kommen Sie mit uns, wenn Sie sich mit einem frugalen Abendbrot und einem Gläschen Wein begnügen."
„Sie haben mich mit Zuvorkommenheiten so überschüttet, Herr Major, daß ich doch nicht wagen darf —"
„Wollen Sie schon wieder das alte Lied singen?" fragte Si- manosski mit seiner militairischen Derbheit, die zu gleicher Zeit so viel Gutmüthiges und Unwiderstehliches hatte. „Nichts da! Sie gehören doch nicht etwa zu den Leuten, die mit den Hühnern zu Bette gehen?" und als der junge Mann dies lächelnd verneinte, setzte der Major hinzu: „Nun, dann müssen Sie uns auch das Vergnügen machen und uns noch ein paar Stunden Gesellschaft leisten."
„Gnädiges Fräulein, ich fürchte nur bei Ihnen als unbescheiden und aufdringlich zu erscheinen", wandle er sich leise zu Bogislava und blickte ihr fragend in's Antlitz.
„Durchaus nicht", war die Antwort. „Papa ist immer glücklich, wenn er einen lieben und angenehmen Gast hat" — und die schönen, dunklen Augen Bogislava's ruhten freundlich auf der schlanken, eleganten Gestalt des jungen Mannes. Mehr bedurfte es nicht, um Tellwttz zu bestimmen, das liebenswürdige Anerbieten des Majors mit herzlicher Dankbarkeit anzunehmen.
Man hatte den Ausgang erreicht, der alte Herr rief mit seiner Stentorstimme eine Droschke erster Klaffe herbei, überließ dem Fremden den Platz an der Seite seiner schönen Tochter, sich mit dem Rücksitz begnügend und Benno war überglücklich. Nun winkte ihm die Seligkeit, noch einige Stunden länger mit dem herrlichen Geschöpf zusammen zu sein, das sein Herz bereits im Sturm erobert hatte. Ihm war es, als habe er Bogislava schon immer gekannt, als sei sie das vollendete Idealbild, das vor seiner Seele gelebt und die schöne Polin plauderte auch wirklich wie eine gute Freundin mit ihm, ja, sie schien gar kein Hehl daraus zu machen, daß sie an dem jungen Manne aufrichtiges Gefallen fand.
Bald hielt der Wagen vor einem stattlichen Hause, das schon durch seine äußerliche Eleganz sich als moderner Bau erwies, der vielleicht erst seit Kurzem fertig gestellt worden.
(Fortsetzung folgt.)
Haus- und Landwirthschaft.
— Ueber Schlangenbisse. Außerordentlich häufig in diesem Jahre treten die Bisse der Kreuzotter (Vipera berus) wieder auf, wie schon 1875, und wenn es wahr ist, daß Heidelbeerjahre besonders günstig fütz solche Bisse sind, so kann der Sommer dieses Jahres nach dermaligen Blütenverhältnissen insofern auch günstige Gelegenheit zum Bisse geben, als reiche Ernte versprechende Heidelbeerjahre viele Beerensucher in den Wald und in die Nähe der Vipern führen. Wir theilen hier die Hauptmittel gegen Vipernbiß mit, die bekannt sind und welche Medizinalrath Dr. Küchenmeister in den „Dr. N." soeben veröffentlicht. Aeußere Mittel: I. Wenn es sich um einen verletzten Finger oder Zehe handelt, so unterbinde man sofort gleich über der gebissenen (gehauenen) Stelle, zwischen dieser und dem Herzen, das verletzte Glied und sauge hierauf außerdem die Wunde aus. Das Ausgesaugte spucke man aus. Im Allgemeinen glauben wir, daß das verschluckte Schlangengift nicht schadet, wenn es beim Hinabschlucken nicht in Berührung mit einer wunden Stelle des Mundes, des Rachens, des Schlundes und Magens kommt. Das Aussaugen kann Jeder selbst oder ein Anderer besorgen, aber es muß sofort geschehen. 2. Hat die Viper ihre Zähne in eine Fläche des menschlichen Körpers eingehauen und dahin ihr Gift gespritzt, so sauge man, oder lasse man die Wunde aussaugen. Gefährlich ist dies, wenn der Saugende (der Gehauene oder sein Begleiter) Wunden im Munde oder an den Lippen hat. 3. Sobald die Wunde ausgesaugt ist, brenne man sie aus, oder lasse sie ausbrennen mit einer glühend gemachten Nadel oder mit concentrirter Lösung von kaustischem Ammoniak oder starkem Salmiakgeist. Da die Beerensucher nicht leicht glühende Nadeln bei der Hand haben, so sollten sie ein chemisches, flüssiges oder festes Aetzmittel in einem Fläschchen bei sich sühren. Dazu eignet sich aber am besten die concentrirte Lösung von kaustischem Ammoniak; doch könnte man auch feste Aetzmittel, wie ein Stückchen kaustisches Kali (Lapus divinus) oder Wiener- oder Filhos'sche
Aetzpaste oder eine Chlorkalklösung zum Auflegen auf die Wunde mit sich führen. Man roütbe gut thun, wenn man dabei die Wundränder möglichst^anseinander« zöge, ehe man ätzte. Je ein Schröpfkops und je ein Fläschchen Ammoniak und Chlorkalk genügt für eine ganze Gesellschaft. Das Uebrige wäre Sache des Arztes, den man sofort aussuchen muß; höchstens könnte man das gebissene Glied sofort in ein Tuch, das man in das Wasser einer kalten Quelle ober eines klaren Waldbaches getaucht und mit Chlorkalklösung befeuchtet hat, umwickeln, beim Heimgang aus dem Walde bis zum Arzte. — Ein Hauptmittel aber, was Beerensuchern zu empfehlen wäre, ist die Vorsicht. Die Lehrer sollten die Kinder dahin aufklären, daß sie nie barfuß in die Wälder gehen. Die Viper liegt geringelt da, ehe sie haut; im Moment des Hauens schnellt sie empor und streckt sich, bis auf etwa 5—6 Zoll Weite oder Höhe hauend, aus. Hat der Beerensucher ein Paar feste Stiesel, die er mit einem Bindfaden am Schaftende zusammengebunden hat, oder ein Paar hohe Leder-Stiefelettenschuhe an, die seinen Fuß bis 2 Zoll über die Knöchel des Fußes decken, so kann ihm die Viper nichts an den Füßen anhaben. Sie haut und spritzt ihr Gift in's Leder. Und eine wüthende Viper haut 4—5 Mal an dieselbe Stelle. Die nackten Füße werden am meisten von der Viper getroffen. Die letzte Schutz- maßregel ist die der gründlichen Vertilgung der Kreuzotter. Man schone und hege die Feinde der Viper, vor Allem den Igel, dann den Storch und endlich den Eichelhäher. (Fr. Bl.)
— Preißelbeere als Heilmittel. Die Verwendung der Preißel- beeren zu Kompot ist bekannt. In Amerika hat aber die genannte Pflanze in neuester Zeit noch dadurch einen besonderen Werth erhalten, als die Beeren in der Arznei verwendet werden. Die frischen Beeren sollen nämlich als Thee getrunken, mit Zucker vermischt, ein vorzügliches Mittel gegen Halsentzündungen sein und beim Rothlaus der Kinder sollen sie z. B. zu Brei zerdrückt, als Umschlag angewendet, den Schmerz und auch die Entzündung sofort mildern.
Um gute Saamen Lohnen zu erzielen, ist es nöthig, jedes Jahr nur immer von einer Sorte und zwar stets von den zuerst angesetzten die größten und schönsten Bohnen hängen zu lassen, welche, nachdem sie ihre Reise erlangt haben, an einem luftigen Orte noch gut nachgetrocknet und dann in den Hülsen bis zum Gebrauch aufbewahrt werden.
— Käsigwerden des Rahms. Das öfter vorkommende Käsigwerden des Rahms soll dadurch zu verhüten sein, daß man im vollständig von Milch und Butter geräumten Milchkeller einen Kübel aufstellt, der einige Pfund Chlorkalk enthält und auf den letzteren Schwefelsäure gießt. Das sich entwickelnde Chlor läßt man bei verschlossenen Fenstern und Thüren auf die Mauern rc. einwirken, öffnet dann wieder und benützt den Keller wie früher. Dies soll auf lange Zeit dem Uebelstande abhelfen.
— Vertilgung der Ackerschnecken. In der „L. Ztg. s. b. nordöstl. Deutschld." empfiehlt ein Landwirth folgendes Mittel: Die von Schnecken heim- gesuchten Felder werden in den Furchen mit kleinen Strohbündeln (2—3 Zoll im Durchmesser) belegt, die man täglich von einer zuverlässigen Person revidiren läßt. Die Bündel werden aufgehoben und die darunter befindlichen Schnecken todtgetreten. Auf diese Art kann man viele Tausende dieser schlimmen Feinde in wenigen Stunden unschädlich machen. Während ich, fügt derselbe bei, in früheren Jahren mehrmals genöthigt gewesen bin, ganze Schläge, die durch Schneckenfraß verwüstet waren, umzuackern, ist es mir, seitdem ich von dieser Methode Kenntniß erhalte», immer gelungen, der Plage Herr zu werden. Freilich ist eine Person von Mitte September bis Ende Oktober ganz ausschließlich mit der Revision der Strohbündel beschäftigt.
— Der sogenannte Pips ist eine Krankheit der Hühner, die sich dadurch charakterisirt, daß das Thier traurig wird, nicht fressen mag, den Schnabel offen hält, gleichsam als bekomme es bei dem Athmen keine Luft und hin und wieder einen Ton von sich gibt, der wie „Pips" klingt. Die Zunge ist gelb belegt, an ihrem Ende ist eine hornartige Haut, die mittelst eines Federmessers entfernt werden muß. Die dadurch entstandene Wunde wird rein gewaschen und mit ungesalzener Butter eingeschmiert, die Patienten dürfen nach der Operation nur leichtes Futter bekommen und müssen warm gehalten werden. Die Nasenlöcher sind bei dieser Krankheit mit einem zähen Schleim verstopft der den Thieren das Athmen erschwert. Dieser muß entfernt und die Nasenlöcher mit etwas Leinöl eingepinselt werden, ebenso soll den Thieren täglich zweimal ein Theelöffel voll Oel oder Fischthran eingegeben werden. Der mög- lichen Ansteckung wegen müssen die kranken Hühner von den aesunden getrennt gehalten werden.
-Fleischfuttermehl. Fleischmehl mit Kartoffeln allein ist nicht zu empfehlen, da Ueberireffen daran sehr schädlich ist. Viel Wasser soll dazuqegeben werden und bie Verstärkung der Gaben eine ganz allmälige sein. * Psd. mehr hat Widerwillen, schlechtes Wachsthum und Entzündung des Mastdarm« veranlaßt. Maisschrot und Fleischmehl passen gut zusammen.
Den Herren Bürgermeistern und Obervrandmeistern
erlaube ich mir meine Dienste zur Ausführung der Verfügung Königl. Regierung vom 20. Mai l. I., wonach die Schläuche der Spritzen von 100 mm Cylinderweite an mit dem Metz'schen Normalgewinde versehen sein müssen, mit dem er» gebensten Bemerken anzubieten, daß alle daru aehöriaen Arbeiten u. Lieferungen pünktlichst und billrgst von mir ausgeführt werden.
Tchlauchschrauben sonne prima Sorte Hanfschläuche sind stets aus Lager.
Eechwege.
Carl Schäfer,
Spritzen- & Pumpenfabrik.
Anzeigen.
Wichtig für Zahnlciden-t.
Auf mehrseitiges Verlangen und durch viele Beschäftigung mußte ich meinen Aufenthalt nur noch auf kurze Zeit verlängern und empfehle mich zum schmerzlosen Einsetzen künstlicher Zähne und Gebisse nach allerneuester rationeller Methode, Plombiren, Reinigen re. Getragene, unpassend gewordene Gebisse und Zahnkunststücke können bestens geändert werden. Reparaturen werden baldigst besorgt.
Rosalie Segal.
Sprechst. von Vorm. 9 bis 12 und Nachm. 2 bis 8 Uhr im Hause des Herrn Ihrig vorm Stift, Nr. 140, 2 Treppen hoch bei Frau Dr. Erdmann.
Formulare zu
Drdnungs-Register,
Reschtußprotokollen, Lktenbogen,
Strafoerfügungen,
Mmetdebescheinigungen (Abzugs-M
Gemeinde-Rechnungen,
Einnahme- und äusgaöe=3ourna(,
Dienstbücher,
Protokolle über Revision voll Hoht- maaße und Gewichte
etc. etc.
sind stets vorräthig in
L. Fank’s Rnchdrnckerei.