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fähig erklärten Militairpflichtigen nebst den Zugängen und den Jägerlehrl:ngen,

2) Die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaf­ten, über welche endgültig zu entscheiden ist,

3) die zur Zeit des AushebuiigSgeschästes noch vorläufig beurlaub» ten Rekruten,

4) die von den Truppentheilen abgewiesenen Einjahrig-Freiwilligen,

5) die nach §. 14 pos. 5 der Landwehr-Ordnung zu berücksich­tigenden Reservisten rc.

b) am 10* Juni d. J.

1) die beim diesjährigen Ersatz-Geschäft wegen häuslicher Ver- hältnisse zur Ersatz-Reserve II. Classe in Borschlag gebrachten Militairpflichtigen.

2) *) die beim diesjährigen Ersatz-Geschäft zur Ersatz-Reserve l. Elaste designirten Militairpflichtigen.

Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, die ihnen demnächst zugehenden Vor­ladungen den in Betracht kommenden Militairpflichtigen sofort aus- zuhändigen und mit den letzteren pünktlich in dem betreffenden Termine zu erscheinen, auch ihnen zu eröffnen, daß diejenigen, welche bei Ausrufung ihrer Namen im AushebungSlokale nicht anwesend sind oder überhaupt ohne genügende Entschuldigung fehlen, neben einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen die im §. 24 bezw. 65 der Ersatz-Ordnung bezeichneten Verluste sowie nach Lage der Sache die sofortige Einstellung als unsichere Dienst­pflichtige zu gewärtigen haben.

Beim Ober-Ersatz-Geschäft werden die Reklamationen, auf Grund deren taugliche Militairpflichtige zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebracht worden, sowie Die Reklamations-Anträge, auf welche eine abweisende Entscheidung durch die Ersatz-Commission erfolgt ist, der Ober-Ersatz-Commission zur Entscheidung vorgelegt, weshalb alle Familienglieder, aus deren Arbeits- oder Nichtar- beitsfähigkett es bei Beurtheilung der Reklamatio­nen ankommt, (also auch die in Betracht komme nden jüngeren Brüder des Reklami rten) im Termine mit zu erscheinen haben, widrigenfalls eine Berücksich­tigung der betr. Reklamation nicht stattfinden kann.

Die Herren Ortsvorstände haben das Vorstehende in ihren Bezirken wiederholt zu veröffentlichen und namentlich zur Kenntniß der betreffenden Mililairpflichligen und deren Angehörigen zu bringen, auch den Militairpflichtigen noch besonders einzufchärsen, daß sie mit vollständig reinem Körper und reiner Wäsche zu erscheinen haben.

^ Hersfelo, am 8. Mai 1879.

5603. Der Königliche Lanorath Freiherr von Broich.

*) War aus Versehen in voriger Nummer d. Bl. weggelassen. D. Red.

Sämmtliche Herren Bürgermeister und Ortsverwalter des KreiseS setze ich davon in Kenntniß, daß am

Montag den 8. Juni d. I.

den ersten Tag des lnesjählige» Ooer-Ersatz-Geschästes Nach­mittags 2 Uhr im Saale der GesellschaftVerein" dahrer in der­selben Weise wie im vorigen Jahre eine gemeinsame Besprechung über Verwaltungsgegenstände stattfinden wird, und muß ich erwarten, daß keiner der Herren Ortsoorstände ohne dringende Veranlastung dieser Zusammenkunft fern bleibt, in jedem Falle dann aber durch den Vicebürgermeister sich vertreten lasten wird. Auch ist pünkt­liches Erscheinen zu der angesetzten Zeit dringend nothwendig.

Zu dieser Versammlung sind alle Mitglieder der Gemeindebe­hörden, sowie Kreisangehörige, welche für Verwaltungsangelegen- heiten Jntereste haben, freundlichst eingeladen.

Diejenigen Gegenstände, welche zur Besprechung gebracht werden sollen, müssen zeitig, und zwar wohldurchdacht, schriftlich vorher mir angezeigt werden, damit dieselben auch in erschöpfender Weise behandelt werden können, und somit der von mir hierbei verfolgte Zweck, durch gegenseitigen Gedankenaustausch den anvertrauten öffent­lichen Interessen förderliche Belehrungen herbeizuführen und dadurch gemeinnützige Fortschritte aus dem hervorgehobenen Gebiete zu machen, umso eher erreicht werden kann.

Hersfeld, den 12. Mai 1879.

5753.___________Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Aus Anlaß eines SpecialfaUes mache ich die Herren Standes­beamten des Kreises darauf aufmerksam, daß Sie nach Maßgabe der Dienstvorschriften vom 22. August 1874 Seite 10. B. V. für jede Gemeinde (Gutsbezirk) eine besondere Abtheilung in der von Ihnen über eingegangene Gebühren zu führenden Kosten- liste einrichten müssen, damit die Beträge, welche den einzelnen Gemeindekassen zuzufließen haben, stets getrennt gehalten bleiben, bezw. Irrungen vermieden werden.

Die Abführung jener Beträge an die betreffenden Gemeinde- kasten erfolgt zweckmäßig am JahreSschluste, unter eventueller An­rechnung aus die von den Gemeinden für die Standesamtsführung zu zahlenden Beiträge.

Hersfeld, den 12. Mai 1879.

5772. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Gefunden: ein Zollstock und ein Meise!. Meldung der Eigen­thümer bei dem Ortsvorstand zu Heddersdorf.

In den nächsten Tagen werden die Steuerzettel pro 1879J80 den Herren Bürgermeistern zugesandt.

Letztere werden hiermit beauftragt alsbald die Zettel an die betreffenden Pflichtigen abzugeben und daß dieses geschehen, anher schriftlich anzuzeigen. Außerdem wird um unnöthigen Anfragen vorzubeugen, bemerkt, daß die Gebäudesteuer nur für die Mo- nate April bis incl. Dezember 1879 in die Zettel eingetragen und daß vom Januar 1880 an die neue Gebäudesteuer zur Verrech­nung komme. Hersseld, den 12. Mai 1879.

_____Königliche Steuerkaste. Wiskemann.

Diejenigen Gemeinden des hiesigen Steuerkastenbezirkes, welche mit Zahlung der Beiträge zur Elementar - Lehrer - Wittwenkasse pro 1879180 noch im Rückstände sind, werden hiermit aufgefordet binnen 8 Tagen Zahlung zu leisten. Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist wird das gesetzliche Mahnverfahren eingeleitet.

Hersfeld, den 12. Mai 1879.

______________________Königliche Steuerlaste. Wiskemann.

Am 6. I. Mts. wurden dahier gestohlen 50 Mark in Papiergeld, ein Paar Mannsstiefeln und ein Herrnhemd. Dieses Diebstahls dringend verdächtig ist Theodor Scherf von Kirtorf, circa 1920 Jahre alt, groß, schlank,dunkel­blond ohne Bart, blasses Gesicht. Bekleidet war Scherf mit einem. Livreerock, (schwarzem Rock mit weißen Knöpfen) und einer dunklen Mütze mit Silberborte k. welche Kleidungsstücke ebenfalls anderswo gestohlen sein dürften. Am 7 L Mts. wurde Scherf in Neustadt, Station der Main-Weser Bahn, gesehen.

Er will von Frankfurt hierher gekommen sein. Man bittet um Fahndung nach Scherf, Verhaftung desselben und Nachricht hierher.

Gießen, am 9. Mai 1879.

Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen, (gez.) F r c s e ni us. s

Berlin W , 30. April 1879.

Postkarten mit Antwort im Verkehr des Weltpostvereins.

Postkarten mit Antwort sind zulässig im Verkehr mit Belgien, Italien, Luxem­burg, Niederland, Norwegen, Portugal, Rumänien, der Schweiz, Spanien und der Argentinischen Republik. Die Taxe beträgt 20 Pfennig. Zu derartigen Sendungen sind die für Postkarten mit Antwort im innern Deutschen V erkehr bei den Postanstalten verkäuflichen Formulare zu benutzen, nachdem auf jeder Hälfte des Formulars der Frankobetrag durch Hinzufügung einer Freimarke zu 5 Ps. auf 10 Pf. ergänzt worden ist.

Kaiserliches General-Postamt. Wiebe.

Tagesbegebenheiten.

Aus Heffen-Naffau.

v Cassel, 11. Mai. Bei dem Neubau des Justizgebäudes ereignete sich gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ein beklagenswerther Unfall. Ein Maurer, Ha r tma nn aus Kirchditmold, war mit dem Einsetzen eines größeren Steines in eine der Fensteröffnungen beschäftigt, als das Brett, auf welchem er stand, unter ihm plötzlich durchbrach und er mit sammt dem Stein hinunterstürzte. Hierbei fiel ihm der Stein unten auf dem Boden gerade auf die Brust, so daß fein Tod sofort eintrat Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei Kinder.

Fulda, 12. Mai. Wie soeben der Telegraph meldet, wüthet seit heute Morgen in Tann a. d. R h. ein großer Brand. Das F euer k am i n d er P ost fch e u ne au s, äschert e diese und dann die Post, die Kirche und drei Pfarrhäuser ein. Weitere Nach­richten sind zur Zeit noch nicht zu erlangen, da die Telegraphenleitung unter­brochen ist. Obiges konnte nur noch dadurch nach hier befördert werden, daß der Telegraphenbeamte mit dem Apparate vor die Stadt flüchtete. Die letzten Worte, welche er noch telegraphirte sind:Jetzt brennt die ganz« Stadt!» Von der hiesigen Feuerwehr haben sich sofort mehrere Steiger per Wagen nach Tann begeben. (E. Tgbl.)

Fulda, 18. Mai. Die Nachrichten über den gestrigen großen Brand zu Tann sind zum Theil noch ungenaue, zum Theil sich widersprechende. Mit Be. stimmtheit läßt sich nur angeben, daß hauptsächlich das sogenannte Pfarrviertel stark gelitten hat und daß etwa 80100 Häuser dem entfesselten Elemente zum Opfer gefallen sind. Es wird allgemein Brandstiftung vermuthet. (H. B.) (Anderweitigen Nachrichten zufolge soll die Hälfte der Stadt, darunter Kirche und Synagoge, in Asche liegen. Tann zählt etwa 1500 Einwohner).

Feuilleton.

Der Schimmetreiter. Erzählung von Christoph Wiese.

I.

Ueber dem dunkeln Walde, der die mäßig hohen Thalwände krönte, stand der Vollmond, und die wunderklare, duftigblaue Himmels­decke war wie mit Sternen übersäet. Ein warmer Südwind hatte den Tag über geweht und den Schnee an den Abhängen zum Schmelzen gebracht, so daß die gelben, schlammigen Wassermassen in Furchen und Gräben gar lustig in's Thal hinabgurgelten.

Aber noch bewegter und fröhlicher sah es da unten im Dörfchen aus, wo die ersten warmen Frühlingslüfte dem jungen Volk ge­statteten, die engen dumpfen Wohnungen zu verlassen und längere Zeit im Freien zuzubringen. RingS um den kleinen Teich herum, der noch gestern von blitzenden Eisbahnen nach allen Richtungen hin überzogen war, hatte sich die jüngere Dorfjugend angesammelt, um an den auf dem Waffer umhertreibenden Eisschollen ihren Muth und ihre Geschicklichkeit zu erproben. Mit langen Stangen versehen,