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preußischen Armee dienenden 6 Söhnen Urlaub vom 5. bis 25. April d. I. zu ertheilen. Rücksichtlich Ihres im XIII., königlich württem- belgischen Armee-Corps dienenden Sohnes ist dem General-Commando dieses Armee-Corps eine Mittheilung hiervon gemacht worden. Es darf erwartet werden, daß auch von diesem Ihr Wunsch erfüllt werden wird, wenn nicht besondere Hinderungsgründe entgegenstehen. Zugleich füge ich in Folge Allerhöchster Bestimmung zur Bestreitung der Eisenbahnkosten dieser Besuchsreise Ihrer Söhne hier den Betrag von Ein Hundert und fünfzig Mark bei, mit dem Wunsche, daß Ihnen und Ihrer Gattin die Freude, Ihre 11 Kinder gleichzeitig bei sich zu sehen, ungetrübt zu Theil werden möge. Der Kriegs­minister General von Kameke.

— Berlin. Die „N. A. Z." schreibt: Seit zwei Jahren befindet sich ein Besitzer eines Bauernhofes aus Ostpreußen bereits das dritte Mal, an einem Fuhübel leidend, Monate hindurch in einer hiesigen königlichen Heilanstalt, nachdem derselbe in seiner Heimath alle möglichen Kuren versucht hatte. Der etwa 30jährige junge Mann war verlobt, als er zur letzten Gestellung mußte i und beschloß, auf Anrathen eines „Wunderdoktors," sich durch einen absichtlich krank gemachten Fuß vom Militairdiemt zu befreien. Der Thörichte verletzte nunmehr, um eine Entzündung zu erzeugen, die Sohle seines linken Fußes durch einen Nagel und rieb alsdann die frische Wunde mit dem Safte des fcharfen Hahnenfußes ein. Die Entzündung erzielte er wohl, die Wunde selbst ist aber heute nach beinahe 8 Jahren noch nicht geheilt und steht nunmehr die Amputation des Fußes bevor, ebenso harrt der Unglückliche auch noch seiner Bestrafung wegen dieser Art der Selbstbefreiung vom Militairdienst, die er jetzt erst eingestanden hat. Die Jahre währende Krankheit hat außerdem noch dem Selbstverstümmler seinen Bauernhof gekostet, so daß derselbe jetzt fast mittellos dasteht.

— München. Im Hause Nr. 21 an der Holzstraße spielte sich am 19. d. Nachts 1 Uhr ein trauriges Familiendrama ab. Der 37 Jahre alte Drechsler- meister Wilhelm Schaufler, erst vor Kurzem verheirathet, erschoß zuerst seine Frau Helene nebst seiner 11jährigen Adoptivtochter mit einem Revolver und tödtete sich dann selbst mit derselben Waffe. Die Beweggründe zur That sind zur Zeit noch unaufgeklärt. Dem Vernehmen nach hat Schaufler an Verfolgungs­wahnsinn gelitten.

Dür en. Als ein Zeichen von abnormen Wetterverhaltiussen ist es an- zusehen, daß von den vor etwa 8 Tagen eingetroffenen Schwalben hier eines Morgens auf der Straße dicht neben einander liegend sechs Schwalben todt ge­funden wurden. Sie waren jedenfalls verhungert, da bei 'den scharfen Ost- und Nordwinden keine Insekten, die ihnen als Nahrung dienen zu finden waren. Dortmund. Auf dem Schachte „Gotthelf" der Zeche „Glückauf" bei Barop fand am 19. b, Morgens gegen 6 Uhr, eine Explosion schlagender Wetter statt, bei welcher drei Bergleute ihr Leben einbüßten.

— Ueber ein bei Framerres stallgefundenes Gruben­unglück wird gemeldet: Nach einem vor drei Jahren in der Agrappemine passirten Unglückssalle, bei welchem l 12 Personen um'S Leben gekommen waren, hatten die Bergleute sich geweigert, dort weiter zu arbeiten; die Noth des letzten Winters hatte sie jedoch veranlaßt, die Arbeit dort anf's Neue wieder auszunehmen. Um 4 Uhr Morgens hatten die Arbeiter sich wie gewöhnlich in das Berg- werk begeben; um 7^ Uhr machte sich ein starker Gasgeruch bemerk­bar und in demselben Augenblicke erfolgte eine furchtbare Explosion. Eine wenigstens dreißig Meter hohe Feuersäule stieg aus dem Schachte empor und ergriff sofort die umstehenden Baulichkeiten. Zwar waren sofort Löschmannschaften und Spritzen zur Stelle, den­noch gelang es erst gegen Mittag, als alle Gebäude ausgebrannt und zusammengestürzt waren, dem Feuer Einhalt zu thun, da fort­während neue Explosionen erfolgten. Erst als das Feuer ausge­brannt war, konnte man Anstalten treffen, den in den drei resp. 520, 550 und 610 Meter tief liegenden Gängen des Bergwerkes befindlichen 224 Arbeitern Hülfe zu leisten. Leider wurden dieRet- tungSarbeiten dadurch auf's Aeußerste erschwert, daß der Luft- und der Nettungsschacht von den Trümmern der Gebäude bedeckt waren. Laut telegraphischer Nachricht waren am 18. d. 89 Personen gerettet. Moskau, 23. April. Das Hochwasser ist hier im Abnehmen begriffen, dagegen lausen aus anderen Gegenden Rußlands Nachrichten von Ueber- schwemmungen ein. Der Schaden soll ein recht erheblicher sein.

LaudwirthschaftlicheS.

Brütennlust der Hühner. Der Umstand, daß Hühner nicht brüten wollen, kann vielerlei Ursachen haben. Ohne Beaugen- scheinigung der Oertlichkeit und Wartung ist die Angabe einer spe­ciellen Ursache nicht möglich und können hier nur allgemeine Be­dingungen des Brütens gegeben werden.

Bekanntlich zeigen einige Hühnerracen sehr wenig oder gar keine Brütelust; auch gewöhnliche Landhühner, die im ersten Jahre am Brüten verhindert wurden, werden später selten gute Brllterinnen. Die Legenester dürfen fein zu grelles Licht haben. In Nestern, die der Sonne ausgesetzt sind, wird sich kaum ein Huhn zum Brüten «nsetzen. Am besten sind hiefür halb dunkle Räume. Tägliches Entfernen der Eier aus den Legenestern läßt auch die Brütelust nicht recht aufkommen; hiefür ist es angezeigt, die Eier im Neste ansammeln zu lassen oder durch künstliche Eier zu ersetzen. Allzu- reichliches Futter hält die Hühner frisch am Eierlegen und macht dieselben aufs Brüten vergessen. Man sperre einige Hühner ab, gebe ihnen trockene oder gequellte Gerste in mäßiger Quantität, aber keine besonders nahrhaften Futterstoffe, wie Fleisch, Topfen (Quark) rc. Manchmal gestatten auch die Hähne das Brüten nicht, sondern zerren die Hühner aus den Nestern; dies besonders beim Halten in engen Räumen und wenn nur wenige Hühner dem Hahne beigesellt sind. Auch überhandnehmendes Ungeziefer kann die Hüh­ner vom Brüten abhalten, indem sie nicht die dazu nöthige Ruhe finden. Um zu verhindern, daß die Bruthennen die Nester wieder verlassen, setze man sie in Brutkästen, die ähnlich wie die Hühner- steigen einfach aus Brettstäben und Holzstäbchen zusammengestellt und deren Abtheilungen so groß gemacht werden, daß gerade eine Bruthenne bequem darin Platz findet. Zum Füttern, Tränken, Puddeln rc. werden die Hühner täglich 1—2 Mal heraus- und nach beiläufig einer Viertelstunde wieder hineingehoben. Nach einigen Tagen wird das Hineinheben meist schon überflüssig sein und die Hühner werden von selbst in die Abtheilungen zurückkehren. (Fr. Bl.)

— Große, mittlere, kleine, kleinste Saatkartoffel? Ueber diese schon vielfach ventilirte und durch zahlreiche Ver­suche geprüfte Frage ward ein vergleichender Versuch von W. Müller zu ScheeslerSmühle angestellt, welcher auf reinem Sandboden mit Rosenkartoffeln Resultate ergab, aus denen der Versuchsansteller schließt, daß mittelgroße Kartoffeln, von denen 15 Stücke auf 1 Kilo gehen, den höchsten Reinertrag, abgeschnittene Köpfe und die kleinsten Setzknollen den geringsten Reinertrag geliefert haben. Das wollen sich die vielen kleinen Landwirthe merken, welche nach ihrer herge­brachten Gewohnheit den großen Fehler begehen, die kleinsten Setz- kartoffeln, aus übel angebrachter Sparsamkeit, oder Kopfstücke statt ganzer und mittelgroßer Kartoffeln zur Aussaat zu wählen. (Fr. Bl.)

Mittel gegen die Schweineseuche. Inder holländischen landmirthschaftljchen Zeitung „Ceres" theilt ein Landwirth mit, daß er ein Schwein, das die ersten Anzeichen der „Schweineseuche" ge­zeigt mit rohem Senf eingerieben habe, und zwar zweimal, das zweitemal, nachdem die erste Einreibung aufgetrocknet war. Das Mittel habe so günstig gewirkt, daß daS Schwein nach drei Tagen vollständig geheilt gewesen ist.

— Mitte l, die Trä chtig k ei t d e s Rindviehes zu erkennen. Bei Fersen oder Stärken, die noch nie gekalbt haben, werden von der Feuchtigkeit, die sie im Euter haben, einige Tropfen auf die flache Hand ge­molken und mit den Fingern untersucht Ist die Feuchtigkeit zähe, harzig, klebrig, so darf mit Sicherheit auf die TrächtigkeN geschlossen werden; ist sie aber wie Wasser, ohne Zähigkeit, so ist keine Trächtigkeit vorhanden. Bei Kühen läßt man die frisch gemolkene Milch in ein Glas mit klarem Quellwasser fallen. Sinken die Tropfen schnell und ganz unter, so beweist dies das Gegentheil.

Anzeigen.

Landwirthschaftlicher Kretsverein H ersfeld.

AuSschußsttzung am

Montag den 3» Mai 1879

3 Uhr Nachmittags im Hotel zum Stern zu Hersfeld.

Tagesordnung:

1) die beabsichtigte Erhöhung der An- waltSgebühren,

2) Thierschauangelegenheit.

WilhelmShof, am 23. April 1879.

Der Ausschußvorsteher:

F. Oldenburg.

kL§aat--SpcistkartoM

in jedem Quantum zu haben bei

E. Hirschberger.

-^Weinen sehr werthen Kunden und geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich Dienstag den 29* d. Mis. im Hotel „zum Deutschen Haus“ euttreffen werde, auf kurze Zelt.

Hochachtungsvoll

Theodor Rohling aus Kassel.

/Lin Klavier ist zu vermiethen Wo, sagt die Exped. d. Bl.

Vorschriftstnäßige

Hefinde-Dienstöücßer

mit angedruckter Polizei-Verordnung der Königlichen Regierung zu Gaffel vom 9. Januar 1879, sind stets zu haben in

L. Funk's Buchdruckerei.

Technicum Mittweida.

(Sachsen.) — Höhere Fachschule für Maschinen - Ingenieure und] Werkmeister. Vorunterricht frei. J Aufnahmen: Mitte April n. Oktober.J

Capitalien

jeder Höhe werben als gute I. und II. Hypothek zum Zinsfuß von 4^—5 Procent plazirt. Näheres durch

E Overmann jr, Cöln, Waisenhausg. 23.