißmäßig zahlreich besuchte Versammlung um 2 Uhr 30 Minuten und heißt die Anwesenden herzlich willkommen. Er weist darauf hin, daß die Thätigkeit des Vereins in diesem Jahre ungewöhnlich lange — volle 5 Monate — geruht habe. Veranlassung hierzu sei einestheils die schwierige und späte Ernte- und Saatbestellung gewesen, anderen- theils huben die inzwischen stattgefundenen politischen Wahlen mit den Aufregungen, welche diese in unserem Wahlkreise besonders stark hervorgerufen haben, auch den landwirthschastlichen Verein nicht un­berührt lassen können. Derselbe soll und will keine Politik treiben, doch sei bei der wenig erfreulichen, im Kreise Hersfeld leider üblichen Agitations- und Kampfesweise unvermeidlich gewesen, daß die einzelnen Mitglieder des Vereins in ihren Ansichten auseinandergmgen. Der Vorsitzende macht sodann einige Mittheilungen über durch den Tod und andere Ursachen erfolgten Ausscheiden von Vereinsmitgliedern.

Die Mitgliederzahl beläuft sich demnach auf 79 ordentliche und 6 außerordentliche Mitglieder. Dann berichtet der Vorsitzende über den zweiten Punkt der Tagesordnung „Erfolg der gemeinsamen Hagel­versicherung". Die norddeutsche Hagel-Versicherungsgeiellschaft habe ein recht gutes Jahr gehabt, wenn auch durch die hiesige Kreisver- sicherung wenig dazu beigetragen sei. Doch hoffe Redner, daß sich nach und nach die Landwirthe des Kreises die Vortheile, die die Gesell­schaft biete, nicht entgehen lassen werden. Dann berichtet Herr Olden- bürg über die Kassenverhältnisse. In der Kasse befinden sich augen­blicklich ca. 160 M., doch ständen noch viele Beiträge sowohl von dem gegenwärtigen, als auch von früheren Jahren aus. Redner bittet seinen Antrag, nämlich: die rückständigen Beiträge per Post-Mandat einziehen zu dürfen, anzunehmen. Dieses geschieht. Herr Bippart theilt dann über den vierten Punkt der Tagesordnung seine Ansichten mit und weist nach, daß die Kalktufflager nicht durch den Professor von Könen entdeckt seien, da dieselben den in der Nähe Wohnenden schon länger bekannt gewesen seien. Jedenfalls gebühre Herrn von Könen das Verdienst die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf dieselben gelenkt zu haben. Redner berichtet dann über die Lage der verschie­denen Lager, dieselben fänden sich am Fuße großer Kalkberge und schwankt ihre Stärke zwischen 1 Zoll und 20 Fuß. Der Kalkluff enthalte auch unter anderen £ Prozent Phosphorsäure, wie wir sie für theures Geld in unseren künstlichen Düngemitteln taufen. Der Preis für Kalkluff sei jedoch sehr gering. Referent fordert daher seine Fachgknosien auf, doch Besuche mit Kalktuff anzustellen Es entspinnt sich nun eine lebhafte Debatte über diesen Gegenstand, namentlich sind die Ansichten über die Zeit des Ausbringens und Unterpflügens sehr verschieden, Herr Roll-Meisebach kommt auf die Anwendung von gebrannten Kalk zu sprechen und glaubt die günstigste Zeit zum Ausbringen sei der Sommer auf Brache. Dem widersprechen jedoch die Herren Oldenburg, Braun und Bippart, da in diesem Falle der Mist zu rasch mit dem Kalke in Verbindung komme und dessen nützliche Wirkungen aufhebe. Verschiedene Herren erklären sich bereit, Versuche mit Kalktuff anzustellen. Um über die Beschaffenheit der Zugänge zu den verschiedenen Lagern und allen sonstigen Um­ständen Kenntniß zu erhalten, wird der Antrag des Herrn Landrath: „Eine Commission zu wählen, die sich über die Lager informiren und in der nächsten Generalversammlung Bericht erstatten soll, eventuell auch über die Preise an den verschiedenen Orten Erkundigungen ein« zuziehen hat", angenommen, und Herr Bippart, Herr Hoßbach und Herr Rehren mit diesem Austrage betraut. Dann kommt der sechste Punkt der Tagesordnung zur Sprache. Herr Dr. Kraus-Kaffel weiß in einem recht verständlichen, überzeugenden Vortrage die Vortheile, die dem Landwirlhe durch die Bildung eines Consumvereins erwachsen, ins rechte Licht zu setzen. Er weist namentlich darauf hin, daß die Gründung eines solchen Vereins ungeheuer einfach sei. Herr Olden­burg dankt Referenten im Namen der Versammlung für den gehal­tenen Vortrag und bittet zugleich die Anwesenden, das Gehörte zu überlegen, um in nächster Generalversammlung darüber verhandeln zu können. Der Antrag des Herrn Landrath, die Berathung und eventuelle Beschlußfassung über diese Sache dem Ausschuß zu über» weisen, der dann in nächster Generalversammlung darüber berichten soll, wird angenommen. Nach einer halbstündigen Pause wird dann die Berathung über den fünften Punkt der Tagesordnung: „Bildung eines Pferdezuchtvereins", eingeleitet. Referent Herr Oldenburg berichtet, daß, um die Pferdezucht im Kreise zu heben, in letzter Ausschußsitzung beschlossen sei, von dem freundlichen Anerbieten seitens des Herrn Landstallmeister von der Marwitz, betreffend Auswahl von Hengsten, Gebrauch zu machen und die von ihm gestellte Bedingung: „Auswahl der Zuchtstuten durch eine Commission", zu erfüllen. Re­ferent bittet die Generalversammlung diesen Beschluß zu genehmigen, was auch geschieht. Herr Landstallmeister von der Marwitz, welcher in überaus zuvorkommender Weise den weiten Weg von Dillenburg hierher nicht gescheut hatte, verbreitet sich des Weiteren über Pferde­zucht in hiesiger Provinz. Er beklagt, wie leider soviel gesündigt würde, sowohl in der Auswahl des weiblichen Zuchtmaterials, als auch in der verkehrten Wahl von Hengsten; wie leibet so häufig leichte, edle Stuten zu schweren, kaltblütigen Hengsten gebracht würden. Wenn auch die hervorgebrachten Fohlen recht gut auSfallen könnten und den Gebrauchsansprüchen genügten, so seien dieselben doch nicht zur Weilerzucht zu gebrauchen und würde somit nach und nach das weibliche Zuchtmaterial und damit die ganze Pferdezucht ruinirt, was er von einem Theil seines Bezirkes nämlich von Nassau bereits ton- stattren könne. Die landwirthschastlichen Vereine vermöchten in dieser Hinsicht viel Nützliches schaffen. Sein Grundsatz sei: „Das vorhan­dene gute, einheimische, weibliche Material durch Hinzubringen der paff endsten männlichen Thiere auf eine solche Stufe zu bringen, daß die von ihnen fallenden Fohlen allen Anforderungen, die bei hiesigen Verhältnissen in Betracht kommen können, genügten. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen, und dann zur Wahl der­jenigen Commissionen geschritten, die das weibliche Zuchtmaterial sichten sollen und deren Aufgabe es außerdem ist, die betreffenden Stutenbesitzer zu belehren, welche Hengste zu ihren Stuten die passendsten sind. Sie müssen wenn möglich jene durch Unterschrift