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4) Kaufmann Hermann Altenburg, 5) Posthalter Loren; Zimmer­mann, 6) Rentner Peter Nössing, 7) Tuchfabrikant Adam Nechberg, 8) Rentner Georg Hermann Wolff. Außer Posthalter Zimmermann, welcher durch einen der Anwesenden erklären ließ, daß er die auf ihn gefallene Wahl ablehne, nahmen alle die Wahl an.

* Hersfeld, 8. April. Ueber die Loosholzberechtigung geht uns Folgendes zur Veröffentlichung zu:

Der landwirthschaftliche Verein Rotenburg hat in zwei aufein­anderfolgenden Sitzungen die Loosholzberechtigung besprochen, und ist in Folge dessen der Vorstand desselben beauftragt worden, die Herren Bürgermeister durch die Zeitung darauf aufmerksam zu machen, daß sie sich durch eine genaue Controlle des den Gemeinden überwiesenen Brennholzes bemühen müßten, das Beholzigungsrecht wieder einigermaßen werthvoll zu machen.

Die Gemeinden brauchen nämlich diejenigen Schläge, bezwse. Nummern, welche nicht vorschriftsmäßig hergerichtet sind, nicht als ihr Berechtigungsholz abzunehmen. Das Holz muß für die festge­setzten Taxpreise, welche die Empfänger zu zahlen haben, vorschrifts­mäßig gemacht sein. Die Herren Bürgermeister müssen deßhalb bei der Ueberweisung genau prüfen, ob dasselbe die vorgeschriebenen Maaße hat und die richtigen Stücke enthält. — Das Reisholz soll gewellt sein und müssen die Wellen eine Länge von 6 Fuß und einen Durchmesser von 2 Fuß haben. Da wo das Aufwellen nicht statt« gefunden, müssen die Haufen 10 Raummeter enthalten (2 M. breit, 1 M. hoch, 5 M. lang). Die Stücke bis zu 3 Zoll Durchmesser dürfen nicht im Knüppelholz vorkommen, diese gehören n»ch in's Reis; die Stücke von 3 bis 5 Zoll in's Knüppelholz. Wenn also Stücke von 5 Zoll und darunter im Scheitholz vorkommen, auch wenn sie gespalten sind, so gehören diese nicht in's Scheit-, sondern in das Knüppelholz. Daß man dabei indeffen von einzelnen Stücken wohl absehen kann, versteht sich von selbst.

Der Vorstand des landwirthschaftlichen Kreisvereins Rotenburg.

Cassel^ 7. April. Dem „Deutsch. Mont.-Bl." zufolge soll es nicht un­wahrscheinlich sein, daß Sc. Majestät der Kaiser auch in diesem Jahre wieder einen zeitweiligen Aufenthalt auf Wilhelmshöhe nehmen werde. Ein gleiches Gerücht war schon seit einiger Zeit in hiesiger Stadt verbreitet. (C. Tgbl.) Cassel, 7. April. Dem Vernehmen nach wird am nächsten Sonnabend in der Henschel'schen Fabrik hierselbst die tausendste Locomotive fertig gestellt werden. (6. Tgbl.)

Cassel, 7. April. Vorgestern wurde am Forstorte „Hühnersberg" jHabichtswald), Gemeindebezirks Harleshausen, ein unbekannter Mann an einem Baume erhängt gefunden. Derselbe scheint in den dreißiger Jahren zu stehen, ist ländlich aber gut gekleidet mit Kittel und einer gestrickten wollenen Zacke. (C. Tgbl.)

Cassel, 8. April. In der Aue machte gestern ein junger Mann, G. Hahnenbein aus Köln, einen Selbstmordversuch, mdem er- sich mittels eines Pistolenschusses zu todten versuchte. Der Schuß hat ihn jedoch nur verletzt und wurde er bewußtlos am Orte der That aufgefunden. (C. Tgbl.)

Bermis ch t e s

Darmstadt, 1. April. Assessor Amend von Langen, der bekanntlich seine Frau erschoß, um ihren Todeskamps abzukürzen, ist, wie die Fr. Ztg. meldet, nach mehrwöchiger Beobachtung in der Landesirrenanstalt in Heppen- Heim für unzurechnungsfähig erklärt worden. Es ist noch ein Superarbitrium eingefordert worden, das Verfahren wird aber wahrscheinlich eingestellt werden.

Darmstad't, 31. März. Ein Pistolen-Duell zwischen zwei jungen Kauf, lcutcn fand heute Vormittag am Herrgottsberg statt. Nachdem zwei Schüsse in die Luft verknallt, und damit der persönliche „Muth" bewiesen und der ver­letzten „Ehre" Genugthuung geschehen, erfolgte die Aussöhnung.

Mainz, 30. März. Der Niederländer Dampfer Nr. 24, eines der schwe­ren Güterboote ist vorgestern des Nachmittags auf einer Fahrt zu Berg be­griffen, oberhalb St. Goor gesunken. Die Schiffsmannschaft konnte sich retten.

Frankfurt, 3l. März. Zwei junge Leute vom Land, welche falsche Markstücke auszugeben versuchten, wurden verhaftet.

— I n Bremerhaven fand am 2. d. Nachmittags bei Langes Dock in dem Augenblicke, als das Schiff „Dora" ins Dock gelegt hatte und dieses aus­gepumpt werden sollte, eine Explosion des Dampfkessels statt, indem dieser in zwei Stücke auseinander flog. Kessel und Maschinenhaus wurden zerstört. Leider ist auch eine Anzahl Arbeiter mehr oder weniger schwer verletzt worden. Der Lagermeister Bohls wurde als Leiche unter den Trümmern hervorgezogen, zwei andere sind so schwer verwundet, daß sie heute Morgen ihren Leiden be­reits erlegen waren. Die übrigen haben glücklicherweise nur leichtere Ver­letzungen davongetragen. Die Ursache der Explosion ist bis jetzt noch nicht auf­geklärt, da der Kessel sich im guten Zustande befunden haben soll.

— Auf der Zeche Neu-Jsertohn bei Langendreer hat am 26. März Nachmittags gegen 4 Uhr wiederum eine Entzündung schlagen­der Wetter stattgefunden. Zwei Bergleute sind in Folge dessen ge- tödtet und zwei leicht verletzt worden. Die Entzündung ist durch das Abbrennen eines Sprengschuffes herbeigeführt worden, obgleich auf dieser Zeche, der Wetter wegen, jedes Schießen streng untersagt ist. Der Thäter ist mit verunglückt.

— (Ein s chw er bestrafter Dieb.) Auf der Güterstation der Nikolai- Bahn in Wien war kürzlich im Packhause der Wächter Ossip Kossolaposf, ein verabschiedeter Soldat, du jour. Derselbe hatte sich vier Futtersäcke mitgebracht, in deren jedem er aus den im Packhause vorhandenen Säcken mit Graupen und Grützen verschiedener Art für sich ä 15 Pfund, also im Ganzen 60 Pfund abschüttete. Nachts gedachte er die gute Prise nach Hause zu bringen. Auf dem Geleise entlang zu gehen war gefährlich, also entschloß Kossolapoff sich, über den Zaun zu klettern und dann über das Feld nach Hause zu gehen. Die vier Säcke hängte er sich um den Hals und erkletterte den Zaun. Hierbei rutschten zwei Säcke auf die andere Seite des Zaunes hinüber, während die beiden anderen mit ihren Schleifen ihm den Hals zuschnürten, so daß er nicht von der Stelle konnte und elend auf dem Zaun verendete. Er wurde gegen

11 Uhr Nachts, aber schon todt, von anderen Wächtern aufgefunden. Eine Hand hatte er in die Schlinge gezwängt, vermuthlich in der Absicht, die Schlinge zu lösen, was ihm indeß nicht gelingen sollte.

— In Szegedin hofft manZnach den neuesten Berichten auS Ungarn bis Ende Mai das Wasser aus der Stadt selbst entfernen zu können. Wie „Hon" mittheilt, sind die Herstellungsarbeiten am Szegediner Dammbruch dem Unternehmer Deutsch um den Preis von 700,000 Fl übertragen worden. Der Unternehmer ist verpflichtet, binnen 30 Tagen, von der Untersertigung deS Vertrages an ge­rechnet, den Damm so weit herzustellen, um den weiteren Zufluß des Wassers zu verhindern, welches sich leider ein tieses Bett gegraben. Binnen weiteren 8 Tagen hat der Unternehmer die Erhöhung der Dammkrone zu vollenden, dann wird man an die Auspumpung des Wassers schreiten, und hofft man, die Stadt bis Ende Mai trockenzulegen, so daß die Bauten beginnen können. Augen­blicklich macht der Mangel an Stegen sich immer mehr fühlbar, weil das Wasser am Hauptplatz und in den gepflasterten Nebengassen in der Weise ab- nimmt, daß man mit Kähnen nicht mehr verkehren kann.

— E i n gewichtiges Zeugniß. In der R straße zu Berlin wohnen bei der Wittwe K. zwei junge Herren, ein Kaufmann M. und ein Architect L. Beide Herren bewohnen gemeinschaftlich ein von der genannten Witwe leer ab­gemiethetes Zimmer, welches die Miether sich selbst möblirt haben. „Wer ist der eigentliche Besitzer der Mobilien des von den Herren M. und L. bewohnten Zimmers?" Mit der Beantwortung der vorstehenden Frage beschäftigte sich vor Kurzem der Revier-Executor. Beide Herren lagen noch im Bett, als diesen der Executor seine Aufwartung machte. „Gehören Ihnen diese Möbel?" fragte der Executor den Kaufmann M., gegen welchen er die Execution voll­strecken wollte. „Gott bewahre, die Möbel gehören ja Herrn L.", antwortete M. „So! — Aber gegen Sie, Herr L., habe ich heute ebenfalls Execution zu vollstrecken," erklärt der Executor. „Mir gehören aber die Möbel nicht, ver­ehrter Herr," antwortete L-, der, wie es schien, noch nicht gehörig ausgeschlafen hatte, „die Möbel gehören Herrn M." — „Na, das ist ja eine nette Geschichte," fährt der Executor fort, „Herr M. sagt, die Möbel gehören Herrn L. und Herr L. behauptet, die Möbel gehören Herrn M. Wem gehören denn nun die Möbel eigentlich ?"--- Keine Antwort. — „Na, wer bezahlt denn hier eigent­lich die Miethe?" forscht der Executor weiter. Da öffnet sich leise die Thür. Auf der Schwelle erscheint Frau K., die dicke Wirthin der Exequenden, welche die Unterhaltung belauscht hatte. Dieselbe hebt feierlich die rechte Hand in die Höhe und spricht: „Keener, Herr Executor! Ich schwöre es Ihnen!

Erinn«rungStage im April.

Am 16. April 1797 Thiers geb. Am 18. April 1864 Erstürmung der Düppeler Schanzen. Am 21. April 1488 Ulrich v. Hütten geb. Am 2i. April 1782 Friedr. Fröbel, der Schöpfer des Kindergartens geb. Am 22. April 1724 Jmmanucl Kant geb. Am 23. April 1828 König Albert von Sachsen geb. Am 23. April 1564 Shakespeare geb. und am 23. April 1616 gest. Am 26. April 1787 Ludwig Uhland geb.

Landwirthschaftliches.

— Seifen brühe als Dünger. Die von der Wäsche abfal­lende Seifenbrühe wegzuschütten, ist eine große Verschwendung, denn sie liefert für Obstbäume, Weinstöcke, Grasplätze u. s. w. einen vor­trefflichen Dünger. Begießt man Weinstöcke damit, so kann man dadurch der Traubenkrankheit, dem Pilz, vorbeugen. Durch Be» spritzung der Bäume mit Seifenwaffer können die daran befindlichen Insekten getödtet werden. Für Gemüse gibt es kaum einen kräftigeren Dünger als die Vermischung von Seifenwaffer mit Jauche.

Widerspänstige Pferde zu zähmen. Der Reitknecht eines in Breslau wohnenden Kavallerie-Offiziers sah dort vor einer Schmiede Pferde be­schlagen. Eines derselben war sehr wild, hatte sich noch nie beschlagen lassen und auch der jetzige Versuch mißlang. Da trat der Reitknecht näher und ver­sprach gegen Belohnung von einem Thaler das Pferd ohne allen äußeren Zwang sofort dahin zu bringen, daß es sich ruhig beschlagen ließe. Dies bewilligt, trat er nun vor das Pferd, hielt seine Hände, in denen er nur sein Schnupf- such hatte, an die Nase des Pferdes, und siehe da, letzteres stand wie ein Lamm und ließ sich ruhig beschlagen. Man hatte jedoch bemerkt, daß der Knecht zu­vor mit dem Inhalte eines Fläschchens Hände und Schnupftuch benetzt hatte, das Fläschchen ward ausgefunden und der Inhalt als ätherisches Petersilienöl erkannt. Weiter angestellte Versuche, wobei mit cirka 2 Drachmen desselben Oels ganz ähnlich verfahren wurde, gaben bei den bösesten Pferden dasselbe Resultat.

Schutz der Pferde und Rinder vor Fliegen. Zum Schutze der Pferde und Rinder, welche bekanntlich bei der warmen Jahreszeit viel von Fliegen zu leiden haben, ja selbst oft durch sie scheu und wild werden, wird ein Mittel empfohlen, nämlich das Haar dieser Thiere mit einer starken Ab­kochung von Wallnußblättern zu tränken, besonders den Schwanz und die Nasen­löcher. Dadurch werden sie nicht nur vor diesem lästigen Ungeziefer bewahrt, sondern es sollen auch die Eier zerstört werben, welche die Fliegen auf und in die Haut dieser Thiere legen.----------

* So bedeutende Fortschritte in diesem Jahrhundert aus dem Gebiete der Heilkunde zu verzeichnen sind, wohl niemals hat ein Heilverfahren einen sensationelleren Erfolg und günstigere Beurtheilung gesunden, als das, mit welchem der anerkannt bewährte Spezialist L. G. Moessinger in Frankfurt a. M. die Gicht- und Rheuma-Leiden, selbst in veralteten und schwierigen Fällen mit durch­schlagenden Resultaten behandelt. — Bisher hat die Wissenschaft nur Linderungs- und Schmerzen stillende Mittel gehabt, diesen Feinden der Menschheit entgegen- zutreten und wenn man berücksichtigt, wie ungemein Gicht- und Rheuma über die Erde verbreitet sind, so verdient jedenfalls das Heilverfahren des Herrn L. G. Moessinger in Frankfurt a. M. Aufmerksamkeit und Beachtung, da es sich, wie die aus allen Theilen Europa's stammenden, nach Tausenden zählenden sehr günstigen Beurtheilungen und Anerkennungen beweisen, um ein ebenso rationelles wie gründliches Verfahren handelt, welches auch dem Minderver­mögenden gestattet, sich ohne große Koste» von seinen Leiden zu befreien — Interessenten wird daher gewiß die Notiz angenehm sein, daß Herr L. G. Moessinger, an den man sich brieflich unter Beschreibung seiner Leiden wenden muß, jederzeit seinen Rath und seine den einzelnen Fall betreffenden Vor­schriften ertheilt, da die Heilmethode eine persönliche Vorstellung nicht erfordert. — Die allgemeine Anerkennung, die das Heilverfahren des Herrn L. G. Moessinger findet spricht sich am Besten in den Attestationen aus, die, aus den besten Kreisen der Gesellschaft gegeben, Herr Moessinger bereitwilligst Jedermann zur Verfügung stellt. —