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Kreisdblatt

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»Kreis ffersfelü.

JV 59» Mittwoch den 23. Juli 1879.

DaSKrrisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet.

Amtliches.

Bekanntmachung

Der Königliche Steuerempfänger Schenk zu Fried ewald hat unter seiner vollen persönlichen Verantwortlichkeit mit| unserer Ge­nehmigung seinen Privatgehülfen Friedrich Feuck zur Ertheilung von Quittungen über Zahlungen an die Steuer- und Forstkasse dortselbst bevollmächtigt.

Cassel, den 12. Juli 1879.

Königliche Regierung,

Abtheilung für directe Steuern, Romainen und Forsten.

C. I. 8298. Koch.

Kreis Hers seid.

Hersfeld, am 21. Juli 1879.

Nach den mir vorliegenden Restantenlisten sind noch 60 Bürger­meistereien, Ortsverwaltungen ic. des hiesigen Kreises mit der An­fuhr des diesjährigen Landwegebau-Materials ganz oder theilweise im Stückstande.

Ich erwarte, daß diese Rückstände alSbald beseitigt werden und sehe bis zum 10. August d. J. einem Berichte darüber entgegen, daß daS qu. Landwegebau-Material vollständig und ordnungsmäßig angefahren ist.

8297. Der Königliche Landrath.

I. V.: Heeg, Kreissecretair.

1004. Das durch meine Bekanntmachung vom 9ten Januar d. I. (Amtsblatt Nr. 5) erlassene Verbot der in Hottingeu-Zürich erscheinenden periodischen Druck­schrift:Die Tagwacht" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der AufschriftKleine Vereinigte Staaten von Europa» zur Ausgabe gelangen. Berlin den 14. Juli 1879.

Der Reichskanzler. J. Vertr.: Eck.

1005. Das durch meine Bekanntmachung vom 17ten Januar d. J. (Amtsblatt Nr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiterbildungsverein in London herausgegebenen periodischen DruckschriftFreiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der AufschriftVolksfreund" zur Ausgabe gelangen. Berlin den 15. Juli 1879.

Der Reichskanzler. In Vertr.: E ck.

1006. Die Königliche Kreishauptmannschaf, bringt hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß sie in ihrer Eigenschaft als Landespolizeibehörde die Druckschrift: Die internationale Arbeiterassociation (186471) ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit rc. von Carl Hillman, Mitglied des deutschen Buchdruckerver­bandes. Separat-Abdruck aus demCorrespondent für Deutschlands Buch­drucker und Schriftgießer." Selbstverlag des Verfassers. Druck der Leipziger Vereinsbuchdruckerei."

nach Maßgabe von §. 11 Abs. 1 des Reichsgesetzes gegen die gemeingesährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober vorigen Jahres ver­boten hat. Leipzig den 10. Juli 1879.

Königliche Kreishauptmannschast. Graf zu Münster.

Tagesbegebenheiten.

Mainau, 21. Juli. Se. Majestät der Kaiser verläßt heute Vormittag Schloß Mainau, begiebt sich zu Dampfschiff nach Friedrichs- Hafen zum Besuch des Königs und der Königin von Würtemberg und fährt nach halbstündigem Aufenthalte bis Lindau, von wo aus die Reise heute in Rosenheim ihr Ziel findet. Der Großherzog und die Frau Großherzogin von Baden begleiten den Kaiser bis Lindau.

Lindau, 21. Juli. Se. Majestät der Kaiser, welcher heute Vormittag 11 Uhr in Begleitung der großherzogl. badischen Herr­schaften, sowie deS deutschen Botschafters Grafen Münster Schloß

Mainau per Dampfer verlassen hatte, stattete in Friedrichshafen dem König und der Königin von Württemberg, welche dort mit dem Prinzen und der Prinzessin Hermann von Sachsen-Weimar den Kaiser erwarteten, einen halbstündigen Besuch ab. Bei der Ankunft hier wurde Se. Majestät von dem Könige von Sachsen und der Frau Prinzessin Luise von Preußen begrüßt. Die zahlreich versammelte Bevölkerung empfing Se. Majestät mit begeisterten Hochrufen. Um 2| Uhr erfolgte die Weiterreise per Extrazug nach Rosenheim.

München, 21. Juli. Se. Majestät der Kaiser traf heute Abend 6| Uhr, von Lindau kommend, auf dem äußeren Münchener Bahnhöfe ein und setzte nach nur kurzem Aufenthalte die Reise nach Rosenheim fort. Der preußische Gesandte, Graf v. Werthern-Beich- lingen, war Sr. Majestät entgegengefahren. Bei der Abfahrt des kaiserlichen Zuges wurde Se. Majestät von einem sehr zahlreichen, disttnguirten Publikum, das sich angesammelt hatte, mit begeisterten Hochrufen begrüßt.

Den mit den Vorarbeiten zur Hebung desGroßen Kur­fürsten" beschäftigten Tauchern ist es, nach Mittheilung aus London, gelungen, 87 Pontons innerhalb des Schiffes anzubringen und den durch den Zusammenstoß mit demWilhelm" verursachten Riß mit dem eigens dazu angefertigten eisernen Schilde zu schließen. Ein Versuch zur Hebung wird, falls die Witterung es gestattet, am 24. d. M. gemacht werden. Gelingt der Versuch, so soll derKurfürst" in der Bucht zwischen Folkestone und Hythe gelandet werden.

Darmstadt, 18. Juli. Wir meldeten vor einiger Zeit, daß der Gardefüsilier JlS von der 9. Compagnie des Leibgarde-Regi­ments Nr. 115, welcher am 26. Juni seinen Stubengenossen, Garde­füsilier Fröhlich erschossen hat, zur Verbüßung seiner Strafe nach Mainz abgeführt worden sei. DieDarmst. Ztg." theilt nunmehr mit, daß das ergangene Urtheil des Kriegsgerichts wegen fahrlässiger Tödtung auf 5 Jahre Gefängniß lautet. Es ist dies die im Straf­gesetzbuch vorgesehene Maximalstrafe für fahrlässige Tödtung.

Gießen, 17. Juli. Zur Warnung für Eltern möge Folgendes dienen. Auf dem gestrigen sog. Kirschenmarkt war das dort aufgeschlagene Caroussel selbstverständlich sehr frequentirt. Ein Kindermädchen, ihren Schützling im Aller von 34 Monaten im Arm, benutzte das Fahren aus's Reichlichste. Augenzeugen versichern, daß dasselbe mindestens lOmal die Tour bezahlt habe. Plötzlich verfärbt sich die Kleine, wird leichenblaß und liegt wie todt im Arme derPflegerin." Das Caroussel wird angehalten und nur mit der größten Anstrengung wird das kleine Wesen durch Reizmittel rc. wieder zum Leben gebracht. Wie manches kleine Leben wird durch solche Unbedachtsamkeit, um keinen anderen Ausdruck zu gebrauchen, gesährdet!

Erlangen, 16. Juli. Ein entsetzliches Unglück brächte gestern Abend 7 Uhr die gunze Stadt in die größte Aufregung und Bestürzung. Von dem Hause des Handschuhsadrikanten Fleischmann in der Liliengafse stürzte die eine Hälfte ganz plötzlich und, wie es scheint, ohne vorherige besondere Anzeichen, nieder, fast das ganze Dach quer, von der Vorder- gegen die Hinterseite mit sich herabreißend. Zwei blühende Töchter des Besitzers, 17 und 20 Jahre alt, die in dem oberen Stocke mit Nähen beschäftigt waren, wurden leider von den stürzenden Balken getroffen, die eine tödtlich, die andere athmete noch schwach, als sie unter dem Schutt hervorgezogen wurde. Ein vor wenigen Wochen be­gonnener, an das halb eingestürzte schon ältere Haus anstoßender Neubau wurde durch den Einsturz sehr beschädigt.

Memphts, 19. Juli. Heute sind wiederum zwei Todesfälle am gelben Fieber vorgekommen. Die Stadt ist jetzt 'durch die in Wirksamkeit gesetzte Quarantäne von der Nachbarschaft fast völlig abgesperrt.

Aus Heffen-Naffau.

. lH Hersfeld, 23. Juli. Vergangenen Sonntag Morgen in aller Frühe brach in der Scheune des Ackermanns Heinrich Beyer zu Holzheim Feuer aus, das mehrere Oekonomiegebäude in Asche legte. Der schnell herbeigeeillen Hülfe der Einwohner von Holzheim gelang es bald, das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken und