weichlichem Wasser gewaschen. (Auf ein halbes Maß Wasser kommt ein Eßlöffel voll Wein.) Nach dem Waschen wird der Bauch mit MuSkatnußöl eingerieben, darauf ein gewärmtes Tuch gelegt und dann das kranke Kind in reine, getrocknete Leinen gewickelt, ruhig im Bette liegen gelassen. Die günstige Wirkung dieser einfachen Behandlung ist bald bemerkbar und wahrhaft wunderbar, denn selbst schon im Sterben liegende Kinder werden aus diese einfache Heilweise wieder zum Leben zurück geführt. Dr. Senior bemerkt zutreffend : „So einfach die Natur in ihrer Thätigkeit ist, so einfach will sie auch behandelt werden."
— Mittel um immer frische Butter zu haben. Nachdem man die Butter, so wie sie aus dem Butterfasse kommt, sehr rein gewaschen und vollkommen hergerichtet, auch gut abgetrocknet hat, zertheilt man sie in kleine Brocken und drückt dieselben auf solche Weise in Töpfe ein, daß alle leeren Räume verschwinden. Die Töpfe stellt man in einen großen Kessel, füllt denselben so weit mit Wasser, daß dasselbe nicht in die Töpfe dringen kann und erhitzt es dann bis zum Kochen. Hat das Wasser diese Temperatur erreicht, so läßt man es abkühlen und nimmt dann die Töpfe heraus. Auf solche Art bereitete Butter ist nach Verlauf von 6 Monaten eben so frisch, als wenn sie eben aus dem Butterfasse käme. Durch das Schmelzen der Butter im heißen Bad werden alle in derselben noch enthaltenen Käsetheilchen so vollkommen aus den Boden des Gefäßes niedergeschlagen, daß man eine äußerst gereinigte Butter erhält, gut aus Brod zu genießen und vortrefflich für alle Erzeugnisse der Kochkunst. Weit entfernt, ander Güie zu verlieren, gewinnt sie vielmehr und ist ihr Geschmack weil feiner, als der der gewöhnlichen Butter.
— Gurken als Mittel gegen Frostschäden. Vollkommen reife Gurken werden der Länge nach in breite Stücke geschnitten und so mit den Schalen getrocknet. Beim Gebrauch im Winter werden sie zuerst in warmem Wasser aufgeweicht und dann die geschwollenen Hauptstellen mit der innern Seite derselben belegt. Sobald die Gurkenrinde trocken ist, muß sie durch frische ersetzt und dies nöthigen- falls wiederholt werden. Es ist dies ein russisches Volksmittel, mit dem schon die schwersten Fälle vollkommen geheilt worden sind. In der Regel läßt der Schmerz schon nach dem ersten Auflegen nach.
— Heißes Futter für Geflügel. In den Oesterreich- Ungarrschen Blättern für Geflügel- rc. Zucht wird die Frage: „Ist den Hühnern rauchend heißes Futter nicht schädlich?" von Herrn Jul. Völkschan folgendermaßen beantwortet: „Während des letzten Winters habe ich meinen Thieren an kalten Tagen das Weichfutter, welches ich ihnen des Morgens reiche, rauchend vorgesetzt. Mit einer wahren Gier sielen meine Fasanen, Perlhühner und Hühner über dieses Futter her. Ebenso gern soffen dieselben heißes Trinkwaffer.
Ich möchte behaupten, daß den Hühnern rc. heiß angerichtetes Futter nicht nur nicht schädlich, sondern sehr gesund ist, und die Thiere veranlaßt, frühzeitig mit dem Eierlegen zu beginnen." Herr Chr. Schmidt in derselben Zeitung beantwortet die Frage dahin: „Seitdem ich meinen Hühnern ihr Futter dampfend heiß verabreiche, legen dieselben viel fleißiger als früher, da ich selbiges nur lauwarm zubereitete.
Mittelrheinischer Verbandskalender.
Im Verlage der Jaeger'schen Buch-, Papier- und Landkarten-Handlung in Frankfurt a. M. ist in seinem dritten Jahrgange der Mittelrheinische Verbands« Kalender für Landwirthe und landwirtschaftliche Genossenschaften.aus das Schaltjahr 1880 erschienen. Der Kalender hat sich seit seinem ersten Auftreten so vortheilhaft eingeführt und so allgemeine Verbreitung bei dem landwirth- schaftlichen Publikum des GroßherzogthumS Hessen und der Provinz Hessen. Nassau erworben, daß es kaum nöthig ist, etwas zu seiner Empfehlung zu sagen. Neben dem üblichen Kalender-Inhalt, der hier noch durch einen interessanten landwirthschaftlichen Geschichts-Kalender erweitert ist, bringt derselbe die von der Kritik auf's Vortheilhafteste gewürdigten „Blätter für landwirthschaftliche Buchführung, „die für den kleineren und mittleren Landwirth völlig ausreichend sind, um ihm ein klares Bild aller Vorgänge in seiner Wirthschaft zu verschaffen. Die landwirthschaftlichen Hilfstabellen sind gegen den vorigen Jahrgang erheblich vermehrt und werden den denkenden Landwirth nach keiner Richtung hin im Stiche lassen. Unter den zahlreichen Aussätzen von den bewährtesten Ver» fassern, wie Kreisthierarzt Dr. G. Schäfer, General-Secretär Dr.Klaas, General- Secretär Dr. Weidenhammer u. A. heben wir besonders denjenigen über die landwirthschaftlichen Winterschulen hervor, welcher diese für die Zukunst des landwirthschaftlichen Standes so hochbedeutsame Frage in erschöpfender Weise behandelt. Die Ausstattung des Kalenders ist derjenigen der früheren Jahrgänge entsprechend; hervorzuheben ist, daß demselben eine Abbildung des Denkmals beigegeben ist, welches dem verstorbenen Förderer der nassauischen Landwirthschaft, Wilh. Albrecht in Emmerichenhain, errichtet worden ist. In Summa darf man sich dem Lobe anschließen, welches von einer Commission des landwirthschaftlichen Provinzialvereins Starkenburg dem Kalender ertheilt wurde, daß er nämlich alles bietet, was der Landwirth von einem Kalender verlangen kann und im Verhältniß zu seinem Umfang äußerst billig ist.
— Ein Bummler befand sich bei einem Arzt, um sich von ihm untersuchen zu lassen. Als der Heilkundige den Puls normal fand und den Patienten fragte: „Haben Sie Appetit? antwortete derselbe trocken: „Ja, wenn Sie jrade wat bei der Land haben!"
Fruchtpreise.
Weizen 100 Kilogr. 21 M. 95 Pf. bis 23 M. 10 Pf. Roggen 100 Kilogr. 17 M. 50 Pf. bis 18 M. 75 Pf. Gerste 100 Kikogr. 17 M. 65 Pf. bis 18 M. 60 Pf. Hafer 100 Kilogr. 12 M. 35 Pf. bis 14 M. 70 Pf.
Anzeigen.
Mitteldeutscher Ciseubahu-Verbaud.
Vom 1. Dezember d. I. ab treten Nachträge zu den Gütertanfheslen Nr. 3, 11, 12, 14, 19, 20, 21, 22, 23 und 26 in Kraft, welche^neue resp, adgeänderte Frachtsätze für die Stationen der Berliner Ringbahn, sowie für die Berliner Staatsbahnhöfe, ferner für Berlin, B. A., B. P. M. und M. H. 8 , Charlottenburg M. H. B., Potsdam und Brandenburg enthalten.
Näheres ist bei unseren Güterexpeditionen zu erfahren.
Frankfurt a.M. den 29. November 1879.
Königliche
Eisenbahn-Direction.
Steckbrief.
Gegen den unten beschriebenen Schäfer Heinrich Götz aus Eiterfeld, gebürtig von Scheuklengsfeld, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Fälschung einer Privatuikuude verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Landgerichtsgefäugniß zu Caffel abzuliefern
Caffel, den 28. November 1879_
Königliche Staatsanwaltschaft.
Chuchul
Beschreibung. Alter: 19 Jahre. Größe: mittelmäßig. Haare: blond. Besondere Kennzeichen: hat nur eine Hand.
greife der Mackwaaren für die Stadt Hersseld vom 1. bis 15. Dezember 1879 nach der eigenen Angabe der Bäcker und sonstigen Brod- und Wecke-Verkäufer.
Namen der Bäckermeister und Brodverkäufer.
Roggenbrod
Milchbrod ä 4 Pfg.
Grm-
schwarz
500 :
Grm.
Pfg.
weiß 500
Grm.
Pfg. i
Wasser- wecke ■ 4 Pfg.
Grm.
B. Knauff . . .
124
65
55
I. Heil ....
114
14
60
50
Herm. Spangenberg
114
124
60
40
H. H. Walpert
12
—
55
45
W. Reinhard
12
131
60
40
G. H. Huth . .
111
144
60
50
Heinrich Fischer .
—
—-
60
40
Herm. Hettler Ww.
11»
—
60
54
Abraham Bolz
12
—
55
45
Nicol. Huth Ww.
12
14
50
36
Wilhelm Huth . .
12
—
50
45
U. H. Huth . .
11»
—
50
40
Adam Spangenberg
11»
124
60
50
Heinr. Rehn . .
114
122
60
40
fc. W. Hettler
iil
60
40
Friedr. Heil . .
114
121
60
40
Conrad Wille
114
—
60
40
Justus Wille . .
ii»
124
60
40
Hersfeld, am 2. Dezember 1879.
Der Bürgermeister Keinp f.
ünil^llfiif» Fallsucht, Krämpfe- auch die hartnäckig, sten Fälle heile ich in kürzester Frist nach einer mir allein eigenen und stets erfolgreichen Methode auch brieflich. Specialarzt Dr. Belmsen in Braunschweig.
| Das Bankhaus Sachs & Co. inFrankfurtaX
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