KreisMlatt
für den
Jtreis Reisfeld.
Nr. 2. Mittwoch den 7. Januar 1880.
Das „KreiSblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal lei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Bestellungen auf da» Kreisblatt für den Kreis Hersfeld werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief- trägern sowie von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Kreis Hers selb.
Hersfeld, am 6. Januar 1880.
In Gemäßheit des §. 23 bezw. 56 der Ersatz-Ordnung vom 28. September 1875 werden alle diejenigen Personen männlichen Geschlechtes, welche
1) in dem Zeitraum vom 1. Januar 1860 bis ein» schließlich den 3 I. Dezember 1860 geboren sind, 2) dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht vor einer Ersatz - Behö r d e zur Musterung bezw. Aushebung gestellt,
3) sich zwar gestellt, aber über i^r Militair- Ver- Hältniß noch keine feste Bestimmung erhalten haben,
und gegenwärtig innerhalb des hiesigen Kreises ihr gesetzliches Domizil haben oder bei Einwohnern desselben als Dienstboten, HauS- und Wirthschaftsbeamte, HandlungSdiener und Lehrlinge, ‘ Handwerksgesellen, Lehrburschen, Fabrikarbeitemc. oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten sich aufhalten, soweit dieselben nicht von der persönlichen Gestellung vor der Ersatz- Commission in diesem Jahre entbunden sind, hierdurch angewiesen: sich behufs ihrer Eintragung in die RekrutirungS-Stamm- rolle, in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar b. I. bei dem Ortsvorstande ihres Aufenthaltsortes persönlich zu melden,
und dabei die über ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits ergangene Bestimmungen über ihr Militair- Verhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.
Für die zur Zeit von dem Orte ihres Domizils abwesenden gestellungspflichtigen Leute müssen die Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherren die Anmeldung in der vorbezeichneten Art bewirken.
Diejenigen Militairpflichtigen, welche sich in ihren Geburtsorten zur Stammrolle anmelden oder angemeldet werden, sind von der Vorzeigung eines Geburtsscheines entbunden.
Wer die eigene Anmeldung oder die Anmeldung abwesender Militairpflichtiger unterläßt, hat sich die damit verbundenen Nachtheile zuzuschreiben.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschließlich der Ortsverwalter des Kreises haben diese Verfügung alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen und über jede Anmeldung zur Stammrolle ein kurzes Protokoll aufzunehmen, 4-- das mir dann nebst den bei der Anmeldung abgegebenen Schriftstücken unter der Bezeichnung „Militaria“ zuzusenden ist. Die Rekrutirungs-Stammrollen befinden sich vahier in Verwahrung.
Ferner haben die Herren Orlsvorstände rc. des Kreises die in ihren Gemeinden sich aushaltenden zum einjährig freiwilligen Dienst berechtigten Militairpflichtigen, welche in das militairpflichtige Aller eintreten, resp. eingetreten sind und ihrer activen Dienstpflicht noch nicht genügt haben resp, von der Aushebung noch nicht zurückgestellt worden sind, daraus aufmerksam zu machen, daß sie in Gemäßheit des §. 93 pos. 2 der Ersatz-Ordnung vom 28. September 1875 sich bei der Ersatz-Commission ihres Ge
stellungsortes schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen haben.
177, _________Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 7. Januar 1880.
Die Werra-Brücke bei Lengers ist durch starken Eisgang zerstört, und hat in Folge dessen eine Absperrung des WegezugeS Lengers- Wölfershausen stattfinden müssen. Es wird dieses hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, unter der an die OrtSvorstände der benachbarten Gemeinden gerichteten Weisung, die gedachte Wegesperrung mittelst sofortigen Ausrufes noch besonders bekannt machen zu lassen.
190.__Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, am 6. Januar 1880.
Die Herren Bürgermeister rc. zu
Eitra, Engelbach, Friedlos, GerShausen, HeeneS, Hersseld, KalkobeS, Kerspenhausen, Mecklar, Oberhaun, Oberrode, Rot- terterode, Tann, Wippershain, Bengendorf, Dünkelrode, Gethsemane, Lautenhausen und Röhrigshof
werden hierdurch an Erledigung meiner Verfügung vom 19. Dezbr. pr. Nr. 13691, Kreisblatt Nr. 102, betreffend die Erfahrungen bezüglich der Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen pro 1879, mit Frist bis zum 16. d. M t s., bei Vermeidung der Zusendung eines Slrasboten erinnert.
13691.__ Der Königliche Landrath Freiherr v o,n Broich.
Hersfeld, am 6. Januar 1880.
Unter Bezugnahme auf das diesseitige Ausschreiben vom 26. November 1868 (Kreisblatt Nr. 96) werden die Herren Bürgermeister zu
Niederaula, Schenklengsfeld, Friedewald, Heringen, Mecklar, Friedlos, Kirchheim und Obergeis
an Einreichung der Voranschläge über Einnahmen und Ausgaben der Gemeindekassen sücdas Etatsjahr 1880,81 bis zum 1. März d.J. hierdurch erinnert.
176._______Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Gefunden: ein Schlüssel. — Meldung des EigenthümerS bei dem Ortsvorstand zu Sorga.
Gefunden: auf der Straße von Friedrwald nach Malkomes ein Seitengewehr. — Meldung des Eigenthümers bei dem OrtSvorstand zu Malkomes.
Tagesbegebenheiten.
AuS Heffen-Naffau.
Bebra, 5. Jan. Diesen Morgen gegen 7 Uhr ertönte in unserem Dorfe der Ruf: „Es brennt auf dem Bahnhöfe!" Der größte Theil der Ortseinwohner eilte nach der Brandstätte und auch die Feuerwehr stellte sich mit den Löschapparaten sehr schnell ein. Es brannte zunächst das Dachwerk des Theiles vom Stationsgebäude, der vom Restaurateur des Bahnhofs bewohnt wird und von hier breitete sich das Feuer mit ungeheurer Vehemenz über daS übrige Dachwerk und das von Beamten bewohnte Stockwerk über dem Wartesaal zweiter Classe. — Den Wartesaal selbst ergriff jedoch das Feuer nicht, wiewohl eS durch die Decke in denselben stürzte und die Möbel zerstört. Den vereinten Bemühungen der Bebraer Feuerwehr und einiger benachbarten gelang es, bald Herr des FeuerS zu werden. — Dem Umstand, daß unter dem Bahnhof das Flüßch"". Eolz hinfließt, mit dessen Wasser die Spritzen versorgt werden konnte i