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das überaus reiche Sattelzeug, alle Ausstattungsgegenständchsind bis auf den letzten Riemen verbrannt. Der Eigenthümer des Baues, Herr Hangleiter, ist für seinen Bau versichert, aber Herr Herzog für fein Material in keiner Weise; keine VersicherungsgeieU- schaft, an die er sich gewendet, soll sich auf einen Bertrag eingelassen haben. Herr Herzog hat bei den Stuttgartern eine gute Aufnahme gefunden; aber die Schrecken einer Brandnacht haben hingereicht, den io thätigen und umsichtigen Mann vor die Trümmer seines Bermögens zu stellen.

Aus Vilshosen, 5. Dezember, Vormittags 10 Uhr, schreibt man der „Donauzeitung:" So eben überraschte uns ein heftiges Gewitter mit starkem Blitzen und Donnern. Gleichzeitig traf die 'Nachricht ein, baß ein benachbartes Bauernwesen zu Hördt, 1,5 km von hier entfernt, vom Blitzstrahl gezündet, brenne.^ Das Gewitter war von einem wahren Sturm von Hagel und Schnee begleitet, so daß die Straßen halbschiibhoch damit bedeckt fitib.

Feuilleton.

Fürstin und Jiettl'eriii.

Erzählung von Dr. Heinrich Penn.

(Fortsetzung.)

Er schien über etwas nachzudenken, die Erinnerung an eine Begebenheit, die sich zugetragen haben mußte, festhalten und auf« hellen zu wollen.

Plötzlich fiel sein Blick aus einen Stuhl, der in der Nähe seines Schmerzenslagers stand, und in demselben Momente durchzuckte es ihn, wie einen Blitz, jetzt standen auch die Bilder der vergangenen Nacht plötzlich klar und deutlich vor seinem erst umflorten Geiste.

Auf dem Stuhle lag nämlich der vom Blut befleckte Anzug eines Pierrots und nun wußte auch Tuarko sofort, was mit ihm geschehen war und warum er in diesem Zustande hierher gebracht wurde.

Er gedachte der Scene im Palais des Fürsten Metternich, wo er erst so glücklich im Anblicke des geliebten Gegenstandes war, er- rnnerte sich dann der beleidigenden Bemerkungen Radziwill's, die zur Folge hatten, daß beide Männer den Saal verließen, um ihren Streit mit blanken Klingen auszufechten, er erinnerte sich auch noch des Schmerzes, welchen ihm der Degen des Gegners verursachte, als er ferne Brust traf.

Bon biefem Momente ichwandtn ihm Erinnerung und Besin­nung und Tuarko wußte nun nicht mehr, was weiter mit ihm ge­schehen war.

Wer hatte ihn aufgehoben unten in dem einsamen Parke, wo doch niemand Anderer zugegen war als er und Staiiielaus? Sollte es dieser gewesen sein? Er traute es Dem Polen, dessen heftiger, rücksichtsloser unb rachsüchtiger Charakter ihm bekannt war, kaum zu.

Wie aber kam er dann hierher? — Sein treuer Diener war allerdings im Stande, ihm einige, wenn auch wenige befriedigende Ausschlüsse zu geben.

Um Mitternacht hatte ei» Wagen vor dem Palais der Gardisten gehalten, und als bie Wachen auf ungestümes Läuten öffneten, wurde der im Wagen befindliche verwundete Osfizier aus demselben gehoben und in das Palais geschafft. Kaum war dies geschehen, so fuhr das Gespann davon.

Es fiel der Wache in der ersten Ueberraschung nicht ein, zu fragen, woher das Fahrzeug käme und wem es angehöre, nur hatte sie bemerkt, daß Kutscher und Bedienter Livree trugen und es daher kein Miethwagen, sondern eine herrschaftliche Equipage gewesen zu sein schien.

Doch verstand sich der gute Unteroffizier zu wenig auf Livreen und Equipagen, um nur annähernd aussagen zu können, welcher Herrschaft dieselben gehören mochten.

Tuarko lehnte das Haupt sinnend in die Kissen zurück er fühlte den brennenden Schmerz der Wunde nicht, ihn beschäftigte nur der Gedanke, wer es war, der Samariterdienste an ihm geübt. Wie eine süße Ahnung beschlich es seine Seele, daß vielleicht sie, daß Marie diesem Liebeswerke nicht ganz fremd sei, benn sie wußte doch, daß die Beiden sortgingen, sich zu schlagen, sie allein! Und wenn Radziwill ohne ihn wieder in den Saal zurückgekehrt war, lag da die Vermuthung nicht nahe, daß die Baronesse sich darnach erkundigt habe, wo Tuarko geblieben sei?

Und wenn sie es gethan, war das nicht ein Beweis von Theil­nahme, welche sie für ihn hegte, und wenn sie Theil an dem Lie­besdienste hatte, zeigte dies nicht von einem tieferen Interesse für ihn, den sie auch in der Gesellschaft zu bevorzugen schien?

Und war dies Alles der Fall, o wie selig fühlte sich Tuarko, wie segnete er beinahe die Hand des Polen, die »hm ja dadurch die Gewißheit ihrer Neigung erschlossen.

Aber da kamen die quälenden Zweifel wieder.

Wenn Marie doch nichts dazu gethan, wenn es doch der Fürst war, der ihn nach Hause bringen ließ, wenn Marie doch nicht tiefer für ihn fühlte, wie eben für alle Anderen, welche sie umschwärmlen und sich um ihre Gunst bewarben?

Das Wundfieber, welches mit großer Heftigkeit auftrat, machte allerdings allen diesen Reflexionen ein Ende, wüste Träume und Phantasien durchflogen den Kopf des Kranken, das Delirium hatte sein glühendes Hirn erfaßt und jagte die seltsamsten Bilder im steten Wechsel vorüber, daß der Arme oft stöhnte wie in leiser Qual und verworrenes Zeug durch einandersprach, wohl für Jeden unverständlich, denn es hatte ja Niemand einen Einblick in das Herz dieses so verschlossenen, ernsten Mannes.

Wenn auch ein Mailänder von Geburt, lag doch etwas antik Römisches in der Natur Tuarko's, wie in seiner ganzen Familie, die, bem ersten Adel der Lombardei angehörig, sich doch durch fast republikanische Einfachheit und große Sittenstrenge auszeichnete und all' die rauschenden unb entnervenden Vergnügungen mied, die der damalige Vwekönig von Italien, Erzherzog Rainer, in seiner sHesibeui zu Mailand veranstaltete, um ben italienischen Adel zu beschäftigen und von Conspirationen und Agitationen gegen die Regierung fern zu halten.

Der Vater Tuarko's war ein Großitaliener vom reinsten Wasser, sein Ideal das ganze geeinigte Italien, und Eingeweihte betrachteten ihn als das Haupt jener Partei, welche sich die Her- steUung der Unita Jtalia zur Aufgabe ihres Lebens gestellt hatten.----

Es war Abend, draußen wirbelte der Schnee, der Wind brauste und der Frost machte erstarren und malte dafür Eisblumen an die Fenster der Menschen.

Drinnen im Krankenzimmer jedoch war es still und warm, ein Feuer bräunte im Kamin, eine Lampe erleuchtete traulich den Raum, das grelle Licht von einem Schirme gedämpft.

Der Arzt hatte den Kranken verlassen, der Diener saß im Vorzimmer und bereitete einen kühlenden Trank, so war es einsam im Raume selbst. Man hörte das Knistern des Feuers, das Au- prallen der Schneeflocken an die Fenster, die langgezogenen, klagenden Töne des Windes, der um das Gebäude heulte.

Tuarko lag auf seinem Krankenlager matt und fiebernb.

Innere Hitze hatte sein Antlitz mit jenem feinem Inkarnat überzogen, wie wir es beim Ausbruche des Fiebers an den Kranken beobachten und die Bilderjagd hatte wieder begonnen, das Reich der Träume sich dem Leidenden wieder erschlossen.

Aber es waren diesmal keine wüsten und tollen Gestalten, welche an ihm vorüberzogen, der Traum hatte die Gebilde der Phantasie in die Rosengluth des Glückes getaucht, und so zogen sie an ihm vorbei, schön und duftig, daß sein Mund lächelte und ein Schimmer von Seligkeit auf dem Antlitze erglomm.

Und plötzlich bewegten sich die Lippen und leise entfuhr ihm das Wort: „Diane", und unmittelbar darauf rief es der Mund jauchzend: „Marie!"

Und horch, ein Echo wurde laut, der Ton einer Menschenslimme, unendlich lüg und melodisch, aber das Echo hieß nicht „Marie" — es scholl laut unb vernehmlich: „Tuarko!"

Wie ein Wetterleuchten flog es über das Antlitz des Mannes, die Augen öffneten sich plötzlich weit und klar, und sahen vor sich ein Hohes Fcauenbilo, und eine weiße Hand legte sich auf die Stirne des Kranken, und eine klangvolle Stimme fragte: „Armer Freund, Sie leiden wohl viel?"

Und so matt der Kranke war, fuhr er sich dennoch mit einer raschen Handbewegung über die Augen, schloß und öffnete sie wieder, und immer noch stand das Bild vor ihm.

„Wache ich?" rief er, „oder ist es ein Traumbild, was sich meinen Augen bietet, ist es Fieberwahn, der meinen Geist umnachtet und dies süße Bild vor meine Seele zaubert? Bin ich bei mir?"

Und dies Traumbild lächelte und der Diunb antwortete: „Sie sind bei sich Tuarko, und ich bei Ihnen." (F. f.)

Das Weihnachtsfest bringt alljährlich auf dem Gebiete der Bilderbücher unb Jugendschriflenliteratur eine große Menge neuer Erscheinungen. Es ist bei der Masse der Neuheiten schwer, das herauszufinde», was für unsere Kleinen von besonderem Nutzen und practischem Werthe ist. Wir erlauben uns deshalb unsere Leser auf 5 verschiedene, im Verlage von Rob. Friese's Buchhandlung in Chemnitz erschienene, Unzerreißbare Bilderbücher auf­merksam zu machen, von denen ein Jedes ein empfehlenSwerlhes Weihnachtsgeschenk für Kinder von 1-7 Jahren bildet. Die Bilder dieser Bücher, welche nach pädagogischen Grundsätzen zum Zwecke des.Anschauungsunterrichts gezeichnet worden sind, werden wesentlich dazu beitragen, das Verständniß für Menschen, Thiere und alle möglichen Gegenstände bei unseren Kleinen zu fördern.

Unter den Titeln: AuS fröhlicher Kinderzeit (mit Versche»), Bild erwe lt für Knaben, Der Kindergarten für Knaben und Mädchen, Puppenstube für Mädchen und Thier- bilderbuch (Abbildungen von HauSthieren) sind diese Bücher für ä M. 3. — in jeder Buchhandlung zu haben.

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